Es gibt jetzt einen vermutlich langen, etwas wirren bzw. durcheinanderen Post zu den Herbstferien. Mit vielen Bilder natürlich ;-)
Am Dienstagmorgen fuhren wir Tertia zum Bahnhof, von wo sie - komplett ohne Probleme - zu meinen Eltern bzw. ihren Cousinen fuhr. Miomarito und ich machten uns dann in Richtung München auf, wo wir mit Freunden zum Mittagessen verabredete waren. Sinn und Zweck der Reise war ja a) noch mal schnell Sonne im Süden zu tanken b) irgendwie - die Idee war wohl eher ... ambitioniert - doch noch etwas Urlaub im klassischen Sinne zu machen (Erholung - keiner der diesjährigen Urlaube/Ferien war so richtig erholsam) und c) natürlich das neue Auto "einzufahren" bzw. richtig kennenzulernen - im Sinne von einer fährt, der andere liest in der 800 Seiten Anleitung nach, wie man jetzt was macht.
Erster Stop kurz vor München, wir wollen schnell aufladen und nicht in der Innenstadt einen Parkplatz mit langsamer Ladestation - was anders gibt es nicht so wirklich - suche müssen. Also Schnelllader und wir waren nicht mal mit Kaffee und Toilette im benachbarten Einkaufszentrum fertig, da war das Auto schon wieder voll "getankt".
In München dann sehr nette "Mittagspause" mit ganz klassisch Schweinebraten und - alkoholfreiem - Bier - draußen!! Wir waren kurz davor, uns zu überlegen, einfach in München bei Kaiserwetter zu bleiben ;-)
Fuhren dann aber doch weiter in Richtung Süden. Bei Brixen dann der nächste Stop, ich hatte ja entdeckt, dass man bei der Brennerautobahn-Gesellschaft recht günstig laden kann, die Ladestationen waren früher kostenlos, heute bezahlt man 38 Cent bei Schnellladern und 43 Cent bei den Ultraschnellladern. Leider sind die Ladestationen nicht wirklich an der Autobahn, also schon, in Deutschland wäre da okay, aber in Italien bedeutet das eben, dass man von der Autobahn runter muss (bezahlen!) und dann wieder drauf (Ticket ziehen) und es frisst auf Grund der Abfahrt- und Auffahrt-Straßenführung doch eher viel Zeit. Und unserer Ladestation war dann auch eher so im dunklen Eck mitten in der Pampa.
Und war dann eben nur ein eher langsamer Schnellader (50kw) und irgendwann beschloss er auch einfach, das Laden abzubrechen ... wir waren da schon etwas genervt, weil das Bezahlen auch eher komplizier war, Kreditkarte nur mit PIN (habe ich gar nicht bzw. wenn, weiß ich die nicht, weil ich die noch nie gebraucht habe...), meine EC-Karte wollte er gar nicht, die von miomarito ging dann aber - Gott sei Dank. Also fuhren wir einfach weiter nach Bozen, wo Silencia schon auf uns wartete und wir dann - überraschenderweise wesentlich souveräner - einfach bei der Pizzeria um die Ecke am Straßenrand mit eigenem Ladekabel aufgeladen haben (nur 22kw - aber wir hatten ja vorher schon halb voll geladen)
super-leckere Sommerpizza mit Tomate, Burrata und viel Zitrone
Dann ging's zu zweit weiter zum Lago und um kurz vor Mitternacht wurde dann auch die spannende Frage beantwortet, ob wir mit dem neuen Auto überhaupt ans Haus fahren können:
(Das zweite Bild täuscht etwas, denn da ist man schon an allem vorbei)
Sagen wir es mal so, wir denken über den Kauf eines alten Pandas o.ä. nach, weil es wirklich Millimeterarbeit ist. Hochzug geht es, aber runter zu fahren ging nur, wenn ich jeweils auf dem Mäuerchen stand und miomarito Zentimeter um Zentimeter und die Ecke gestikuliert/geführt habe. Alleine geht es gar nicht, weil man einfach nicht sieht, wie viel Zentimeter man noch hat (und wir reden hier von ca. 4 Zentimeter pro Seite) und es ist im Prinzip nur eine Frage der Zeit bis jemand von uns da an der Hauswand hängenbleibt. Aber man kommt eben runter und muss nicht oben in der nur wenig breiteren (Durchfahrts-)Straße das gesamte Auto ausräumen und alles Gepäck usw. runter zum Haus tragen, während sich auf beiden Seite die Autos stauen. Und man irgendwo sehr viel Geld für einen Parkplatz bezahlen muss.
Gott sei Dank ist auch noch das Tor vom Sommer kaputt und so gewinnt man ein paar Zentimeter an der Ecken, aber wir müssen unbedingt mit dem nicht vorOrt wohnenden Besitzer sprechen, damit er da nicht was hin baut, das eventuell noch weniger Platz lässt, weil wir dann wirklich gar nicht mehr zum Haus kommen.
Miomarito ist übrigens das ganze Ding am letzten Abend mal komplett rückwärts runter gefahren (weil es hochwärts ja einfacher geht) - hat aber auch nichts gebracht, war trotzdem sauknapp und ich musste Rest-Platz anzeigen.
Ansonsten zwei Tage viel gemütlich durch die Gegend spaziert
(wie man erkennen kann war auch kein Segelwetter)
Am Boot etwas gearbeitet und einfach die Zeit zu zweit und mit Sonne genossen.
