venerdì 13 maggio 2022

Austausch-Tacheles

So, in zwei Wochen kommt Silencia wieder aus Frankreich zurück ... kommt spät in der Nacht mit miomarito, Tertia und dem Zug hier an, hat dann etwas mehr als 24 Stunden, bevor sie am Tag darauf um 5:30 Uhr (!) wieder in Richtung Klassenfahrt und Berlin verschwindet bzw. ich werde sie dann zu Schule fahren, was mir von ihr ein bisschen Augenrollen eingebracht hat, weil der erste Bus fährt schließlich um 5:17 Uhr und den können sie ja nehmen (Treffpunkt ist 5:30 Uhr zum Corona-Test an der Schule) und ich solle einfach ausschlafen (beweglicher Ferientag) - ich sehe aber nicht, wie der Austausch-Franzose a) um diese Zeit alleine aufstehen (schafft er ja unter der Woche schon nur in Ausnahmefällen) b) nicht die Hälfte seiner Sachen vergessen und c) den Bus erwischen soll (in die Schule kommt er wohl eigentlich immer zu spät).

Womit wir recht plastisch EINE Problematik dieses Austausches dargestellt hätten. Ich bzw. wir haben unsere äußerst selbstständige älteste Tochter, die gefühlt durch die Pubertät schon ziemlich durch ist, gegen ein komplett unselbstständigen, pubertierenden Knaben eingetauscht. Ich hätte nie gedacht, dass mich das so stresst. Zum einen schränkt es mich bei der Arbeit unglaublich ein, weil ich bei Schulschluss des Austausch-Franzosen eigentlich zu Hause sein muss, weil er sich weder zutraut, die Tür aufzuschliessen noch sich irgendwie selbstständig eine Art von Essen zu machen (Miomarito hat neulich versucht, ihm Spiegeleier beizubringen) - habe ich ein Catering oder bin sonst irgendwie unterwegs, muss ich schauen, dass ilfiglio (der aber halt auch nicht so viel zu Hause ist) oder Tertia (11 Jahre!!!) das übernehmen.
Zum anderen müssen wir das ganze nervige Elternprogramm abspielen, dass selbst bei Tertia nicht mehr so zur Anwendung kommt: Wecken, noch mal wecken, oder Vorm Essen Hände waschen!!, Hast du Zähne geputzt?! (morgens nie, weil immer viel zu spät dran) Musst du nicht vielleicht mal Duschen?!  Hast du keine Hausaufgaben auf?! (irgendwie nie, weder wie vor den Osterferien aus Frankreich noch irgendwas für den Unterricht hier ... alles sehr unwahrscheinlich, aber ...) Du musst noch Trompete üben!! (täglich - auch seit Ostern nicht mehr gemacht), Hast du auf den Vertretungsplan geschaut?!,  Du musst morgen früher aufstehen, weil du mit dem Bus fahren möchtest. Der Bus fährt um 7:15 Uhr!! (JEDEN Mittwochabend, JEDEN Donnerstagmorgen), Dein Pulli/T-Shirt usw. ist völlig dreckig, hast du nichts sauberes? Geh dir bitte mal noch schnell das Gesicht waschen, es ist voll Nutella. Wir warten bis jeder etwas auf dem Teller hat, bevor wir anfangen zu Essen, haben wir schnell wieder aufgegeben, weil zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus, auch dass wir beim Essen nicht aufstehen und um den Tisch laufen, sei es um was vom anderen Ende des Tisches zu holen (es ist kein Putin-Tisch! Man kann einfach den Nebensitzer fragen) oder um einfach so drei Runden um den Tisch zu drehen, scheint eine absolute deutsche Kuriosität zu sein.
Das ist unglaublich anstrengend, weil wir eben gefühlt eine fast erwachsene 15jährige gegen einen 9jährigen mit pubertärem Hörausfall eingetauscht haben, darauf war niemand so richtig vorbereitet gewesen.

Zweiter sich hier anschließender Punkt: ich habe gelernt, wie verdammt wichtig mir Tischmanieren sind und wie ich es wirklich nicht schaffe, da mit einem milden Lächeln drüber hinwegzugehen sondern eigentlich nach JEDEM Essen auf 180 bin - noch mehr seitdem wir bei meinen Eltern waren und es da eigentlich recht gut geklappt hat, so dass ich das Verhalten hier jetzt als persönliche Beleidigung empfinde - das ist unklug, aber ich kann es einfach nicht abschalten.
Bei uns wird nach jedem Schluck Sprudel ahhhh! gesagt, aufgestossen und das Glas auf den Tisch geknallt, mit dem Essen wird begonnen, sobald man was auf dem Teller hat. Das Essen schaufelt man sich in der schnellst möglichen Zeit mit Gabel und unter der Zuhilfenahme der Finger (mit dem Messer könne er das nicht) in den Mund (gerne auch mal, indem man den Teller zum Mund hebt - dann ist der Weg kürzer), komischerweise kippt man sich so regelmäßig das Essen auf Shirt, Hose, Stuhl und auch den Boden (miomarito stellt den Besen gar nicht mehr aus dem Esszimmer weg, weil man eigentlich nach fast jedem Essen um den Stuhl des Austausch-Franzosen herum zusammenkehren muss), hat man dann in Windeseile seinen Teller leer gegessen, schmiert man sich mit Ellenbogen und gerne auch Kopf auf dem Tisch herum und stöhnt, wahlweise weil man so müde ist oder weil das Essen so lange dauert - oder (weil man von seinem Vater ermahnt wurde, auch mal was mitzuhelfen) man reisst uns die Teller, noch während wir den - möglicherweise - letzten Bissen im Mund haben, weg und trägt sie in die Küche, damit man schnell wieder in sein Zimmer kann (wir haben auch aufgegeben, darauf zu insistieren, dass man am Tisch sitzen bliebt, bis alle aufgegessen haben oder dass wir uns gemeinsam am Tisch noch unterhalten), oder dreht eben während wir noch essen dozierend Runden um den Esstisch. Alternative trommelt man auf den Tisch, singt oder pfeift.
Auch das ist wahnsinnig anstrengen, um so mehr, da miomarito jetzt viel weniger home office machen kann und wir uns - auf Grund der langen Pendellei - nur zum eh immer eher späten Abendessen sehen und da dann eigentlich keine Unterhaltung oder irgendeine Art von Entspannung möglich ist, weil man sich so zusammenreissen muss, damit man nicht komplett explodiert - ist uns dann hin und wieder doch in dezent passiert, hat auch nichts geändert, nur Tertia war dann immer kurz vorm Losheulen, weil sie alles so schlimm findet und Silencia bitte sofort wieder zurück kommen soll.

Dritter Punkt: Irgendwie sind wir davon ausgegangen, dass der Austausch-Franzose Anschluss in der Schule findet, oder sich mit den anderen Austausch-Schüler trifft oder sonst irgendwie mal was macht. Null. Dadurch, dass wir ja den eher ungewöhnlichen Weg gegangen sind, die Kinder gleichzeitig zu tauschen, fehlt natürlich der gleichaltrige Part der Familie. Allerdings sehe ich nicht, wie das irgendwie auch nur ansatzweise hätte funktionieren sollen, da zwischen den beiden eben Welten liegen (Silencia hatte ihn vor ihrer Abfahrt gefragt, ob er mit in die Stadt gehen und ihren Abschied mit ihrer Klasse feiern wollte - kein Interesse) - aber das ist ja jetzt nicht das Problem. Silencia macht sehr viel mit ihren Gastschwestern, hat Freundinnen an der Schule gefunden, erzählt wenig, aber wenn dann halt so Sachen, wie am Montag war ich bei meiner Freundin im Pool schwimmen, oder ich will mit einem Mädchen aus der Schule auf ein Konzert gehen usw. So wie man sich das halt vorstellt.
Hier haben ich ja andere Austausch-Franzosen vorgestellt, Fahrrad-Gruppe zur Schule organisiert, ich habe zu Beginn vorgeschlagen, dass er gerne auf die Schüler-Friedens-Demo gehen könnte (Tertia war da, mit viel Musik und Happening, da lernt man ja auch Leute kennen) oder zur FridaysforFuture-Demo oder eben Dorf-Fest hier (mit Franzosen, Halb-Franzosen, Austausch-Franzosen und gleichaltrigen Deutschen)  - kein Interesse. Auch im Schul-Orchester hat er niemanden gefunden oder auch nur gesucht, das weiß ich ja nicht. Von Silencia weiß ich, dass sich ihre Freunde und Freundinnen Mühe gegeben hätten, ihn zu integrieren, aber dass sie ihn doch sehr seltsam und etwas nervig fänden. Das erhöht gefühlt auf uns den Druck, Sachen mit ihm zu machen - auf die er dann verständlicherweise ganz altersgerecht natürlich auch keinen Bock hat. Also sitzt er im Endeffekt den ganzen Tag in der Schule oder in seinem Zimmern und zockt. Das war's.
Und auch da merke ich dann, wie ich mich blöderweise darüber aufrege, ich schaffe es nicht, mir zu sagen, na gut, dann will er das halt so, sondern möchte ihn schütteln und sagen, du Depp, du hast die einmalige Chance drei Monate im Ausland zu verbringen, eine Sprache vor Ort zu lernen und zu sprechen und was machst du daraus?! NIX!!

Vierter Punkt: Es fällt mir so unglaublich schwer, nicht auszurasten oder wie ilfiglio so schön gesagt hat, freundlich zu erziehen. Natürlich ist es nicht meine Aufgabe, einen 15jährigen Austausch-Schüler zu erziehen, aber ich merke, dass ich mir mit meinen Kindern inzwischen eine recht robuste Art angewöhnt habe (ein gute Freund meint auch gerne, ich sei alles, nur nicht nett) und tatsächlich stresst auch das mich, also dass ich das jetzt nicht machen kann.
Beispiel heute: Meine französische Freundin fragt nach, ob der Austausch-Franzose nächste Woche Lust hätte, mit ihr, ihren Kindern, ihrem Austausch-Franzosen und noch ein paar ihrer französischen Freunde eine Runde Stocherkahn auf dem Neckar fahren zu gehen - Antwort: Nein, er sei schon mal mit so einem Boot in Venedig gefahren, das sei langweilig, er ginge lieber segeln (muhahaha) und er sei hier, um deutsch zu sprechen und möchte nichts mit anderen Franzosen machen - also wird er statt dessen in seinem Zimmer hocken auf FRANZÖSISCH mit seinen FRANZÖSISCHEN Freunden Minecraft zocken - und da möchte ich einfach gerne mal gepflegt ausflippen und nachfragen, in welchem Film er eigentlich lebt bzw. ob er mich für blöd verkaufen möchte - das gleiche mit Verlängerung der Internet-Zeiten, wildeste Erklärungen, warum seine drei Stunden Internet einfach so abgelaufen seien, dass er nicht gespielt habe  - nur einfach so rumgebrüllt (er hat ja immer Kopfhörer auf und brüllt dann durchs ganze Haus, 1000 mal angesprochen, Tertia hatte schon Heulanfälle deshalb (Zimmer neben dran), miomarito kann nicht richtig arbeiten - Veränderung: NULL), ich habe einerseits kein Lust und keine Nerven, das dann auszudiskutieren, andererseits würde ich gerne drakonische Strafen verhängen, aber es ist nicht mein Kind, nicht meine Aufgabe und *argh*.

Ja, zusammengefasst: Wie gut, dass ich niedrigen Blutdruck habe.

Nein, Spaß bei Seite, ich habe mir natürlich schon viele Gedanken gemacht, was da alles schief gelaufen ist, weil wir uns ja eigentlich wirklich auf diesen Austausch gefreut haben. Zum einen - und das als allererstes - der Austausch-Franzose ist sicherlich kein einfaches Kind, manche Verhaltensweisen sind wirklich grenzwertig (Sachen, die ich in geringerem Maße auch von ilfiglio kenne und wo ich mir damals schon nie so ganz sicher war, ob das alles noch im Rahmen ist - but i had him tested) und er musste diesen Austausch machen, um weiter an seiner Schule Abi und BAC machen zu können. Ich hätte ilfiglio in diesem schwierigen Alter (da war er etwas jünger als der Austausch-Franzose) niemals einer anderen Familie "aufgebürdet" einfach weil er so schwierig war und die Vorstellung, er hätte damals drei Monate zu einer anderen Familie gehen MÜSSEN ... *uah* ... ich weiß nicht, was ich gemacht hätte. Das führe ich mir immer wieder vor Augen, wenn ich mal wieder denke, echt, Leute (LaRochelles), ihr habt Nerven so ein Kind ohne Vorwarnung zu einer anderen Familie zu geben. Deshalb haben wir ihn auch nicht wieder in den Zug nach Hause gesetzt (und weil Silencia ja die Zeit in Frankreich sehr, sehr, sehr genießt)

Zweitens: 15 ist zu jung. Nicht unbedingt in Silencias Fall, ich weiß, dass unsere Kinder immer sehr "frühreif" waren, Silencia ist ja mit 11 Jahren alleine (also von München aus) und ohne Italienisch zu können zu miomaritos Tante an den Lago gefahren, ilfiglio war mit 15 Jahren alleine mit Freunden im selbstorganisierten Italien-Urlaub usw. Silencia ist ja auch - wie oben schon geschrieben - ziemlich mit der Pubertät durch, sehr selbstständig, arbeitet als Trainerin, als Hort-Pausen-Aufsicht, als Crêpes-Aushilfe und übernimmt dabei Verantwortung usw. und mit der Erziehung sind wir im Prinzip eben auch größtenteils durch.
Ich weiß nicht, ob unser Austausch-Franzose tatsächlich ein typisches französisches Kind ist, ob unsere französische Freundin aus Straßburg recht hat, dass man bei französischen Kindern drei Jahre an Reife und Selbstständigkeit abziehen müsste, aber *boar* wie im Kindergarten und natürlich der dann ja auch eventuell altersgerechte Unwille, die ganze Aktion hier wert zu schätzen und zu nutzen. Was natürlich auch daran liegen könnte, dass er nach Deutschland gehen musste, dass im Gegensatz zu Silencias das ja keine freiwillig bzw. bewusst getroffene (ja, das möchte ich machen!) Entscheidung war.

