giovedì 3 settembre 2015

Sommerurlaub - Lago

Nach dem Abbau des Zeltes ging es dann erst einmal nach Vicenza, den Neuankömmling der Familie besuchen (hier war er ja noch im Bauch) und sassen dann wie man sich das so vorstellt in einer Bar, mit miomaritos Großcousin (oder so), seiner Frau, dem Baby, einem eher verrückten Onkel, dem aus Rom auf Durchfahrt befindlichen Bruder der frisch gebackenen Mutter, seiner Freundin und alles ging durcheinander, laut, über den Tisch diskutieren, sich ins Wort fallen, begeistert ... vor allem der Bruder, der große Roma-Fan ist als wir ihm erklärten, dass Silencias ihren zweiten Vornamen deshalb bekam, weil Totti bei der WM 2006 den entscheidendem Elfmeter mit Löffelchen ins Tor brachte ... Veneziani gran signori, Padovani gran dottori, Vicentini mangia gatti, Veronesi tutti matti ... letztes bestätigte sich mal wieder, während die Vicentini wohl doch eher keine Katzen essen ;-) Zum Fotografieren kam ich da natürlich gar nicht.

Und dann weiter an den Lago, miomaritos Schwester erwartete uns mit dem Abendessen, 9 Leute für 2 Tage auf engstem Raum bei strömenden Regen ging allerdings überraschend gut, die jüngste ist ja auch noch klein (nicht ganz 6 Monate) und in den beiden nächsten Tagen verziehen wir uns auch immer mal wieder rum Spülmaschinen und Schuhe kaufen.

Nach der Abreise von miomaritos Schwester wird das Wetter dann auch wieder schön (kein kausaler Zusammenhang ;-)), wir gehen viel an den Strand und Segeln (Achtung Bilderflut, teilweise waren die auch schon auf Instagram, aber so viele gute Fotos werden es dann doch nicht, dass ich immer noch neue hätte)




seltenes Selfie


Tertia beim Zählen ... das Kind kann jetzt problemlos bis ca. 20 multiplizieren, im Kopf, ohne Finger usw. selbst ilfiglio war völlig perplex. Sind ja noch 2 Jahr bis zur Einschulung ... *muhaha*



Tertia bei ihrem ersten Segel-Turn 
große Freude


die Mädels bei boarden des Bootes - was relativ kompliziert ist, weil miomarito das Bott draußen anhalten und die Mädels zum Boot raus schwimmen müssen - für Silencia kein Problem, aber Tertia bekam dann doch auch immer mal wieder Panik (vor allem beim Aussteigen)


So schön!








So und jetzt wieder Alltag, Kinderbespaßung, Zeltlager für ilfiglio, Kinder-Zirkus für Silencia, Kindergarten für Tertia, Geburtstagsvorbereitungen und mein Versuch, irgendwo als Deutschlehrerin für Flüchtlinge unterzukommen. 

mercoledì 2 settembre 2015

Sommerurlaub Venedig IV

5. Tag

Wir beschließen, uns einen Tag auszuruhen, unsere Sachen vielleicht endlich mal wieder komplett trocken zu bekommen und nur zwischen Strand und Pool hin und her zu pendeln. 


Zwei Wäscheleinen voll mit nasser Wäsche, ebenso die Fahrräder und selbst das reicht nicht aus. Die Nächte sind überraschend feucht und so wird alles über Nacht wieder feucht bzw. eben nicht trocken. 


ilfiglio im Pool


Gemütliche Terrasse des Hotels, wo man aber auch als Zeltplatz-Gast herumlungern kann und vor allem W-Lan nutzen kann - und die ombra darf auch nicht fehlen ;-) Wir beschließen es heute wirklich ruhig angehen zu lassen und am Abend auch noch Essen zu gehen - früh ;-) früh vor allem auch deshalb weil Tertia entdeckt hat, dass die allabendliche Mini-Disco (Disco für Kinder) il coccodrillo come fa spielt (Tertias Lieblingslied, dass sie noch aus Zeiten der italienischen Babysitter-Studentin kennt). Die Tage davor waren wir entweder nicht da, oder aber Tertia schlief schon und nur Silencia sprang auf der Mini-Disco herum. Heute hatten wir ihr versprochen, dass sie zum coccodrillo dürfe.




Heute essen alle Pizza - sehr nettes Strandlokal direkt am Strand und direkt neben unserem Campingplatz. Dann ging es schnell, schnell zurück auf den Campingplatz, Silencia hatte sich schon während des Tages mit einem Mädchen aus München angefreundet und zur Disco verabredet, Tertia sang bereits seit Stunden il coccodrillo come fa. Als wir ankommen, hat die Musik bereits begonnen und - Gott sei Dank ist Tertia überglücklich auf der Bühne tanzen zu können - il coccodrillo wird nicht gespielt. Wir müssen also morgen noch mal kommen.

6. und letzter Tag

Heute steht auf Wunsch der Mädchen Maske-Kaufen in Venedig (Tertia) und Murano (Silencia) auf dem Programm. 


Leider fährt dieses hier in die falsche Richtung 


Anfahrt auf Venedig

Wir kaufen Tertia (und Silencia) eine Karnevals-Maske, im ersten Geschäft, das wir am Montag gesehen hatten, gehen im gleichen Supermarkt wieder einkaufen und Essen auf dem gleichen Platz panini wie schon am Montag. Dann geht es weiter nach Murano - was ganz, ganz fürchterlich ist. Wir schauen kurz einem Glasbläser zu, bestaunen die Hässlichkeit in den Auslagen, jeder bekommt eine granita und dann fahren wir ganz schnell wieder zurück nach Venedig, um die Stadt noch einmal mit dem vaporetto zu umfahren (dieses Mal die andere Hälfte) - dann geht es heim zum Zelt, zur einer neuen Runde salsicce auf dem Grill und endlich il coccodrillo come fa für Tertia ;-)




So schön - wir kommen sicher wieder
(und weiter zum Lago)


Sommerurlaub Venedig III

3. Tag

Am dritten Tag schüttet es, wir sind uns nicht sogwirklich sicher, ob unser Baumwollzelt das aushält ... da die Kinder alle sehr müde sind, bleiben wir alle erst einmal im Zelt, schlafen uns einigermaßen aus oder lesen fleißig. Miomarito übernimmt die undankbare Aufgabe, Essen einzukaufen - dummerweise fällt uns das nämlich erst ein, als der Campingplatz das Benutzen der Autos (13-15 Uhr) nicht mehr erlaubt ...


überfluteter Campingplatz 

Miomarito wird dann aber langsam endgültig unruhig und beschließt, zusammen mit Silencia doch nach Venedig zu fahren. Ilfiglio streikt, ich möchte mit Tertia auch lieber einen Ruhetag einlegen und teilen wir uns auf. Miomarito und Silencia verpacken ihre Ersatzkleidung in Plastiktüten, schwingen sich auf die Räder und gehen die goldenen Pferde ansehen.

[ich hatte den Kinder vor der Abfahrt das Buch Lavendel in Venedig gekauft, das wirklich ein sehr schönes, leider nicht mehr aufgelegtes Buch etwas veraltetes Buch (Lavendel wird Lire- Millionärin)für Kinder zum Thema Venedig ist - geschrieben übrigens, das wusste ich aber gar nicht, von Christina Björk, welche die Linnea-und Linus-Bücher geschrieben hat, darunter Linnea im Garten des Malers, eins meiner Lieblingsreisebücher (über Paris bzw. Monet) als Kind]

Ich bleibe mit den beiden anderen im Zelt, verhindere, dass sich in Flut IN unserem Zelt weiter ausbreitet, Tertia hört Hörbücher und spiel Tiptoi, ilfiglio liest. Als es aufhört zu regnen gehen wir kurz an den Stand und wärmen uns die Füße im warmen Adria-Wasser ;-)




4. Tag

Endlich scheint wieder die Sonne, die Kinder verschwinden mit miomarito an den Pool, ich versuch etwas Ordnung ins Chaos zu bringen. Danach geht es an den Strand.



Der Plan für heute heisst, neue 3-Tages-Tickets für die großen Kinder besorgen, kurz nach Venedig rein fahren und dann am Abend auf Le Vignole essen zu gehen. Letzteres war mein Wunsch, weil ich in den 10 Sekunden, in denen ich mal den Reiseführer haben durfte ;-) einen sogenannten Geheim-Tipp entdeckt hatte (Geheimtipps in Reiseführern sind ja so eine Sache ...), eine eher rustikale Trattoria, in der man gut und günstig essen könne.

Das erste Problem entsteht dadurch, dass man von dort nicht mehr nach Punta Sabbioni kommt, sondern nur nach Treporti - was genau so weit von unserem Campingplatz weg ist wie Punta Sabbioni - aber wir müssen natürlich wegen der Räder auch von dort Richtung Venedig abfahren. 



Dort kann man dann aber nicht wie gedacht das günstige 3-Tages-Ticket für die großen Kinder kaufen. Wir nehmen also das nächste Schiff, bezahlen für die Kinder normal und versuchen dann in Venedig selbst das 3-Tages-Ticket zu kaufen - was sich also größere Herausforderung herausstellt, vor allem weil wir - wie sich im Laufe der Suche ebenfalls herausstellt - zum Bahnhof müssen. Was bedeutet, wir müssen einmal quer durchs volle Venedig laufen und dann wieder zurück ... dazwischen gibt es Bestechungseis für die Kinder und Beruhigung-Ombre (Glas Weißwein) für die Eltern.






Trotzdem immer noch sehr schön da



untergehende Sonne über Venedig vom Vaporetto Nr. 13 aus


Das nächste Problem zieht deutlich sichtbar am Himmel auf. Meine Wetter App hatte zwar hartnäckig versprochen, dass es bis kurz nach Mitternacht trocken bleiben soll - die heraufziehende Wolkenfront verspricht anderes ... wir sind sommerlich bekleidet und haben keine Regenjacken oder ähnliches dabei .. weil es sollte ja trocken bleiben ...





Auf Le Vignole angekommen schauen wir uns in der beginnenden Dunkelheit erst einmal interessiert um, die Insel ist ja so etwas wie eine Gemüse-Insel, früher wurde von hier (und Sant’Erasmo) Venedig versorgt, jetzt wohnen nur noch wenige Menschen hier und irgendwie steigt auch sonst niemand aus ... vielleicht doch ein echter Geheimtipp ... oder heute Ruhetag ... oder es gibt den Geheimtipp gar nicht mehr? Nach einigen hundert Meter entdecken wir allerdings ein Schild Trattoria Alle Vignole - alles gut. 

Was dann folgt begeistert mich sehr, einfach weil ich so etwas sehr mag und es auch in etwa so ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir sind tatsächlich die einzigen Touristen, das Ganze hat etwas von einem Biergarten, man holt sich die Getränke usw. selbst, bekommt das Essen dann aber an den Tisch gebraucht, es ist laut, italienisch und wir reden uns fleißig ein, dass das mit dem Wetter schon noch hinhaut - jedenfalls so lange, wie niemand die Sturmfenster einsetzten würde (unser Witz seit Kroatien und die Bora). Es dauert nicht lang und die Wände des quasi offen stehenden Hauses werden eingesetzt ... wir essen aber fröhlich (und lecker) weiter, Tertia schläft wieder auf dem Schoß ein, es beginnt zu regnen, wir essen den absonderlichsten Nachtisch seit langem:




Schokoladen-Wurst
(selbst Silencia, der fleischfressenden Pflanze wird es zu viel)

Und machen uns dann gegen 22 Uhr durch den Regen rennend auf zum Boot - das dann nicht kommt.   Witzig. Tertia ist inzwischen wieder wach und friert erbärmlich. Miomarito stellt sein Polo-Hemd zu Verfügung, zwei italienische Familien gesellen sich zu uns an die - immerhin überdachte - Anlegestelle und schenkt uns eine - vermutlich ursprünglich von der Trattoria ausgegebenen - dicke Mülltüte mit ausgeschnitten Löchern für Arme und Kopf, die wir Tertia anziehen. Wir unterhalten uns, diskutieren das Schilfproblem und miomaritos Herkunft - wenn ich mich richtig erinnere - und dann kommt ihr Boot (das aber nicht in unsere Richtung fährt) und sie schenken uns drei ihrer Jacken für Silencia, ilfiglio und mich, damit wir nicht so frieren. Wo gibt es denn das?! Wir können es kaum fassen.
Wir warten dann immerhin etwas wärmer weiter auf das nächste Boot in unsere Richtung, dass dann tatsächlich irgendwann - vermutlich so gegen 23 Uhr - kommt, d.h. zunächst denken wir, es handle sich um ein privates Motorboot, so klein ist es, aber nein, es ist tatsächlich die Linie 13 - (oder der "Nachtbus" ... wenn ich mir jetzt den Plan so anschaue und mir überlege, wie lange wir unterwegs waren). Wir quetschen uns unter Decke, es gibt ein paar wenige Mitreisende und knapp über der Wasseroberfläche schippern wer gefühlte Stunden (vermutlich aber "nur! eine) durch Wind und Gewitter bis wir endlich in Treporti ankommen - wo uns im strömenden Regen unsere Fahrräder erwarten (Freude!). Miomarito fährt mit der im Fahrrad-Sitz schlafenden Tertia voraus, ich mit den beiden Kinder hinter her und versuche dabei gute Stimmung zu verbreiten, damit wir irgendwie nach Hause ins Zelt kommen. Das schaffen wir tatsächlich, bis auf die Haut durchnässt und entsprechend frierend und müde. Aber wir sind im mehr oder weniger Trockenen und können endlich schlafen.

