giovedì 19 maggio 2022

Nervenspaziergang

Weil meine Nerven gerade mal wieder anfangen zu flattern, habe ich heute beschlossen, dass ich mal wieder einen ausgedehnten Waldspaziergang brauche:   



vorbei an Kühen 
( ein eher seltener Anblick hier, Schafe hat es viele, Esel und Pferde, aber Kühe kaum)


alles sehr schön grün und gelb und blau

Mein Ziel: 










Ansonsten Catering vorbereitet, mich mehr schlecht als recht durch den Alltag geschleppt, weil mein rechtes Auge rot ist und weint und nervt, und eigentlich wäre ich heute morgen zu meinen Eltern gefahren um meinen besten Schulfreund zu treffen, der die Heimat besucht, leider hatte er sich ganz Phileas Fogg-mäßig bei seiner Ankunfts-Berechnung um einen Tag vertan (er lebt in Australien) und so habe ich das dann wieder abgeblasen, weil die einzige Möglichkeit, sich zu treffen wäre heute Abend gewesen (nach einem 24-Stunden Flug und Jetlag und mit kleinen müden Kindern usw.). Während hier ja eh alles schwierig ist und ich morgen früh dann doch noch mal 100 Crêpes ausbacken darf, weil ... Wochentage, Zeiträume, Besucher-Zahlen alles schwierig.

P.S.: Ich hätte noch abschließend (und dann halt ich meine Klappe) einen letzten Tipp für Menschen, die sich überlegen, eine/n Austausch-SchülerIn aufzunehmen. Lassen Sie sich von den anderen Eltern etwas unterschreiben, dass das Kind keine psychischen Vorerkrankungen (oder zumindest welche es) hat und nicht eigentlich in psychologischer Behandlung ist. Oder Sie bekommen vielleicht eben so ein Kind ohne Vorwarnung, Aufklärung und sachdienliche Hinweise und mit unterbrochener psychologischer Behandlung - und Sie haben vielleicht sogar in den ersten Tagen des Austausches ganz blauäugig etwas für eine Klassenfahrt unterschreiben, in dem Sie nicht nur die Verantwortung für das korrekte Verhalten dieses Kindes übernehmen, sondern sich auch noch verpflichtet haben, dieses Kind bei Fehlverhalten 700 km entfernt wieder abzuholen und *tatatata* sie haben auch unterschrieben, dass dieses Kind eben KEINE psychischen Vorerkrankungen hat - weil sie so doof waren, davor auszugehen, dass Ihnen das die Eltern ja sicher mitgeteilt hätten, wenn dieses Kind drei Monate bei Ihnen leben soll. Tja, so kann's gehen.

mercoledì 18 maggio 2022

Garten-Update

Gestern wollte ich ja eigentlich nichts tun, aber wie das halt so ist, irgendwie klappt das ja nie, also einkaufen und danach ging's zum Zirkus Zambaioni, um dort den Crêpes-Wagen aufzustellen. Dort verkaufen wir zwar erst am Samstag, aber weil wir zwei große Veranstaltungen gleichzeitig haben, hilft und entzerrt es, dass wir da jetzt schon aufbauen können. Danach weiter in die Crêperie und diverse Sachen abholen, damit wir eben am Samstag zwei Großveranstaltungen plus ein Catering (ich) am Sonntag machen können - am Montag stehe ich dann wieder in der Crêperie ... Mittwoch ist auch wieder ein Catering ... (und ich weiß nicht wieviele Sachen wir inzwischen absagen mussten bzw. nicht annehmen konnten, weil das sonst wieder viel zu viel wird bzw. wir definitiv keine drei Sachen an einem Tag machen können). 


Dann kam gestern unser neuer Sonnenschirm an, wir haben ja einen schönen dunkelgrünen rechteckigen auf dem Balkon, mit dem wir sehr zufrieden sind, jetzt brauchten wir noch einen für den Garten (wobei miomarito inzwischen meint, wir bräuchten eigentlich zwei für den Garten, aber schauen wir mal, das geht ja schon ins Geld ), aber in Rund und dieser sollte zur Farbe des Hauses passen - war gar nicht so einfach (orange, terracotta oder saharagelb?!), aber ich finde, er passt gut. 

Ich habe heute morgen früh um die morgendliche Kühle auszunutzen (und um mich vor der Buchhaltung zu drücken) im Garten gewerkelt, eine Forsythie zurück geschnitten (etwas spät ja ..), die miomarito versetzten möchte, weil sie da steht, wo wir unsere Mini-Terrasse Hinbauen wollen ... mal schauen, ob das klappt. Bin vom Gärtner der Nachbarn bzw. auch der von unserer Vermieterin gelobt worden, dass der Garten ja langsam Gestalt annähme und er ja schon arg eng bepflanzt gewesen sei. So. 

Ansonsten wächst und gedeiht alles sehr schön:


Rhabarber habe ich geerntet


Tomaten auf dem Balkon blühen brav



Tertias Gurke auch


und mein persönlicher Endgegner steht auch schon in den Startlöchern 
noch habe ich ja keinen Johannisbeerstrauch entfernt... aber ich hatte etwas gehofft bzw. eine Freundin hatte mich gewarnt, dass nach meinem Rückschnitt die Sträucher vermutlich erst mal nicht so viele Johannisbeeren mehr tragen würden ... nun ja ... immerhin ist der Kuchen fast der gleich wie beim Rhabarber ... die kann ich dann ja hoffentlich am Fließband bzw. im Schlaf backen. 

martedì 17 maggio 2022

und wieder Schnelldurchlauf

Das Wochenende startet am Freitag, mit Tertias Klaviervorspiel, d.h. mit dem Vorspiel vieler Dorf-Kinder auf verschiedensten Instrumenten, die alle bei der hiesigen Klavier-usw.-Lehrerin Unterricht haben. Tertia spielte "Money, Money, Money" und "I had a dream" von ABBA vor, fiel etwas aus der Reihe von Volksliedern, Tänze und Sonaten, aber sie wollte das unbedingt und ihre Lehrerin hat sie da auch drin bestätigt. Danach fuhr ich sie zu ihrer ersten Unterstufen-Disko *uah*  (in der Schul-Turnhalle mit geöffneten Türen und Fenstern wegen Corona), wo ich sie dann um 21:30 Uhr wieder einsammelte. 

