domenica 8 febbraio 2026

schon wieder Kultur

Aber erst einmal Sport. Am Samstag ging es für mich und miomarito eher gemütlich zu Tertias Wettkampf bei Stuttgart, weil Tertia von ihrer Teamkollegin bzw. deren Mutter hier um 6:45 Uhr abgeholt und zum Treffpunkt gefahren wurde, so dass ich nach einem kurzen "Alles gut? Brauchst du noch was?! Toi, toi, toi!" noch mal ins Bett durfte und mehr schlecht als recht eine Runde schlief. 

Wir kamen gegen 11 Uhr in Schmiden an, da war Tertias Gruppe noch lange nicht dran, aber wir sassen ganz nett mit noch zwei weiten Eltern zusammen (also Eltern von zwei weiteren aus der Gruppe) und liessen uns schildern, dass das Einturnen am frühen Vormittag eine einzige Katastrophe gewesen sei und wir rechneten schon mit dem Schlimmsten. Es war dann allerdings so, dass alle anderen noch viel, viel schlechter waren und sich Tertias Gruppe auch deutlich steigerte (aber immer noch so viele unnötige Fehler machte) und am Ende der unglaubliche zweiten Platz heraussprang - 0,04 Punkte (oder so) hinter der zweiten Gruppe aus Tübingen.  

Schmiden ist die Kaderschmiede der deutschen rhythmischen Sportgymnastik und so kam es, dass sich kurz vor Tertias Siegerehrung die Einzelgymnastinnen einturnten und darunter auch Darja Varfolomeev, die so ungefähr schon alles gewonnen hat, was man gewinnen kann: diverse Welt- und Europameisterschaften und natürlich auch olympisches Gold. Was ich allerdings am beeindruckendsten finde: Sie kam mit 12 Jahre ALLEINE und ohne Deutsch zu sprechen nach Deutschland bzw. aufs dieses Sport-Internat in Schmiden. Für uns ging's dann allerdings wieder nach Hause, so dass wir nicht ihre Kür gesehen haben. 


schneller Spaziergang für mich ums Dorf, um noch mal schnell Sonnen zu tanken


Heute Vormittag habe ich die Chance genutzt, dass wir erst gegen 14 Uhr los mussten, und habe bei den olympischen Spielen reingeschaut. Ich war ja mal ziemlich Wintersport verrückt (also so Zuschauen aus dem Warmen, nicht selbst was machen), kannte beim Alpin Skifahren, Biathlon und Langlauf, sowie Eiskunstlauf und ein bisschen beim Eisschnelllauf eigentlich jede*n Sportler*in und jetzt eher so gar niemanden mehr. Ich rede allerdings eben auch von Zeiten VOR den Kindern - ist also auch schon ein bisschen her ;-) Aber Lindsey Vonn sagte mir immerhin was und dann sprach sie sich auch noch öffentlich gegen ihre Regierung aus und die Tatsache, dass sie schon 41 ist und ein künstliches Knie (!?) hat und jetzt auch noch mit Kreuzbandriss, da schalte ich dann doch mal ein bzw. hole mir den Stream auf den Bildschirm. *joar* dafür aber Silber für eine "Schwäbin" ;-)

Gegen zwei Uhr dann also Abfahrt nach Esslingen - da war ich neulich erst gewesen, also im September 24 ... ich dachte, ich hätte darüber gebloggt, aber es war wohl nur eine Story bei Instagram ... naja, jedenfalls habe ich mich damals mit miomarito in Esslingen getroffen, weil er dort beruflich war und weil ich dann noch viel Zeit hatte, habe ich mir fast jede Kirche in Esslingen (also der Altstadt)  angesehen - und die haben viele. Dieses mal ging es eigentlich nur in einen (wir waren dann noch kurz in zwei anderen), nämlich in bzw. unter die Stadtkirche St. Dionys. Denn auch dort kam man mal auf die glorreiche Idee, eine Fußbodenheizung in die Kirsch einbauen zu wollen (in den 1960er Jahren) und siehe da, obwohl die Kirche an sich schon eher alt ist (13. Jahrhundert), gibt es darunter noch zwei Vorgängerbauten aus dem Frühmittelalter. 

Kirche von außen

die "Brücke" zwischen den zwei Kirchtürmen ist übrigens eigentlich eine Konstruktion, damit die Türme nicht noch schiefer werden, da versucht man schon seit Jahrhunderten mit immer neuen Tricks und Konstruktion dagegen zu wirken - denn eigentlich, so hieß es heute bei der Führung, waren die Fundament für wesentlich niedrige Türme geplant (nämlich nur bis zu diesem Fries mit den Rundbögen), später kamen noch drei Stockwerke drauf und dann klappt es mit der Statik halt nicht mehr so richtig. 

Wir waren ja aber natürlich wegen den Ausgrabungen unter der Kirche da: 


Hier ein Bild von den Ausgrabungen in den 60er Jahren, 
so ungefähr sieht ja auch miomaritos Dom derzeit aus


Ich würde sagen, da ist noch Platz nach oben, gestaltungstechnisch ...

Mauern der Vorgänger-Kirche

ein sogenanntes Plattengrab 

(da gab es mehrere im Innenraum der ersten Kirchen)

eins der Gräber ist eher klein (Kindergrab?) und war mit diesem Stein bedeckt

NOMINE D(OMI)NI NORDMAN 

Die Innschrift bedeutet Im Namen des Herrn, Nordman 

Sie stammt wohl aus dem 2. Viertel des 8. Jahrhunderts und gilt damit als älteste mittelalterliche Grabinschrift rechts des Rheins (da lächle ich linksrheinisch geborene nur milde ;-) - ähnlich wie als ich einmal in Naumburg war und man mir dort ganz stolz erzählte, dass man hier (Saale-Unstrut) jetzt seit 1000 Jahren Wein anbaue ... ich erhöhe mal um 1000)

Das ist die Grabplatte von St. Vitalis, der im frühen und hohen Mittelalter wohl ein Besuchermagnet war und man auch deshalb die Kirche vergrößern musste, um der Pilgerströme Herr zu werden. Durch das Loch in der Grabplatte könnt man den Heiligen dann sehen. Man weiß übrigens weder wer der Heilige Vitalis war (nicht der Heilige Vitalis von Ravenna) noch wo seine Gebeine heute sein könnten. 

So sieht die Kirche oben aus (Blick Richtung Ausgang, nicht zum Chor hin)

Im Großen und Ganz würde ich sagen *yoar*, die Ausstellung oder das ganze Ding da unten wurde in seiner jetzigen Form vor 25 Jahre fertigstellt, ist also etwas in die Jahre gekommen, aber selbst wenn man das mit in Betracht zieht ... eher underwelming, so von der Präsentation her (also die Führerin war schon okay, aber man muss schon sehr interessiert sein ...)

So, das war's erst Mal mit der Kultur oder "den alten Steinen", die nächsten Wochenende sind ja eher voll mit Sport und dann hat das Kind ja auch bald noch Geburtstag! 


Nessun commento: