sabato 8 giugno 2024

Hochmut - Fall und dies&das

Tja, wie heisst es doch so schön: Hochmut (alle inkompetent außer mir usw.) kommt vor dem Fall. Ich fuhr gestern voll bepackt eine halbe Stunde Richtung ... ja Stuttgart ... zu meinem Catering bei einem Kindergarten-Zeltlager und irgendwie waren die Leute etwas irritiert als ich an kam und *joah* das Catering ist heute. Es steht auch auf dem Angebot und dem Zettel zum Vorgespräch so drauf, nur ich habe das zum einem in meinem Kopf unter Freitag (wie cool, dann habe ich fast ein freies Wochenende) abgespeichert und zum anderen so auch in meinem Kalender eingetragen. Tja ... das Gute an der Sache, alles kein Problem, komme ich eben heute wieder und immerhin ist es nicht anders herum passiert, das wäre dann wirklich schwierig geworden. 

Nachdem ich mich von meinen Fall erholt hatte und mir vorgenommen habe, mindesten zwei Monate lang keine Witze mehr über Leute zu machen, die Wochentag oder ähnliches verwechseln, war ich dann aber doch sehr glücklich, weil miomarito früh nach Haus gekommen war und wir dann den ersten Sommerabend des Jahres (also ein deutsche Sommerabend, denn um 22 Uhr sind wir rein, weil alles feucht und kalt wurde ) zusammen im Garten genießen konnte. So, so schön. 

Wir haben uns den Luxus gegönnt, im Nachbardorf Pizzen zu holen und diese dann im Garten unterm Kirschbau zu essen. 


Und ich fühle mich endlich wieder in meinem Element - jedenfalls bis heute Nachmittag dann wieder die Gewitter losgehen und wir wieder Temperaturen unter 20°C haben. Wir versuchen ja den Mädchen klar zu machen, dass sie hier einen guten (*hust*) alten Sommer erleben (jetzt mal von Starkregen und den  Überschwemmungen abgesehen),  wo man am Ende froh sein kann, wenn es ein paar Tage mit Sonne und Temperaturen um die 25°C hat. Die beiden kennen ja quasi nur Jahrhundertsommer (okay, letztes Jahr war  auch schon eher mistig), wo man gar nicht mehr die Wettervorhersage checkt, weil es eh drei Wochen Sonne und über 30°C hat und in den Wochen davor und danach  eben "nur" knapp unter 30°C und hin und wieder Gewitter.  

Barfuss-Wetter

Die Kirchturm ist kaputt und zeigt eine falsche Zeit an, irritiert unheimlich, aber immerhin schlagen die Glocken korrekt

Ansonsten quält sich Silencia durch die letzten Wochen Schule, ich habe meine Schulzeit zwischen schriftlichen und mündlichen Abitur eigentlich so in Erinnerung, dass da nicht mehr richtig Schule war, vielleicht noch etwas Unterricht im mündlichen Prüfungsfach - Silencia hat hingegen ganz normal Unterricht in allen Fächern, schreibt auch noch Klausuren in ihren Nicht-Prüfungsfächern und im restlichen Unterricht wird halt so getan, als hätte das alle noch groß Relevanz oder aber auch nicht, so liest sie zum Beispiel in einem Fach ein Buch, das sie schon in der 10. Klasse bei selben Lehrer durchgenommen hat und stellt sich natürlich schon die Frage, warum muss ich mir das antun. Ich würde sagen, das ist ein sicherer Weg, damit ihr der Abschied von der Schule sehr, sehr leicht fällt (sie ist ja doch immer recht klaglos in die Schule gegangen, aber jetzt hat sie auch wirklich die Nase voll).

Tertia war diese Woche mehrere Tage auf Chorausfahrt, zusammen mit dem Orchester und kam sehr zufrieden zurück. Sie durfte mit zwei andren Mädchen aus ihrer Klasse schon ein Jahr früher in den großen Chor (eigentlich ist der erst ab der 8. Klasse) und war jetzt eben mit all den Großen auf der Ausfahrt und tritt mit Chor und Orchester nächste Woche im Festsaal der Uni auf. Glückliches Kind. 

Noch glücklicher war sie aber über die Nachricht, dass bei der Rhythmischen Sportgymnastik auf Grund des Wegfalls einer Trainerin die Gruppen neu aufgeteilt werden und es sich so ergeben hat, dass  eine Einzelathletin und eine Athletin aus einer anderen Gruppe zu ihnen in die Duo-Gruppe kommt, so dass sie jetzt endlich, endlich eine echte Gruppe sind bzw. eben als Gruppe bei den Wettbewerben antreten können. Tertia musste zwar etwas schlucken, weil die Einzelathletin so unfassbar gut sei (die hatte vermutlich aber auch seit sie 5 ist 5x die Woche mehrere Stunden Training) und weil sie (Tertia) jetzt vermutlich "Auswechselspielerin" wird (eine Gruppe besteht aus fünf Mädchen und 1-2 Mädchen, die eingewechselt werden können) - weil sie eben nicht schon seit fast 10 Jahren Rhythmische Sportgymnastik macht - aber das beutetet natürlich, es gäbe die Möglichkeit, es bis zu den Deutschen Meisterschaften zu schaffen - als Duo war ja nach den baden-württembergischen immer Schluss. Wie sie das allerdings alles unter einen Hut bringen will .... keine Ahnung.

So, jetzt werde ich noch diesen halben Sommertag genießen und mich dann erneut zu meinem Catering, dieses Mal am richtigen Tag (*ohmann*), aufmachen und hoffe, dass die Gewitter nicht so schlimm werden, denn der Zeltplatz liegt natürlich am/im Wald und ich persönlich wäre da sehr skeptisch, ob es eine gute Idee ist, da noch zu blieben - es gibt aber auch noch ein Haus - schau mer mal. 


giovedì 6 giugno 2024

Inkompetenz

Sie kennen das, das echte Leben tobt, der Blog bleibt still, wobei es diese Woche zwar so ist, dass ich 600 Crêpes für ein Catering ausbacken muss, das ich ursprünglich alleine machen sollte (weil ... Sie kenne das ja inzwischen), jetzt kann mir Gott sei Dank Silencia helfen, aber der eigentlich Grund ist, dass ich diese Woche mit solch unglaublicher Inkompetenz zu kämpfen habe, dass ich versuche, nicht einfach sofort im Blog zu explodieren.

Montag: Schulbuch-Verlag dreht in meiner Crêperie. Die Kommunikation im Vorfeld war schon unter aller Sau, meine Emails in Bezug auf Wünsche, Vorbereitung, Planung usw. wurden einfach nicht beantwortet. Meine französische Freundin, die mitspielen sollte, war auch schon auf 180, weil alles so nervig und als ich dann zwei Tage vorm Dreh endlich mal eine Uhrzeit genannt bekam, war klar, ich muss ganz früh aufstehen, weil die schon am Vormittag drehen wollen (ich mache ja sonst um 12 Uhr erst auf). 

Im Endeffekt kamen sie eine Stunde zu spät, die erste Frage war, ob das Essen schon geliefert worden sei, worauf mir ein bestimmtes Hier koch ich! rausrutschte, aber weit gefehlt, weder wurde das von mir mit irgendjemanden aus dem Team (Kompetenzen eh unklar) als Kompensation ausgemachte Essen gekauft/gegessen noch - Überraschung!! - durfte ICH in MEINER Crêperie Crêpes oder Galettes backen, es gab einen ITALIENISCHEN Koch, der mit fertigen, etwa Handteller großen Gebilden, die weder Crêpes noch Galettes waren, sondern eher an Pfannkuchen erinnerten, antrabte. Es stellt sich dann heraus, dass ich angeblich gesagt hatte, dass ich keine Profiteroles herstellen könne und man eben deshalb auf dieses italienischen Koch zurückgegriffen habe - der dann aufgetaute Windbeutel in zwei Hälften zerschnitt und sie mit Sprühsahne füllte und etwas Schokoladen-Sauce darüber träufelte. (Niemand hat mich gefragt, ob ich Profiteroles machen könne - und mich hätte man dann auch nicht noch zusätzlich fürs stundenlange Rumstehen bezahlen müssen).
Miomarito schrieb mir: Schmeiss sie hochkant raus, was ich dann aber doch nicht machte, weil ich das inzwischen auch einfach faszinierend fand, zum Beispiel die Diskussionen darüber, was man jetzt mit dem Ei machen solle, das ja auf die klassische Galette gehört, man aber die fertigen, mitgebrachten Galette nicht erhitzen wollte und die dafür eh zu klein waren. Außerdem freute ich mich auf den Auftritt meiner französischen Freundin :-)
Meine Freundin kam, die Crew ass das von ihnen vorab bei einem Italiener bestellte Essen (!), der italienische Koch erklärt mir, wie schlimm Italien sei (so primitive Leute), ich rollte nicht mehr ganz so dezent mit den Augen und dann sind meine Freundin und ich gemeinsam explodiert. Nein, wobei, ich glaube, sie hat sie vorher noch auf diverse Fehler in den französischen Dialogen hingewiesen. Wir haben dann immerhin durchgesetzt, dass ein Dialog angepasst wurde, dass ich eine ordentliche Aufwandsentschädigung bekomme und dass ich - Vorschlag der Redakteurin, die meinte, ich könne ja mit der Crêperie im Abspann usw. - in keinsterweise mit dem Film (und diesen Galette-Dingern) auch nur irgendwie in Verbindung gebracht werden kann. Mir ist eh ein Rätsel, warum die das bei mir in der Crêperie drehen wollten, weil ja keine Crêpes oder Galettes gebacken wurden, man sah auch von den Platten usw. nichts, sie mussten alle Bilder im Café abhängen, weil sich niemand um die Rechte an diesen Bildern gekümmert hatte (am Ende sass das Schüler-Paar vor einer weissen Wand - kann man machen, aber ... sagen wir mal so, ich kann ja vielleicht kein Film, aber immerhin Fotos ... ) und das Beste war einfach, dass sie sowohl mir als auch meiner französischen Freundin jeweils erklärt habe, dass wir ja keine Ahnung hätte. Ich von Galettes und Crêpes und meine französische Freundin quasi von Frankreich und der französischen Sprache (Ja, das denkt man in Deutschland halt immer so, dass das in Frankreich so sei! Zu einer waschechten, stolzen Französin - WTF). Unglaublich. 

Wir haben ja schon mal mit dem SWR zusammen gearbeitet und die waren einfach kompetent, gut organisiert und haben sich 100% an die Absprachen gehalten. Ich werde ab jetzt so etwas nie wieder ohne schriftlichen Vertrag machen, so witzig das in gewisser Weise war, aber geht ja gar nicht. 

Des weiteren versuche ich seit fast zwei Wochen mit Email und Telefon unseren Steuerberater dazu zu bekommen, mir die Jahresendabrechnung (oder so) für 2022 zukommen zu lassen. Ans Finanzamt hat er es irgendwie schon weiter geleitet, die wollen nämlich sehr viel Geld von mir und ich müsste jetzt eigentlich wissen, wie viel Gewinn wir genau gemacht haben und wie viel ich mir davon auszahlen kann, damit ich eben meine Steuern davon bezahlen kann. Emails wurden ignoriert, vorgestern dann ein Telefonat, die Versicherung a) er hätte mir das bei der letzten Quartalsabrechnung mitgegeben (Nein, hat er nicht) und würde es mir b) jetzt noch mal per Email schicken. Bisher NICHTS. Gleichzeitig Diskussionen darüber (nicht mit dem Steuerberater), dass Umsatz was anderes ist als Gewinn ...

Ja, und unsere Handwerker haben sich jetzt seit drei Wochen nicht mehr blicken lassen, die haben ja vermutlich die Bestellung unserer schönen Heizkörper für EG und 1. Stock verbummelt (aber das Geld von meinem Bruder dafür bekommen, VOR EINEM JAHR) und - meine Vermutung - haben jetzt so lange ganz, ganz dringend bei anderen Baustellen zu tun, bis sie die Dinger nachbestellt und geliefert bekommen haben ... wir leben also weiter auf einer Baustelle, aber immerhin ist es ruhig und es gibt keine neuen Dreck. Es wird nur interessant, ob das alle noch bis zum Herbst fertig wird. 

