domenica 6 gennaio 2019

Berlin, Berlin

Nach dem großen Familientreffen am zweiten Weihnachtsfeiertag und gemütlichen Tagen bei meinen Eltern gab's ein sehr schönes Silvester in der Straße meiner Brüder und danach gleich das erste große Highlight des Jahres - miomarito und ich fuhren zusammen nach Berlin (während die Kinder bei meinen Eltern blieben).

Es ging morgens um kurz vor 5 Uhr los (was überraschend gut ging, nachdem wir die Nacht vorher ja bis 4 Uhr Silvester gefeiert hatten ...) und kurz nach 11 Uhr waren wir ohne größere Bahnkatastrophen (mal abgesehen, dass wir in Frankfurt nicht in unseren Zug nach Berlin umsteigen konnten, weil der Zug nur in eine Richtung fahren konnte und daher den Kopfbahnhof in Frankfurt einfach nicht anfuhr - aber so fuhren wir bis nach Hannover und steigen dann eben um, was nicht mal mehr Zeit kostete) in Berlin.

Wir bezogen gleich unser Hotelzimmer, das Hotel lag direkt am Hauptbahnhof und ich musste mir während unseres Aufenthalts für die Auswahl immer mal wieder etwas auf die Schulter klopfen, weil es so super lag, sehr angenehm war, das Zimmer schön groß und absolut ruhig (trotz vieler junger Gäste) - das Hotel kann ich also uneingeschränkt empfehlen (und die innere schwäbische Hausfrau war angesichts des Preises auch sehr zufrieden).



Blick aus unserem Hotelzimmer am Mittwoch, als das Wetter noch einigermaßen schön war


Da wir (also ich eigentlich schon, aber miomarito eben nicht) ja nicht zum Vergnügen in Berlin waren, ging es gleich weiter ins erste Museum - das Märkische Museum. Ist jetzt nicht das erste Museum, das einem bei Berlin einfällt, aber es stand als Stadtmuseum mit Mittelalter eben auf dem Plan und oh, wie nett. Wirklich. Ein sehr schönes Stadtmuseum mit interessanter (auch Bau-) Geschichte, tollen Räumen und eine sehr guten Dauerausstellung.
Danach fuhren wir raus nach Köpenick, wollten uns dort eine Ausstellung im Schloss anschauen, mussten aber feststellen, dass wir irgendwas durcheinander bekommen hatten und das Museum mittwochs zu ist, assen einen Döner, fuhren wieder zurück in die "Innenstadt" und nutzen den Rest des Nachmittags für einen Besuch des Bode-Museums.
Zurück ins Hotel, kurz umziehen und frisch machen, dann wieder los in Richtung Kreuzberg, um irgendwo in der Oranienstraße was zu essen (weil wir da vor 8 Jahren mal durch gelaufen waren und die Bandbreite an Restaurants so toll fanden, Gott sei Dank, ist es ja immer noch etwas so und hat sich nicht völlig verändert). Der Plan war etwas zu finden, was es eben in der schwäbischen Provinz nicht gibt und so waren wir hier persisch Essen. War etwas kurios, die Bedienung (eine wie wir spaßeshalber behaupteten Soziologiestudentin im 17. Semester (okay, wir wissen auch, dass es das nicht mehr gibt)) etwas planlos, das Essen teilweise tatsächlich sehr, sehr anders (also so, dass wir dachten, nee, muss nicht sein) aber auch sehr gut, lecker und interessant (in dem Sinne, dass wir keine Ahnung hatten, was wir da eigentlich essen bzw. was da genau drin ist). Gegen 21 Uhr schliefen wir dann fast über unseren Tellern ein und beschlossen, das Berliner Nachtleben angesichts des am nächsten Tag vorgesehenen Programms ausfallen zu lassen.

Am nächsten Morgen - nach 10 Stunden Tiefschlaf - ging es dann ins Deutsche Historische Museum, dort in die Dauerausstellung und anschließend in die Sonderausstellung Europa und das Meer (wegen Inklusion und Barrierefreiheit).
Mittagessen fast direkt Unter den Linden in einem Lokal, wo man per Tablet bestellen musste (gibt es hier auch nicht, ob das ein Verlust ist, keine Ahnung). In den ersten 5 min wurden uns dreimal nicht von uns bestellte Getränke gebracht, wir sahen uns schon wieder "interessante" Ding essen, aber nein, wir bekamen dann tatsächlich das, was wir bestellt hatten. Um 15:30 Uhr waren wir mit meiner Cousine im Gropius Bau verabredet, und wir dachten, wir könnten vorher noch einen schnellen Blick ins Pergamon-Museum werfen, wurden dann aber schnell eines besseren belehrt, weil vor dem Museum eine endlose Schlage stand und wir uns dann dazu entschlossen, das am nächsten Morgen mit Zeittickets (ohne Schlange) zu machen.



