domenica 12 aprile 2026

Oster-Ferien Teil I

Den ersten Teil der Osterferien bestritten miomarito und ich ja ganz alleine, weil sich die Begeisterung von 15jährigen  zum Thema karolingische Fresken und ganz, ganz alte Holzdecken in großen Grenzen hielt - und Tertia ja eh erst mal Cousinen besuchen war. 

Für uns ging es am Morgen früh, aber gemütlich (also gemütlich im Sinne von gemütlich aufstehen) los, kurz hinter Tübingen wurde aber klar, die Fahrt wird eher anstrengend: 


Das waren die Verhältnisse auf der Alb

Ich kämpfte mich später dann via Fernpass durch noch mehr Schnee. Eigentlich hatten wir über Bregenz und der Arlbergtunnel fahren wollen, aber das dauerte dann plötzlich eine Stunde länger, also fuhren wir unserer übliche Route über eben den Fernpass. Dort brach dann alles zusammen, Lastwagen blieben liegen, - es war nicht so ganz klar, ob auf Grund des Wetterverhältnisse oder auf Grund eines Defektes - jedenfalls standen wir sehr lange auf der Straße herum und mussten auch einmal runter und wieder rauf auf die Fernpass-Straße, weil da eben gar nichts mehr ging. Und am Ende kamen wir in Müstair auf 1200 m an und ... ja ... kein Schnee, nur braune Wiesen. 


Müstair liegt im Val Müstair, im Kanton Graubünden, und wenn man so fährt wie wir, liegt es wenige Hundert Meter hinter der italienischen Grenze. Auf deren Seite (Südtirol) Deutsch gesprochen wird, im Val Müstair aber Rätoromanisch (und natürlich auch deutsch):


(hier kann man übersetzen üben)

Wir waren ja wegen des Klosters gekommen, das ist sehr, sehr alt und gut erhalten (UNESCO-Weltkulturerbe seit 1983, als noch nicht alles Weltkulturerbe wurde ...)


ganz alt, also von vor 800, sind diese drei Apsiden, sowie Haupt- und Nebenschiffe, das Dach stammt aus dem 15. Jahrhundert (das Holzdach davor ist abgebrannt) und dieses Gebäude rechts ist ein "Turm" aus ottonischen Zeiten (960) wurde aber im 15. Jahrhundert auch noch mal verschönert (Zinnen).


Das Kloster wurde wohl von Karl dem Großen gegründet (also wirklich, nicht nur der Legende nach), deshalb steht er auch in der Klosterkirche
(romanisch, genaues Entstehungsdatum ist aber unklar)


Das ist das "neue" Kirchendach aus dem 15. Jahrhundert (Gotik)


Da hinten auf der Empore gibt es die älteste bekannte Darstellung des jüngsten Gerichtes (ca. 800) zu sehen - wenn man hinkommen würde ... kommt man aber nicht. Öffentliche Führungen gab es keine, eine private hätte 100 Franken gekostet ... eh ja ... (das Problem ist ja auch, dass dann oft die normale Touri-Führung ist und dann lesen wir das doch lieber in der Fachliteratur selbst nach).

Miomarito hat sich natürlich auch den entsprechenden Katalog gekauft und sass abends - nach unserem ersten Besuch im Kloster - noch länger lesend in unserem gemütlichen Bed&Breakfast-Zimmer und weil ich zu müde war, mir da auch alles noch durchzulesen, bekam ich dann am nächsten Vormittag eine kleine Führung von miomarito über das, was ich noch nicht wusste ;-) (Me te lo spiego! miomaritos Standard-Ankündigung, wenn die Gefahr besteht, dass es "mansplainig" werden könnte)



das sind romanische Fresken von so um 1200
die karolingischen wurden einfach übermalt und erst in den 1950er Jahre wieder entdeckt,
die romanischen wohl auch, die wurden im Spätmittelalter übertüncht


unter romanische, oben karolingisch



an den Seitenwänden auch karolingische Fresken
(die dargestellten Personen sehen oft noch sehr römisch aus)

Neben der Klosterkirche gibt es noch die Heiligkreuzkapelle, in die kommt man nur mit Führung rein, noch mal 100 Stutz (die spinnen). Die Kapelle ist auch von vor 800, man kann nachweisen, dass das für die Holzdecke benutzte Holz von vor 770 ist. 




Die Tür da auf dem Bild führt ins Untergeschoss der Kapelle, wo gerade Ausgrabungen stattfinden - 
woher wir das wissen? Jemand hatte vergessen die Tür abzuschließen ...




Ansonsten ist dort in Müstair eher wenig los, Donna Leon lebt angeblich da, im Klostershop konnte man auch ihre Bücher kaufen, ansonsten ist wohl eher im Sommer Saison. Wir hatten ein erschwingliches Bed&Breakfast auf der Schweizer Seite gefunden und miomarito hatte nach einem erschwinglichen Restaurant auf der italienischen Seite geschaut  - allerdings nicht, ob das auch am Dienstagabend geöffnet ist - war es natürlich nicht und so blieb uns nichts anderes übrig als ins einzige geöffnete Lokal im Ort unseres B&B zu gehen:


Da war auch eher nichts los, dafür war das Essen sehr lecker, wir bestellten das von Speisekarte, was wir nicht kannten nämlich Capuns und Pizzoccheri (also die Pasta kenne ich schon, aber nicht mit Kartoffeln, Wirsing und Knoblauch) und schlossen beim Bezahlen die Augen.



unsere Unterkunft war auch toll, urige Zimmer, eigentlich Gemeinschaftsbad, aber da außer uns niemand da war sehr komfortabel

Am nächsten Vormittag ging es wie geschrieben noch mal ins Kloster, dann aber weiter Richtung Bozen zu den Mädchen, mit dem festen Vorsatz, noch einmal wieder zu kommen, vielleicht wenn es etwas wärmer ist und etwas belebter (und nicht alles zu ist).


Es gäbe auch noch einiges zu sehen 

Auf der italienischen Seite machten wir dann aber gleich noch einmal halt: 


St.-Johann-Kirche in Taufers


Hier gibt es einen virtuellen Rundgang (geht so, also die Stimmen)



romanische Fresken
(u.a. Moses verkündet die zehn Gebote)


Es hätte noch eine Ausstellung dazu gegeben, aber ... Sie ahnen es ... sie war geschlossen
(alle Museen usw. machen erst im Mai/Juni auf)

Bevor es jetzt zu viel wird, die weltlichen Fresken aus Bozen gibt es dann morgen. 

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