Drittens: Nie mehr rein privat. Ich finde es heute im Fast-Rückblick sehr schwierig, dass das Ganze so eine komplett private Aktion war. Gerade weil die Voraussetzungen so waren, wie sie nun mal waren. Auch hier wieder die eventuell französische Schwierigkeit der jungen Kinder, sich selbst zu organisieren, etwas mit der gewonnen Freizeit und Freiheit anzufangen und gleichzeitig das komplette Fehlen irgendwelche Strukturen für Austauschschüler an der deutschen Schule. Ich habe keine Ahnung, was die deutsche Schule eigentlich von ihm erwartet, was seine französische Schule von ihm erwartet und dem Kind ist das eh alles wohl egal. So was wie gelegentliche, organisierte Treffen mit anderen Austauschschülern wäre bestimmt in diesem Alter sinnvoll. Keine Ahnung, ob es so was gibt. Bei uns war die Vorbereitungszeit mit weniger als 3 Wochen auch arg knapp, aber wir können ja auch so nicht jeden Tag ein buntes Programm an Unternehmungen und Angeboten unterbreiten, das dann im Zweifelsfall eh als uninteressant und langweilig empfunden wird.

Viertens: ich würde das nächste Mal - wenn es das überhaupt geben wird - gleich zu Beginn tatsächlich quasi eine Liste ausgeben, ganz uncool, mit den Sachen, die uns wichtig sind - nach dem Motto: Hier gelten folgende Regeln und Verhaltensweisen. Dann ist das schon mal klar und man hat eine Verhandlungsbasis ... oder so. Keine Ahnung, ob das wirklich was bringt. 

Und last but definitly not least: Nicht nur Silencia hatte eine tolle Zeit in Frankreich und will gar nicht zurück, auch unsere Austausch-Franzose findet es hier toll und meinte erst gestern, dass er zwar seine Freunde etwas vermisse und wieder mit ihnen spielen wolle (zu Hause am Computer?! So wie hier die ganze Zeit?! ... habe ich mir verkniffen), aber dass er auch gerne noch länger hier blieben wolle. In zwei Wochen fährt er aber dann mit Silencia und ihrer Klasse nach Berlin und wir werden das hier mit ruhigen Abendessen genießen. So was von.

martedì 10 maggio 2022

Schnelldurchlauf

Freitag 

Großes Catering bei Bonduelle, das ich alleine gemacht habe, weil es nur süße Crêpes waren. Sehr angenehm, ich weiß jetzt auch, dass Bonduelle zwar seinen deutschen Hauptsitz in Reutlingen hat, aber natürlich aus Frankreich ist und was sie alles in der nächsten Zeit auf den Markt bringen werden.



Zu Hause lief auch alles glatt, Tertia kochte nach der Schule für sich und den Austausch-Franzosen Mittagessen, war auch als erste zu Hause und konnte aufschließen (der Austausch-Franzose traut sich das nicht zu, nachdem er neulich - vor der Abfahrt an den Lago - dann doch noch mal auf die Toilette musste und er den Schlüssel dann beim Versuch das Schloss aufzuschließen so verkeilte, dass ilfiglio 10 min brauchte, um den Schlüssel zu befreien ... ist nicht ganz einfach das Schloss .. trotzdem). Jedenfalls alles gut, ich kam auch rechtzeitig wieder nach Hause, um dann die Zubereitung des Abendessens zu übernehmen. 

Samstag

Am Samstag war ich viel unterwegs, neben den üblichen Einkäufen, ging's auch zu "meiner" Gärtnerei noch weiter aufs Land, allerdings war ich nicht so erfolgreich wie erhofft, weil es an Gemüse eigentlich nur Tomaten-Pflanzen zu kaufen gab und ich wollte ja noch Paprika und Gurken und Kürbis usw.



aber schön da

Also weiter noch in den Baumarkt, noch einen Haufen Erde und weitere Pflanzen gekauft, dann den normalen Einkauf gemacht und Tertia von der rhythmischen Sportgymnastik abgeholt. Dann schnell weiter zum Dorf-Turnier, das erstmalig nach Corona wieder statt fand. Vielleicht kann sich der eine oder die andere noch daran erinnern, seit Jahren spiel miomarito schon in der sogenannten Schul-Mannschaft mit, wo die Väter (hin und wieder auch mal Mütter) gegen die Mannschaften des CJVM oder des Albvereins oder anderer privater Gruppen spielen. Ziel der im Durchschnitt sehr, sehr viel älteren Schulmannschaft ist es immer, nicht letzter zu werden - und sich nicht schwer zu verletzten. Hilfe gab's auch von ilfiglio und vom ältesten Sohn des Crêpiers, die auch mitspielten (man erkennt, es gibt kein "sklavisches" Regelwerk für die Aufnahme in die Mannschaft, irgendwas irgendwann mit der Schule sollte man halt mal zu tun gehabt haben).  


Symbolfoto nach Ende des Turniers

Das Turnier ist immer nett, weil alle kommen, alle Altersklassen einen Riesen-Spaß haben und es gibt Rote Wurst und gebackenen Camembert und Kaffee und Kuchen und Bier usw. Nach der Siegerehrung am frühen Abend sitzt man immer noch etwas (Betonung auf etwas, weil pietistisches Dorf, zu viel Spaß machen darf es nicht) zusammen und ... ja, das war mal wieder sehr schön.
(Unser Austausch-Franzose kam für 10 min vorbei, dann wollte er lieber wieder nach Hause, die beiden anderen Austausch-Franzosen des Dorfs waren fleißig dabei)

Zwischendurch bekam ich noch die frohe Botschaft, dass von den Steinen des alten Weges an der Kirche (der ja zum Teil die gleichen Steine hatte wie der in unserem Garten) doch noch recht viel da ist (ein Teil wurde am Pfarrhaus irgendwie verbaut) und die bekommen wir nächsten Samstag dann geliefert - und haben keine Ahnung, was wir damit eigentlich machen sollen ... hm



Sonntag

Für Sonntag war Gartenarbeit angesagt:


Tomaten, Zucchini, Paprika und Gurke einpflanzen


Tomaten und Paprika in Töpfen für auf den Balkon


Koriander
(jetzt fehlt in der Kräutersammlung nur noch Basilikum, scheint es irgendwie irgend zu geben, 
morgen vielleicht)

und dann musste Tertias Hochbeet endlich mal fertig gebaut und richtig gefüllt werden:


Tertia und ich haben fleißig beim abgebauten alten Kompost Erde in Eimer geschaufelt 
und diese dann ins Hochbeet geleert
(vorher noch eine letzte Schicht Grünschnitt und Kompost drauf gemacht)


Stunden später ... konnten wir dann die erste Gurke pflanzen


außerdem haben wir den ersten Rhabarber geerntet und Tertia hat einen Rhabarber-Kuchen gebacken 
(sehr lecker, aber leider kein Bild)


miomarito war auch fleißig, hat mir zum Beispiel hier das Beet wieder mit Steinen verschlossen 
(da war diese Riesenwurzel gewesen)
jetzt kann ich a) weiter Efeu entfernen und b) mir überlegen, was da noch hin könnte


und Trittsteine verlegt


und zum Abendessen gab's dann Spargel - so wie sich das für einen echten Mai gehört
(die Erdbeeren erst am Montag, weil, wir hatten ja noch den Rhabarber-Kuchen)

Montag

Montag dann ein anstrengender Tag in der Crêperie, vor allem aber deshalb, weil ich in der Nacht auf Montag mal wieder äußerst bescheiden geschlafen hatte und mit drei Stunden Schlaf arbeitet es sich nicht so toll. Aber es gibt ja immer genügend Adrenalin ...

Dienstag

heute mal in etwas ruhiger, den Vormittag brauche ich ja immer zum Regenerieren vom 13-Stunden-Arbeitstag vom Montag


Spaziergang zum Bioladen im Dorf, um noch Salat zum Einpflanzen zu kaufen
und Hokaido-Kürbis-Pflänzchen gab's auch noch - morgen dann vielleicht davon auch noch mal Bilder :-)


Crêperie-Büro-Arbeit erledigt, Einkaufen gewesen, Wäsche gewaschen, das üblich halt.

giovedì 5 maggio 2022

5. Mai

Wie jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen in die Runde: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? oder kurz und einprägsam #WMDEDGT? Hier normaler Alltag mit Austausch-Franzose und ohne Silencia.

5:45 Uhr ich wache mit einem Schlag aus einem wohl eher unangenehmen Traum auf, eigentlich könnte ich noch eine halbe Stunde weiter schlafen, aber um 6 Uhr gibt es eh das große Geläut der Kirche neben an (gefühlt IM Schlafzimmer) und da ist es eher unwahrscheinlich, dass das noch klappt mit dem zwei mal innerhalb einer halben Stunde wieder einschlafen. Also dösen, gestern Abend bin ich eher spät eingeschlafen, nach 23 Uhr ... hmpf.

6:15 Uhr Wecker klingelt, Tertia liegt neben mir im Bett, sie hat die letzte Zeit sehr schlecht geschlafen, war dauermüde und wollte jetzt mal schauen, ob sie wo anders besser schläft. Eigentlich wollte sie im Gästezimmer schlafen, aber als miomarito gestern Abend um halb 10 von Tag 1 seines Workshop nach Hause kam, erzählte er, wie müde er sei und wie schlecht er die Nacht davor geschlafen habe, und dass er im Gästezimmer schlafen möchte, damit er morgen fitter sei. Also kam Tertia zu mir. 
Ich überfliege auf dem Handy die neusten Nachrichten, kurzer Blick auf Twitter, Tertia wacht auch auf und wir stehen auf. 

7:15  Uhr Tertia hat gefrühstückt, miomarito einen Kaffee heruntergestürzt, er ist dieses Woche jeden Tag in Stuttgart (außer Montag, da bin ich ja den ganzen Tag bis spät in der Crêperie), Tag 2 des Workshops wartet, beide verlassen das Haus, ilfiglio hat später Schule und der Austausch-Franzose verschläft wie immer und ich muss ihn wie üblich wecken. 
Während ich die Geschirrspülmaschine fülle, erklärt er mir ausführlich, dass er zu spät dran sei und dass es ja schon fünf vor halb sei und dass er nicht weiß, ob heute Sport ausfällt und dass sein Freund heute Geburtstag hat und er ihn noch anrufen möchte und ... ich widerstehe der Versuchung ihn anzubrüllen, dass er verdammt noch mal frühstücken und sich auf den Weg in die Schule machen soll - macht er dann auch, ohne auch nur ansatzweise das Bad betreten zu haben, aber wir haben beschlossen, nicht (mehr?) zu erziehen sondern nur noch Selbstverteidigung zu betreiben (zum Beispiel hat miomarito ihn am letzten Tag am Lago zum Duschen geschickt - nach 10 Tage - wegen der gemeinsamen Autofahrt ... oder ich fauche inzwischen nur noch seinen Namen, wenn er bei Tisch anfängt zu singen, zu pfeifen oder zu trommeln, weil es mich in den Wahnsinn treibt - der Rest ist mir wurscht. Mehr als mehrmals die Woche darauf hinzuweisen, dass er doch Trompete üben und eigentlich auch zumindest seine französischen Hausaufgaben machen sollte ist auch das höchste der Gefühle - macht er beides nicht).

9 Uhr etwas Italienisch auf duolingo geübt (endlich gibt es das mit Deutsch und nicht mehr nur via Englisch und ich muss unbedingt üben, das war an Ostern eher peinlich), Geschirrspülmaschine läuft,  Getränkeflaschen aufgeräumt, Müll rausgebracht, nach dem gestern umgepflanzten Rucola geschaut, weiter Haushalt gemacht und zwischendurch noch Zeitungen gelesen. Jetzt muss ich mir überlegen, was ich heute Abend zu Essen mache bzw. machen lasse, denn ich bin am späten Nachmittag/Abend den Crêpes-Anhänger aufbauen, miomarito noch in Stuttgart und Silencia, die in solchen Situationen normalerweise für mich einspringt in Frankreich ... also brauche ich etwas, was Tertia gut zubereiten kann. Auch für morgen Mittag, denn da backe ich dann den ganzen Tag Crêpes ... ilfiglio ist nicht da und der Austausch-Franzose hat es neulich nicht mal geschafft, nach miomaritos Anweisung eine Suppe aufzuwärmen.

9:30 Uhr Katze hat ins Esszimmer gekotzt ... *yay* ... immerhin denke ich so daran, das Katzenklo auch mal wieder zu säubern ... Email an Tertias Klavierlehrerin geschrieben, dass zum Vorspiel nächste Woche nur ich kommen kann und dass sie Tertia bitte gleich am Anfang spiele lässt, weil ich dann auch wieder los muss. Ich hoffe, das klappt. Wäsche waschen, ab- und aufhängen, einsortieren, große Teile der Wohnung gestaubsaugt, ilfiglio verschwindet in die Schule, Angaben darüber, ob er zum Abendessen da ist oder sogar die Zubereitung übernehmen könnte, kann er leider nicht machen (ich nehme das gestrige jetzt, wo er langsam ... ein nützliches Mitglied des Haushalts wird wieder zurück ...). 

