martedì 13 giugno 2023

Reise, Reise II

Weiter geht's (gestern Crêperie-Tag und wow habe ich da gemerkt, dass die letzten beiden Wochen körperlich anstrengend waren .. aber egal, das war es wert - heute dann bis 10 Uhr geschlafen ...).

Rom, zur allgemeinen Begeisterung sehr frühes Aufstehen ... an der Rezeption hatte man uns versprochen, dass wir das im Preis inbegriffene Frühstück (ab 7:30 Uhr) einfach eingepackt bekommen und mitnehmen können - da wir in Italien sind, sind das natürlich einzeln in Plastik eingepackte Cornetti und Zwieback, aber besser als nix ;-) 

Blick aus unserem Hotelzimmer am frühen Morgen 

Stazione di Roma Termini gegen 7 Uhr

Etwas Verwirrung gibt es um unseren Zug, der ist plötzlich ein Frecciarossa (250km/h) und kein Frecciargento (200km/h) wie in den "Unterlagen" auch sind unsere reservierten Sitze nicht wie ausgesucht an einem Tisch, aber hey, wir sind auf dem ganzen Weg immer pünktlich bzw. eigentlich an jedem Bahnhof erst mal zu früh da, was vermutlich eben daran liegt, dass der rote Zug deutlich schneller fahren kann als der silberne - überhaupt kein einziger Zug hatte Verspätung bzw. der Regional-Zug von Neapel nach Rom hatte zwischen durch mal 9 Minuten, die er dann aber wieder reingeholt hat (take this Deutsche Bahn!)

Tertais Mathelehrer hatte ja beschlossen, dass es sinnvoll sei, die Mathearbeit zwei Tage nach dem Ferien zu schreiben, also reisen wir mit Mathebuch und Matheheft und müssen wir immer mal wieder  üben und wiederholen ...

Während der Zugfahrt komme aber auch ich mal zu Lesen

Das Meer! Das Meer!

Man fährt schön am Meer entlang

Reisen macht müde

Um 12:27 (d.h. etwa 10 min früher) kommen wir in Villa San Giovanni an und nehmen die kleine Personen-Fähre nach Messina. Das Ganze ist ziemlich unspektakulär, man hat Sizilien schon direkt vor der Nase, die Überfahrt dauert keine 20 min, das Boot erinnert an ein größeres Venezianisches Vaporetto und wir müssen eh unter Deck bleiben. Man versteht plötzlich, warum die Italiener seit vielen Jahrzehnten über den Bau einer Brücke nachdenken. Es gibt wohl auch die Möglichkeit gleich mit dem Zug überzusetzen (je nach Zug), also Zug fährt auf eine Fähre, die dann übersetzt, aber bei uns eben mit dem Bötchen. 

Blick aus dem Fenster auf ein Kreuzfahrtschiff ...

Blick vom Boot (keine Ahnung mehr ob beim An- oder Ablegen)

Ich hatte beschlossen, dass es sich nicht lohnt, länger in Messina zu bleiben, die Stadt wurde immer wieder durch Erdbeben und dann noch mal durch die Alliierten zerstört, daher wollten wir dann weiter nach Cefalù. Wir hatten aber 1,5 Stunden bis zum nächsten Zug, daher erst einmal Essens-Suche. 

Wir fanden den Bahnhof und daneben dann auch einen Park und ich wurde dann beauftragt, irgendwo Panini zu kaufen. Direkt am Park-Rand war ein Büdchen, wo die Leute (also Einheimisch, Touristen haben wir da gar keine gesehen) Schlange standen und wo man sich die Panini belegen lassen konnte. Ich war etwas überfordert, weil verschiedenen Brotsorten, 1000 verschiedene Beläge, von denen ich bei der Hälfte gar nicht wusste, was es ist oder wie es heissen könnte -  und ganz viele Leute auf engstem Raum, also habe ich ein paar schon fertige Panini aus der Auslage mitgenommen und nur für Silencia was vegetarisches zusammenstellen lassen:

Silencias vegetarisches Panino

(Man beachte das Brot!!)

Unsere Panini waren hingegen mit (etwas zu) viel Fleisch, aber superlecker und wir hatten noch am nächsten Tag davon. Aber das mit dem vegetarisch ist überraschenderweise wirklich verdammt schwierig in Italien, was ich nicht verstehe, weil es da ja so gutes Gemüse gibt, was muss dann immer noch Fleisch/Wurst/Schinken dazu gemacht werden. Auf der Karte und den panini oder tramezzini landet dann doch immer noch was unvegetarisches ...


So, der nächste Zug, wieder alles pünktlich, nur das Wetter macht nicht mehr mit ...

Es schüttet und wir immer kälter - als wir in Cefalù ankommen, dem von mir eingeplanten Strand-Bade-Tag (wegen tollem Strand und angeblich super klarem und fast türkisfarbenem Wasser), regnet es und hat 16°C. 

