oder wie wir zu Besuch 275 in der Notaufnahme kamen ...
Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass die heutige Aufgabe des Tages darin bestehen würde, ilfiglio gegen Fünf anständig (im Sinne von warm) gekleidet aus dem Haus zu scheuen, damit er mit dem Bus in die Stadt fährt und zu miomarito an die Uni läuft, um dann mit (miomarito und) dem Auto nach Stuttgart ins Stadion zu fahren.
Um kurz nach 16 Uhr fiel leider Tertia etwas ungünstig auf die Kante eines unserer Sofas und das darauf folgende Geschrei plus die ca. 35 Liter Blut, die aus dem Kind sprudelten, liessen nichts Gutes erahnen. Nach insgesamt
14 (oder waren es
15?!) Stiche auf zwei Kinder verteilt bin ich ja durch wenig aus der Ruhe zu bringen, aber ich fand es schon sehr viel Blut ...
Also Blutung gestillt, Wunde angesehen: kleine Platzwunde direkt neben dem Mundwinkel. Doofe Stelle und eindeutig zu große Wunde, um einfach so zu heilen. Also, kleinen Panikanfall unterdrückt, verzweifelt versucht miomarito (und das Auto) per Telefon zu erreichen, der dann nach dem 4. Anruf endlich aus seinem Seminar kam und dann gemeinsam beschlossen, dass die Option Bus (Sie erinnern sich?! Ich finde den Post jetzt nicht, aber vorm dem Umzug aufs Dorf erwähnte ich, dass es ja toll sei, dass unser Bus in die Stadt auch gleich weiter in die Notaufnahme fährt) vermutlich die schnellste und einfachste Option ist (Okay, Rettungswagen, aber das wollte ich der inzwischen wieder recht munteren jungen Dame ersparen).
Kurz mit dem Gedanken gespielt, Tertia die blutgetränkten Kleidern auszuziehen bzw. sie umzuziehen, dann aber darauf spekuliert, dass ein offensichtlich blutüberströmtes Kleinkind die Wartezeit eventuell stark verkürzt. Tertia und Silencia gepackt und zum Bus gesprintet (zurück gesprintet, weil Geldbeutel vergessen, noch einmal zurück gesprintet, weil Handy vergessen) und ganz knapp den Bus erwischt. Ilfiglio vorher noch eingeschärft, sich warm anzuziehen und den übernächsten Bus in die Stadt nicht zu verpassen.
(Das Brot im Ofen habe ich vergessen, aber im Laufe vieler Handygespäche wurde auch dies gerettet)
Notaufnahme kennen wir ja schon und ja, viel Blut auf der Kleidung hilft - oder aber einfach das zarte Alter von 21 Monate (ach ja, ein Bushaltestelle zu früh sind wir ausgestiegen, aber das
durch strömenden Regen zum Krankenhaus rennen kennen wir ja auch schon ...) Im Krankenhaus dann sehr nette, aber auch sehr jung (oder werde ich einfach alt?!) Assistenz(vermute ich jetzt mal)-Ärzte, die mich an meinen kleinen Bruder erinnern und die mir sofort beipflichten, sieht gar nicht so schlimm aus, muss aber genäht werden. (Silencia:
Da! In dem Zimmer war ich schon einmal! Auf dem Stuhl haben die mich das letzte Mal genäht!)
Also Tertia lokal betäubt (erstes großes Gebrüll), dann genäht (ha, das erste war gar kein großes Gebrüll gewesen, das jetzt beim Nähen ist großes Gebrüll), zu dritt versuchten wir Tertia festzuhalten, damit der arme Arzt seine zwei Stiche hinbekam. Anschließend - als er ganz bedröppelt war, weil er sich bei der jungen Damen so unbeliebt gemacht hat - habe ich ihm dann versichert, dass das Gebrüll wegen der falschen Schuhe am Morgen nur unwesentlich geringer sei. Hat er mir aber nicht so wirklich geglaubt.
Beim Warten auf den "Abschlussbericht" miomarito angerufen, der inzwischen ilfiglio sicher in Empfang genommen hatte, und ausgemacht, dass er uns mit dem Auto noch vom Krankenhaus abholt und nach Hause fährt, bevor die Herren sich nach Stuttgart aufmachen. Tertia war inzwischen wieder gutgelaunt und wurde nach ärztlicher Absprache mit einer Brezel belohnt, Silencia auch und dann ging es nach Hause.
Ja, das war's auch eigentlich schon ... mein Bedarf ist gedeckt und ich hoffe mal, dass Tertia nicht weiter Stiche aufholen möchte (die anderen beiden haben tatsächlich jeder genau sieben *öh nein* das scheint die offizielle Familien -Version zu sein (kein Streit darüber, wer mehr Stiche usw. eigentlich steht es 8 zu 7 ... wenn ich den Blog richtig nachgelesen habe.).