mercoledì 30 gennaio 2019

müde und Luftdruck

Heute morgen bin ich irgendwie (und keine Ahnung warum) deutlich vor 6 Uhr aufgewacht - spaßeshalber sagte ich mir, es sei aus Solidarität mit miomarito gewesen, der heute sehr früh in Richtung Straubing los musste - und deshalb gibt es hier heute nur ein paar ganz müde Schnipsel plus Fotos.

In meiner Familie spielt wir via WhatsApp gerne das Spiel "Wo bin ich?" und so schickte miomarito heute Morgen dann dieses Foto in die Familien-Gruppe:



(Tipp: es ist nicht Straubing)

Ich wiederum schickte nach vier Caffè, 2x Korodin und einem kleinen Spaziergang die Frage in die Gruppe, ob wir vielleicht niedrigen Luftdruck hätten. Ich hatte das Gefühl im Stehen einschlafen zu können, außerdem dröhnte mein Kopf als ob ich wieder krank werden würde. Prompte Antwort meiner Mutter: Ja, ganz schrecklich. Miomarito hat mir zwar zu Weihnachten eine Wetterstation geschenkt (ich wollte so etwas schon immer haben, meine Mutter hat diverse, ich habe als Kind Temperaturen und Niederschläge gemessen und dann auf Millimeterpapier Kurven angelegt ...), aber weil meine Station den Luftdruck nur als Zahl anzeigt, wusste ich jetzt gar nicht mehr, ob das mittel oder arg niedrig ist.




Im Vergleich dazu die klassische Version meiner Mutter (sie hat auch eine digitale):


958 ist definitiv niedrig. 

Trotz des zu platzen drohenden Kopfes gearbeitet, aufgeräumt (!), meine Liste weiter abgearbeitet, Elternabenden in den Kalender (also das, was mal iCal war, ich glaube, das heisst jetzt Kalender ... jedenfalls der virtuelle, mit anderen Familienmitgliedern geteilte Kalender - ich habe aber auch noch einen großen "echten" in der Küche hängen) eingetragen (ich werde nicht zur Infoveranstaltung von Altgriechisch oder Französisch gehen können (oooohhh), aber Silencia wird - auf meinen Rat als komplett Altsprachlerin - eh Französisch machen, Bildungsgang europäisches Gymnasium habe ich kurz gegoogelt (Italienisch gibt es hier eh nicht)auch über die Mathedifferenzierung in Klasse 8 (hier werden die Kinder der 8. Klassen ein Jahr lang klassenübergreifend in verschiedene Mathe-Kurse eingeteilt, je nachdem wie mathematisch begabt oder interessiert sie sind) werde ich mich nicht informieren, weil das alles viel zu früh stattfindet (da muss ich hier Kinder abholen, Essen machen usw.) und daher erst um 20 Uhr zum eigentlichen Elternabend aufschlagen. Und mir hoffentlich wieder anhören dürfen, wie toll dieses Klasse ist (Spoiler: Neulich meinte ein Elternteil zu mir, man habe Unterhaltungselektronik gekauft, obwohl es ja schon genügend Dinge gäbe, welche die Kinder vom Lernen abhalte ... und ich hoffe, dass meine Gesichtszüge (nicht?) preisgegeben haben, dass ich eigentlich nichts auf dieser Welt danach beurteile, ob es meine Kinder vom Lernen abhält ...)

So, und dann noch zwei Fotos aus Silencias Zimmer (die sich übrigens auch die Haushalts-App heruntergeladen hat und damit jetzt das Aufräumen ihres Zimmers besser organisieren will): 

Gesammelte Lego-Werke






(eigentlich hat Silencia mir versprochen, mal ein paar Bücher im Blog zu empfehlen, aber irgendwie kommt sie nicht dazu, was daran liegen könnte, dass anscheinend alle Lehrer/innen der Meinung sind, kurz vor den Zeugnissen noch schnell eine Arbeit schreiben zu müssen (übrigens bei allen Schulen reihum), teils drei in einer Woche, teils nur 2 Tage vorher angekündigt, teils dann wieder verschoben usw. (was ich super nervig bis amüsant finde, weil man in der Grundschule und den ersten Klassen des Gymnasiums von den Lehrern ja immer eingeschärft bekommt, wie wichtig es ist, dass die Kinder lernen, sich Zeiten und Aufgaben einzuleiten, Zeitmanagement usw.  - Glashaus und Steine fällt mir dazu nur ein).

So und jetzt fall ich um ins Bett. 

martedì 29 gennaio 2019

Experiment

Langjährige Leser werde es wissen, ich bin eine Haushalts-Null oder Chaos-Queen oder kurz vorm Messie, je nachdem wie man es sehen möchte. Nicht komplett, also das Chaos, man kann sich 120% darauf verlassen, dass ich wie versprochen oder abgemacht um soundsoviel Uhr an dem und dem Tag irgendwas fertig habe, wichtige Briefe/Email geschrieben habe, Kindertransporte übernehme, Dokumente einreiche, Hotels buche oder sonst was - aber was die Wohnung bzw. das Haus angeht. Chaos pur.
Ich hasse Hausarbeit, mir fällt immer was besseres ein, ich kann im Gegensatz zu meiner Mutter auch keine natürlich Ordnung halten (ich schlage da eher nach meinen beiden Großmüttern, die ähnlich veranlagt waren, so meine eine Großmutter, der mein Großvater .. ich glaube, nachdem es das Dienst-/Kindermädchen (meine Großeltern waren beide berufstätig) nicht mehr gab ... in den 50ern die allerneusten Haushaltsgeräte - Dank seiner guten Kontakt zu den Amerikanern - gekauft hat ... was aber wohl auch nicht groß was gebracht hat ... und meine Großmutter hat sich quasi noch auf dem Sterbebett für das Chaos entschuldigt, was sie hinterlasse ... jedenfalls genetisch bedingt, eindeutig ...) - und so wirklich, wirklich stören tat es mich bisher auch nicht, einfach auch weil ich das Gefühl hatte, dass ich eh keine Zeit habe, da irgendwie Ordnung reinzubringen oder überhaupt mal ordentlich aufzuräumen - außerdem verursachten die Kinder eh gleich wieder erneutes Chaos und wenn fünf Leute nicht nur auf einem Haufen wohnen sondern da auch noch arbeiten ... und die Wohnung rund um die Uhr benutzt wird - schwierig (für mich, ich weiß, dass es Leute gibt, die das hinbekommen) Also gab es dann am Wochenende vor Besuchen hektisches Aufräumen zusammen mit miomarito. Und dann eben wieder sich ausbreitendes Chaos.