Cefalù ist ein klassischer Badeort, wir haben ein Apartment mitten im Centro storico, das sich als ziemliches Kellerloch herausstellt (wäre bei 40°C und Sonne vielleicht akzeptable gewesen, so eher schwierig - vor allem in Kombination mit dem Regen draussen und der Tatsache, dass man sich dann halt in der Wohnung auch aufhalten muss).

Die Kinder streiken, die Wettervorhersage wird immer übler (sprich, es ist egal, wohin wir kommen, es soll genau dann immer anfangen ganz fürchterlich zu werden) und miomarito und ich verfluchen etwas dieses geplante und gebuchte Reisen, weil wir normalerweise mit dem Auto und den Zelten eben einfach dahin gefahren wären, wo es eben besseres Wetter hat. So hilft es nichts, wir müssen da durch. 

Zunächst machen sich miomarito und ich mit dem Regenschirm auf, zum einen um einbißchen das Städtchen zu erkunden und zum anderen, um Essen einzukaufen. 

der Dom vom Cefalù im Hintergrund 

(der wurde 1131 vom normannischen König Roger II von Sizilien in Auftrag gegeben und ist Weltkulturerbe (wobei ja inzwischen eigentlich alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, Kulturerbe ist), aber der Dom ist eben besonders, weil man hier normannische, arabische und byzantinische Architektur findet)

Das Mosaik im byzantinischen Stil kann man nur leider nicht ansehen, da wird irgendwas restauriert



Dom-Platz im Regen ...

Hmpf ...

Und weil Cefalù eher klein ist und außer Touri-Spezialitäten-Läden im Centro storico auch keine normalen Lebensmittelläden zu haben scheint, haben wir auf der Suche nach Essen auch schnell alles abgelaufen. Was ich nämlich auch sehen wollte, war das Lavatoio medievale, ein vermutlich noch aus arabischer Zeit stammender öffentlicher (Wäsche-) Waschplatz, der noch bis vor ein paar Jahrzehnten benutzt wurde. War dann auch nicht so spektakulär, lag aber vermutlich auch am Dauerregen und meine inzwischen eher schlechten Laune. 


Immerhin hört es nach dem Abendessen auf zu regnen und wir machten noch mal eine Eis-Runde mit den Mädchen (in Jeans, Pulli und Jacke).


Mich hat Cefalù tatsächlich an Malcesine erinnert, nur dass es halt am Mittelmeer liegt und nicht am Gardasee. Nachdem das Wetter dann etwas besser wurde, kamen auch all die anderen Touristen nach draußen und ja ... sehr beliebter Badeort bei Amerikanern, Engländern, Deutschen usw. und alle knipsen sich vor irgendwelchen Sachen ... eher anstrengend.


aber hübsch ist es halt doch 





Etwas versöhnlich stimmt uns auch die Wettervorhersage, die jetzt am Abend plötzlich behauptet, am nächsten Vormittag würde tatsächlich die Sonne scheinen und somit die Chance auf einen Strand-Vormittag vor unserer Weiterfahrt nach Palermo steigen - wir hoffen, dass das dann auch etwas die Stimmung steigert ...

domenica 11 giugno 2023

Reise, Reise I

Seit gestern 23 Uhr sind wir wieder da, das Auto ist ausgeräumt, die Wäsche hängt auf der Leine, miomarito und ich haben schon wieder im Garten gearbeitet, Tertia ist zur Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin abgezogen, Silencia liegt mit Katze auf ihrem Bett und lernt für die Schule.

Wie schon letzte Pfingstferien war das kein wirklicher Urlaub bzw. das, was man für gewöhnlich unter Urlaub versteht, sondern eine Reise oder Exkurison oder so. Den Urlaub gibt es dann im August, wenn wir am Gardasee nichts anderes machen werden als Segen, Schwimmen, Essen und uns mit unseren Freunden treffen.

Erst hatten wir ja vorgehabt, bereits am Samstag zu fahren, gleich nach Silencias Rückkehr von ihrer einwöchigen Bio-Exkursion an den Costa Brava, aber dann verschoben wir das aus verkehrstechnischen Gründen doch auf den Sonntagmorgen. Was eine in Teilen weise Entscheidung gewesen ist, zum einen musste Silencia nämlich noch ihre Seminararbeit fertig machen, ausdrucken und in der Schule einwerfen und zum anderen hatten wir so genügend Zeit, alles anständig zu packen und tatsächlich wenig zu vergessen. Am Sonntagmorgen sollte es gegen 5 Uhr losgehen, natürlich konnte ich dann nicht schlafen (Party im Nachbardorf mit viel Lärm, dann die frohe Botschaft, dass wir ilfiglio am nächsten Morgen in der Stadt samt Gepäck einsammeln sollen, er wolle durchmachen und dann die immer noch nicht fertige Seminararbeit von Silencia ...). Kurz vor 6 Uhr hatten wir dann den Sohn eingesammelt, die Arbeit eingeworfen und es konnte endlich losgehen.

