mercoledì 1 luglio 2026

Jetzt aber!

Gestern kam dann die WIRKLICHE Abkühlung - dummerweise genau dann als ich auf dem Weg zum Italienisch-Kurs war. Und doppelt dummerweise waren wir nicht wie sonst meist mit dem Auto unterwegs. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab und gestern hatte keine von uns beiden ein Auto zur Verfügung, also hieß es Bus fahren. Schon an der Bushaltestelle hier im Dorf fing es an zu winden, so dass wir beide schnell das Handy zückten, um Hause anrufen und den Kinder (ich habe ja nur noch eins daheim, meine Freundin hat noch vier zu Hause) Instruktionen zu geben, was alles zu gemacht und reingestellt werden muss. 

Wir fuhren dann quasi zusammen mit dem beginnenden Gewitter in Stadt zum Bahnhof, meine Freundin meinte Da! Super! Die Drei steht da schon! und wir sprangen vor dem großen Wolkenbruch in den neuen Bus hinein. Um dann ein paar wenige Minuten später festzustellen, dass der Bus in die falsche Richtung fuhr (kann einem also auch in Nicht-Istanbul passieren ... ;-)). Also nächste Haltestelle wieder raus, Straßenseite gewechselt, Bus wieder zurück zum Bahnhof genommen. Dort brachen dann alle "Dämme" und das Wasser fiel entweder nur so vom Himmel oder aber es kam noch Wind dazu und der Regen "fiel" einfach quer. 


Unser Bus war natürlich weg, wir musste eine halbe Stunde warten, Gott sei Dank standen immer ganz viele Leute vor uns unter dem Dach der Bushaltestelle, so dass diese hauptsächlich nass wurden und wir zumindest so lange im Trockenen standen bis sich das Wasser in Bächen einfach einen Weg durch die Wartenden bahnte. Wir gaben bei unserem Lehrer Bescheid, dass es wohl etwas später werden würde, stiegen nach ewigem Warten dann endlich in den richtigen Bus ein, nur um festzustellen, dass der umgeleitet wird, weil die eigentlich Straße, die er nimmt gesperrt ist - und wir damit auch einen viel längeren Fußweg zum Italienisch-Unterricht hatte. Wir hatten zwar jeweils einen Regenschirm dabei, meine Freundin sogar eine Regenjacke, aber wir kamen komplett durchweicht in der Volkshochschule an, meine Freundin hatte ein langes Kleid an und musste den Rock tatsächlich erst einmal auswringen ... mein Kleid war kürzer und daher auch weniger nass, dafür hatte ich aber keine Jacke und das gesamte Regenwasser war über meinen Rucksack direkt auf meinen Po geflossen ... aber: hey, uns war gar nicht mehr fürchterlich heiß ;-) 

Während des Unterrichts versuchten wir dann so gut es ging zu trocknen, unser Lehrer meinte nachdem das Gewitter vorbei gezogen war: Oh no, sta tornando il caldo. Anche voi sentite questo caldo? (also ob uns auch so warm sei). Worauf ich meinte: Indosso un vestito completamente bagnato, di certo non ho caldo. (ich habe ein klatschnasses Kleid an, mir ist sicher nicht heiß). Der Rückweg verlief dann deutlich besser, im Bus nach Hause hätte es dann allerdings die super funktionierende Klimaanlage (normalerweise machen die NIE kalt) nicht gebraucht ...

So, was ich sagen wollte, es hat wirklich abgekühlt, die Nacht war ein Traum - Tertia hat prompt heute morgen verschlafen ;-) Jetzt versuche ich auch das Haus gut runter zu kühlen, damit wir nächste Woche (oder Sonntag ..), wenn es wieder über 30°C geht, nicht schon gleich wieder bei 27°C oder 28°C Innentemperatur starten. Und ich kann wieder richtig arbeiten, zum einen funktioniert mein Hirn wieder richtig (das hat ab 29°C im Arbeitszimmer auch aufgegeben) - also habe ich eine Runde Steuern gemacht - und zum anderen: endlich mal wieder fotografiert. Bei 35°C plus sieht nämlich auch nichts mehr knackig, frisch und appetitlich aus.

 



Zu den großen Kindern: Silencia zieht nächste Woche aus ihrem super katholischen Wohnheim mit großen Kruzifixen an der Wand und Priester auf dem Stockwerk um in eine normale WG; das neue Zimmer ist deutlich kleiner und deutlich teurer, aber ich kann es absolut verstehen, dass man nach fast einem Jahr da wirklich raus will/muss. Und es erspart uns/ihr diverse Umzugslogistik, weil sie eh über den Sommer aus ihrem alten Zimmer hätte komplett raus müssen und erst im September - wenn überhaupt - ein neues Wohnheimzimmer bekommen hätte. So zieht sie jetzt - glaube ich - peu a peu und zu Fuß in die neue Wohnung um. Sind auch nur wenige hundert Meter. In zwei Wochen kommt sie dann für den Sommer heim :-)

Ilfiglio hingehen geht jetzt für ein paar Wochen nach England, zum Englisch lernen bzw. Zertifikat ablegen, im nächsten Jahr will er dann ja dort an eine Uni. In England kommt er bei einem pensionierten Ehepaar unter, dass Studierende aufnimmt, die in diesem Ort Englisch lernen und ich musste beim Lesen des Briefes (also da kommen Sie runter, das ist das Ehepaar, ihre Hobbys sind usw.) fast lachen, weil es so Britisch war und I’m sure it’ll be lovely! Außerdem wurde er von lauter Italiener*innen für den August nach Italien eingeladen, ich hoffe, das klappt irgendwie. Ich stelle es mir toll vor, von einem Neapolitaner nach Hause eingeladen zu werden - vielleicht kann er seine Mamma! ja mitbringen ... ;-) (Nein, natürlich nicht!) 

So, jetzt aber ab ins Bett, die kühlen Nächte ausnutzen!

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