So, jetzt war ich den letzten Monaten aber selbst vom Chaos genervt, dann kommt dazu, dass die Kinder jetzt ja doch große Teile des Tages außer Haus sind und allein dadurch nicht mehr ganz so viel Chaos entsteht - und dass jedes sein eigenes Zimmer hat und dadurch auch Tertia nicht mehr unbedingt im Wohnzimmer und Esszimmer spielt, sondern ihr persönliches Chaos in ihrem eigenen Zimmer anrichten kann. Und dass ich eigentlich wieder mehr Zeit habe, mich tatsächlich - wenn auch unwillig - um den Haushalt zu kümmern. Aber irgendwie klappte es eben doch immer noch nicht so wirklich.

Bis mir während meiner Krankheitsstage letzte Woche die Idee kam, dass es dafür bestimmt eine App gibt (und ich liebe ja so Zeugs)  ... also wo man irgendwie den Haushalt planen kann und die einen daran erinnert, motiviert usw. Und da ich ja bereits Dank App seit zwei Jahren oder so fast täglich mein Sportprogramm mache und darüberhinaus jeden Tag brav meine 10 000 Schritt Dank Schrittzähler plus App absolviere ... vielleicht ein Ansatzpunkt. Ist ja dann vielleicht fast so wie Computer spielen (positiv besetzen!) .... oder so.

Also habe ich mich informiert, ein wenig verglichen, mir überlegt, was ich denn genau will und mir jetzt tatsächlich eine Haushalts-App gekauft. Das schallende Gelächter meiner Familie können Sie sich jetzt vermutlich vorstellen, aber ich finde, es ist einen Versuch wert - schlimmer kann es ja nicht werden ;-)


die App teilt die Wohnung in die verschiedenen Zimmer auf aka Bereich auf 
(man kann auch eigene Bereiche/Zimmer erschaffen)



In den jeweiligen Bereichen gibt es dann zum einen Aufgabe zum Aussuchen, gleich mit angeblich passendem Tagen/Wochen/Monats-Rhytmus, zum andern kann man aber auch eigene Aufgaben erstellen und eh alle Angaben verändern - wenn man zum Beispiel der Meinung ist, dass man jeden Tag das Waschbecken putzen möchte - ich muss aber auch gestehen, dann ich gleich zu Anfang auf "beginner" gestellt habe (nein, das heisst hier entspannt), weil das Ganze ja auch realistisch sein muss, und ich putze ganz sicher nicht täglich das Waschbecken. 

Einziges Manko, man kann zwar verschiedenen Benutzer (oder Putzer *uah*) einrichten, die müssten die App dann aber an meinem Handy benutzen und das ist ja mal Blödsinn. Viel besser wäre es, man könnte das mit dem Rest der Familie teilen und die jeweiligen Personen via App dazu verdonnern, ihren Teil der Hausarbeit zu erledigen. Nun ja, da ich das allermeiste ja aber eh selbst machen muss und es ja auch darum geht, mich zu motivieren ... nicht soooo schlimm (und ja, da gibt es andere Apps und ja, auch extra Sachen für Kinder usw. - aber wie gesagt, es geht um mich) 

So, und nun mal sehen, ob das irgendwas bringt (heute habe ich schon viel abgearbeitet, aber eben nicht alles geschafft - was aber eben auch daran liegt, dass ich gleich am Anfang immer eingeben musste, wie der aktuelle Zustand denn sei ...  ich eigentlich hätte ÜBERFÄLLIG eingeben müssen, habe mich aber oft mit fällig durchgemogelt ... aber das fällige wäre dann eben doch heute zu erledigen gewesen ...)

Und weil ich heute noch diesen Artikel zur faulen Frau gelesen habe und ja diese komische Aufräumen-Tante auf Netflix in aller Munde ist - wir reden hier davon, dass ich möchte, dass es bei uns so aussieht, dass die Leute denken, ah, schön, hier wird gelebt! - und bisher gab's das nur, wenn ich (und miomarito, aber der ist ja jetzt oft nicht da) vorher 2 Tage lang aufgeräumt haben ... oder dass ich einfach so mal Leute ins Haus lassen kann ... unsere besten Freunde aus dem Dorf wissen, dass es hier immer chaotisch aussieht ... aber der Rest der Welt trifft der Schlag ...

Hiermit - also dem Post - habe ich jetzt ja auch noch zusätzlichen Druck von Außen erzeugt ;-), ich werde berichten, wie das klappt und ilfiglio kam immerhin heute Nachmittag schon nach Hause und meinte ganz irritiert: Wieso ist denn hier so aufgeräumt?

lunedì 28 gennaio 2019

Montagsschnipsel

So, endlich fühle ich mich wieder wirklich fit, bin den ganzen Tag auf den Beinen gewesen und nicht dem Zusammenbruch nahe - sehr schön.

Das Turn-Trainingslager verlief übrigens ohne Probleme, niemand musst nachts noch irgendwelche Heimweh kranken Kinder abholen, Tertia sollte sich eigentlich das Zimmer mit einer der Trainerinnen teilen, schlief dann aber bei ihrer Freundin im Bett als diese Heimweh bekam. Nach Hause kamen Tertia und Silencia sehr bleich, sehr müde und über Muskelkater klagend. Praktischerweise waren wir am Nachmittag bei unseren Freunden mit den noch mehr Kindern eingeladen, so dass die beiden nicht allzu oft aneinander gerieten und am Abend dann friedlich ins Bett verschwanden.

Miomarito und ich konnten am Samstagabend einen kleinen Blick in die Zukunft werfen, weil von den Kinder tatsächlich niemand zu Hause war, wir uns zum Abendessen kochen konnten was wir wollten (Auberginen mit Reis mit einer  Minze-Joghurt-Sauce) und auch die Uhrzeit war egal und laut Fernseher schauen konnten wir auch - der Ton zum Beamer läuft über unsere Anlage und für richtiges Kino-Feeling bzw. satten Sound möchte man den Ton schon etwas aufdrehen - was dann aber gerne zu Protest der Kinder, allen voran ilfiglio (zu Recht, weil sein Zimmer direkt nebenan ist und die Wand zum Wohnzimmer eigentlich nur kosmetischer Natur ist ... oder so ... jedenfalls hört man da alles durch) führt. Ja, auf jeden Fall war das sehr nett.

