giovedì 6 dicembre 2018

Back to the 80ies

Also, wie ja schon öfter erwähnt, schaue ich gerade The Americans (ich kann nichts wirklich einbetten - daher nur der Link zu einem wie ich finde guten Trailer). Das wurde mir neulich empfohlen und nachdem ich mit diversen anderen Serien nicht wirklich glücklich wurde, dachte ich mir, probieren wir mal das.

Die Serie ist jetzt nicht nagelneu, die erste Staffel kam 2013 heraus, inzwischen ist die Serie ausgelaufen, jetzt im Sommer war nach der 6. Staffel Schluss - bei Netflix kann man aber bisher nur die ersten 4 Staffeln sehen. Ich bin jetzt am Anfang der 4. Staffel, habe das Ganze während meiner Seuche in den letzten beiden Wochen inhaliert und kann sie nur wärmstens empfehlen.

Die Geschichte ist recht schnell erzählt, wir befinden uns am Anfang der 80er Jahre, Reagan ist amerikanischer Präsident, Aufrüstung aller Orten, Kalter Krieg, Afghanistan (die erste) und das Ehepaar Jennings samt seiner beiden Kinder lebt in der klassischen Vorstadt-Idylle bei Washington D.C. - und ist eigentlich ein russisches Agentenpärchen, dass hinter der bürgerlichen Fassade für das Mutterland spioniert. Es gibt Verfolgungsjagden, viel Kostümierung, Agentenaustausche, man trifft sich an Brücken oder unwirtlichen Ort, viel Sex und Umschlagübergaben und und und. Klassischer Agentenstoff eben.

Das wirklich Interessante an der Geschichte ist aber - so finde ich - nicht das ganze Agentenzeugs (das bisweilen auch sehr, sehr, sehr unrealistisch wirkt (also über das Maß hinaus, was man bei Agentenfilmen usw. bereit ist zu akzeptieren weil es sonst vermutlich arg langweilig werden würde) sondern die Darstellung der beiden Hauptfiguren plus alles, was sich um Ehe, Beziehungen, Vertrauen, Lügen usw. dreht. Ich hatte nach den ersten Folgen irgendwie schon den Verdacht, dass es Joe Weisburg (der früher tatsächlich CIA-Agent war und sich die Serie ausgedacht hat) nicht wirklich um den Kalten Krieg und Agententätigkeit ging - und hab's dann auch im Internet gefunden:
Weisberg has described the series as being essentially about a marriage:"The Americans is at its core a marriage story. International relations is just an allegory for the human relations. Sometimes, when you're struggling in your marriage or with your kid, it feels like life or death. For Philip and Elizabeth (Jennings) it often is."

Und das ist meiner Meinung nach eben ganz toll gemacht, die Schauspieler sind allesamt sehr, sehr gut, bisweilen tut es fast weh, ihnen zu zu schauen - sowohl Keri Russell als Elizabeth Jennings ist einfach klasse (absolut cool und abgebrüht - und ich möchte bitte all ihre Stiefel haben) und die Zerrissenheit und gleichzeitige Skrupellosigkeit (wenn er mal wieder jemanden ermorden muss) von Philip Jenning spielt Matthew Rhys ebenfalls einfach hervorragend.

Dazu kommt, dass die Serien für eine amerikanische Serie sehr ausgewogen über die Zeit berichtet, ich hatte einen Artikel im Internet gelesen, in dem die Serien als aus der Zeit, wo man eben noch wusste, wer gut und wer böse ist angekündigt wurde und genau das macht die Serie eben nicht. Ich würde sagen gut ein Drittel der Zeit befasst sich mit den russischen Agenten (also die Jennings sprechen die ganze Zeit englisch, damit ihre Tarnung nicht auffliegt, sie dürfen gar nicht russisch sprechen) und es wird eh russisch gesprochen, alles Schauspieler, die in Russland geboren wurden oder russisches Eltern haben - und erfreulicherweise, das habe ich extra gecheckt - wurde das in der deutschen Synchronisation nicht einfach wie gerne üblich mitsynchronisiert.

Also, große Empfehlung von mir - auch wenn ich jetzt ganz schnell zu Ende schauen muss, weil ja nicht nur Mrs. Maisel wartet sondern wie ich gerade mit "Schrecken" gesehen haben, gibt's auch eine neue Staffel (bzw. pro Woche eine neue Folge) Berlin Station (noch mehr Spionage!).

So, und wie ich ja gestern schon sagte, mein Leben wäre ohne die Deutsche Bahn vermutlich um einiges langweiliger .. miomarito wollte heute schon früher nach Hause kommen und Tertia vom Turnen abholen. Jetzt ist sein Zug aber einfach gestrichen worden bzw. die Mitteilung lautet lapidar FAHRT FÄLLT AUS und somit hat sich das auch erledigt ...

P.S.: Lustiger Nebeneffekt der Serie, die ja in meiner frühsten Kindheit spielt, es kommen Erinnerungen von ganz unten wieder hoch, an die Art von Kleidern, Geräusche und vieles mehr. Sehr interessant.

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