Miomarito war die ganze Woche in Stuttgart arbeiten gewesen, bzw. war auch in der Schweiz zu einem Treffen mit anderen Museums-Leuten, die üblichen x Sitzungen und das ganze zieht ordentlich an und weil die Zug-Verbindung nach Stuttgart in der Regel nicht so funktioniert wie angegeben dauert das immer ewig und miomarito ist in der Regel 12-13 Stunden am Tag weg - und danach natürlich k.o. Mittelgut.


Samstag


So lässt sich gut in den Samstag starten - Kaffee auf dem Balkon


Dann viel Gartenarbeit - wie immer 
hier soll mal ein irgendwie gepflastertes Quadrat entstehen 
das ist da, wo früher die Tanne stand
wo wir dann einen Sonnenschirm und eine kleine gemütliche  Sitzgelegenheit haben möchte
für das Ausruhen nach solch arbeitsintensiven Tagen



Das sind die Steine, die vom alten Kirchweg übriggebliebene sind
und die wir für das Quadrat verwenden wollen - reicht aber vermutlich nicht

Am Nachmittag war miomarito bei einem Freund, Fußball schauen
ilfiglio war eh im Stadion 
und während ich den Crêperie-Bus zu einem Catering gebracht habe,
hat der VfB tatsächlich in der 2. Minute der Nachspielzeit 
(ich dachte mir, ach, jetzt fahr ich los, passiert eh nix mehr)
die Klasse gehalten. 
(ich war mir so sicher gewesen, dass Lautern aufsteigt und der VfB ab ... nun ja)


Ich habe schnell Abendessen für die Kinder gekocht
und bin dann ebenfalls in die Stadt zu unserem Freund und habe da im Garten was ganz tolles vorgeführt bekommen. Nämlich ein Bierlager mit Erdkühlung (oder so ähnlich)
Eigentlich hätte ich so etwas auch super gerne, aber bei uns macht das keinen Sinn, weil es nur 20 Schritte in den Gewölbekeller sind, aber auf jeden Fall eine lustige Idee - und das Bier war kalt.

Sonntag

Tertia verschwand gegen Mittag in die Stadt, um sich mit einer Freundin zum Eisessen zu treffen und fuhr dann mit dieser und dem Bus zu ihr nach Hause - irgendwie wohnen alle Freundinnen aus der neuen Schule ziemlich weit weg auf dem Land und das Ganze ist dann immer ein ziemlicher Aufstand - jedenfalls gefühlt für uns, weil Silencias Freundinnen alle in der Stadt wohnen und man das alles mit Rad machen kann und jetzt ist halt immer Bus&Bahn oder eben Eltern-Taxi angesagt. 


miomarito und ich schafften es tatsächlich nach mehreren Anläufen, den Austausch-Franzosen vom Computer/dem Handy/dem Zimmer loszueisen und wir machten gemeinsam eine Fahrradtour
und zwar zunächst auf der am Sonntag gesperrten neuen B28. War dann aber weit weniger spektakulär als gedacht und wir fuhren dann doch lieber auf normalen Fahrradwegen weiter.


Es ging über den Neckar 


zur Wurmlinger Kapelle


oben in der Mitte auf dem Berg zu sehen
nach der ersten Fahrradetappe gab's dann Eis und es ging zu Fuß hoch zu Kapelle


Weinberge mit viel Aussicht


noch mehr Aussicht


Droben stehet die Kapelle, 
Schauet still ins Tal hinab. 





Danach ging's wieder zurück 
Der Austausch-Franzose fand's schön, aber sehr anstrengend
(was daran gelegen haben könnte, dass er trotz mehrmaliger Hinweise meinerseits, dass kurze Hosen bei fast 30°C angebracht seien, lieber mit langärmligen Polo und langer Hose (plus anfangs Pulli) fahren wollte, weil es sei erst im Juni Sommer - war dann etwas warm)

Ich habe dann abends Tertia schnell auf dem Land eingesammelt (wobei das gefühlt weniger Land ist als bei uns, weil dort auf den ganzen Dörfern eben großzügige Neubaugebiete entstehen, was es im grünen Tübingen ja so gar nicht mehr gibt) und dann haben wir tatsächlich zum ersten Mal (sonst sind wir da schneller, aber man kommt ja zu nix) gegrillt.


mit Rucola aus dem Garten :-)


ich muss auch dringend wieder einen Rhabarberkuchen machen


Tertia bei abendlichen Gießen 

Montag

Montag war sehr anstrengend, das Fernsehteam vom SWR hatte sich für 11 Uhr angesagt, das hieß, ich musste die Crêperie bereits eine Stunde früher öffnen und deshalb mich um 7 Uhr auf den Weg machen (Auto laden, Einkäufe machen, Crêperie aufbauen usw.). Um 11 Uhr wurde dann so getan, als ob meine französische Freundin öfter in der Crêperie ihres Mannes (und mir) arbeiten, was ganz lustig war, weil das ja nun nicht so der Fall ist und ich dann ständig auf dem Off Anweisungen geben musste, wo was ist und wie man was macht. Ansonsten viel Scheinwerfer, die erste Stunde war noch entspannt, weil ich eben nicht viel machen musste außer Anweisungen geben, ab 12 Uhr kamen dann die normalen Gäste plus die ganzen Franzosen, die meine Freundin eigeladen hatte - es geht ja um einen französischen Blick auf Tübingen (oder so ähnlich) und der Laden war proppenvoll, plus die Scheinwerfer, den Beleuchter, den Kameramann und die Interview-Frau, alles sollte ganz natürlich weiter laufen (*uah*), meine Freundin und ihr Mann wurden interviewt, dann verschiedene Franzosen und am Ende - nach drei Stunden - meine Freundin noch mal vor der Crêperie. 
Danach war ich eigentlich schon fix und fertig, aber dann kamen noch mal drei Stunden normaler Kunden-Ansturm und als es dann endlich 18 Uhr war und ich schließen konnte, hätte ich mich am liebsten eine Runde auf den Boden gelegt (ich war seit 8 Uhr nur herumgerannt und hatte keine Sekunde gesessen) und ein bisschen geweint. Aber es wartete ja noch der zweistündige Abbau ... Heute mache ich aber nix.


