Letzter Morgen in unserer Unterkunft am Goldenen Horn. Letzter Blick von der wirklichen coolen Terrasse:
Hier übrigens unser Zimmer, war wirklich nicht viel Platz, aber weil wir ja eh nur zum Schlafen hier waren ging's ganz gut
Tertia beim Unter-Betten-Check
Dann ging es zum ersten Bus, der fuhr alle 5 min, also kein Problem, dann mussten wir aber Umstiegen und der nächste Bus zum Busbahnhof fuhr dann nur noch alle 20 min d.h. wir mussten DEN Bus erwischen, weil wir sonst vermutlich unseren Bus nach Çanakkale verpassen würden. Also waren wir dann sehr früh an der zweiten Bushaltestelle - natürlich ohne Anzeige, welche Busse wann abfahren, aber freundlicherweise spricht uns eine türkische Frau auf Englisch an, fragt, wo wir hin wollen und bestätigt uns noch mal, dass unser Bus hier abfährt. Wie schon geschrieben, die meisten Menschen, mit denen wir zu tun hatten, konnten entweder gar kein Englisch oder halt so ein paar Touri-Sätze und wenn man mehr wissen wollte ging auch ganz schnell nichts mehr. Trotzdem waren alle immer sehr nett und hilfsbereit (also alle bis auf die Ticket-Verkäufer*innen der Hauptsehenswürdigkeiten).
Wir kommen pünktlich am otogari an und sind ob seiner Größe etwas überfordert. Es ist auch völlig unklar, wo unser Bus nach Çanakkale abfährt. Wir sehen zwar Busse unseres Busunternehmens, aber keinen Bus nach Çanakkale, da aber noch etwas Zeit ist, gibt es erst mal Çay:
Hier ist die Infrastruktur allerdings schon etwas in die Jahre genommen - dafür ist der Bus super bequem und ziemlich neu
Hier fahren wir aus Istanbul raus, gefühlt eine Stunde lang, die Stadt will gar nicht enden, und wo sie zu enden droht, werden auf die grüne Wiese neue Hochhäuser immer zusammen mit einer neuen Moschee gebaut, es sieht manchmal ein bisschen aus wie bei so ein Computerspiel.
Wir fahren "linksherum" nach Çanakkale, d.h wir starten im europäischen Teil Istanbul und umfahren das Marmarameer auf der westlichen Seite.
Marmarameer
günstige Benzinpreise (knapp über einem 1€)
Wir machen mehrmals Halt, "Pinkelpausen" und einmal halten wir "offiziell", sprich an einem vorher festgelegten Ort, wo auch Leute ein- und aussteigen. Es gibt einen Busfahrer und einen Mann für alles, der Durchsagen macht, Snacks und Tee/Kaffee austeilt (alles kostenlos) und der mit uns mit Google-Translate kommuniziert. Jetzt 20 min Pause! oder Bitte anschnallen!
hier "offizieller" Halt in Tekirdağ und beim Bus heißt der "Bahnsteig" Peron :-)
Nach dem Halt gibt es Eis für alle - wie klasse ist das denn?!
Nach guten 4 Stunden sind bei den Dardanellen - oder als alte Altsprachlerin - am Hellespont angekommen. Seit 2022 gibt es die Çanakkale-1915-Brücke, die als längste Hängebrücke der Welt die Dardanellen überbrückt (was sonst ;-)) und somit Europa mit Asien verbindet.
Wir haben ein wunderschönes Häuschen in einer Gasse der Altstadt und genießen, dass wir jetzt alle mal Platz haben. Es gibt eine große Küche:
ein großes Sofa, zwei Schlafzimmer, zwei Terrassen und ein vergleichsweise großes Bad
(ich freue mich übrigens jedes Mal darüber, dass unser Bad zu Hause viel besser als die Bäder in unseren Unterkünfte ist, weil es früher immer so war, dass unser Bad viel, viel schlimmer als jedes andere Bad war - selbst der Campingplatz am Lago hatte eine bessere Dusche als wir).