Demnächst mehr.


martedì 1 settembre 2015

Sommerurlaub Venedig II

2. Tag

Von der in den Kritiken angekündigten nächtlichen Disko-Musik konnten wir nichts hören (und schieben das auf das für italienische Verhältnisse eher schlechte Wetter), aber trotzdem erst einmal eine große Runde Kaffee - die großen Kinder verschwinden zum Pool:

Dann ging es ab an den Strand - mit überraschend - also für Adria überraschend - vielen Wellen und tatsächlich abfallendem Ufer ;-) Angenehm, da nicht so viele Leute (wir schieben das auf das für italienische Verhältnisse eher schlechte Wetter ;-)) 


Aber man kann ja nicht den ganzen Tag am Strand herumliegen, wenn es ringsherum so viel zu sehen gibt. Also pünktlich zur Mittagszeit rauf aufs Schiff (inzwischen haben wir Fahrräder, also miomarito hatte unser Allzweck-Rad samt Sitz für Tertia und das von Silencia eh eingepackt, also bekommen ilfiglio und ich vom Campingplatz zwei Räder - für die ganze Woche) 


So verbringen wir die meiste Zeit auf den Schiffen


Heute geht es von der Punta Sabbioni durch die Lagune nach Westen. eigentlich stand nur Burano auf dem Plan, aber weil das Schiff eh noch weiter nach Torcello fährt, müssen wir das noch schnell einschieben.


Von Torcello haben ich irgendwie keine Bilder gemacht - ich habe eh nur mit dem iphone fotografiert, weil ich a) schnell gemerkt habe, dass das mit dem "echten" Fotografieren, der Stadt und den Kindern eh nix wird und b) ich dann ja auch mal richtig Urlaub machen könnte anstatt mich zu ärgern, dass ich jetzt eigentlich da und da sein müsste und das Licht und wenn man jetzt nicht schon wieder nach hause usw. - also keine Bilder von Torcello, da die Kinder etwas sauer waren, weil heiss, weil öh ... doofe Kirche und überhaupt -  und erst nach einer Runde Granita wieder etwas kooperativer wurden. Also hier nur ein Bild eines wartenden Taxi-Fahrers am Ende des Canale in Torcello.
(Torcello ist deshalb so interessant/wichtig, weil es quasi die Vorgängerstadt von Venedig ist, heute wohnen hier nur noch eine Handvoll Leute, früher (also so 9.-10. Jahrhundert) waren es aber mal 20 000 - was man sich heute absolut nicht mehr vorstellen kann.

Dann ging es weiter bzw. wieder zurück nach Burano, was wirklich entzückend ist. Venedig in klein und bunt. 


Komischerweise werden hier aber gegen 18:30 Uhr die nicht vorhandenen Bürgersteige hochgeklappt und als dann kurz darauf auch die Stühle und Tische vieler Lokale reingestellt werden, werden wir recht unsicher, was unsere Rückfahrt ans Festland angeht. Während Tertia die Häuser verteilt - Das grüne da ist für die Silencia, ich nehme das rosane, nein, doch das lilane, nein, dort das violette ist vielen schöner und Mama, für dich ... - versucht miomarito herauszubekommen, wann denn das letzte Schiff fährt. Zum ersten Mal ist jemand - die Auskunft an der Anlegestelle - nicht freundlich (ich war den letzten Tag ganz fasziniert davon, die freundlich und hilfsbereit die Venezianer waren, trotz der Massen von Menschen, die sich da täglich durch die Stadt schieben) und so konnten wir nur spekulieren, was die Punkte, Striche und Abkürzungen auf den Plänen bedeuten sollten ... also  nahmen mit den jetzt doch sehr müden Kindern einen aperitivo in Sichtweite der Anlegestelle ein und beschlossen, sicherheitshalber doch erst mit dem Schiff aufs Festland zu fahren und dann Essen zu gehen. 


Hier kann man auch Tauben jagen - etwas übersichtlicher als auf dem Markusplatz ;-)






Wir fahren also mit dem Boot wieder zurück nach Punta Sabbioni, schwingen uns dort auf die Fahrräder und essen zu später Stunde in einem typischen Touristenlokal Pizza (die großen Kinder), "Pommes!" (Tertia) und Fritto Misto (Eltern) ... mit deutschem Wirtshaussalat ... wir verlangen zu wissen, welche der Flaschen mit weißer, fast durchsichtiger Flüssigkeit das Öl und welches der Essig sein soll - bei der zweiten Nachfrage bekommen wir dann (vermutlich direkt aus dem Geheimdepot aus der Küche) Olivenöl und Balsamico - geht doch ;-) Tertia kippt nach ihrer Portion um und schläft auf der Bank mit Kopf auf meinem Schoss (oder war es miomaritos?) ein. Abfahrt nach Hause ins Zelt. 

Sommerurlaub Venedig I

Im zugegebenermaßen kurzen Vorfeld unseres Urlaubs - denn eigentlich waren nur 10 Tage Gardasee angedacht gewesen, bis miomarito dann doch die Zelt-Lust befiel und er vorschlug, eine Woche bei Venedig zu zelten und somit den Kinder den schon lange versprochene Venedig-Besuch zu ermöglichen - also es wurde im Vorfeld schnell klar, dass Zelten bei Venedig Massentourismus bedeutet. Jetzt könnt man ja annehmen, dass uns das mit dem ständigen Aufenthalten am Gardasee ein bekanntes Phänomen sei, dem ist aber irgendwie nicht so, unser Ecke ist eher ruhig, wir bewegen uns im Sommer eh nur zwischen Strand und dem Haus von miomaritos inzwischen verstorbener Großmutter hin und her ... Besuch von Markt und Geschäften enden für miomartio in der Regel mit Ma ... tu sei il figlio di Gianni, no?, und wenn wir uns mal mit dem Auto ernsthaft auf die Gardesana Orientale begeben, dann in der Regel, um einen Großeinkauf zu machen, eine Spülmaschine zu kaufen oder aber dem Internet-Betreibern vor Ort Druck zu machen.

Aber zurück zu Adria und Venedig. Ich machte mich im Internet also auf die Suche nach einem nicht allzu großen Zeltplatz, möglichst nah an der Punta Sabbioni, von wo die Vaporetti Richtung Venedig losfahren und mit direktem Zugang zum Strand. Miomarito hätte gerne direkt auf dem Lido gezeltet, allerdings gab es da eben keine direkten Zugang zum Strand, da man erst um den - tollen -  Flughafen herum laufen muss. Bei dem einzigen irgendwie akzeptablen Campingplatz den ich finden konnte, konnte man allerdings für die Hochsaison nicht reservieren, nur ein paar Tage vorher anrufen, ob etwas frei wäre. Während ich mit den Kinder also in der Pfalz Turm-Urlaub machte, versuchte miomarito sein Glück beim ausgesuchten Campingplatz und bekam die Information: komplett voll. Nach einigen Telefonaten zwischen Tübingen und Kaiserslautern, etwas Internet Recherche einigten wir uns darauf, es hier zu probieren. Auch wenn es bei Tripadvisor etliche Kritiken mit dem Tenor gab, dass die Bar&Disko am Strand jedes Schlafen vor 3 bis 4 Uhr am Morgen unmöglich mache ...