10 Uhr Whatsappen mit LaRochelles, da ich Silencias Rückfahrt-Ticket kaufen muss und jemand sie in Paris beim Umsteigen begleiten sollte (entweder fährt jemand von LaRochelles mit ihr mit nach Paris oder sie spannen ihre Familie, die in Teilen in Paris leb, ein oder miomarito - ich was ja bei der Hinfahrt dabei - holt sie in Paris ab), außerdem will sie so lange wie möglich bleiben, fährt aber dann ja gleich weiter auf Klassenfahrt nach Berlin, Treffpunkt 5:30 Uhr ... also sollte sie nicht am Abend vorher irgendwann erst spät hier ankommen. 

13 Uhr Pfandflaschen von der Crêperie weggebracht, die schon seit Wochen bei uns rumstehen ... neue Getränke für die Crêperie eingekauft, alles sehr kompliziert, weil ... ach, zu kompliziert zu erklären, jedenfalls mache ich das jetzt und es ist ein blödes Geschleppe und Organisieren, aber jetzt habe ich einen Supermarkt, der zumindest ansatzweise die Getränke hat, die wir brauchen. In die Crêperie gefahren und dort aus dem Keller Kühlboxen geholt, weil dem Crêpier gestern Abend zu später Stunde eingefallen ist, dass wir die heute doch brauchen, neue Getränke in den Keller getragen, leere Pfandflaschen wieder mitgenommen. Kühlschrank kontrolliert und noch mal aufgeschrieben, was ich für Montag noch einkaufen muss, kurz mit dem Sonst-Betreiber der Cafés gesprochen, irgendwie kam die Putzhilfe am Dienstagmorgen nicht, ich hatte das Café zwar am Montagabend schnell verlassen müssen, weil danach noch eine Gruppe die Räume reserviert hatte, aber der Zustand war eigentlich okay, am Dienstagmorgen war wohl der ganze Boden dreckig und verschmiert und ja, ärgerlich, wenn dann auch die Putzhilfe nicht kommt. Nun gut, muss ich ihn  (zum x.mal) schreiben, dass sie das bitte, bitte vorher ankündigt. Dann weiter, weiter, zum nächsten Supermarkt, leicht und schnell zu kochende Sachen einkaufen, außerdem noch Zutaten für das Catering morgen, schnell wieder nach Hause, alles ausräumen. Eigentlich wollte ich jetzt bei einem Kunden anrufen, und ein kleines Catering besprechen, aber irgendwie hat der Crêpier, der das erste Gespräch geführt und das Angebot erstellt hat, vergessen, mir selbiges zuzuschicken - der Anhang fehlt. Also improvisieren ... Mittagessen für Tertia machen.

14 Uhr mit der Putzhilfe telefoniert, mit dem Kunden das Catering besprochen, ilfiglio kommt nach Hause (ich habe keinen Plan mehr, wann er wie Schule hat, aber jetzt ist er halt da), Tertia auch, Gott sei Dank reicht der Nudelauflauf von gestern für beide. Tertia berichtet, dass sie jetzt ein ukrainisches Mädchen in der Klasse haben, das weder Deutsch noch einigermaßen Englisch kann und ich habe ihr mal schnell ein paar Seiten (vor allem die zur Schule)  deutsch-ukrainisches Bildwörterbuch ausgedruckt (Das Mädchen spricht wohl ukrainisch und russisch, sonst übersetzt in solchen Fällen immer Tertias eine halb-russische Freundin - in der rhythmischen Sportgymnastik gibt es seit letzter Woche auch ein ukrainisches Mädchen - aber die geht auf ein anderes Gymnasium, Tertias andere halb-russische Freundin (aus der Klasse) spricht wohl nicht wirklich viel russisch und kam beim Übersetzen schnell an ihre Grenzen). Kaffee. Zeitung. Twitter. Italienisch lernen.

15:30 Uhr sehr müde, Wäsche auf- und abgehangen, noch mehr Kaffee getrunken, Tertia fährt zum Gerätturnen, der Austausch-Franzose kommt heim und verschwindet in sein Zimmer/ans Handy/ans Macbook. Silencias Rückfahrt wird vermutlich doch nicht so einfach wie gedacht. Geschirrspülmaschine muss ich noch ausräumen und wenn ich an morgen denke (ich muss alleine 5 Stunden lang Crêpes für 200 Leute und mehr backen), werde ich nur noch müder ... irgendwie war mal mehr Elan ... 

18:00 Uhr Anhänger in Reutlingen bei Bonduelle aufgebaut, erfahren, dass Marokko keine Tomaten mehr exportiert und alles schwierig ist (wo nicht), mein neuster Betrag in der allgemeinen Rohstoff-Knappheits-Besorgnis: Die Nägel für die Paletten ... damit kann man in allen Branchen seinen Beitrag leisten, weil wer braucht keine Paletten ... mit dem Crêpier lange während der Autofahrt über französische Austauschschüler gesprochen - ihrer bleibt sogar ein halbes Jahr und ob unserer vielleicht irgendwie mithelfen würden, im Haushalt oder so (ihrer auch eher Null und die Kinder des Crêpier mussten schon immer sehr viel mithelfen und eigenständig sein und das kollidiert etwas - auf die Bitte hin, doch auch mal etwas abzuspülen, hat ihr Franzose wohl mehrmals genau EINEN Teller abgespült ... vielleicht ist 15 aber halt auch gerade für Jungs einfach ein ungünstiges Austausch-Alter) und dass wir uns eigentlich nicht mal trauen, sie (also die Austausch-Franzosen) allein was kochen zu lassen (wir haben beide Gas-Herde und sehen wohl auch beide unsere Wohnung in Flammen aufgehen). 
Wieder zu Hause, während der Fahrt noch meine Liste für morgen geschrieben, und ich bin schon wieder etwas entspannter. Und jetzt kann ich dann auch in Ruhe etwas zum Abendessen kochen. 

20 Uhr Tertia kommt um 19:30 Uhr vom Turnen heim, ich habe derweilen Tortellini mit einer Tomaten-Sahne-Sauce gemacht (miomarito wird mich killen ;-) - ist aber ja nicht da), ilfiglio ist auch nicht da (vermutlich beim Basketball-Spiel der Tigers heute Abend), Tertia hilft mir Tisch decken und Getränke holen, der Austausch-Franzose kommt auch nach zweimaliger Aufforderung erst mal nicht zum Essen, sondern läuft weiter mit Kopfhörern und Handy laut telefonierend durchs Haus, aber so können Tertia und ich in relativer Ruhe zu Abendessen essen.

21:20 Uhr miomarito kommt nach Hause, ich bin schon auf dem Weg ins Bett, weil morgen ein sehr anstrengender Tag werden wird.