Aber hey, es scheint ja allgemein niemand mehr professionell zu arbeiten. Außer mir ;-), die jetzt weiter Crêpes ausbacken muss.

P.S.: Crêpes ausbacken beutetet natürlich auch immer Podcast hören. Zwei Tipps, einer vom Ostausschuss der Salonkolumnisten: Wir müssen über Georgien reden – mit Dr. Lasha Bakradze und  Ewald Frie im Gespräch mit Gisela Steinhauer (WDR 5 Tischgespräch). Frie ist Professor hier an der Uni (Neuere Geschichte), miomarito hat auch mal kurz für ihn gearbeitet, und den meisten - wenn - vermutlich bekannt durch sein Buch Ein Hof und elf Geschwister: Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland, das super erfolgreich ist. Sehr schöner und lustiger Podcast. 

domenica 2 giugno 2024

Reise, Reise IV (Mechelen/Brüssel)

Hier regnet es gerade mal nicht, miomarito ist gestern auch gut von seiner Reise zurückgekommen (Ausstellungseröffnung in Eisleben, Besuch bei seiner Schwester in Nürnberg, Zugstrecke da, wo später der ICE entgleist ist), wir waren bei Freunden zum Essen und CL-Finale schauen und Hochwassertechnisch schient hier alles im entspannten Bereich zu sein (wie gut, dass miomarito nicht mehr in Augsburg arbeitet, da scheint es ja schlimm zu sein, die Schwester unseres Brüssler Freunds, die auch mit uns immer an den Lago fährt, wohnt mit ihrer Familie in einem Dorf dort, das zum Teil evakuiert wurde ... mehr wissen wir aber auch nicht).

Zurück nach Belgien (geregt hat es da dann auch viel). Was ich völlig vergessen hatte, weil ich da einfach keine Bilder davon habe, wir haben auch einen Abstecher zu den Diamantenhändlern und ins jüdische Viertel gemacht, aber ich fand es jetzt nicht unbedingt angebracht, groß herum zu fotografieren. In Antwerpen lebt die größte jüdische Gemeinde Europas, die drittgrößte orthodoxe Gemeinde der Welt (nach Jerusalem und New York) und wenn wir noch mal nach Antwerpen kommen, dann würde ich tatsächlich für das jüdische Viertel eine Tour buchen, weil das vermutlich angemessener und sinnvoller ist. Ich glaube, wir sind auch an der Dimantenbörse vorbei gekommen, aber das sind alles so unscheinbare, leicht heruntergekommene 70er Jahre Gebäude, allein die Poller, die die Straßen absperren, deuten daraufhin, dass hier was sein könnte (in Artikeln zur Diamantenböse ist meistens der Bahnhof (die Kathedrale ;-)) abgebildet, weil das Diamantenviertel neben dem Bahnhof liegt und selbst nichts hermacht). Also keine Bilder von Blingbling oder Schläfenlocken.

Als wir am Freitagmorgen unsere Sachen packen schüttet es, die Tage davor hat es immer mal wieder sehr englisch fein geregnet, jetzt fällt einfach Wasser vom Himmel, aber da wir ja nicht wie an Ostern in Italien sind, kommt die Infrastruktur etwas besser damit klar (unsere Koffer weniger, unsere Kleider werden IM Koffer nass). 

Es geht noch einmal durch die Stadt: 



Die alte Börse


Und am Ende laufen wir wohl etwas blöd und finden erst am Bahnhof eine Frühstückslocation - bei der wir gestern schon für einen Kaffee waren und was wieder eine Kette ist: WASBAR


Das ist eine nette "bar", man kann aber dort auch seine Wäsche waschen und es gibt leckeres Essen (Tertia: Pancakes mit Spekulatius crumble, ich Shakshuka)

Danach ging es dann weiter nach Mechelen, das auf dem Weg nach Brüssel liegt, wir müssen ja etwas Zeit überbrücken und miomarito möchte uns ein Museum in Mechelen zeigen, wo er vor ein paar Jahren auf seiner Belgien-Tour war. Das es weiter schüttet suchen wir uns einen Regionalzug aus, der auch überall hält, denn Mechelen hat mehrere Bahnhöfe und ein kleiner liegt näher am Museum als der Hauptbahnhof. Es ist aber immer noch zu weit und wir kommen völlig durchweicht und tropfend im Museum an, wo wir unsere nassen Taschen/Koffer hinter die Kasse stellen müssen ... 