Ilfiglio kam dann heute mit der frohen Botschaft nach Hause, dass wir zur Ausgabe der Halbjahreszeugnisse dieses Jahr auf Grund der heute herausbekommenen Klassenarbeiten gar nicht wie sonst herum rechnen müssen, wie er was mit was ausgleichen könnte, damit er nicht erneut sitzenbleibt. Enorm entspannend und natürlich auch für den Sohn sehr erfreulich - nicht nur für die elterlichen Nerven.

Auch erfreulich, miomaritos neue Schuhe kommen!! Okay, hört sich unspektakulär an, ich hatte ihm diese Schuhe aber zu Weihnachten geschenkt - es war zwar im Prinzip klar, dass sie es nicht pünktlich zum Fest nach Deutschland schaffen würden, aber die Webseite sprach von 2-4 Wochen, für befana hätte es eigentlich reichen können. Jetzt kenne ich natürlich meine Italiener, 2-4 Wochen sind selbstverständlich eine Zeitangabe, die nur unter idealsten Bedingungen und unter täglichem Anrufen der heiligen Muttergottes zu schaffen ist - also nicht. Schon gar nicht bei handgemachte Schuhe.
Aber als nach fast sieben Wochen beim Bestellstatus immer noch in Bearbeitung stand wurde ich dann doch etwas unruhig, beziehungsweise miomarito sauer, weil er diese Winterstiefel dringend braucht - und zwar noch in diesem Winter und nicht erst dann, wenn es Sommer wird. Also schrieb ich eine Email - die prompt wieder zurück kam, weil der Server keine Emails von yahoo annimmt (hatte ich auch nie), miomarito übernahm, die versprochene Beantwortung innerhalb von 24 Stunden ... Sie ahnen es ... die madonna war anderweitig beschäftigt ... aber heute kam dann ... etliche Tage und einer weitere geharnischte Email später ... die frohe Nachricht, dass die Schuhe noch diese Woche (man möchte sagen se Dio vuole ... noch ist die Weihnachtszeit ja offiziell auch gar nicht vorbei, vielleicht schaffen sie es ja noch bis zu Maria Lichtmess ;-)) hier ankommen sollen. Wir werden sehen.

So, und jetzt gibt es Essen für ilfiglio, Tertia und mich. Silencia hat nach x Beteuerungen, nie wieder Turnen zu wollen ... also diese Woche nicht mehr (der Muskelkater, die Gelenke, die Knochen und überhaupt)... und ganz sicher nicht heute, da sie sich kaum bewegen könne, dann doch noch beschlossen, zum Turnen zu gehen - und kommt erst später nach Hause.

P.S.: Und danke für die in den letzten Tage vermehrt wieder hier "standfindenden" Kommentare ... ich mag Kommentare .. und mag eigentlich nicht so gefühlt einsam und alleine vor mich hin bloggen :-)

sabato 26 gennaio 2019

Serientipp und mehr

Auf instagram hatte ich es schon erwähnt, ich habe die letzten Tage krank im Bett verbracht - ganz toll. Gott sei Dank hatte miomarito eh vorgehabt, schon am Mittwochabend wieder nach Tübingen zu komme, so dass ich gepflegt am Mittwoch zusammenbrechen und drei Tage das Bett hüten konnte.

Inzwischen geht es deutlich bergauf, toll geht es mir zwar noch nicht, aber immerhin konnte ich heute Morgen die Mädchen (und drei weitere Turnerinnen aus dem Dorf) in die Nähe von Stuttgart zum Trainingslager fahren, wo sie bis morgen bleiben. Ich bin mal gespannt, wie das klappt, denn Tertia hat eigentlich noch nie irgendwo außer bei ihrer besten Freundin allein übernachtet - zwar ist die große Schwester dabei, aber a) haben die beiden sich heute im Auto schon heftigste Wortgefechte geliefert und b) sind zwei Freundinnen von Tertia dabei, die beide noch nie so was gemacht haben, keine älteren Geschwister dabei haben und wovon eine ihre Übernachtungsversuche bei uns (die sie quasi seit ihrer Geburt kennt) IMMER tränenreich abgebrochen hat. Dann wurde auch noch am Donnerstag bekannt gegeben, dass es nur Zweierzimmer gibt, d.h. die drei Kleinen können nicht zusammen in ein Zimmer. Immerhin war Tertia so schlau alleine auf die Idee zu kommen, sich dann jemanden anderes als Zimmergenossin zu suchen (weil, Mama, wenn die XY dann wieder weint und nach Hause will, dann bekomme ich das gar nicht mit und muss nicht auch weinen) - ich hoffe das klappt, denn die anderen sind alle älter usw. Ich wiederum habe Silencia die letzten Tage mit Engelszungen beschwatzt, dass sie sich NATÜRLICH nicht um ihre kleine ("nervige, doof, kindisch" usw.) Schwester kümmern (oder - um Gottes Willen! -  sogar mit ihr ein Zimmer teilen) muss, aber vielleicht ... wenn diese nachts Heimweh bekommt, doch einfach eine tolle, große Schwester und lieb zu ihr sein könnte. Ich bin gespannt - und hoffe einfach, dass die jungen Damen nach fast sechs Stunden Training (die Großen haben heute sogar fast acht Stunden) so fix und fertig sind, dass sie einfach in ihre Betten umfallen und nach fünf Sekunden eingeschlafen sind.

Ilfiglio hat sich heute ebenfalls zum Sport aufgemacht, einmal aktiv als Fußballer beim Tübinger Fünf-Freunde-Turnier (diese Woche hatte er auch sein erstes "Pflichtspiel" mit seinem neuen Verein und hat tatsächlich gewonnen - man ist ja Siege im Fußball gar nicht mehr gewohnt ;-) - wobei ha! miomarito berichtet mir gerade, dass Lautern heute gewonnen habe! Was daran liegt, dass ich mich kein bisschen darum gekümmert habe .. schau ich auch nur einmal kurz nach wie es steht, dann verlieren wir GARANTIERT) und dann weiter zum Basketball - so dass miomarito und ich heute alleine zu Hause sind. Was jetzt recht unspektakulär ist, weil miomarito arbeiten muss und ich nur halb-fit bin. Aber ruhig ist es ... gestern musste ich das Abendessen verlassen, weil ich das Gefühl hatte, dass mir bei dem ganzen durcheinander Gerede und Diskutieren von vier Leuten gleich der Kopf platzt.