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mercoledì 4 maggio 2022

viel zu schnell

Viel zu schnell zieht der Alltag weiter und ich komme einfach nicht dazu, den Rest des Urlaubs zu dokumentieren. Das Wetter war nur noch so mittel, wir verbrachten einen Tag mit Einkaufen und einem Besuch in Verona, am Freitag waren miomarito und ich noch mal zusammen alleine Segeln, ich habe den Vorschoter gespielt, was mir meine rechte Hand mit über einer Woche Schmerzen gedankt hat. Inzwischen geht es, vermutlich hätte es gereicht, wenn ich sie ein paar Tage richtig ruhig gestellt hätten, aber machen Sie mal Haushalt, Garten und eine Crêperie ein- und linkshändig. Der Urlaub war also nur so bedingt erholsam, aber nun gut, was will man machen.

Am Wochenende war ich mit den Kindern (den eigenen und dem französischen) in Kaiserslautern, meine Nichte hatte Kommunion, ilfiglio durfte sich das Vergeigen des fast schon sicher geglaubten Aufstiegs des 1. FCKs anschauen (er wollte unbedingt, dass ich auch mitkomme, ich musste aber a) noch viel erledigen und b) hatte ich ein ganz, ganz schlechtes Gefühl ...). Alles war sehr nett ... also mal abgesehen vom Kommunions-Gottesdienst, der wirklich grausam und so knapp über Krabbelgruppen-Niveau war, ich bin neulich endlich aus der Kirche ausgetreten (ich habe das lang heraus gezögert, weil das Historikerinnen-Herz an einer Club-Mitgliedschaft in einem Verein, den es seit über 2000 Jahren gibt, natürlich hängt, aber geht ja nun wirklich gar nicht mehr) und dachte mir, so gewinnt man auch niemanden dazu/zurück. Aber egal, die ganze Familie mal wieder gesehen, gut gegessen und der Austausch-Franzose benahm sich die ganze Zeit über tadellos. Das müssen geheime Großeltern-Wellen sein, die dafür sorgen, dass sich sowohl er als auch ilfiglio dort immer äußert gut benehmen. Anstrengend natürlich die dreistündige Fahrt hin (Samstagmorgen) und wieder zurück (Sonntagabend), aber immerhin kein zusätzlicher Stau wie sonst so oft.

Letzte Woche hatte ilfiglio außerdem diverse Bewerbungsgespräche für sein FSJ und weil die Frankfurter so schnell mit der Entscheidung waren (und alle Stuttgarter noch ewig hin und her überlegen müssen), hat er die Frankfurter Stelle am Montag angenommen und zieht dann im September nach Frankfurt (wo er später auch ohne echtes Abitur an der Uni Geschichte studieren könnte) Jetzt, wo er langsam erträglich und ein nützliches Mitglied des Haushalts wird ;-) 

Silencia hat die letzte Woche in Portugal mit LaRochelles verbracht, in Lissabon und dann einem Ferienhaus mit Swimmingpool (wir können mit unseren Camping-Urlauben einpacken) an der Algarve.  Außerdem hat sie uns mitgeteilt, dass sie eigentlich überhaupt nicht zurückkommen möchte. Tja. Und ich soll ihr doch schnell Karten für ein CRO-Konzert in Stuttgart im Dezember bestellen - dann sei sie ja auch schon 16 und würde da mit einer einer Freundin hingehen. Irgendwie geht das alles sehr schnell jetzt .... 

Aber wir haben ja noch Tertia, die schon verkündet hat, wie sehr sich sich auf die Zeit freut, wo sie uns Eltern dann alleine für sich habe - um gleichzeitig nicht nur ilfiglio zu verbieten, so weit wegzuziehen und ob er denn dann nicht wenigstens jedes Wochenende heimkommen würde?!?! - klar Wochenende in Tübingen im Vergleich zu Wocheneden in Frankfurt ... sicher ...  sondern dem Austausch-Franzosen, der einen kleinen Zahlentick hat und ständig alles zählt und keine Geschichte erzählen kann, ohne ganz, ganz sicher zu sein, dass zum Beispiel die Meter oder Kilometer-Angaben auch wirklich stimmen ...  also wenn der Austausch-Franzose mal wieder nachrechnet, wie viele Tage er schon hier ist, antwortete Tertia ihm wie aus der Pistole geschossen mit der jeweiligen Anzahle der Tage, die er noch da ist bzw. wann Silencia endlich wieder da ist (ich weiß nicht, auf was sich Tertia mehr freut).

So, und jetzt kommen natürlich noch die obligatorischen Garten-Fotos. Die meisten stammen noch aus der letzten Woche, wo ich vermutlich meine Hand mehr hätte schonen sollen statt im Garten herumzuwerkeln ... aber nachher ist man immer schlauer:



endlich, endlich gab's mal hölzerne Kompost-Dinger im Baumarkt
(habe auch alle (!) drei gekauft, gefühlt á 50kg das Paket ...) 

Der Garten ist in den 10 Tagen, die wir am Lago waren, natürlich explodiert, aber in hübsch:


wildes Blumendurcheinander 


Ganz, ganz, ganz viele Vergissmeinnicht 
(das ist eine neue Stelle, es gibt noch viel, viel mehr)


hier mit Katze :-)

Ansonsten blüht und wächst es auch sehr schön:


Minze ist da
Taboulé-Saison kann beginnen



Johannisbeeren, die ich im Herbst ordentlich, wenn vermutlich auch nicht ordentlich genug, bzw. ich denke, da geht noch mehr, zurückgeschnitten habe, blühen auch brav.


der zurückgeschnittene Apfelbaum Nr. 1 auch


In einem Beet, das völlig mit Efeu zugewuchert war, ist jetzt plötzlich voll mit Maiglöckchen :-)



Am Wochenende sollte ich wohl Rhabarber-Kuchen machen


und die neu gekauften Hortensien 
(in extra Hortensien-Erde und ich gieße nur mit Regenwasser und mal schauen, ob sie blau bleiben oder ob ich rostige Nägel zufügen muss)

Außerdem hat miomarito am Wochenende den einen hässlichen Kompost abgebaut, ich habe gestern viel mit dem Rasentrimmer gearbeitet (noch dem Kärcher mein Lieblings-Arbeitsgerät), der Freund meines Bruders hat mir ein paar (Gemüse)-Pflänzlinge geschenkt und meine Eltern haben mir noch viele große Blumentöpfe mitgegeben. Am Samstag plane ich in "meine" Gärtnerei zu fahren und dort noch eine große Runde Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini usw. einzukaufen. 