venerdì 13 maggio 2022

Austausch-Tacheles

So, in zwei Wochen kommt Silencia wieder aus Frankreich zurück ... kommt spät in der Nacht mit miomarito, Tertia und dem Zug hier an, hat dann etwas mehr als 24 Stunden, bevor sie am Tag darauf um 5:30 Uhr (!) wieder in Richtung Klassenfahrt und Berlin verschwindet bzw. ich werde sie dann zu Schule fahren, was mir von ihr ein bisschen Augenrollen eingebracht hat, weil der erste Bus fährt schließlich um 5:17 Uhr und den können sie ja nehmen (Treffpunkt ist 5:30 Uhr zum Corona-Test an der Schule) und ich solle einfach ausschlafen (beweglicher Ferientag) - ich sehe aber nicht, wie der Austausch-Franzose a) um diese Zeit alleine aufstehen (schafft er ja unter der Woche schon nur in Ausnahmefällen) b) nicht die Hälfte seiner Sachen vergessen und c) den Bus erwischen soll (in die Schule kommt er wohl eigentlich immer zu spät).

Womit wir recht plastisch EINE Problematik dieses Austausches dargestellt hätten. Ich bzw. wir haben unsere äußerst selbstständige älteste Tochter, die gefühlt durch die Pubertät schon ziemlich durch ist, gegen ein komplett unselbstständigen, pubertierenden Knaben eingetauscht. Ich hätte nie gedacht, dass mich das so stresst. Zum einen schränkt es mich bei der Arbeit unglaublich ein, weil ich bei Schulschluss des Austausch-Franzosen eigentlich zu Hause sein muss, weil er sich weder zutraut, die Tür aufzuschliessen noch sich irgendwie selbstständig eine Art von Essen zu machen (Miomarito hat neulich versucht, ihm Spiegeleier beizubringen) - habe ich ein Catering oder bin sonst irgendwie unterwegs, muss ich schauen, dass ilfiglio (der aber halt auch nicht so viel zu Hause ist) oder Tertia (11 Jahre!!!) das übernehmen.
Zum anderen müssen wir das ganze nervige Elternprogramm abspielen, dass selbst bei Tertia nicht mehr so zur Anwendung kommt: Wecken, noch mal wecken, oder Vorm Essen Hände waschen!!, Hast du Zähne geputzt?! (morgens nie, weil immer viel zu spät dran) Musst du nicht vielleicht mal Duschen?!  Hast du keine Hausaufgaben auf?! (irgendwie nie, weder wie vor den Osterferien aus Frankreich noch irgendwas für den Unterricht hier ... alles sehr unwahrscheinlich, aber ...) Du musst noch Trompete üben!! (täglich - auch seit Ostern nicht mehr gemacht), Hast du auf den Vertretungsplan geschaut?!,  Du musst morgen früher aufstehen, weil du mit dem Bus fahren möchtest. Der Bus fährt um 7:15 Uhr!! (JEDEN Mittwochabend, JEDEN Donnerstagmorgen), Dein Pulli/T-Shirt usw. ist völlig dreckig, hast du nichts sauberes? Geh dir bitte mal noch schnell das Gesicht waschen, es ist voll Nutella. Wir warten bis jeder etwas auf dem Teller hat, bevor wir anfangen zu Essen, haben wir schnell wieder aufgegeben, weil zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus, auch dass wir beim Essen nicht aufstehen und um den Tisch laufen, sei es um was vom anderen Ende des Tisches zu holen (es ist kein Putin-Tisch! Man kann einfach den Nebensitzer fragen) oder um einfach so drei Runden um den Tisch zu drehen, scheint eine absolute deutsche Kuriosität zu sein.
Das ist unglaublich anstrengend, weil wir eben gefühlt eine fast erwachsene 15jährige gegen einen 9jährigen mit pubertärem Hörausfall eingetauscht haben, darauf war niemand so richtig vorbereitet gewesen.