Am Sonntagmorgen um 5 Uhr ging es dann - mit Ohrstöpsel für die ganze Familie - los. Wie üblich via Fernpass und Brenner und dann aber quer durch die Dolomiten über das Sellajoch und den Coole Santa Lucia - dabei ständiger Regen, bisweilen so, dass man kaum noch fahren konnte und immer die spannende Frage im Hinterkopf, wie man wohl ein 5-Mann-Baumwollzelt im Regen aufbaut ...


Brenner


Passo di sella (Sellajoch)


Colle Santa Lucia

Einmal an der Adria angekommen, wurde das Wetter besser, die Kinder klebten beim Lido di Jesolo an den Fensterscheiben und schrieen Da wollen wir hin!! (NAHAIN!) und nach einem kurzen Einkauf im Supermarkt erreichten wir unseren Campingplatz - der wunderschön war, nichts Massentourismus - sondern "wie immer" klein, familiär, übersichtlich, ruhig, mit zwei kleinen Pools, eigenem Strand und Mini-Disco für die Kinder (bei uns: Mädels) am Abend (dazu später noch mehr). 
Einzige negative Überraschung: unser Zelt hatte sich etwas aufgelöst, sprich Schnüre und Stangen zerbröselten beim Aufbau und statt schnell (was eh ein Euphemismus gewesen wäre) das Zelt aufzubauen, brauchten wir ewig, um alles zu reparieren. 



Aber es blieb am Ende dann doch noch Zeit, schnell an Meer zu gehen und eine Runde zu schwimmen (ich nicht, weil viel zu kalt, aber alle anderen begeistert)


Nordsee-Feeling auf dem Weg zum Meer


Tertia 

Abends - eigentlich viel zu spät (was ein ständiges Problem der nächsten Tage werden sollte), da wir ja alle schon seit morgens um 4:30 Uhr wach waren - haben wir dann noch schnell den Campinggrill angeschmissen und Salsicce gegessen.

Am nächsten Morgen sprangen die großen Kinder wie in den folgenden Tage auch sofort in den Pool, danach machten wir uns mit auf zur Anlegestelle. Die Idee war ja gewesen, mit einem Wochenticket (für uns große, die großen Kinder bekamen 2x3 Tage Kinder/Jugendticket) für den Venezianischen Öffentlichen Personennahverkehr die Stadt und Gegend zu erkunden. Öffentlicher Personennahverkehr bedeutet im Falle Venedigs natürlich Schifffahren ohne Ende ;-) Allerdings waren wir davon ausgegangen, dass man mit dem Bus die zwei Station von unserem Campingplatz zur Anlagestelle ebenfalls mit diesem Ticket fahren konnte. Konnte man aber nicht, sondern musste pro Person 2 Euro bezahlen - was auf 20 Euro pro Tag für uns 5 gekommen wäre ... also schlucken, bezahlen und dann aber erst einmal Venedig: 



So voll es rund um San Marco und die Rialto-Brücke ist, begibt man sich von der Anlagestelle einfach nur ein paar kleines Gasse nach Nord-Osten ... reinstes Ferragosto-Gefühl ;-) Kein Mensch zu sehen, alle Läden geschlossen und einfach nur wunder-wunderschön. 



Hier bei der Chiesa di San Francesco della Vigna
Dann gib es weiter von - wenn ich mich recht erinnere - der Haltestelle Celestia mit der 5.1 einmal halb um Venedig herum. 



Dann einmal Liniewechseln und weiter den Canale Grande entlang  





Zum Abschluss dann natürlich auch noch mit ALLEN auf den Markusplatz




Um kurz nach 17 Uhr waren wir dann doch etwas erschlagen und nahmen das nächste Boot "nach Hause". Dort kamen wir dann auf die eher nicht so tolle Idee, "einfach" zurück zum Campingplatz zu laufen statt wieder 10 Euro für den Bus zu bezahlen ... zwei Haltestelle, das konnte ja nicht sooo viel sein ... es waren dann aber doch 6 km und besonders bei der eher lauffaulen Silencia sorget das für den ersten Aufstand. Aber irgendwann waren wir dann doch da, schnell noch mal wie schon den ganzen Tag versprochen ans Meer zum Schwimmen:




ich wieder eher nicht ;-)

Und dann gab's wieder viel zu spät was zu essen, Tertia ass kaum mehr was, sondern fiel gleich um ins Zelt, und wir anderen folgten ihr bald. Demnächst mehr.