Blick auf einen der Museumsgärten - mit Sonne bestimmt sehr schön

Das Museum Hof van Busleyden im ehemaligen "Haus" (Stadtpalast, im Stil der Frührenaissance) von Hieronymus van Busleyden (ca. 1470 - 1517), einem Humanisten und "Politiker"


Mecheln erlebte seine Hochzeit als Margarete von Österreich Statthalterin der habsburgischen Niederlande (1. Hälfte des 16. Jahrhundert) war, sich in Mechelen niederliess und die Stadt damit quasi zur Hauptstadt der habsburgischen Niederlande machte (das ist alles ganz arg kompliziert und ich bekomme das auch nie so ganz auf die Reihe, aber man sollte sich einfach merken, dass sie eine große Förderin des Humanismus war, keine eigene Kinder hatten, aber die Erziehung u.a. ihres Neffen Karl übernahm - der ist später dann Karl V., in dessen Reich niemals die Sonne unterging - weil so groß (Europa und Amerika))

Dieser Zeit ist dann auch die permanente Ausstellung gewidmet:


Das Haus selbst wurde in Teilen sehr modern gestaltet: 




auf diesen Thronen verbachte Tertia ihr Zeit, die jetzt wirklich genug von Museen hatte 

Das einzige, was sie dann noch mal herbeilockte, war ein Zimmer, das im Originalzustand war und wo man an den Wänden noch Rest von Wandmalereien aus der Zeit Hieronymus van Busleyden sehen konnte (gerade so erkennen, aber mit Tablet erklärt), dort gab es nämliche eine Szene aus Belsatzar zu sehen und das Gedicht hatte sie gerade in der Schule gehabt. Ich war beeindruckt von der Tatsache, dass  van Busleyden (den ich Null kannte) sich hier mit Erasmus von Rotterdam und Thomas Moor getroffen hat und letzterer hier angefangen hat, Utopia zu schreiben.  

So, nach so viel Kultur wieder frische Luft (und Regen), dieses Mal nehmen wir den längeren Weg durch die Stadt zum Hauptbahnhof: 





Grote Platz


das angeblich älteste Haus Mechelens (12. Jahrhundert)

und der sich im Umbau befindliche Bahnhof


Wir sind Mechelen nicht wirklich gerecht geworden, da hätte man sich noch viel mehr Sachen ansehen müssen, aber: keine Zeit mehr. Aber ich denke, wir kommen wieder (mir fehlt ja auch noch Brügge usw.)

Dann weiter nach Brüssel zu unseren Freunden, die wir dann alle fünf zum Abendessen einladen, weil wir ja ständige ihre Immobilien nutzen ;-). Miomarito war vor ein paar Jahren gleich um die Ecke, wo unsere Freunde wohnen, afrikanisch (kongolesisch vermutlich) Essen und das machen wir wieder: 


(ich habe Reis mit Huhn und Erdnusssauce gegessen, dazu gab's eine auf der Karte und beim Erklären der Gerichte nicht beschriebene separate Sauce, wovon ich ein Mini-bisschen an meinen Reis machte und daraufhin 1000 Tode starb, weil das so unglaublich scharf war - und ich mag scharf)

Die Kinder wurden dann heimgeschickt, wir Eltern ging in eine Bar mit Live-Musik, wo wir über lange Zeit wirklich die einzigen Weißen waren (hatte ich auch noch nie, außer vielleicht am Anfang in Genua in der Via Pré - einer "Straße" der Altstadt, wo damals nur Schwarzafrikaner lebten). Dann noch mal weiter, in einen schicken Jazz-Club 