Zweiter sich hier anschließender Punkt: ich habe gelernt, wie verdammt wichtig mir Tischmanieren sind und wie ich es wirklich nicht schaffe, da mit einem milden Lächeln drüber hinwegzugehen sondern eigentlich nach JEDEM Essen auf 180 bin - noch mehr seitdem wir bei meinen Eltern waren und es da eigentlich recht gut geklappt hat, so dass ich das Verhalten hier jetzt als persönliche Beleidigung empfinde - das ist unklug, aber ich kann es einfach nicht abschalten.
Bei uns wird nach jedem Schluck Sprudel ahhhh! gesagt, aufgestossen und das Glas auf den Tisch geknallt, mit dem Essen wird begonnen, sobald man was auf dem Teller hat. Das Essen schaufelt man sich in der schnellst möglichen Zeit mit Gabel und unter der Zuhilfenahme der Finger (mit dem Messer könne er das nicht) in den Mund (gerne auch mal, indem man den Teller zum Mund hebt - dann ist der Weg kürzer), komischerweise kippt man sich so regelmäßig das Essen auf Shirt, Hose, Stuhl und auch den Boden (miomarito stellt den Besen gar nicht mehr aus dem Esszimmer weg, weil man eigentlich nach fast jedem Essen um den Stuhl des Austausch-Franzosen herum zusammenkehren muss), hat man dann in Windeseile seinen Teller leer gegessen, schmiert man sich mit Ellenbogen und gerne auch Kopf auf dem Tisch herum und stöhnt, wahlweise weil man so müde ist oder weil das Essen so lange dauert - oder (weil man von seinem Vater ermahnt wurde, auch mal was mitzuhelfen) man reisst uns die Teller, noch während wir den - möglicherweise - letzten Bissen im Mund haben, weg und trägt sie in die Küche, damit man schnell wieder in sein Zimmer kann (wir haben auch aufgegeben, darauf zu insistieren, dass man am Tisch sitzen bliebt, bis alle aufgegessen haben oder dass wir uns gemeinsam am Tisch noch unterhalten), oder dreht eben während wir noch essen dozierend Runden um den Esstisch. Alternative trommelt man auf den Tisch, singt oder pfeift.
Auch das ist wahnsinnig anstrengen, um so mehr, da miomarito jetzt viel weniger home office machen kann und wir uns - auf Grund der langen Pendellei - nur zum eh immer eher späten Abendessen sehen und da dann eigentlich keine Unterhaltung oder irgendeine Art von Entspannung möglich ist, weil man sich so zusammenreissen muss, damit man nicht komplett explodiert - ist uns dann hin und wieder doch in dezent passiert, hat auch nichts geändert, nur Tertia war dann immer kurz vorm Losheulen, weil sie alles so schlimm findet und Silencia bitte sofort wieder zurück kommen soll.

Dritter Punkt: Irgendwie sind wir davon ausgegangen, dass der Austausch-Franzose Anschluss in der Schule findet, oder sich mit den anderen Austausch-Schüler trifft oder sonst irgendwie mal was macht. Null. Dadurch, dass wir ja den eher ungewöhnlichen Weg gegangen sind, die Kinder gleichzeitig zu tauschen, fehlt natürlich der gleichaltrige Part der Familie. Allerdings sehe ich nicht, wie das irgendwie auch nur ansatzweise hätte funktionieren sollen, da zwischen den beiden eben Welten liegen (Silencia hatte ihn vor ihrer Abfahrt gefragt, ob er mit in die Stadt gehen und ihren Abschied mit ihrer Klasse feiern wollte - kein Interesse) - aber das ist ja jetzt nicht das Problem. Silencia macht sehr viel mit ihren Gastschwestern, hat Freundinnen an der Schule gefunden, erzählt wenig, aber wenn dann halt so Sachen, wie am Montag war ich bei meiner Freundin im Pool schwimmen, oder ich will mit einem Mädchen aus der Schule auf ein Konzert gehen usw. So wie man sich das halt vorstellt.
Hier haben ich ja andere Austausch-Franzosen vorgestellt, Fahrrad-Gruppe zur Schule organisiert, ich habe zu Beginn vorgeschlagen, dass er gerne auf die Schüler-Friedens-Demo gehen könnte (Tertia war da, mit viel Musik und Happening, da lernt man ja auch Leute kennen) oder zur FridaysforFuture-Demo oder eben Dorf-Fest hier (mit Franzosen, Halb-Franzosen, Austausch-Franzosen und gleichaltrigen Deutschen)  - kein Interesse. Auch im Schul-Orchester hat er niemanden gefunden oder auch nur gesucht, das weiß ich ja nicht. Von Silencia weiß ich, dass sich ihre Freunde und Freundinnen Mühe gegeben hätten, ihn zu integrieren, aber dass sie ihn doch sehr seltsam und etwas nervig fänden. Das erhöht gefühlt auf uns den Druck, Sachen mit ihm zu machen - auf die er dann verständlicherweise ganz altersgerecht natürlich auch keinen Bock hat. Also sitzt er im Endeffekt den ganzen Tag in der Schule oder in seinem Zimmern und zockt. Das war's.
Und auch da merke ich dann, wie ich mich blöderweise darüber aufrege, ich schaffe es nicht, mir zu sagen, na gut, dann will er das halt so, sondern möchte ihn schütteln und sagen, du Depp, du hast die einmalige Chance drei Monate im Ausland zu verbringen, eine Sprache vor Ort zu lernen und zu sprechen und was machst du daraus?! NIX!!

Vierter Punkt: Es fällt mir so unglaublich schwer, nicht auszurasten oder wie ilfiglio so schön gesagt hat, freundlich zu erziehen. Natürlich ist es nicht meine Aufgabe, einen 15jährigen Austausch-Schüler zu erziehen, aber ich merke, dass ich mir mit meinen Kindern inzwischen eine recht robuste Art angewöhnt habe (ein gute Freund meint auch gerne, ich sei alles, nur nicht nett) und tatsächlich stresst auch das mich, also dass ich das jetzt nicht machen kann.
Beispiel heute: Meine französische Freundin fragt nach, ob der Austausch-Franzose nächste Woche Lust hätte, mit ihr, ihren Kindern, ihrem Austausch-Franzosen und noch ein paar ihrer französischen Freunde eine Runde Stocherkahn auf dem Neckar fahren zu gehen - Antwort: Nein, er sei schon mal mit so einem Boot in Venedig gefahren, das sei langweilig, er ginge lieber segeln (muhahaha) und er sei hier, um deutsch zu sprechen und möchte nichts mit anderen Franzosen machen - also wird er statt dessen in seinem Zimmer hocken auf FRANZÖSISCH mit seinen FRANZÖSISCHEN Freunden Minecraft zocken - und da möchte ich einfach gerne mal gepflegt ausflippen und nachfragen, in welchem Film er eigentlich lebt bzw. ob er mich für blöd verkaufen möchte - das gleiche mit Verlängerung der Internet-Zeiten, wildeste Erklärungen, warum seine drei Stunden Internet einfach so abgelaufen seien, dass er nicht gespielt habe  - nur einfach so rumgebrüllt (er hat ja immer Kopfhörer auf und brüllt dann durchs ganze Haus, 1000 mal angesprochen, Tertia hatte schon Heulanfälle deshalb (Zimmer neben dran), miomarito kann nicht richtig arbeiten - Veränderung: NULL), ich habe einerseits kein Lust und keine Nerven, das dann auszudiskutieren, andererseits würde ich gerne drakonische Strafen verhängen, aber es ist nicht mein Kind, nicht meine Aufgabe und *argh*.

Ja, zusammengefasst: Wie gut, dass ich niedrigen Blutdruck habe.

Nein, Spaß bei Seite, ich habe mir natürlich schon viele Gedanken gemacht, was da alles schief gelaufen ist, weil wir uns ja eigentlich wirklich auf diesen Austausch gefreut haben. Zum einen - und das als allererstes - der Austausch-Franzose ist sicherlich kein einfaches Kind, manche Verhaltensweisen sind wirklich grenzwertig (Sachen, die ich in geringerem Maße auch von ilfiglio kenne und wo ich mir damals schon nie so ganz sicher war, ob das alles noch im Rahmen ist - but i had him tested) und er musste diesen Austausch machen, um weiter an seiner Schule Abi und BAC machen zu können. Ich hätte ilfiglio in diesem schwierigen Alter (da war er etwas jünger als der Austausch-Franzose) niemals einer anderen Familie "aufgebürdet" einfach weil er so schwierig war und die Vorstellung, er hätte damals drei Monate zu einer anderen Familie gehen MÜSSEN ... *uah* ... ich weiß nicht, was ich gemacht hätte. Das führe ich mir immer wieder vor Augen, wenn ich mal wieder denke, echt, Leute (LaRochelles), ihr habt Nerven so ein Kind ohne Vorwarnung zu einer anderen Familie zu geben. Deshalb haben wir ihn auch nicht wieder in den Zug nach Hause gesetzt (und weil Silencia ja die Zeit in Frankreich sehr, sehr, sehr genießt)

Zweitens: 15 ist zu jung. Nicht unbedingt in Silencias Fall, ich weiß, dass unsere Kinder immer sehr "frühreif" waren, Silencia ist ja mit 11 Jahren alleine (also von München aus) und ohne Italienisch zu können zu miomaritos Tante an den Lago gefahren, ilfiglio war mit 15 Jahren alleine mit Freunden im selbstorganisierten Italien-Urlaub usw. Silencia ist ja auch - wie oben schon geschrieben - ziemlich mit der Pubertät durch, sehr selbstständig, arbeitet als Trainerin, als Hort-Pausen-Aufsicht, als Crêpes-Aushilfe und übernimmt dabei Verantwortung usw. und mit der Erziehung sind wir im Prinzip eben auch größtenteils durch.
Ich weiß nicht, ob unser Austausch-Franzose tatsächlich ein typisches französisches Kind ist, ob unsere französische Freundin aus Straßburg recht hat, dass man bei französischen Kindern drei Jahre an Reife und Selbstständigkeit abziehen müsste, aber *boar* wie im Kindergarten und natürlich der dann ja auch eventuell altersgerechte Unwille, die ganze Aktion hier wert zu schätzen und zu nutzen. Was natürlich auch daran liegen könnte, dass er nach Deutschland gehen musste, dass im Gegensatz zu Silencias das ja keine freiwillig bzw. bewusst getroffene (ja, das möchte ich machen!) Entscheidung war.

Drittens: Nie mehr rein privat. Ich finde es heute im Fast-Rückblick sehr schwierig, dass das Ganze so eine komplett private Aktion war. Gerade weil die Voraussetzungen so waren, wie sie nun mal waren. Auch hier wieder die eventuell französische Schwierigkeit der jungen Kinder, sich selbst zu organisieren, etwas mit der gewonnen Freizeit und Freiheit anzufangen und gleichzeitig das komplette Fehlen irgendwelche Strukturen für Austauschschüler an der deutschen Schule. Ich habe keine Ahnung, was die deutsche Schule eigentlich von ihm erwartet, was seine französische Schule von ihm erwartet und dem Kind ist das eh alles wohl egal. So was wie gelegentliche, organisierte Treffen mit anderen Austauschschülern wäre bestimmt in diesem Alter sinnvoll. Keine Ahnung, ob es so was gibt. Bei uns war die Vorbereitungszeit mit weniger als 3 Wochen auch arg knapp, aber wir können ja auch so nicht jeden Tag ein buntes Programm an Unternehmungen und Angeboten unterbreiten, das dann im Zweifelsfall eh als uninteressant und langweilig empfunden wird.

Viertens: ich würde das nächste Mal - wenn es das überhaupt geben wird - gleich zu Beginn tatsächlich quasi eine Liste ausgeben, ganz uncool, mit den Sachen, die uns wichtig sind - nach dem Motto: Hier gelten folgende Regeln und Verhaltensweisen. Dann ist das schon mal klar und man hat eine Verhandlungsbasis ... oder so. Keine Ahnung, ob das wirklich was bringt. 

Und last but definitly not least: Nicht nur Silencia hatte eine tolle Zeit in Frankreich und will gar nicht zurück, auch unsere Austausch-Franzose findet es hier toll und meinte erst gestern, dass er zwar seine Freunde etwas vermisse und wieder mit ihnen spielen wolle (zu Hause am Computer?! So wie hier die ganze Zeit?! ... habe ich mir verkniffen), aber dass er auch gerne noch länger hier blieben wolle. In zwei Wochen fährt er aber dann mit Silencia und ihrer Klasse nach Berlin und wir werden das hier mit ruhigen Abendessen genießen. So was von.

martedì 10 maggio 2022

Schnelldurchlauf

Freitag 

Großes Catering bei Bonduelle, das ich alleine gemacht habe, weil es nur süße Crêpes waren. Sehr angenehm, ich weiß jetzt auch, dass Bonduelle zwar seinen deutschen Hauptsitz in Reutlingen hat, aber natürlich aus Frankreich ist und was sie alles in der nächsten Zeit auf den Markt bringen werden.