Schon mal ein Ausblick auf morgen
Nach einer kurzen Pause ziehen wir aber wieder los, wir wollen an den Strand, das hatten wir Tertia als Belohnung für ihr Geduld mit den kulturbessenen Eltern versprochen. Tertia hat einen Strand ca. 30 min weiter weg gefunden, der ganz okay sein soll und wir machen uns auf den Weg:
Çanakkale ist ein hübsches Städtchen - denken wir - nachher schauen wir mal nach und es ist eine veritable Großstadt ... wir schlendern durch die Gassen in Richtung Strand:
es gibt auch wieder viele echte Katzen, nicht nur an den Wänden
Am Strand angekommen dann große Enttäuschung, der Strand ist ziemlich dreckig - wobei das früher ja auch in Europa so war, überall Zigaretten-Kippen, Plastiktüten, Plastikflaschen und Dinge, von denen man gar nicht wissen will, was sie so genau sind. Und dann ist das Wasser voller Quallen. Tertia möchte bitte sofort an den Gardasee ;-) Wir gehen trotzdem ins Wasser, aber nur kurz und immer mit wachem Auge auf die Quallen, mit denen wir einfach auch gar keine Erfahrung habe und deshalb auch nicht wissen, welche vielleicht Feuerquallen o.ä. sein könnten.
Vater und Tochter
Während wir am Strand liegen versuche ich das Problem zu lösen, dass wir nicht wissen, wie wir morgen nach Troja kommen. Google Maps, das uns mit dem ÖPNV in Istanbul eine große Hilfe war (weil es eben außer einer Metro Karte sonst keine Infos gibt), funktioniert hier einfach nicht. Also man kann einen Fußweg finden oder wie man mit dem Auto wohin kommen könnte, aber eben kein ÖVPN. Deshalb hatte miomarito vorgeschlagen, wie sollten uns einfach ein Taxi nehmen. Aber ich finde, Taxis sind für - sorry - Weicheier. Also suche ich und suche ich und finde dann tatsächlich den Hinweis, dass man mit dem dolmuş (Mini-Bus) nach Troja käme. Also suche ich irgendwas mit Troja und dolmuş - und finde einen Parkplatz ...
Damit das morgen früh dann keinen Reinfall gibt - weil die Busse gab's vor 10 Jahren oder ups, wir sind an eine andere Stelle umgezogen oder was weiß ich was - laufen wir auf dem Heimweg einen kleinen Umweg und schauen, ob da wirklich die Busse abfahren. Es sieht alles etwas suspekt aus, während ich versuche, mir den Satz Fahren hier morgen Busse nach Troja ab? vom Handy übersetzen zu lassen, weil ich im Laden an der Straße nachfragen möchte, hat miomarito schon einen Mini-Busfahrer gefunden, der ihm versichert, dass wir mit Truva!Truva! hier richtig seien.
Ich bin übrigens sehr froh, dass die Türken nicht wie die Griechen mit dem Kopfnicken und NEIN! meinen bzw. mit dem Kopf schütteln wenn sie JA! meinen. Das hat mich damals, als ich in den 1990er Jahren mit Interrail unterwegs war, viele Nerven (und viele Umwege) gekostet.
Zufrieden machen wir uns nun endgültige auf den Heimweg und kaufen BIER (!) und Abendessen ein.
Sehr anders aussehende Hühner plus Hahn und Katze ... wo sind Hund und Esel?
Durch Çanakkale fliest der Sarıçay, der eigentlich gar nicht schön aussieht, weil er eher braun dahin dümpelt und wir davon ausgehen, dass er unglaublich schmutzig ist, aber ich habe jetzt gelesen, dass der Name gelber Fluß bedeutet und vielleicht ist der einfach von Natur aus so.
Ich muss kurz vor 20 Uhr noch mal los, weil uns noch Zutaten fehlen, wir können ja in der großen Küche endlich mal wieder was selbst kochen, aber ich finde keinen geöffneten Laden - miomarito am nächsten Tag ohne Probleme ... trotzdem ein großer Unterschied zu Istanbul
Zum Abendessen dann ein wirklich gutes türkisches Bier
(wir hatten das auch schon in Istanbul getrunken, aber man muss wirklich sehr nach Geschäften suchen, die Alkohol verkaufen und dann kommt das - wie in den USA ... Land of the free ... - in eine blickdichte Tüte und man trägt es vorsichtig nach Hause)
und PASTA!!!
Und morgen geht es dann hoffentlich nach mit dem dolmus nach Troja!





























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