(Zwischendurch teilte mir Silencia via Handy mit, dass da auch ihr Mitschüler*innen waren, als sie alle auf Kursfahrt in Brüssel waren)


Und dann ging's spät/früh "nach Hause". Ich schlief katastrophal und war am nächsten Tag nach vielleicht drei Stunden Schlaf todmüde und ließ die ganze Zug-Odyssee einfach über mich ergehen. Immerhin hatten wir wieder über 2 Stunden Verspätung, so dass wir jetzt von beiden Fahrten die Hälfte zurückbekommen. So gesehen lohnt sich das ;-) (fühlte sich aber während des fast zweistündigen Aufenthalts am Frankfurter Flughafen nicht wirklich so an ...)

Zu Hause angekommen setzte ich mich erst einmal in den Garten und genoß die Sonne und die Ruhe :-)


Schön war's, viele gesehen haben wir, und Gott sei Dank war das Wetter am Lago eine Katastrophe, so dass ich gar nicht weinen mussten, weil wir dieses Mal in den Norden gefahren sind. Und gerne wieder nach Belgien, das ist wirklich sehr schön da, sehr entspannt und wie oben geschrieben, mir fehlt ja da noch viel. 

Hier schüttet es jetzt wieder, die Warnungen werden aber weniger (oh, die Lokal-Zeitung hat jetzt doch noch was in den nicht als aktualisiert erkennbaren Artikel geschmuggelt, zwei Dörfer weiter ist das mit dem Neckar wohl eher kritisch und weiter den Neckar hoch auch ... hm...) morgen wird in der Crêperie ein Film für einen Schulbuchverlag gedreht und es soll tatsächlich aufhören zu regnen!

sabato 1 giugno 2024

Reise, Reise III (Antwerpen Teil 2)

So, während es draußen einfach weiter regnet (hier die Karte mit den akkumulierten Regenmengen der letzten 24 Stunden, wir schrammen so gerade am Rot/Lila vorbei) und anderen Orts die Vorbereitungen aufs Hochwasser wohl am Laufen sind, gibt es jetzt den dritten und letzten Bericht von unsere Reise.


Heute steht das MAS auf dem Programm, das Museum Aan de Stroom (Museum am Fluß), es wurde 2011 eröffnet und ist, wie miomarito meinte, eigentlich das perfekte Museum, man könne wenig besser machen (ich meine doch, nämlich das Bistro in eins der mittleren Stockwerke setzen und nicht unten, aber was weiß ich schon ;-))


Das Gebäude ist schon so beeindruckend, im Prinzip sollen das Container sein, man fährt mit Rollentreppen von einem zum anderen Stockwerk, wechselt dabei die Gebäudeseite und kann von jedem der 10 Stockwerke auf die Stadt bzw. den Hafen blicken. Ganz oben gibt es eine Dachterrasse - dazu aber später mehr. Ich habe kaum Fotos im Museum gemacht, wir waren in fast allen Ausstellungen, besonders die über Stad in oorlog war wirklich gut - und anders als so was bei uns wäre (logisch ...). Ich war außerdem ganz hin und weg davon, dass der flämische Begriff für Krieg oorlog ist, weil das hat niemand sonst (Krieg/Krig, bzw. war/guerra/guerre).


Tertia kämpfte sich übrigens tapfer durch alle Ausstellung auf Englisch durch. Das klappte sehr gut, die Text sind alle auf Flämisch, Französisch (doch! ;-)) und Englisch, letztere sind hervorragend, klar, einfach, aber trotzdem alles erklärend und sie musste nur noch hin und wieder Worte wie heritage oder so nachfragen. Überhaupt, das flämische Belgien ist eine gute Gegend für Teenager, um Englisch zu üben, niemand erwartet, dass man die flämische Landessprache kann (und ist deshalb auch nicht eingeschnappt, wenn man Englisch sprechen möchte ... C'est pour vous, mes amis français .. oder so ähnlich), die meisten können gutes Englisch ohne viel Akzent, sind aber natürlich nicht so schnell wie echte Engländer (und auch leichter zu verstehen). Tertia hat alles auf Englisch gemacht, Essen bestellt, Eingekauft, Texte gelesen, mit den Leuten geredet, nach Sachen gefragt, sich beim Tür aufschliessen Hilfe geholt (sie kam mal nicht in die Wohnung rein) und sich eben auch mit den Schnitzeljagd-Heften durch die Ausstellungen gesucht (war also eigentlich auch freier unterwegs als in Italien, gefiel ihr gut): 