Um Zeit zu sparen dachten wir uns, solle miomarito schon mal früher in die Ausstellung im Gropius Bau (Bewegte Zeiten) gehen, ich würde auf meine Cousine warten und dann nachkommen, vorm Museum angekommen, erwartete uns allerdings wieder eine Riesenschlange und die Leute vom Museum erklärten uns, wir müssten mit 3 Stunden (!!) Wartezeit rechnen. Glücklicherweise stellte sich dann heraus, dass es zwei Schlangen gab, und wir uns an der falschen angestellt hatten, nämlich an der für die Gurlitt-Ausstellung und nicht für die Archäologie-Ausstellungen - es ging also auch mit 30 min Warten im Berliner Mistwetter. Die Ausstellung war dann sehr anstrengend, weil völlig überladen und voll, aber vielleicht waren wir auch nicht mehr ganz so aufnahmefähig - trotzdem war's natürlich interessant - vor allem weil man ja auch immer schön sehen kann, was man bitte schön dringend anders bzw. nicht so machen sollte (gilt auch für die Europa und Meer-Ausstellung).
Kurzer Besuch des Museums-Cafe mit meiner Cousine (wir hatten uns beim Familientreffen an Weihnachten ja schon ausführlicher gesehen), lose Verabredung für den Abend mit ihr (oder ihrem Mann) bei unserem ... öh ... Großonkel in seiner Weinbar und dann ging es für uns wieder ins Hotel und dann nach Kreuzberg ins Casolare (versuche ich schon seit Jahren, hat nie geklappt, jetzt endlich - und ich fand's toll).


(Wand im Casolare)



Dann weiter über den Kotti (mit kleiner Gedenkminute an vor 4,5 Jahren, als miomarito dort kurz vor Mitternacht Silencia in der U-Bahn verlor ...) zur "Familien" Weinbar (benannt nach meinem Urgroßvater), die dann überraschenderweise zu war. Auch Absage von meiner Cousine für den Abend, weil einer der Söhne einen ausgedehnten Mittagsschlaf gemacht hatte und nicht schlafen wollte sowie mein ... Schwieger ... cousin ... oder was auch immer .... Kopfschmerzen hatte. Also zogen miomarito und ich weiter in die Ankerklause und verbrachten da den Rest des Abends ... und stellten überraschen fest, dass nach 2 Uhr wohl keine U-Bahn mehr fährt ... irgendwie kamen wir dann aber doch noch zurück in unser Hotel.

Am nächsten Morgen dann ein sehr unbeschwingter Aufbruch mit Einlassticket für 10 Uhr ins Pergamon-Museum. Wobei, wir waren dann so früh dran, dass wir uns zu Fuß vom Bahnhof bis zur Museumsinsel durch den Schneeregen kämpften, um unsere Hirne zu lüften.





Inzwischen wussten wir auch, dann man den Pergamon-Altar ja zur Zeit gar nicht sehen kann, aber ich fand, das Ischtar-Tor sei einen Besuch eh wert. Also kurz eine kleine Runde durchs Museum gedreht, festgestellt, dass da doch sehr viel rekonstruiert wurde (das letzte Mal war ich vor ... fast 20 Jahren dort gewesen und hatte das nicht so mitbekommen) und dann ging es weiter zum Panorama des Pergamon-Altars (wir fanden es ziemlich kitschig, aber beeindruckend ist es dann doch irgendwie und ein paar interessante Idee gibt es in der Ausstellung dazu auch zu entdecken).
Danach ging es dann in den alten Westen, zur Bikini-Mall (eher unbeabsichtigt, wir mussten was essen, das letzte Museum auf der Liste war in der Nähe und ich wollte da eigentlich auch mal hin, einfach so schauen) und assen dort jeweils leckeren Ramen zum Mittagessen.
Dann weiter ins Museum für Fotografie um uns die Ausstellung Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes anzuschauen ... David Lynch fand ich nicht nicht wirklich gut, Newton ist halt Newton aber die Bilder von Saul Leiter gefielen mir wirklich sehr gut. Außerdem habe ich mir noch Berlin in der Revolution 1918/19 angesehen, während miomarito versucht hat, mit jemand verantwortlichen für das Bild-Archiv zu sprechen.

Zum Abschluss ging es dann zurück in Richtung Friedrichstraße, um uns mit einem Freund aus Neukölln zu treffen, sehr lustiges Beisammensein bis 17 Uhr, dann hieß es Abschied nehmen, zum Bahnhof fahren und sich wieder mit der Deutschen Bahn auseinander setzten, weil da schon klar war, dass wir unseren Anschlusszug in Erfurt verpassen würden und deshalb einen anderen Zug nehmen würden müssen. Ging dann aber gut, allerdings blieb es interessant, weil bis kurz hinter Frankfurt (also quasi die ganze Fahrt) unklar blieb, ob wir in Mannheim unseren Zug nach Kaiserslautern bekommen würde - Schmankerl, es wäre - um ca. 22:30 UHR!! -  der LETZTE Zug nach Kaiserslautern gewesen ... und eigentlich hatten wir Tickets nach Tübingen .... d.h. ein Hotelzimmer hätten wir vermutlich nicht spediert bekommen. Aber es ging alles gut, der Zug wartete auf uns und wir kamen noch vor Mitternacht bei meinen Eltern an.

So, toll war's, anstrengend natürlich, aber ansonsten einfach nur klasse und hach, es gab noch so viel zu sehen ... jetzt halt wieder schwäbische Provinz.

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