Zu Hause lief auch alles glatt, Tertia kochte nach der Schule für sich und den Austausch-Franzosen Mittagessen, war auch als erste zu Hause und konnte aufschließen (der Austausch-Franzose traut sich das nicht zu, nachdem er neulich - vor der Abfahrt an den Lago - dann doch noch mal auf die Toilette musste und er den Schlüssel dann beim Versuch das Schloss aufzuschließen so verkeilte, dass ilfiglio 10 min brauchte, um den Schlüssel zu befreien ... ist nicht ganz einfach das Schloss .. trotzdem). Jedenfalls alles gut, ich kam auch rechtzeitig wieder nach Hause, um dann die Zubereitung des Abendessens zu übernehmen. 

Samstag

Am Samstag war ich viel unterwegs, neben den üblichen Einkäufen, ging's auch zu "meiner" Gärtnerei noch weiter aufs Land, allerdings war ich nicht so erfolgreich wie erhofft, weil es an Gemüse eigentlich nur Tomaten-Pflanzen zu kaufen gab und ich wollte ja noch Paprika und Gurken und Kürbis usw.



aber schön da

Also weiter noch in den Baumarkt, noch einen Haufen Erde und weitere Pflanzen gekauft, dann den normalen Einkauf gemacht und Tertia von der rhythmischen Sportgymnastik abgeholt. Dann schnell weiter zum Dorf-Turnier, das erstmalig nach Corona wieder statt fand. Vielleicht kann sich der eine oder die andere noch daran erinnern, seit Jahren spiel miomarito schon in der sogenannten Schul-Mannschaft mit, wo die Väter (hin und wieder auch mal Mütter) gegen die Mannschaften des CJVM oder des Albvereins oder anderer privater Gruppen spielen. Ziel der im Durchschnitt sehr, sehr viel älteren Schulmannschaft ist es immer, nicht letzter zu werden - und sich nicht schwer zu verletzten. Hilfe gab's auch von ilfiglio und vom ältesten Sohn des Crêpiers, die auch mitspielten (man erkennt, es gibt kein "sklavisches" Regelwerk für die Aufnahme in die Mannschaft, irgendwas irgendwann mit der Schule sollte man halt mal zu tun gehabt haben).  


Symbolfoto nach Ende des Turniers

Das Turnier ist immer nett, weil alle kommen, alle Altersklassen einen Riesen-Spaß haben und es gibt Rote Wurst und gebackenen Camembert und Kaffee und Kuchen und Bier usw. Nach der Siegerehrung am frühen Abend sitzt man immer noch etwas (Betonung auf etwas, weil pietistisches Dorf, zu viel Spaß machen darf es nicht) zusammen und ... ja, das war mal wieder sehr schön.
(Unser Austausch-Franzose kam für 10 min vorbei, dann wollte er lieber wieder nach Hause, die beiden anderen Austausch-Franzosen des Dorfs waren fleißig dabei)

Zwischendurch bekam ich noch die frohe Botschaft, dass von den Steinen des alten Weges an der Kirche (der ja zum Teil die gleichen Steine hatte wie der in unserem Garten) doch noch recht viel da ist (ein Teil wurde am Pfarrhaus irgendwie verbaut) und die bekommen wir nächsten Samstag dann geliefert - und haben keine Ahnung, was wir damit eigentlich machen sollen ... hm



Sonntag

Für Sonntag war Gartenarbeit angesagt:


Tomaten, Zucchini, Paprika und Gurke einpflanzen


Tomaten und Paprika in Töpfen für auf den Balkon


Koriander
(jetzt fehlt in der Kräutersammlung nur noch Basilikum, scheint es irgendwie irgend zu geben, 
morgen vielleicht)

und dann musste Tertias Hochbeet endlich mal fertig gebaut und richtig gefüllt werden:


Tertia und ich haben fleißig beim abgebauten alten Kompost Erde in Eimer geschaufelt 
und diese dann ins Hochbeet geleert
(vorher noch eine letzte Schicht Grünschnitt und Kompost drauf gemacht)


Stunden später ... konnten wir dann die erste Gurke pflanzen


außerdem haben wir den ersten Rhabarber geerntet und Tertia hat einen Rhabarber-Kuchen gebacken 
(sehr lecker, aber leider kein Bild)


miomarito war auch fleißig, hat mir zum Beispiel hier das Beet wieder mit Steinen verschlossen 
(da war diese Riesenwurzel gewesen)
jetzt kann ich a) weiter Efeu entfernen und b) mir überlegen, was da noch hin könnte


und Trittsteine verlegt


und zum Abendessen gab's dann Spargel - so wie sich das für einen echten Mai gehört
(die Erdbeeren erst am Montag, weil, wir hatten ja noch den Rhabarber-Kuchen)

Montag

Montag dann ein anstrengender Tag in der Crêperie, vor allem aber deshalb, weil ich in der Nacht auf Montag mal wieder äußerst bescheiden geschlafen hatte und mit drei Stunden Schlaf arbeitet es sich nicht so toll. Aber es gibt ja immer genügend Adrenalin ...

Dienstag

heute mal in etwas ruhiger, den Vormittag brauche ich ja immer zum Regenerieren vom 13-Stunden-Arbeitstag vom Montag


Spaziergang zum Bioladen im Dorf, um noch Salat zum Einpflanzen zu kaufen
und Hokaido-Kürbis-Pflänzchen gab's auch noch - morgen dann vielleicht davon auch noch mal Bilder :-)


Crêperie-Büro-Arbeit erledigt, Einkaufen gewesen, Wäsche gewaschen, das üblich halt.

giovedì 5 maggio 2022

5. Mai

Wie jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen in die Runde: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? oder kurz und einprägsam #WMDEDGT? Hier normaler Alltag mit Austausch-Franzose und ohne Silencia.