Es wird allerdings wirklich sehr früh dunkel, die Sonne ist um 16:30 Uhr weg und deshalb haben wir gar nicht erst die Uhren im Haus auf Winterzeit umgestellt, sondern einfach so getan als wäre es eben schon eine Stunde später ...
Hier sieht man übrigens, was passieren kann, wenn man sein Boot nicht fest an der Boje fest gemacht hat:
Das war mal ein - zugegebenermaßen hässlicher - Zweimaster, der sich im letzten Sturm losgerissen hat und auf den Felsen gelandet ist. Und raten Sie mal, wer bei uns für das korrekte Festbinden an der Boje zuständig ist (*schluck*)
Am Freitag war dann wieder "Arbeit" angesagt, wir wollen schon seit Jahren unbedingt einmal in die kleine Kirche San Zeno de l'Oselet, aber sie ist immer geschlossen und so hat miomarito jetzt die Initiative ergriffen und vorher auf der Gemeinde angerufen und gefragt, ob man uns aufschließen könne. Konnte man natürlich, die Frau, die aufschließt, ist die Mutter der Frau, die das Büro des Segelclubs macht, die Frau, die uns alles erklärt hat, hatte eh gerade mit miomaritos Vater kommuniziert usw.
Das hübsche Kirchlein steht auf dem Friedhof von Castelletto bzw. eigentlich über/in einer römischen Villa, die Ausgrabungen kann man sich einfach so ansehen.
Seitenschiff mit byzantinisierenden Fresken aus dem 13. Jahrhundert
(meine Frage, warum dort das Leben des Heiligen Johannes d. T. dargestellt wird, wenn die Kirche doch San Zeno heisst, konnte mir bisher leider noch niemand beantworten)
Enthauptung Johannis
und hier sieht man den aktuellen Grund, warum wir da unbedingt rein wollten:
Es gibt wie bei miomaritos Dom keinen Fußboden, nur römische und eventuell langobardische Ausgrabungen (also die Ausgrabungen sind natürlich jetzt gemacht worden, aber die Mauern sind römisch und langobardisch)
Dann ging es weiter, diverse Sachen erledigen u.a. das Auto aufladen. Da ist nämlich gar nicht so einfach bei uns am See, denn es gibt keine Ladestationen in unmittelbarer Nähe, viele auf den Karten angezeigte Ladestationen gehören zu Hotels, die in Fall unserer Ecke Ende Oktober schon geschlossen sind, d.h. man kann nicht mal fragen, ob es möglich wäre als Nicht-Gast da zu laden. In Malcesine gibt es eine Ladestation (mit zwei Anschlüssen), die hatten wir tatsächlich übersehen, aber ansonsten Grillenzirpen. Oder lustige 7kw - dann kann ich das Auto auch an eine normale Steckdose hängen ...
Also ging es nach Affi, dem großen Einkaufs-Ort etwas weiter weg vom See, wo es tatsächlich viele Ladestationen hat und man schnell und problemlos sein Auto aufladen kann - u.a. (da jubelte die schwäbische Hausfrau) wieder so eine günstige von der "Autobahn", dieses Mal wesentlich kooperativer und auch etwas schneller (wobei, einer ging gar nicht, aber das erklärte uns gleich ein Italiener vor Ort, so dass wir sofort wechseln konnten).
Danach weiter nach Peschiera, wo wir beide noch nie wirklich waren - also am Bahnhof waren wir schon, aber noch nie in der "Stadt" drin. Entsprechen überrascht waren wir dann auch, denn a) ist das alles sehr übersichtlich und b) war das eine wichtige Festungsanlage der Habsburger (zusammen mit Mantua, Verona und Legnago, das sogenannte Festungsviereck) und das sieht man heute auch noch deutlich:
Viele Gebäude am Rande der Altstadt - ich habe die irgendwie nicht fotografiert - sind ehemalige habsburgische Kasernen usw. und sehen genauso aus
Und der See schaut auch komisch aus ;-)
Abends gab's dann noch das obligatorische Bollito Misto für miomarito im Segelclub für den Start in den Winter - danach machen sie auch zu.
Am nächsten Morgen hieß es dann sehr früh aufstehen, Wohnung putzen und alles wieder verstauen, aber wir waren um 8 Uhr auf der Straße, haben noch schnell im Supermarkt ein paar Vorräte eingekauft und sind dann eigentlich in Richtung Garmisch-Patenkirchen los. Silencia hatte an diesem Tag ja Geburtstag, war aber mit ihrem Freund und dessen Eltern in Garmisch gewesen und wir wollten sie da einsammeln, dann standen wir nach einem Ladestop in Sterzing (EnBW! ;-)) aber fast 2 Stunden im Stau und Silencia fuhr mit dem Zug und ihrem Freund nach Innsbruck, wo wir fast gleichzeitig ankamen. Silencia eingesammelt, noch mal zum Laden gefahren (noch mal EnBW, sogar mit Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?-Sticker), und dann fuhr uns Silencia zu miomaritos Eltern auf die Ostalb, wo wir dann alle zusammen (Tertia und ilfiglio kamen mit dem Zug, miomaritos Schwester mit ihren Kinder war schon da) erst Silencias Geburtstag und dann den von miomaritos Vater (nach) gefeiert haben.
So, und jetzt ist hier Winter, es wird kaum noch hell und ich bin jetzt schon am Verzweifeln ... immerhin habe ich gleich Italienisch-Kurs und danach feiert eine Freundin Geburtstag. Und morgen will ich eigentlich das Bad von den Fliesen befreien.





















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