So, und die Crêpes gibt es ja auch noch, die Crêperie lief am Montag hervorragend, entsprechend fertig war ich danach auch, aber der Sohn aus dem Haus, der mir hin und wieder beim Abbau hilft, ist aus dem Spanien-Austausch wieder zurück und 16! - d.h. ich kann ihn offizinell einstellen und er kann sich auch vorstellen im laufenden Betrieb mitzuhelfen. Außerdem habe ich am Freitag ein großes Catering bei Bonduelle (wusste auch nicht, dass die aus der Nachbarstadt sind, ist also quasi lokales Gemüse ;-)) und übernächste Woche kommt das SWR-Fernsehen in die Crêperie ... *uahhhh*

P.S.: Da wir ja jetzt alle von Virologie auf Militär und Osteuropa umschulen müssen, hier ein paar Podcast-Hinweise: 
Wochentags gibt es Streitkräfte und Strategien, einen nicht ganz halbstündiger NDR-Podcast, der - natürlich - nicht so gut ist wie der zu Corona, aber man kann sich so recht gut auf dem Laufenden halten, was die militärische Entwicklung angeht  - allerdings auch sehr deutsche Sicht der Dinge. Dann gibt es noch Sicherheitshalber, ein Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt, der sich jetzt natürlich auch mit Russland und der Ukraine befasst, da habe ich bisher nur die neuste Folge #57 Die überschätzten russischen Streitkräfte: Fehlersuche | Waffenlieferungen: Pro & Contra angehört (Gustav Gressel ist alleine schon das reinhören wert), fand die aber sehr gut (gute Stunde lang) und natürlich wie immer jung&navi mit ihren ausführlichen, kritischen Interviews (zum Beispiel: das schon mal erwähnte mit dem Osteuropa-Historiker Wolfgang Eichwede, das mit Toni Hofreiter fand ich auch interessant, das mit Osteuropa-Expertin Marieluise Beck habe ich noch nicht gehört).

sabato 30 aprile 2022

Lago - die vierte

 Ostermontag oder pasquetta - viel los, viele, viele Bilder ...


Für mich begann der Tag um kurz vor 6 Uhr, da ilfiglio am Tag vorher gemerkt hatte, dass er morgens mit dem ersten Bus des Tages erst viel zu spät vom See weg käme, um rechtzeitig bzw. zur gewünschten Zeit in Verona zu sein und um dann von dort nach Bergamo zu fahren. Dort wollte er sich mit Freunden treffen und ein Fußballspiel ansehe, am gleichen Tag auch noch eins in Cremona und am Tag drauf das Pokal-Derby Inter gegen Milan in ... Mailand natürlich.  Was macht die treu sorgende Mutter natürlich, springt (*muahaha* ging aber doch ganz gut) morgens um 6 Uhr aus dem Bett und fährt den Sohn zumindest nach Garda (er wollte eigentlich Peschiera und den dortigen Bahnhof, aber hallo!! da bin ich zwei Stunden unterwegs).


ilfiglio beim Bus-Ticket ziehen.

ich fuhr wieder zurück und ich glaube, ich habe noch nie eine so leere gardesana erlebt: 



morgens um 7 Uhr oder so

ich kam auf dem Heimweg dann noch in den Genuss, ganz alleine und ohne helfende Augen die Straße zum Haus herunter fahren zu dürfen ... das ist mit unserem großen Auto schon unter normalen Umständen ein heikles Unterfangen, bekomme ich aber inzwischen gut hin. Jetzt ist in den letzten Jahren irgendwann die Nachbarin und Freundin von miomaritos Großmutter gestorben, das Haus wurde innerorts verkauft und jetzt wird es renoviert - mit GERÜST!!!


hier die Straße, links sieht man das Haus mit Gerüst und besonders hübsch ist der Teil an der unteren Ecke, da schrabbt man normalerweise mit wenigen Zentimetern Abstand vorbei - jetzt hat man eigentlich nur noch Millimeter:


Blick aus der Fahrertür, beim Einschlagen und Fahren immer daran denken dass man hier links sehr (muahaha) viel mehr Platz hat als man eigentlich denkt (sehr viel mehr Platz = 2 Zentimeter)

gleichzeitig immer schön den Blick in den Rückspiegel der Beifahrerseite, damit man hinten rechts nicht das ganze Gerüst mitnimmt. 


Es gibt einen kleinen neuen Kratzer im Auto (neben sehr, sehr vielen anderen alten), wir können uns aber nicht darauf einigen, wer ihn reingefahren hat - aber ganz sicher nicht ich an diesem Morgen

Danach legt ich mich noch mal ins Bett und schlief eine Runde.

Wenn es am Ostermontag am Lago nicht in strömen regnet ist immer klar, was wir machen: Wir laufen nach Campo und feiern dort pasquetta mit spaghetti con le agole - wobei es gar keine agole (arborella) mehr im Lago gibt, daher nimmt man jetzt einfach sarde (Sardinen). 

Das Ganze gestaltete sich sehr Urlaub-am-Lago-typisch, miomarito war noch unten bei den Booten um etwas zu reparieren, unsere Straßburger Freunde (die Brüssler waren am Tag vorher schon gefahren) standen abmarschbereit in voller Wandermontur um kurz vor 11 Uhr vor der Tür, bei miomaritos Tante im Stock unter uns trafen ihre Freunde ein, die wir auch alle kennen und die wir wegen Corona jetzt länger nicht gesehen hatten und die von mir alle Neuigkeiten wissen wollte und überhaupt Bona Pasqua!, wir würden jetzt doch nicht weggehen, wir müssten zum Essen bleiben und man sieht sich ja kaum mehr. Und wo sei denn miomarito?! (Zusatz-Aufgabe: den Austausch-Franzosen aus dem Bett und Abmarsch bereit zubekommen - und die schwerwiegende Frage zu klären, welche Schuhe er denn jetzt anziehen solle, weil, ich hätte ja gesagt, wir ginge nicht wandern!!!) Irgendwann waren alle da und alles war geklärt und es konnte endlich losgehen ...



es gibt tatsächlich neue Schilder!


wunder-, wunderschön alles 




Das Ziel: Campo


Campo ist ein verlassenes Dorf, in den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Versuche, es wieder zu beleben, aber da es nicht mal fließendes Wasser gibt, haben auch die meisten Künstler/Aussteiger wieder aufgegeben. Im Sommer gibt es dort die sogenannten notte magiche - zwei Abende mit Konzerten (war ich aber noch nie), im Winter irgendwas mit Krippen (dito) und eben den Ostermontag, was eine meiner Lieblingsveranstaltungen überhaupt ist. 