Es war übrigens auch interessant, weil einige der Ausstellungen, allen voran die Iemand thuis? (Jemand zu Hause?)-Ausstellung, eine sogenannte Familienausstellung, mal was ganz anderes waren, weil es ja um einen völlig abstrakten Begriff ging und die Vorstellungen von zu Hause aus den verschiedensten Bereichen, Zeiten und Regionen der Welt beleuchtet wurden - und das ganz auch wirklich gut gemacht war (Antwerpen à la carte - da hatte ich mich darauf gefreut - war hingegen komplett ohne roten Faden und absolut nicht überzeugend)



Eine ganz klassische, aber auch gute Ausstellung war Vracht - Over de haven, mensen en goederen (Über den Hafen, Menschen und Waren), darin ging es um die historische Entwicklung des Antwerpen Hafens und der Seefahrt in allgemeinen, inklusive der Ausbeutung des Kongos (das ist Belgien einzige Kolonie gewesen)



Der Blick vom Dach, den wir zwischen durch zum Luftschnappen geworfen haben, war allerdings auf Grund des schlechten Wetters nicht soooo prickelnd: 


Blick nach Norden Richtung Hafen 


Blick nach Süden auf die Stadt/Altstadt

Nach diesem ausgiebigen Museumsbesuch ging's dann zurück in die Stadt, vorbei am alten Beginenhof: 



Bis 1986 wohnte hier tatsächlich noch die letzte Begine, heute sind das normale Wohnungen (es sieht etwas verlassen aus, weil ich natürlich nicht bei den Leuten rein fotografieren wollte). Der Antwerpen Beginenhof gilt jetzt nicht als besonders besonders (ist auch kein Weltkulturerbe wie viele andere) aber ich fand's trotzdem schön (und das Konzept der Beginen eh ziemlich schlau, also für damals)



Dann ging's weiter in die Haupt-Einkaufsstraße zum Shoppen. Völlig unspektakuläres Kleider-Einkaufen, wofür wir sonst einfach keine Zeit (und in Tübingen auch Möglichkeiten) haben.
[ICH FINDE EIN PAAR PASSENDE JEANS!!! in einem Outlet, von Tommy Hilfinger (als ich in Lautern war, habe ich bei TKMax noch weitere Jeans gekauft. Ich habe auch eine Hilfinger-Jeans in genau der gleichen Größe wie die aus Antwerpen anprobiert und kam nicht mal richtig in die Hose rein. Es bleibt ein Rätsel.]


große Teile der Altstadt sehen derzeit so aus, das ist etwas nervig


Und wir haben immer viel Spaß beim Übersetzen.

Nächster Tag

Eigentlich hatten wir vor der Reise gedacht, wir fahren noch einen Tag nach Rotterdam, das geht schnell und einfach mit dem Zug, aber dann gefällt uns Antwerpen so gut und ich bin der Meinung, dass gerade miomarito zur Zeit so viel Stress hat, dass etwas Entschleunigung gut tut und deshalb bleiben wir jetzt hier und schauen uns aus Wunsch Tertias das Modemuseum MoMu an. Antwerpen gilt als Modehauptstadt Belgien, es gibt eine berühmte Modeschule hier und wohl auch viele bekannte belgische Designer. 

Das Modemuseum ist aber - nach den beiden anderen tollen Museen - eine ziemliche Enttäuschung. Im Erdgeschoss gibt es eine kleine permanente Ausstellung mit ein paar Klassikern der Modegeschichte 


Christian Doir

und dann, das finde ich im Prinzip interessant, man hätte es aber sicher besser machen können, wurden ein paar historische Kleidungsstücke und deren moderne Variationen in der Mode vorgestellt. 