5:45 Uhr ich wache mit einem Schlag aus einem wohl eher unangenehmen Traum auf, eigentlich könnte ich noch eine halbe Stunde weiter schlafen, aber um 6 Uhr gibt es eh das große Geläut der Kirche neben an (gefühlt IM Schlafzimmer) und da ist es eher unwahrscheinlich, dass das noch klappt mit dem zwei mal innerhalb einer halben Stunde wieder einschlafen. Also dösen, gestern Abend bin ich eher spät eingeschlafen, nach 23 Uhr ... hmpf.

6:15 Uhr Wecker klingelt, Tertia liegt neben mir im Bett, sie hat die letzte Zeit sehr schlecht geschlafen, war dauermüde und wollte jetzt mal schauen, ob sie wo anders besser schläft. Eigentlich wollte sie im Gästezimmer schlafen, aber als miomarito gestern Abend um halb 10 von Tag 1 seines Workshop nach Hause kam, erzählte er, wie müde er sei und wie schlecht er die Nacht davor geschlafen habe, und dass er im Gästezimmer schlafen möchte, damit er morgen fitter sei. Also kam Tertia zu mir. 
Ich überfliege auf dem Handy die neusten Nachrichten, kurzer Blick auf Twitter, Tertia wacht auch auf und wir stehen auf. 

7:15  Uhr Tertia hat gefrühstückt, miomarito einen Kaffee heruntergestürzt, er ist dieses Woche jeden Tag in Stuttgart (außer Montag, da bin ich ja den ganzen Tag bis spät in der Crêperie), Tag 2 des Workshops wartet, beide verlassen das Haus, ilfiglio hat später Schule und der Austausch-Franzose verschläft wie immer und ich muss ihn wie üblich wecken. 
Während ich die Geschirrspülmaschine fülle, erklärt er mir ausführlich, dass er zu spät dran sei und dass es ja schon fünf vor halb sei und dass er nicht weiß, ob heute Sport ausfällt und dass sein Freund heute Geburtstag hat und er ihn noch anrufen möchte und ... ich widerstehe der Versuchung ihn anzubrüllen, dass er verdammt noch mal frühstücken und sich auf den Weg in die Schule machen soll - macht er dann auch, ohne auch nur ansatzweise das Bad betreten zu haben, aber wir haben beschlossen, nicht (mehr?) zu erziehen sondern nur noch Selbstverteidigung zu betreiben (zum Beispiel hat miomarito ihn am letzten Tag am Lago zum Duschen geschickt - nach 10 Tage - wegen der gemeinsamen Autofahrt ... oder ich fauche inzwischen nur noch seinen Namen, wenn er bei Tisch anfängt zu singen, zu pfeifen oder zu trommeln, weil es mich in den Wahnsinn treibt - der Rest ist mir wurscht. Mehr als mehrmals die Woche darauf hinzuweisen, dass er doch Trompete üben und eigentlich auch zumindest seine französischen Hausaufgaben machen sollte ist auch das höchste der Gefühle - macht er beides nicht).

9 Uhr etwas Italienisch auf duolingo geübt (endlich gibt es das mit Deutsch und nicht mehr nur via Englisch und ich muss unbedingt üben, das war an Ostern eher peinlich), Geschirrspülmaschine läuft,  Getränkeflaschen aufgeräumt, Müll rausgebracht, nach dem gestern umgepflanzten Rucola geschaut, weiter Haushalt gemacht und zwischendurch noch Zeitungen gelesen. Jetzt muss ich mir überlegen, was ich heute Abend zu Essen mache bzw. machen lasse, denn ich bin am späten Nachmittag/Abend den Crêpes-Anhänger aufbauen, miomarito noch in Stuttgart und Silencia, die in solchen Situationen normalerweise für mich einspringt in Frankreich ... also brauche ich etwas, was Tertia gut zubereiten kann. Auch für morgen Mittag, denn da backe ich dann den ganzen Tag Crêpes ... ilfiglio ist nicht da und der Austausch-Franzose hat es neulich nicht mal geschafft, nach miomaritos Anweisung eine Suppe aufzuwärmen.

9:30 Uhr Katze hat ins Esszimmer gekotzt ... *yay* ... immerhin denke ich so daran, das Katzenklo auch mal wieder zu säubern ... Email an Tertias Klavierlehrerin geschrieben, dass zum Vorspiel nächste Woche nur ich kommen kann und dass sie Tertia bitte gleich am Anfang spiele lässt, weil ich dann auch wieder los muss. Ich hoffe, das klappt. Wäsche waschen, ab- und aufhängen, einsortieren, große Teile der Wohnung gestaubsaugt, ilfiglio verschwindet in die Schule, Angaben darüber, ob er zum Abendessen da ist oder sogar die Zubereitung übernehmen könnte, kann er leider nicht machen (ich nehme das gestrige jetzt, wo er langsam ... ein nützliches Mitglied des Haushalts wird wieder zurück ...). 

10 Uhr Whatsappen mit LaRochelles, da ich Silencias Rückfahrt-Ticket kaufen muss und jemand sie in Paris beim Umsteigen begleiten sollte (entweder fährt jemand von LaRochelles mit ihr mit nach Paris oder sie spannen ihre Familie, die in Teilen in Paris leb, ein oder miomarito - ich was ja bei der Hinfahrt dabei - holt sie in Paris ab), außerdem will sie so lange wie möglich bleiben, fährt aber dann ja gleich weiter auf Klassenfahrt nach Berlin, Treffpunkt 5:30 Uhr ... also sollte sie nicht am Abend vorher irgendwann erst spät hier ankommen. 