Hier werden gerade die Spaghetti abgeschüttet
die sind übrigens kostenlos, bezahlen muss man nur für den Wein/das Wasser und die panini
man spendet dafür aber dann einfach etwas


(nur das mit dem Plastik ...)


die Spaghetti verzehrt man dann auf der Wiese unter Olivenbäumen


und eine hübsche Kirche gibt es auch 



Dann ging es wieder runter zum See: 





Dort gab's dann Eis für alle und den Rest des Tages verbrachten wir dann mit miomaritos Tante und ihren Freunden, mein Italienisch ist eine Katastrophe ... aber lustig war's trotzdem 


venerdì 29 aprile 2022

Lago - die dritte

Wie man vielleicht schon bemerkt hat, habe ich mich für die bilderreiche, ausführliche Ferienberichterstattung entschieden ... demnächst dann wieder Garten- und Alltagsgeschichten. So richtig superwarm war es die ganze Zeit am Lago eigentlich nicht. Ostern war ja dieses Jahr eher spät, so hätte eigentlich T-Shirt-Wetter drin sein können, aber irgendwie war's dann doch eher frisch. Aber es reichte für einen Kaffee am Morgen auf dem Balkon (da weht es auf Grund des exponierten Standortes eh immer viel) in der Sonne - mit Pulli natürlich.

 




hier mal ein anderer Weg zu unseren Freunden aus Brüssel (zum Mittagessen), ilfiglio behauptete, das sei der angenehmere Weg (seit Corona kämpft er etwas mit Aufstiegen und sportlicher Belastung), ich fand's eher einen Umweg, aber dafür gibt's so auch mal andere Bilder


kurz mal in die Kirche schauen


dann kam wie vorhergesagt eher schlechtes Wetter mit etwas Regen und Gewitter



Und abends waren wir alle zusammen in unserem Lieblingsrestaurant essen, was immer ein ziemlicher Auflauf ist, 14 Leute, davon 4 unter 10 (und als Zusatz dieses mal der Austausch-Franzose, der ja keine 10 min am Tisch sitzen bleiben kann). Immerhin gibt es gleich daneben einen großen Platz, wo alle Kinder herumrennen und spielen können - trotzdem der Gedanke: wir waren doch schon mal weiter ... Katastrophal dieses Mal außerdem die Tatsache, dass im Restaurant eher wenig klappte. Ich hatte mich beim Reservieren des Tisches schon gewundert, dass die Dame am anderen Ende der Leitung mir einfach immer auf Spanisch antwortete (die Frau des Wirts ist aus Uruguay, viele Bedienungen sind auch von dort, aber so komplett und konsequent nur spanisch hatte wir auch noch nie), vor Ort war dann eher Chaos angesagt, die secondi, die sich die Männer bestellt hatten, kamen erst nach über einer Stunde Pause, ilfiglios Fleisch wurde eigentlich komplett vergessen und am Ende kam der Wirt zu uns, entschuldigte sich vielmals und erklärt, dass sie erst seit fünf Tagen wieder in Italien seien (im Winter betreiben sie wohl ein Restaurant in Uruguay), er absolut keine Gastronomie-Arbeitskräfte findet (kenn' ich), diese aus Uruguay alle hat einfliegen müssen, sie aber weder italienisch noch richtig kochen können und er denen jetzt im Schnelldurchgang alles neben dem normalen Betrieb beibringen müsse. Wir versprachen an Pfingsten wiederzukommen, wenn alles eingespielt ist (Essen war trotzdem sehr gut)

Am Ostersonntag war dann wieder tolles Wetter: 



Es gab Ostereiersuche im Garten, gemeinsames Kochen mit miomaritos Tante und ein für Ostern eher kurzes Mittagessen (antipasti, Lasagne und dann Fleisch mit Kartoffeln und keinen expliziten Nachtisch), was den Austausch-Franzosen aber schon wieder in den Wahnsinn trieb (weil so lange), so dass wir ihm erlaubten, zwischen den Gängen wieder in sein Zimmer zu verschwinden und sich irgendwas auf seinem Handy anzuschauen, bevor er mit einem Gezappel und Gestöhne alle anderen in den Wahnsinn trieb (Wir waren früher mit unseren kleinen Kinder (U6)  bis zu VIER STUNDEN an Ostern im RESTAURANT, das war die Hölle, gerade mit Ilfiglio, der so etwas hasste und ja auch nie ruhig sitzen konnte, aber ...MANNN!!! - NIE WIEDER will ich - auch aus anderen Gründen/Erfahrungen  - was davon hören, wie wohlerzogen bereits kleinste französische Kinder seien und wie gut man mit ihnen im Vergleich zu deutschen Kindern auch vornehm Essen gehen könne.)

Danach beschlossen wir das schöne und windige Wetter zu nutzen und segeln zu gehen:



ilfiglio beim Aufbau des Lasers


und los geht's


wir dann auch


gemeinsames Segeln



Ja und weil es so schön war und am Ende der Wind auch etwas seltsam waren wir erst um 17:05 Uhr an der Boje  ... irgendwie hatten wir darauf spekuliert, dass das ein italienisches 17 Uhr sei, aber es war wohl ein sehr norditalienischer 17Uhr-Feierabend und der Mann für alles vom Segelclub auf dem Weg nach Hause. Das Wasser hatte 12°C ... Gott sei Dank war aber ilfiglio ja eigenständig unterwegs gewesen, unsere Straßburger Freunde waren zum apperitivo in den Club gekommen und nach diversem Hin und Her über deren Handy bequemte sich ilfiglio - der mit dem Laser bereits an Land gegangen war - uns mit dem Gummiboot des Clubs einzusammeln. 




erst die Kinder und dann mich und dann holte ich miomarito ab



ich bin ewig nicht mehr paddeln/rudern gewesen und war jetzt nicht wirklich elegant und effizient unterwegs, also meinte miomarito die Rückfahrt dann doch lieber selbst in die Hand nehmen zu müssen und auch wenn es auf dem Bild aussieht als ob ich - um Rettung - beten würde, ich hatten einen Riesen-Lachanfall, weil sich miomarito auch nicht viel besser dranstellte als ich und wir uns erst einmal fleißig im Kreis drehten. Am Ende waren wir dann aber alle trocken und sicher wieder an Land.


Abends dann wie fast immer im Urlaub: Rommé - en famille weil der Austausch-Franzose sich das Spiel nicht erklären lassen wollte, außerdem abends ab 20 Uhr eh immer verkündete Oh, isch bin sehr müdé! und in sein Zimmer verschwand (um sich Zeugs auf seinem Handy anzuschauen - das Mitbringen seines macBooks hatten wir ihm wohlweislich untersagt, da zockte er ja immer Minecraft drauf, mit Kopfhörern und brüllt dann so laut herum, dass man es bei uns (zu Hause) im Haus ÜBERALL hört, so laut, dass miomariot nicht richtig im Home office arbeiten kann und alle 5 min zu ihm rein geht und sagt, er soll bitte leiser sein - oder Tertia, die ja das Zimmer neben seinem (Silencias hat) - was aber beides nicht wirklich hilft. Die Vorstellung, dass er das auch im Urlaub in der 2,5 Zimmerwohnung macht ... und ich dort auch keinen Zugriff auf den Router habe, um ihm das Netz dann einfach abzudrehen ... *uahhh*)


und natürlich hat miomarito gewonnen - auch wie immer