So, und da ich die letzten Tage ja im Bett lag, konnte ich mal wieder viel Serie schauen und habe auch noch einen etwas außergewöhnlichen Tipp. Zunächst habe ich aber mal meine Liste abgearbeitet und neben der 5. Staffel von Grace and Frankie (ich mag die beiden ja wirklich, denke aber, die Geschichte ist eher zu Ende erzählt ... aber die 6. Staffel soll ja kommen, vielleicht wird die ja wieder besser) auch endlich die zweite Staffel von Mrs. Maisel angesehen - die ich nicht so gut wie die erste fand, irgendwie etwas zu viel Musical (oder halt so 50er Jahre Tanz-Filme) und zu wenig Story bzw. irgendwie teilweise etwas unzusammenhängend - aber trotzdem nett.

So, und dann dachte ich mir, ich muss mal wieder was ganz anderes schauen. Ich finde es gerade bei Netflix so toll, dass man ja durchaus den Zugriff auf Sachen aus anderen Ländern hat, die es niemals ins deutsche Fernsehen schaffen würden, ganz zu schweigen von der vermutlich grauenhaften Synchronisation, die es dann gegeben hätte (womit wir wieder auf meinen Zorn in Sachen der Ein-Wunder-Serie auf arte wären ...). Also Shtisel:





Eine israelische Serien deren Hauptfiguren aus einer streng orthodoxen jüdischen Familien stammen und im Jerusalemer Stadtteil Geula wohnen. Das Familienoberhaupt ist Sholem Shtisel, Rabbi an einer Jeschiwa, sein jüngster, unverheiratete Sohn Akiva, ebenfalls angehender Rabbi (ultraorthodoxe Männer widmen sich traditionell dem Studium religiöser Schriften, während in der Regel die Frauen das Geld verdienen und viele Kinder auf die Welt bringen sollen) soll sich nun endlich verheiraten (sehr schöner Einblick in das Wesen der Heiratsvermittlung), verliebt sich aber in eine eher unpassende Frau (eine zweifache Witwe). Gleichzeitig wird seine Schwester von ihrem Mann (der halbjährig als Schlachter in Argentinien gearbeitet hat) verlassen und muss jetzt alleine fünf kleine Kinder versorgen - will aber nicht, dass die Gemeinde erfährt, dass sie verlassen worden ist und versucht also heimlich zu arbeiten.

Ich habe bisher die ersten 4 Folgen gesehen (erst - u.a. auch deshalb, weil ich viel nachschlagen musste .... zum Beispiel habe ich ewig gebraucht, um den korrekten Begriff für diese "komischen" Bändel an den Hemden herauszubekommen: Zizit - wenn man das mal weiß, findet man auch den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia) und finde die Serien wirklich gut, die Schauspieler sind hervorragend, die Serie hat auch einen Haufen Preise gewonnen, die Amerikaner habe sich die Rechte gesichert, um eine New Yorker Version zu machen und es ist eben mal was ganz anderes (man muss dazu sagen, Innerisraelische Politik wird bisher komplett außen vor gelassen, da gäbe es natürlich vieles, aber so wie ich gelesen habe, war die Serie gerade deshalb auch so ein großer Erfolg in Israel).
Die Schauspieler sprechen fast durchgehend Hebräisch (es gibt deutsche Untertitel), die älteren Darsteller untereinander aber auch Jiddisch, was für den deutschen Zuschauer natürlich besonders schön ist, weil man da tatsächlich recht viel versteht ... ich kenne ja eher nur so Ausdrücke aus dem Englischen wie *hust* shmok, tuchas oder verkakte ... (was jetzt vermutlich in dieser Serie eher nicht vorkommt)  ... aber mit deutschen Untertitel als erste Hilfe geht's gut (sieht man auch gegen Ende des Trailers). Also große Empfehlung für alle, die mal was anderes schauen wollen.

So, und jetzt werde ich mal ganz langsam (im wahrsten Sinne des Wortes) an den Haushalt machen, der sich hier stapelt ... man sollte einfach nicht krank werden ...

P.S.: noch einen Nachtrag im Zusammenhang zu Shtisel - ein interessanter Artikel in der SZ über koschere Technik. Ich finde es ja absolut faszinierend, wie man sich an so viele Regeln halten muss/will und dann aber 19475 "Tricks" (natürlich alle von Rabbis abgesegnet) hat, um diese Regel quasi zu umgehen. Besonders fasziniert hat mich der Sabbat-Lift und den Sabbat-Modus bei Küchengeräten (ich kenne nur liberale Juden, die haben so was natürlich nicht). Und den Eruv liebe ich ja auch ;-) 

lunedì 21 gennaio 2019

Wochenende

Ein gemütliches Familienwochenende hatten wir uns vorgenommen und genauso war es dann auch. Inzwischen ist es ja so, dass die großen Kinder kommen und gehen und ihr eigenes Zeug machen (und nicht um 5 Uhr auf der Matte stehen und unterhalten werden wollen). Tertia genießt es sehr, dass sie - vor allem Papa! - uns für sich alleine hat. Nachdem das in der letzten Zeit etwas zu kurz kam (Berlin/mein Geburtstag) hatte miomarito ihr also nicht nur versprochen ganz viel mit ihr zu spielen, sondern auch einen Kino- sowie Restaurant-Besuch in Aussicht gestellt.

Silencia "schwänzte" am Freitag erst einmal Schule und war demonstrieren: Fridays for Future. Danach verschwand sie auf den Übernachtungsgeburtstag einer Freundin, während Tertia und ich zusammen einen Apfelkuchen buken. Eigentlich hatte Tertia den Kuchen ganz alleine (Wie Silencia, Mama!) backen wollen, musste dann aber doch recht schnell einsehen, dass das noch nicht so ganz klappt und so machten wir uns eben zusammen an die Arbeit. Ilfiglio quälte noch etwas der Fuß und so beschloss er, abends zu Hause zu bleiben und sich zu schonen. Zum Abendessen gab's dann Fisch und Kartoffeln, Tertia verschwand müde und eher früh ins Bett, und miomarito und ich zogen die heute schauen wir mal was ganz Unintellektuelles Karte und schauten Terminator 1.

Samstag ausschlafen und am Vormittag die eher müde Silencia bei ihrer Freundin abholen, einkaufen und ansonsten aufräumen, Haushalt usw.


auf dem Weg zum Supermarkt





Ilfiglio verschwand nach Stuttgart ins Stadion, verkündete, er werde danach noch mit Freunden in die Stadt gehen, versprach aber vor Mitternacht wieder zu Hause zu sein, Silencia verschwand in ihr Zimmer (eigentlich musste sie Latein lernen ...) und wir hatten Tertia ja versprochen, mit ihr ins Kino zu gehen. Leider gab's jetzt keinen so wirklichen Kinderfilm im Programm (Mary Poppins hatte sie schon mit meiner Mutter gesehen als wir ihn Berlin waren), nur Der Junge muss an die frische Luft. Nach vielem hin und her (und einer Vorwarnung an Tertia, dass der Film sehr traurig werden würde und die Mutter stirbt) haben wir es dann aber doch gewagt, sind mit dem Bus in die Stadt (unser x&y%z Bürgermeister hat auch seine gute Seiten und so ist Busfahren hier Samstags ja kostenlos) und ins Kino. Und es ging wirklich - und bei aller Skepsis ... ein wirklich schöner Film.


Kino


Dann wieder nach Hause, Silencia einsammeln, Umsteigen aufs Auto ... eigentlich wollte wir auch zum Restaurant mit dem Bus fahren, das liegt nur nicht mehr in Tübingen und für die 3 km ins erste nicht-tübingen Dorf hätten wir so viel zahlen müssen, dass wir auch einfach die ganze Strecke mit dem Taxi hätten fahren können ... (da gibt es auch schon länger einen großen Streit hier, weil viele Dörfer, die eigentlich noch zum direkten Einzugsgebiet Tübingens gehören in einer anderen "Wabe" liegen und man einen Haufen Geld dafür bezahlen muss, um nach Tübingen rein zu kommen). Wir waren einfach (also im Sinne von Wirtshaus) italienisch Essen, ich hatte wohl Glück, meine Pasta (cavatelli e fagioli) war perfekt, miomaritos baccalà eher so lala und Silencias rigatoni al forno zu suppig. Aber darum ging es ja nicht, sondern eher um mal wieder als Familie essen zu gehen (okay, ilfiglio war nicht dabei, aber den interessiert das eh nicht). Abends dann Terminator 2 für miomarito und mich, ilfiglio trieb wohl die Kälte auch schon früher als geplant nach Hause und allgemeines schimpfen der Herren über ihren Verein.

Sonntag wieder ausschlafen (ich bin zur Zeit so unendlich müde, neben meiner allgemeinen Winter-Apathie habe ich neulich mal meine Blutwerte von meinem Arzt-Bruder checken lassen und komme auf lustige 5,2 Ferritin, ernähre mich jetzt also seit Jahresbeginn quasi nur von Eisen ... noch hilft es aber nicht viel), Tertia verschwand zu einer Freundin, ilfiglio mit einem Freund nach Heidelberg (!) zum Basketball (Tübingens Basketballer spielen in der 2. Liga und sind ähnlich erfolgreich wie unsere Fußballvereine (also unsere im Sinne von Stuttgart und Kaiserslautern)), ilfiglio quält sich jetzt als zu zwei Sportveranstaltungen, die wenig Hoffnung auf Siege versprechen. Silencia wechselte Latein lernend zwischen Bett und Schreibtisch hin und her, miomarito arbeitete ein wenig an einem zu haltenden Vortrag und ich drehte meine übliche Runde durch den Wald.


es war so kalt wie es auf dem Bildern aussieht







Tertia kam wieder nach Hause, spielte mit miomarito Karten-Siedler, während ich mich durch die Wäscheberge arbeitete. Abends spaghetti all'amatriciana (ohne scharf ... die Mädchen), miomarito und ich sassen noch am Esszimmertisch zusammen und hörten Musik bis ilfiglio dann kurz vor 22 Uhr aus Heidelberg wieder eintrudelte.  Dann Bett und weil wir schon mal bei Schwarzenegger und Cameron waren gab's noch True Lies (allerdings bin ich mittendrin eingeschlafen, obwohl ich teilweise Tränen gelacht habe).

So heute dann wieder Alltag, die Großen schreiben fast jeden zweiten Tag eine Arbeit, Tertia beginnt nächste Woche in der Schule mit dem Schwimmunterricht (bisher war das Hallenbad wegen Renovierung geschlossen) , ich warte auf den Sommer und plane ausgiebigen Segelurlaub ...

P.S.: weil ich doch neulich von meinem neuen Spielzeug myshiptrackinggeschrieben habe, heute konnte ich um 13 Uhr feststellen, dass die vom Spiegel für 13:30 Uhr angekündigte Bergung des vor Cuxhaven auf Grund gelaufenen Chemikalientankers schon längt über die Bühne gelaufen war, der Tanker bereits fast eine Stunde vorher nicht mehr fest sass und inzwischen wieder (begleitet von den Schleppen und einem Gefahrengut-Experten-Schiff) brav in der Fahrrinne fuhr. So! ;-)

giovedì 17 gennaio 2019

Quod erat expectandum ...

Als hätte ich es gewusst ... den Morgen verbrachten ilfiglio und ich heute bei unserer Hausärztin:


#wazifubo

Nichts Schlimmes, ilfiglios Fuß schmerzte nach dem gestrigen Fußballtraining sehr und ich wollte mit meinem üblichen "Stell Dich nicht so an, das geht sicher bald wieder weg" nicht wirklich was kaputt machen. Deshalb Besuch bei unserer Hausärztin, die ähnlich wie unsere Kinderarzt (zu dem ich mit dem 1,80 Sohn Abe irgendwie nicht mehr gehen wollte) ebenfalls Anhängerin der These geht sicher bald wieder von alleine weg ist. Und schnell ging es auch, um 8:30 Uhr setzte ich ilfiglio "gesalbt" und mit Verband vor seiner Schule ab.

So, und jetzt ist miomarito wieder da, wir planen ein ruhiges Familien-Wochenende und wenn ich es schaffe, dann schreibe ich morgen etwas über Wochenende mit (d.h. eigentlich mit ohne) große Kinder ... oder so. 


mercoledì 16 gennaio 2019

Laaaangweilig

Ich würde ja gerne mehr bloggen, nur passiert hier einfach nichts (womit die nächste Fahrt in die Notaufnahme bevorsteht ... oder so), ich bin die meiste Zeit alleine zu Hause, arbeite vor mich hin, mache hin und wieder einen Spaziergang (durch den Wald, über die Felder, zum Supermarkt), chatte mit der Außenwelt und das war's eigentlich auch schon. Heute gab's immerhin zur Abwechslung zum ersten Mal in diesem Jahr etwas Sonne.



Einzige Abwechslung ist das abendliche "Fernseh" schauen, daher nur kurz ein paar Tipps, d.h. neulich gesehen und für sehr gut empfunden



Tinker Tailor Soldier Spy (Dame, König, As, Spion)

ganz langsame, altmodisch anmutende Verfilmung des gleichnamigen John le Carré Buchs aus dem Jahr 2011 (also Film von 2011, das Buch ist selbstverständlich deutlich älter) - sensationelle Schauspieler (Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Benedict Cumberbatch, Toby Jones, John Hurt - einzige Irritation: die Kombi aus Cumberbatch und Jones (weil, gab's bei Sherlock mal)) die auch zeigen, was sie können und le Carré mag ich eh (trotz des niemals zu bestehenden Bechtle-Tests ...)

Ansonsten Berlin Station 3, einfach wieder klasse, leider gibt es pro Woche nur eine neue Folge zu sehen, gestern habe ich deshalb versucht auf arte Ein Wunder zu sehen und ganz toll ... es gibt die Serien auf Italienisch nur mit französischen Untertiteln ... (man füge bitte ein große Augenroll-Emoji ein) .. oder komplett auf Französisch oder eben auf Deutsch ... so was macht mich ja wahnsinnig ... okay, ich könnte Französisch können, oder noch besser, besser italienisch .. aber Mann ... man könnte auch einfach deutsche (oder noch einfacher italienische) Untertitel machen ... d.h. die gibt es ja schon für die Hörgeschädigten-Version, nur halt dann mit deutscher Synchronisation (man füge ein Frustrations-gif ein). Also schaue ich das eher nicht an ... (ich hab mal in die deutsche Version reingeschaut ... Augenroll-Frustrations-gif ... sicher nicht).

Und dann habe ich heute noch via Zeit dieses tolle Spielzeug entdeckt myshiptracking, wo man ähnlich den Flugzeugen Schiffe auf den Weltmeeren verfolgen kann. Das ist in etwa so kurios wie der Live-stream aus dem House of Commons (letztes Wochenende mit den Mädchen Asterix bei den Briten geschaut und ja, irgendwie die spinnen, die Briten  ...), aber ich musste gleich mal schauen, wer denn so in Genua im Hafen liegt und sich wo herumgetrieben hat (ilfiglio kannte das schon und meinte, man könne da auch die Küstenwache um Malta u.ä. verfolgen, habe ich aber noch nicht ausprobiert, weiß auch nicht, ob ich das wirklich will).

lunedì 14 gennaio 2019

Geburtstagswochenende

Naja, so richtig hatte ich am Wochenende ja nicht Geburtstag, aber Donnerstag ist eben der Wochentag, wo alle anderen Familienmitglieder viel und bis spät unterwegs sind, so dass der Tag an sich eher unspektakulär war bzw. ich ihn zu großen Teilen alleine zu Hause verbracht habe. Silencia hatte mir aber am Mittwoch noch schnell einen Kuchen gebacken, so dass es schon ein bisschen geburtstäglich war.

Am Samstag waren miomarito und ich dann ja essen, und zwar hier (die Homepage ist ... wie soll man sagen ... sie gibt klare Anweisungen .. nimmt man dann noch die negativen Bewertungen bei tripadvisor dazu ... dann kann so ein Abend schon interessant werden). Sprich wir waren dann doch etwas nervös. Aber es war einfach nur hervorragend und unaufgeregt. Es gab keine Karte, irgendwann gegen 20 Uhr geht das Essen los, der Chef steht in der Küche und kocht für alle das Gleiche, dass dann auch allen zu gleichen Zeit serviert wird (das Restaurant ist eher klein, aber trotzdem - Respekt).
Ich versuche mich die ganze Zeit daran zu erinnern, wie viele Gänge es im Endeffekt gab, aber ich bin mir einfach nicht mehr sicher, irgendwas so um die sechs oder sieben, gegen Mitternacht waren wir auf jeden Fall fertig. Alles hervorragend, hauptsächlich vegetarisch, praktischerweise auch in solchen Portionen, dass ich alles geschafft habe und nicht nach Gang 4 aufhören musste. Und der Chef (ein junger Marokkaner mit französischem Akzent) war sehr nett (nett im Sinne von dem nett, als das ich mich neulich bezeichnete - worauf sowohl miomarito als auch ein guter Freund in schallendes Gelächter ausbrachen und meinten, ich sei vieles aber sicher nicht nett - sprich er war wirklich freundlich und zuvorkommend, allerdings sollte man sich vermutlich hüten, irgendwas negatives über (seine Mutter, seine Schwester oder) seine Küche zu sagen). Um es kurz zu machen, es war perfekt und genau das, was ich mir zum Geburtstag gewünscht hatte (da es keine Karte gab und die Sachen sehr ausgefallen waren, weiß ich gar nicht mehr genau, was wir hatten, los ging es mit einer Roten Beete-Himbeer-Suppe, dann irgendeine Kürbissuppe mit interessanten weiteren Gewürzen und viel frischem Koriander, dann Hummus, Fladenbrot, Salat, Couscous usw.)

Außerdem bekam ich quasi auch zum Geburtstag ein neues (also neu für mich, tatsächlich aber ein gebrauchtes) iPhone. Ein 7ner - damit ich es auch mal ins Wasser fallen lassen kann ... und endlich kann ich wieder nebenher Fotos machen. Das hat mir schon sehr, sehr, sehr gefehlt. Damit wird es jetzt auch hier im Blog (und auf Instagram) wieder bunter.


gestern im Wald


heute in der Stadt








mercoledì 9 gennaio 2019

Alltagsschnipsel

So, der Alltag hat uns wieder, nichts mehr mit Ausschlafen, Faulenzen, Reisen und Großstadt. Die Kinder gehen brav in die Schule, miomarito arbeitet in Augsburg und gondelt sonst noch durch die bayerische Provinz (immerhin Reisen) und ich versuche Arbeit und Haushalt irgendwie wieder unter einen Hut zu bekommen.