13 Uhr Pfandflaschen von der Crêperie weggebracht, die schon seit Wochen bei uns rumstehen ... neue Getränke für die Crêperie eingekauft, alles sehr kompliziert, weil ... ach, zu kompliziert zu erklären, jedenfalls mache ich das jetzt und es ist ein blödes Geschleppe und Organisieren, aber jetzt habe ich einen Supermarkt, der zumindest ansatzweise die Getränke hat, die wir brauchen. In die Crêperie gefahren und dort aus dem Keller Kühlboxen geholt, weil dem Crêpier gestern Abend zu später Stunde eingefallen ist, dass wir die heute doch brauchen, neue Getränke in den Keller getragen, leere Pfandflaschen wieder mitgenommen. Kühlschrank kontrolliert und noch mal aufgeschrieben, was ich für Montag noch einkaufen muss, kurz mit dem Sonst-Betreiber der Cafés gesprochen, irgendwie kam die Putzhilfe am Dienstagmorgen nicht, ich hatte das Café zwar am Montagabend schnell verlassen müssen, weil danach noch eine Gruppe die Räume reserviert hatte, aber der Zustand war eigentlich okay, am Dienstagmorgen war wohl der ganze Boden dreckig und verschmiert und ja, ärgerlich, wenn dann auch die Putzhilfe nicht kommt. Nun gut, muss ich ihn  (zum x.mal) schreiben, dass sie das bitte, bitte vorher ankündigt. Dann weiter, weiter, zum nächsten Supermarkt, leicht und schnell zu kochende Sachen einkaufen, außerdem noch Zutaten für das Catering morgen, schnell wieder nach Hause, alles ausräumen. Eigentlich wollte ich jetzt bei einem Kunden anrufen, und ein kleines Catering besprechen, aber irgendwie hat der Crêpier, der das erste Gespräch geführt und das Angebot erstellt hat, vergessen, mir selbiges zuzuschicken - der Anhang fehlt. Also improvisieren ... Mittagessen für Tertia machen.

14 Uhr mit der Putzhilfe telefoniert, mit dem Kunden das Catering besprochen, ilfiglio kommt nach Hause (ich habe keinen Plan mehr, wann er wie Schule hat, aber jetzt ist er halt da), Tertia auch, Gott sei Dank reicht der Nudelauflauf von gestern für beide. Tertia berichtet, dass sie jetzt ein ukrainisches Mädchen in der Klasse haben, das weder Deutsch noch einigermaßen Englisch kann und ich habe ihr mal schnell ein paar Seiten (vor allem die zur Schule)  deutsch-ukrainisches Bildwörterbuch ausgedruckt (Das Mädchen spricht wohl ukrainisch und russisch, sonst übersetzt in solchen Fällen immer Tertias eine halb-russische Freundin - in der rhythmischen Sportgymnastik gibt es seit letzter Woche auch ein ukrainisches Mädchen - aber die geht auf ein anderes Gymnasium, Tertias andere halb-russische Freundin (aus der Klasse) spricht wohl nicht wirklich viel russisch und kam beim Übersetzen schnell an ihre Grenzen). Kaffee. Zeitung. Twitter. Italienisch lernen.

15:30 Uhr sehr müde, Wäsche auf- und abgehangen, noch mehr Kaffee getrunken, Tertia fährt zum Gerätturnen, der Austausch-Franzose kommt heim und verschwindet in sein Zimmer/ans Handy/ans Macbook. Silencias Rückfahrt wird vermutlich doch nicht so einfach wie gedacht. Geschirrspülmaschine muss ich noch ausräumen und wenn ich an morgen denke (ich muss alleine 5 Stunden lang Crêpes für 200 Leute und mehr backen), werde ich nur noch müder ... irgendwie war mal mehr Elan ... 

18:00 Uhr Anhänger in Reutlingen bei Bonduelle aufgebaut, erfahren, dass Marokko keine Tomaten mehr exportiert und alles schwierig ist (wo nicht), mein neuster Betrag in der allgemeinen Rohstoff-Knappheits-Besorgnis: Die Nägel für die Paletten ... damit kann man in allen Branchen seinen Beitrag leisten, weil wer braucht keine Paletten ... mit dem Crêpier lange während der Autofahrt über französische Austauschschüler gesprochen - ihrer bleibt sogar ein halbes Jahr und ob unserer vielleicht irgendwie mithelfen würden, im Haushalt oder so (ihrer auch eher Null und die Kinder des Crêpier mussten schon immer sehr viel mithelfen und eigenständig sein und das kollidiert etwas - auf die Bitte hin, doch auch mal etwas abzuspülen, hat ihr Franzose wohl mehrmals genau EINEN Teller abgespült ... vielleicht ist 15 aber halt auch gerade für Jungs einfach ein ungünstiges Austausch-Alter) und dass wir uns eigentlich nicht mal trauen, sie (also die Austausch-Franzosen) allein was kochen zu lassen (wir haben beide Gas-Herde und sehen wohl auch beide unsere Wohnung in Flammen aufgehen). 
Wieder zu Hause, während der Fahrt noch meine Liste für morgen geschrieben, und ich bin schon wieder etwas entspannter. Und jetzt kann ich dann auch in Ruhe etwas zum Abendessen kochen. 

20 Uhr Tertia kommt um 19:30 Uhr vom Turnen heim, ich habe derweilen Tortellini mit einer Tomaten-Sahne-Sauce gemacht (miomarito wird mich killen ;-) - ist aber ja nicht da), ilfiglio ist auch nicht da (vermutlich beim Basketball-Spiel der Tigers heute Abend), Tertia hilft mir Tisch decken und Getränke holen, der Austausch-Franzose kommt auch nach zweimaliger Aufforderung erst mal nicht zum Essen, sondern läuft weiter mit Kopfhörern und Handy laut telefonierend durchs Haus, aber so können Tertia und ich in relativer Ruhe zu Abendessen essen.

21:20 Uhr miomarito kommt nach Hause, ich bin schon auf dem Weg ins Bett, weil morgen ein sehr anstrengender Tag werden wird.


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