Gestern Abend kamen meine Eisenwerte an und ja, absolute Katastrophe (Schwere Blutarmut) und man fragt sich schon, wie ich überhaupt das alles, was ich auf die Reihe bekomme, auf die Reihe bekommen habe. Eigentlich müsste ich den ganzen Tag blass mit Atemnot auf dem Sofa liegen. Nun ja, jetzt versuchen wir es erst einmal mit hoch dosierten Eisentabletten, die ich ja gut vertrage, und schauen dann mal, wie/ob es besser wird. Ich überlege mir natürlich schon, was ich alles mehr machen kann, wenn ich wieder richtig fit bin.
Ich hatte mich zwar schon etwas gewundert, dass ich mich nicht noch deutlich fitter fühle nachdem ich mit der Crêperie aufgehört hatte, aber nun gut, man wird ja auch älter und außerdem habe ich gefühlt seit 25 Jahren im Ausnahmezustand gelebt - ist mir neulich aufgegangen, wegen 9/11, weil ich damals ja mit einem amerikanischen Offizier verlobt war und danach jedes Telefonklingeln bedeuten konnte, es geht SOFORT nach Afghanistan, Irak usw., dann miomarito kennengelernt, amerikanische Hochzeit gecancelt, in Deutschland alles hingeschmissen und nach Italien gegangen, schwanger geworden, geheiratet, das erste von drei schlaflose (und extrem willensstarken) Kinder bekommen, zurück nach Deutschland, zweites schlaflose Kind, während miomarito seine Doktorarbeit zu Ende schreiben musste, dann vor lauter Erschöpfung über ein Jahr lang eine Mandelentzündung nach der anderen bekommen, dann hatte sich alles tatsächlich etwas beruhigt, drittes Kind, ilfiglio läuft die ersten Male in der Schule "Amok", aufs Dorf gezogen, ilfiglios Schulprobleme in der Grundschule eskalieren, miomaritos Chefin kürzt seinen 6 Jahres Vertrag auf ein Jahr (um ihn zu motivieren, seine Habil schneller fertig zu machen ...) und schmeisst ihn dann raus, uns wir die Wohnung hier gekündigt (an Weihnachten!), Räumungsklage folgte, das ganze zieht sich über Jahre, ilfiglios Schulprobleme fangen nach zwei ruhigeren Jahren wieder an, miomarito geht zum Arbeiten nach Augsburg, ich bin unter der Woche mit drei Kindern alleine zu Hause, zucke bei jedem Telefonklingeln zusammen, weil es wieder die Schule sein könnte (d.h. in der Regel ist), ilfiglio fliegt mehr oder weniger von der ersten Schule, dann kurz vor Corona beinahe von der zweiten usw. Corona war dann endlich, endlich eine Atempause, und die Tatsache, dass mein Bruder das Haus hier gekauft hat, bevor miomarito zwischen zwei Jobs mal wieder arbeitslos war, ich mit der Crêperie angefangen habe und einfach am Anfang fast 70 Stunden pro Woche gearbeitet habe, danach nicht mehr so viel, aber immer am Anschlag und absolut unkalkulierbar (Wochentage!), jetzt hätte dieses Jahr ja eigentlich ein ruhiges werden sollen, aber dann startet Silencia ja mit Thrombose ins erste Semester in Bozen ... jetzt ist das durch und somit hätte ich eigentlich eben absolut fit und belastbar sein sollen oder wollen oder was weiß ich ... bevor miomaritos Job Ende nächsten Jahres wieder ausläuft. Ja, also ich weiß gar nicht mehr, wie sich ein unerschöpftes, ruhiges Leben anfühlt. Wie soll ich da merken, dass ich Eisenmangel habe ;-)
Gestern habe ich dann mal meine Wade wieder getestet - ich hatte ja das ok meiner Ärztin, dass da eigentlich nichts viel schlimmer werden könnte - und bin zum Supermarkt gelaufen. Das ist nicht wirklich weit, aber sehr schön über die Felder und ich drohte auch durchzudrehen, weil ich mich so wenig bewegt hatte (so viel zu schlapp und blaß auf dem Sofa liegen) - ähnlich wie Silencia, die natürlich noch keinen Sport machen darf (vor allem eben nicht schwimmen oder Gym, was sie sonst viel gemacht hat) - in 2 Monaten dann vorsichtiges Snowboarden - und deshalb eben seit es ihr nach der OP besser geht unausgelastet am Rad dreht.
Am späten Nachmittag waren wir dann Auto schauen, das war sehr .. neu ... weil ich in meinem ganzen Leben noch nie in einem Autohaus war (außer mit Crêpes&Galettes als Caterer) und das doch alles sehr "erwachsen" ist. Wir haben uns den Hyundai Ioniq 5 (gebraucht) angeschaut, der allerdings sehr groß ist. Den kleineren 3er gibt es noch nicht, der soll nächsten Monat rauskommen. Wir sind uns aber nicht sicher - und können das eben jetzt auch noch nicht verifizieren - ob der hinten genug Platz für eine Reise nach Italien hat. Wir haben uns mal in den ungefähr gleich großen Kona von Hyundai gesetzt und *moa* mit nur Tertia ging es vermutlich, die müsste sich dann beim Fahrer*innenwechsel vermutlich immer mit umsetzten, damit sie eben immer hinter mir sitzt, hinter miomarito war es viel zu eng.
Miomarito und ich haben jedenfalls gestern Abend Autogrößen verglichen, denn vielleicht erinnern sich die Leser*innen an die Straße (*muahaha*) zum Haus am Lago (da wo im Sommer die Engländern in die Mauer gerauscht sind), und uns überlegt, ob wir da auch mit dem 5er um die Kurve kämen. Denn man kann das Auto nirgends sonst wo parken, selbst wenn man alles zu Fuß ins Haus schleppen würde. Es gibt einfach keine Parkplätze, man könnte unten am See auf den Parkplätzen parken, das kostet aber mehrere hundert Euro pro Urlaub ... da sollte also VORHER klar sein.
Eins ist auf jeden Fall auch klar, egal welches Auto es am Ende wird, wir werden einige Zeit auf unserem Supermarktparkplatz verbringen und Auto fahren üben müssen, weil ... wir leben autotechnisch ja bisher fast noch im 20. Jahrhundert ... und haben keine Ahnung, wie das alles heutzutage funktioniert.
Miomarito hat in Mainz eine Veganen Metzger entdeckt - diese Fleischerei gibt es wohl in mehreren Städten - und für Silencia Weißwürste und Pastrami mitgebracht. Und das Pastrami ist schon mal absolut klasse, ich durfte mal beissen, und man schmeckt und vor allem sieht keinen Unterschied:




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