Wir fuhren zur Abwechslung mal über die Schweiz nach Italien (für den Lago macht das ja keinen Sinn, aber dieses Mal war es egal und so entschieden wir uns für die lange schon nicht mehr gefahrene Schweiz-Route - was gleichzeitig bedeutete, dass ich fahre, weil miomarito mal auf einer Uni-Exkursion ein 80er Schild auf der Autobahn übersehen hat und ich daher der Meinung bin, dass es aus Kostengründen sinnvoller ist, dass ich - die immer sehr ordentlich fährt - fahre).

Die erste Nacht wollten wir irgendwo in der Toskana auf einem Campingplatz übernachten und am Ende wurde es dann Siena. 


Dort schüttet es nur dummerweise aus Kübeln, aber trotz der auf Grund dessen angespannter Stimmung (und meines Schlafmangel) schafften wir es zwischen zwei Gewittern die Zelte aufzubauen. Besonders beeindruckt hat mich das neue 2-Mann-Zelt, dass man ungelogen in 1 min aufgebaut hat. Tertia und Silencia waren sehr glücklich :-)


und die ganze Zeit: Also, daheim in Tübingen ist es warm und es scheint die Sonne!!!

Ich (und auch ilfiglio) bin dann kurz nach Aufstellen des Zeltes einfach in selbiges umgefallen und habe 12 Stunde durchgeschlafen, während sich miomarito mit den Mädchen auf den (angeblich 15min-Weg, so die vom Campingplatz) also auf den Weg nach Siena machte, zu Fuß, was jeweils 45 min dauerte (hin bzw. zurück ...) aber es gab Eis.



nächster Morgen 


(übrigens sehr hübscher Campingplatz, muss man sich merken)

Am nächsten Vormittag ging es dann für uns alle bei deutlich schönerem Wetter in die Stadt, mit gepacktem Auto, direkt vor der Stadtmauer geparkt, damit es danach auch gleich weiter nach Rom gehen konnte. Ich war bisher - außer meiner Abschlussfahrt in der Oberstufen (Florenz) - nie groß in der Toskana gewesen und zunächst dachte ich, ah hübsch hier, sehr beschaulich:  

Das war bevor wir auf die Touristenmassen trafen ... das war aber etwas, was wir alle komplett unterschätz hatten, letztes Jahr in Frankreich haben wir ja quasi alleine Urlaub gemacht, keinerlei Touristen und wenn man Südfrankreich im Sommer kennt, ist das schon ein krasser Unterschied. In Italien hingegen ... wow ... irgendwann meinte Silencia (ich glaube nach Palermo) Wenn ich noch ein Wort Amerikanisch höre, schreie ich!

Aber erst einmal zu einer Kuriosität, die in Siena an einer Hauswand hing, und über die wir uns sehr gefreut haben ;-) (na, wer erkennt's?!)

Angesichts der Massen von Touristen, der knappen Zeit und der teilweise auch gepfefferten Eintrittspreise entschlossen wir uns, alles nur schnell von Außen anzuschauen bzw. nur (miomarito wollte unbedingt dahin) zum ehemaligen Hospital Santa Maria delle Scale zu gehen und uns dort einiges anzuschauen (da war auch niemand - sehr angenehm).


Die Piazza del Campo mit dem Palazzo Pubblico



der Dom

(alles nur so mittelmäßige Fotos, aber es sind halt auch immer 1000 Leute im Weg oder mit auf dem Bild drauf) 


Der Hauptsitz der Banca Monte dei Paschi di Siena, der wohl ältestes immer noch existierenden Bank
(ich dachte, ich hätte auch noch ein Bild von der modernen Version gemacht, aber anscheinend nicht)


noch mal der Palazzo Pubblico 


im Museum des ehemaligen Hospitals

unterirdische Kapelle der Bruderschaft (oder so ähnlich)



Wie du war ich auch einmal
wie ich bin wirst du auch einmal sein

Dann wieder schnell ins Oberirdische, zum Auto und weiter nach Rom!

In Rom ging es erst zum Hotel am Bahnhof, das Gepäck für die Weiterreise mit Zug und Fähre ging mit aufs Hotelzimmer, der Rest blieb im Auto, das miomarito dann zusammen mit Tertia in eine bewachte Garage brachte, Treffpunkt ausgemacht und von dort dann zu fünft in die Stadt.


Als ich das letzte Mal mit ilfiglio hier in Rom war, war er deutlich kleiner ;-)


wir liefen ein sehr kleines bisschen durch die Gegend, etwas Colosseum, etwas Foren und ich schilderte den Kinder, wie ich mich immer verzweifelt mit Kinderwagen und ilfiglio durch Rom gekämpft habe (was habe ich das gehasst).




Und dann fing es auch schon wieder an zu regnen und wir brauchten ein bezahlbares Abendessen und irgendwann hatten wir dann etwas gefunden, die erste Pizza unserer Reise und dazu gab es dann tatsächlich einen live singenden klassischen Tenor (würde ich sagen), der dann die gesamten italienischen Klassiker (von Oper-Arie bis neapolitanischem Volkslied) sang - eigentlich passend. Dann schnell, schnell ins Bett, an nächsten Morgen um halb 8 ging unser Zug nach Sizilien.