Wir haben selbstverständlich keinen Schnee, angeblich soll es heute Nachmittag aber anfangen zu schneien. Ich brauche das ja nicht unbedingt, noch weniger brauche ich das zur Zeit, denn die Tochter unserer Vermieterin hat entdeckt, dass wir durch den Mietvertrag gezwungen sind, pünktlich und regelmäßig (im Sinne von alle 2 Stunden) Schnee zu schippen (was hier im Dorf niemand macht, gar nichts davon) ansonsten kann man uns kündigen. Also mussten wir nicht nur für unseren Aufenthalt bei meinen Eltern und Berlin einen teuren Schippdienst engagieren (ich kann nicht ernsthaft unsere Nachbarn oder Freunde in den Ferien darum bitten, vor 7 Uhr bei uns nicht ganz unwesentliche Flächen von Schnee und/oder Eis zu befreien) sondern ich darf jetzt im morgendlichen Kinder-Aufbruchs-Chaos jetzt auch noch Schneeschippen ... falls welcher kommt ... oder vor 6 Uhr aufstehen ... Freude. Immerhin arbeite ich von zu Hause und muss ich jemanden für den Tagsüber-Dienst bezahlen.

Morgen habe ich Geburtstag, die Kinder sind bis abends aus dem Haus, miomarito kommt erst am Abend wieder aus Augsburg zurück und der Dorfgasthof hat zu, so dass die Schnapszahl nicht wirklich gefeiert werden kann. Aber wir gehen am Wochenende essen, miomarito und ich, ich bin ein wenig aufgeregt, weil das Restaurant sehr speziell ist, das Essen soll wohl hervorragend sein, allerdings gibt es nicht wirklich eine Karte, Reservierungen nur via WhatsApp, der Besitzer ist Koch und Kellner in einem, fotografiert man, wird man rausgeschmissen (was ich verständlich finde) aber auch sonst scheint der Chef die Neigung zu haben, bei in seinen Augen ungebührlichem Verhalten die Leute einfach vor die Tür zu setzen. Immerhin wohnt ein Freund um die Ecke, der uns im Fall der Fälle schon ein Ersatzsüppchen angeboten hat.

Ansonsten viel Arbeit bei schlechten Lichtverhältnisse, aber irgendwie schaffe ich es dann doch meine Bilder zusammen zu bekommen:


und zum Mittagessen habe ich dann auch immer gleich was

Zum Lesen komme ich irgendwie nicht, beim Serien- und Filmschauen komme ich nicht hinterher, Mrs. Maisel habe ich immer noch nicht gesehen, bei den Americans hänge ich in der 4. Staffel fest, mit miomarito habe ich Berlin Station 3 angefangen, bin aber kurz nach der 1. Folge eingeschlafen und muss jetzt die 2 Folgen Vorsprung, die miomarito hat, irgendwie unter der Woche aufholen, die neue Bing Bang Theory Staffel ist draußen und auf Arte kommt noch was interessantes aus Italien (ein Wunder) und ... ehrlich gesagt ... war ich dann sehr froh zu erfahren, dass die angeblich wieder sehr gute dritte Staffel von True Detektive nur auf Sky kommt und ich mir das gar nicht ansehen kann.

So, und jetzt schneit's.

domenica 6 gennaio 2019

Berlin, Berlin

Nach dem großen Familientreffen am zweiten Weihnachtsfeiertag und gemütlichen Tagen bei meinen Eltern gab's ein sehr schönes Silvester in der Straße meiner Brüder und danach gleich das erste große Highlight des Jahres - miomarito und ich fuhren zusammen nach Berlin (während die Kinder bei meinen Eltern blieben).

Es ging morgens um kurz vor 5 Uhr los (was überraschend gut ging, nachdem wir die Nacht vorher ja bis 4 Uhr Silvester gefeiert hatten ...) und kurz nach 11 Uhr waren wir ohne größere Bahnkatastrophen (mal abgesehen, dass wir in Frankfurt nicht in unseren Zug nach Berlin umsteigen konnten, weil der Zug nur in eine Richtung fahren konnte und daher den Kopfbahnhof in Frankfurt einfach nicht anfuhr - aber so fuhren wir bis nach Hannover und steigen dann eben um, was nicht mal mehr Zeit kostete) in Berlin.

Wir bezogen gleich unser Hotelzimmer, das Hotel lag direkt am Hauptbahnhof und ich musste mir während unseres Aufenthalts für die Auswahl immer mal wieder etwas auf die Schulter klopfen, weil es so super lag, sehr angenehm war, das Zimmer schön groß und absolut ruhig (trotz vieler junger Gäste) - das Hotel kann ich also uneingeschränkt empfehlen (und die innere schwäbische Hausfrau war angesichts des Preises auch sehr zufrieden).



Blick aus unserem Hotelzimmer am Mittwoch, als das Wetter noch einigermaßen schön war


Da wir (also ich eigentlich schon, aber miomarito eben nicht) ja nicht zum Vergnügen in Berlin waren, ging es gleich weiter ins erste Museum - das Märkische Museum. Ist jetzt nicht das erste Museum, das einem bei Berlin einfällt, aber es stand als Stadtmuseum mit Mittelalter eben auf dem Plan und oh, wie nett. Wirklich. Ein sehr schönes Stadtmuseum mit interessanter (auch Bau-) Geschichte, tollen Räumen und eine sehr guten Dauerausstellung.
Danach fuhren wir raus nach Köpenick, wollten uns dort eine Ausstellung im Schloss anschauen, mussten aber feststellen, dass wir irgendwas durcheinander bekommen hatten und das Museum mittwochs zu ist, assen einen Döner, fuhren wieder zurück in die "Innenstadt" und nutzen den Rest des Nachmittags für einen Besuch des Bode-Museums.
Zurück ins Hotel, kurz umziehen und frisch machen, dann wieder los in Richtung Kreuzberg, um irgendwo in der Oranienstraße was zu essen (weil wir da vor 8 Jahren mal durch gelaufen waren und die Bandbreite an Restaurants so toll fanden, Gott sei Dank, ist es ja immer noch etwas so und hat sich nicht völlig verändert). Der Plan war etwas zu finden, was es eben in der schwäbischen Provinz nicht gibt und so waren wir hier persisch Essen. War etwas kurios, die Bedienung (eine wie wir spaßeshalber behaupteten Soziologiestudentin im 17. Semester (okay, wir wissen auch, dass es das nicht mehr gibt)) etwas planlos, das Essen teilweise tatsächlich sehr, sehr anders (also so, dass wir dachten, nee, muss nicht sein) aber auch sehr gut, lecker und interessant (in dem Sinne, dass wir keine Ahnung hatten, was wir da eigentlich essen bzw. was da genau drin ist). Gegen 21 Uhr schliefen wir dann fast über unseren Tellern ein und beschlossen, das Berliner Nachtleben angesichts des am nächsten Tag vorgesehenen Programms ausfallen zu lassen.