Des weiteren gab es eine Ausstellung, in der außer uns niemand war, über bzw. von Baloji: Augurism. einem im Kongo geborenen, aber in Belgien lebenden sogenannten transdisziplinären Künstler, dessen Film Augure der belgische Beitrag für den Oscar ist. Es gibt eine Installation (naja), aber dann auch Kurzfilme, die wir schon beeindruckend fanden (Tertia nur so mittel)


Zu guter Letzt waren wir dann noch bei Willy Vanderperre (belgischer Fotograf)


Dessen ausgestelltes Oeuvre erinnerte mich aber eher an meine Schulzeit, in der ich mein von der Schule ausgegebenes Hausaufgabenbuch mit Fotos aus Modezeitschriften beklebt habe und die Bilder der Ausstellung ungefähr genauso wahllos zusammen gestellt erschienen. Ich konnte keine wirklich Linie/Stile erkennen, der hat halt einfach so fotografiert, wie es ja jeweilige (Mode-)Jahrzehnt wollte. Und bei vielen Fotos spiegelte sich die Umgebung blöd auf den Bildern und ej, wenigstens das kann man besser machen.

Danach war für mioamrito und Tertia noch mal Klamotten einkaufen angesagt, bei Zara und H&M, also wieder völlig unspektakulär, aber jetzt hat wenigstens jeder wieder was zum Anziehen. 


Leihfahrräder (56€ im Jahr) 

Abends sind wir dann noch einmal Essen gegangen, Tertia wollte unbedingt Poke Bowl essen gehen, wir erst Peruanisch, aber weil sie echt so brav alles mitgemacht hat, ging es dann - wieder Kette - zu Hawaii Poke Bowl, wo wir uns unsere Bowle am "Computer" zusammen stellen konnten und einen Riesen-Spaß hatten


Als wir mit dem Essen fertig waren, war es immer noch hell ...


und wir liefen ein bisschen an der Schelde entlang 


Dort befindet sich auch einiges im Umbruch/Umbau, in 5 Jahren ist es da bestimmt ganz toll, jetzt läuft man ein bisschen durch Brachland/Baustelle, aber der Blick ist trotzdem schön. Und weil es so schön war, liefen wir immer weiter, bis wir wieder beim MAS waren und da fiel mir ein, dass ich gelesen hatte, dass am Abend zwar die Ausstellungen schließen, man aber trotzdem bis Mitternacht aufs Dach kann (u.a. auch, weil es im vorletzten Stock - was wir erst gar nicht glauben konnten - ein DREI STERNE Restaurant gibt). 


So unglaublich schön
(und gut gemacht mit dem Hafenbecken)



Das Gebäude ist tatsächlich offen, auch die Toiletten, man fährt mit den gefühlt 1000 Rollentreppen wieder nach oben (gleich ist Sonnenuntergang) und der Ausblick ist eindeutig besser als das letzte Mal ;-)



Wir überlegen noch, ob mir beim Restaurant nachfragen sollen, ob die was "über" haben ;-)
und fahren dann alles wieder runter




Es geht ab "nach Hause", wir müssen am nächsten Morgen unsere Sachen packen, aus dem Appartement raus und uns dann überlegen, was wir machen, weil wir erst am späteren Nachmittag zu unseren Freunden in Brüssel können. Dazu dann im nächsten und wirklich letzten Teil ....

P.S.: Weil ich es einfach nicht glauben kann, das Schwäbische Tagblatt hat Wochenende und informiert  auf seiner Internetseite einfach quasi nicht über die Hochwassersituation. Jedenfalls nicht irgendwie ansatzweise aktuell. Der Titel Erdrutsch, Pegelstände, Prognosen: Die Hochwassersituation in der Region und im Land ist von gestern bzw. fast 24 Stunden alt und sehr wage. Unfassbar (und deren Einzugsbereich steht teilweise unter Wasser)
P.P.S.: Korrektur, der oben genannte Artikel wird, ohne dass man genau erkennen kann wie oder wo, aktualisiert, allerdings ist das Aktualisierungs-Datum der 31.05. und nicht der 1.6.