Am nächsten Morgen - nach 10 Stunden Tiefschlaf - ging es dann ins Deutsche Historische Museum, dort in die Dauerausstellung und anschließend in die Sonderausstellung Europa und das Meer (wegen Inklusion und Barrierefreiheit).
Mittagessen fast direkt Unter den Linden in einem Lokal, wo man per Tablet bestellen musste (gibt es hier auch nicht, ob das ein Verlust ist, keine Ahnung). In den ersten 5 min wurden uns dreimal nicht von uns bestellte Getränke gebracht, wir sahen uns schon wieder "interessante" Ding essen, aber nein, wir bekamen dann tatsächlich das, was wir bestellt hatten. Um 15:30 Uhr waren wir mit meiner Cousine im Gropius Bau verabredet, und wir dachten, wir könnten vorher noch einen schnellen Blick ins Pergamon-Museum werfen, wurden dann aber schnell eines besseren belehrt, weil vor dem Museum eine endlose Schlage stand und wir uns dann dazu entschlossen, das am nächsten Morgen mit Zeittickets (ohne Schlange) zu machen.



Um Zeit zu sparen dachten wir uns, solle miomarito schon mal früher in die Ausstellung im Gropius Bau (Bewegte Zeiten) gehen, ich würde auf meine Cousine warten und dann nachkommen, vorm Museum angekommen, erwartete uns allerdings wieder eine Riesenschlange und die Leute vom Museum erklärten uns, wir müssten mit 3 Stunden (!!) Wartezeit rechnen. Glücklicherweise stellte sich dann heraus, dass es zwei Schlangen gab, und wir uns an der falschen angestellt hatten, nämlich an der für die Gurlitt-Ausstellung und nicht für die Archäologie-Ausstellungen - es ging also auch mit 30 min Warten im Berliner Mistwetter. Die Ausstellung war dann sehr anstrengend, weil völlig überladen und voll, aber vielleicht waren wir auch nicht mehr ganz so aufnahmefähig - trotzdem war's natürlich interessant - vor allem weil man ja auch immer schön sehen kann, was man bitte schön dringend anders bzw. nicht so machen sollte (gilt auch für die Europa und Meer-Ausstellung).
Kurzer Besuch des Museums-Cafe mit meiner Cousine (wir hatten uns beim Familientreffen an Weihnachten ja schon ausführlicher gesehen), lose Verabredung für den Abend mit ihr (oder ihrem Mann) bei unserem ... öh ... Großonkel in seiner Weinbar und dann ging es für uns wieder ins Hotel und dann nach Kreuzberg ins Casolare (versuche ich schon seit Jahren, hat nie geklappt, jetzt endlich - und ich fand's toll).


(Wand im Casolare)



Dann weiter über den Kotti (mit kleiner Gedenkminute an vor 4,5 Jahren, als miomarito dort kurz vor Mitternacht Silencia in der U-Bahn verlor ...) zur "Familien" Weinbar (benannt nach meinem Urgroßvater), die dann überraschenderweise zu war. Auch Absage von meiner Cousine für den Abend, weil einer der Söhne einen ausgedehnten Mittagsschlaf gemacht hatte und nicht schlafen wollte sowie mein ... Schwieger ... cousin ... oder was auch immer .... Kopfschmerzen hatte. Also zogen miomarito und ich weiter in die Ankerklause und verbrachten da den Rest des Abends ... und stellten überraschen fest, dass nach 2 Uhr wohl keine U-Bahn mehr fährt ... irgendwie kamen wir dann aber doch noch zurück in unser Hotel.

Am nächsten Morgen dann ein sehr unbeschwingter Aufbruch mit Einlassticket für 10 Uhr ins Pergamon-Museum. Wobei, wir waren dann so früh dran, dass wir uns zu Fuß vom Bahnhof bis zur Museumsinsel durch den Schneeregen kämpften, um unsere Hirne zu lüften.





Inzwischen wussten wir auch, dann man den Pergamon-Altar ja zur Zeit gar nicht sehen kann, aber ich fand, das Ischtar-Tor sei einen Besuch eh wert. Also kurz eine kleine Runde durchs Museum gedreht, festgestellt, dass da doch sehr viel rekonstruiert wurde (das letzte Mal war ich vor ... fast 20 Jahren dort gewesen und hatte das nicht so mitbekommen) und dann ging es weiter zum Panorama des Pergamon-Altars (wir fanden es ziemlich kitschig, aber beeindruckend ist es dann doch irgendwie und ein paar interessante Idee gibt es in der Ausstellung dazu auch zu entdecken).
Danach ging es dann in den alten Westen, zur Bikini-Mall (eher unbeabsichtigt, wir mussten was essen, das letzte Museum auf der Liste war in der Nähe und ich wollte da eigentlich auch mal hin, einfach so schauen) und assen dort jeweils leckeren Ramen zum Mittagessen.
Dann weiter ins Museum für Fotografie um uns die Ausstellung Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes anzuschauen ... David Lynch fand ich nicht nicht wirklich gut, Newton ist halt Newton aber die Bilder von Saul Leiter gefielen mir wirklich sehr gut. Außerdem habe ich mir noch Berlin in der Revolution 1918/19 angesehen, während miomarito versucht hat, mit jemand verantwortlichen für das Bild-Archiv zu sprechen.

Zum Abschluss ging es dann zurück in Richtung Friedrichstraße, um uns mit einem Freund aus Neukölln zu treffen, sehr lustiges Beisammensein bis 17 Uhr, dann hieß es Abschied nehmen, zum Bahnhof fahren und sich wieder mit der Deutschen Bahn auseinander setzten, weil da schon klar war, dass wir unseren Anschlusszug in Erfurt verpassen würden und deshalb einen anderen Zug nehmen würden müssen. Ging dann aber gut, allerdings blieb es interessant, weil bis kurz hinter Frankfurt (also quasi die ganze Fahrt) unklar blieb, ob wir in Mannheim unseren Zug nach Kaiserslautern bekommen würde - Schmankerl, es wäre - um ca. 22:30 UHR!! -  der LETZTE Zug nach Kaiserslautern gewesen ... und eigentlich hatten wir Tickets nach Tübingen .... d.h. ein Hotelzimmer hätten wir vermutlich nicht spediert bekommen. Aber es ging alles gut, der Zug wartete auf uns und wir kamen noch vor Mitternacht bei meinen Eltern an.

So, toll war's, anstrengend natürlich, aber ansonsten einfach nur klasse und hach, es gab noch so viel zu sehen ... jetzt halt wieder schwäbische Provinz.