mercoledì 10 ottobre 2018

alors ...

Wie neulich ja schon angekündigt gibt's jetzt gleich zweimal Frankreich in den frühen 60ern, aber zunächst noch ganz kurz ein *WOHOOO* in Sachen Elternabend. ich war gestern auf Silencias Elternabend (alles nicht so einfach, weil die Kinder zu Hause ja selbstständig ins Bett gehen müssen und Tertia davon nicht wirklich begeistert ist, da sie dann auch "gerne" von ihren Geschwistern geärgert wird usw. also *puh* jedesmal eher anstrengenden ...) Gestern dann komplettes Verkehrs- und Parkplatzchaos vor den Schulen, vermutlich waren diverse Elternabende angesetzt gewesen, jedenfalls alles voll, kaum mehr ein Vor-oder-Zurück und ich musste dann ganz wo anders hinfahren, um überhaupt einen Parkplatz zu bekommen ... aber egal ... kurz gesagt, ich war mit den Nerven schon bei Ankunft im Klassenzimmer eher durch und nach den Jahren mit ilfiglio an dieser Schule bin ich da auch nervlich vorbelastet ... aber: Jeder einzelne Lehrer/in lobte die Klasse, wie nett sie sei, wie wissbegierig, weil lernwillig, wie disziplinier, wie neugierig, wie wunderbar und jeder Lehrer/in meinte, er/sie arbeite so gerne mit dieser Klassen und wir Eltern dürften uns wirklich sagen, dass wir alles richtig gemacht hätte mit unseren Kindern (okay, vor 15 Monaten hat die selbe Schule uns die Familienhilfe ans Herz gelegt, damit wir Unterstützung bei der Erziehung unseres angeblich unbeschulbaren Sohnes bekommen, ich kann das alles also recht gut einordnen) aber hach .. wie schön .. so ein Elternabend in gemeinsamer Glückseligkeit. Und tolle, engagierte Lehrer und Lehrerinnen hat sie und endlich fühlt es sich mal nicht an, als sei es eben auch für sie eventuell die falsche Schule.

So, jetzt aber zu meinen Franzosen. Den Geheimagenten. Sprich zur Serie: Au Service de la France (oder auf Deutsch Frankreich gegen den Rest der Welt)



Ich weiß nicht einmal, wie ich über diese Serie gestolpert bin, sie wurde für Arte produziert, aber dort habe ich sie nie gesehen, jetzt gibt es die ersten beiden Staffeln bei Netflix - und ich finde sie wirklich sehr, sehr lustig. Vielleicht muss man wie ich mit Louis de Funès-Filmen groß geworden sein, oder generell französische Komödien mögen, jedenfalls musste ich in den letzten beiden Wochen sehr viel laut (!) lachen.
Es geht um verschiedene Agenten des französischen Geheimdienstes, in der ersten Staffel beginnt der blutjunge André Merlaux seinen Dienst de la France und lernt schnell, dass das Wichtigste beim französischen Geheimdienst das richtige Abstempeln (bzw. richtige Einreichen des richtigen Formulars) und der täglich pot (Umtrunk) sind. Neben der bei einem Hinweis auf Louis de Funès zu erwartenden Situationskomik ist die Serie aber auch bitterböse was das Selbstverständnis der Grande Nation angeht, aber verschont natürlich auch nicht die Amerikaner, die Russen und die Deutschen (samt Vichy). Bisher (ich bin mit der 2. Staffel noch nicht zu Ende) waren die Situation in Afrika, der Algerienkrieg, die Invasion der Schweinebucht und der Bau der Berliner Mauer nicht nur Thema sondern immer auch indirekt eine Folge des (mehr oder weniger) Versagens der französischen Agenten. Ich vermute, dass das Ganze noch witziger ist, wenn man etwas mehr als ich mit Frankreich zu tun hat (ich spreche ja nicht mal französisch - aber schauen mit deutschen Untertitel geht gut) und dass ich diverse Anspielungen und Witze gar nicht verstanden habe, aber es bleibt eben noch genug übrig, über das man sich herzhaft amüsieren kann (so zum Beispiel eine meiner Lieblingsszene der ersten Staffel).
Die Serie ist - vermute ich jedenfalls - mit einem kleinen Budget gedreht worden, auf jeden Fall die erste Staffel, ich glaube, nicht nur gefühlt, ist es immer wieder die gleiche DS die durchs Bild fährt und es gibt auch immer mal wieder (vor allem in der zweiten Staffel) logische Ungereimtheiten, aber trotzdem lohnt es sich meiner Meinung nach wirklich, sich das Ganze anzuschauen (und sei es nur, weil Hugo Becker alias André Merlaux ein bisschen auf Delon macht).

Wer die frühen 60er Jahre in Paris etwas seriöser behandeln möchte, dem sei Der Club der unverbesserlichen Optimisten von Jean-Michel Guenassia ans Herz gelegt.





Der Roman des in Algerien geborenen Guenassia wurde in Frankreich viel gelobt, gewann Preise und es macht - trotz Seriosität - einfach Spaß, ihn zu lesen. Die Hauptfigur ist der zu Beginne des Romans 12jährige Michel, aus dessen Perspektive nicht nur ein Familiendrama erzählt, sondern auch eine ganze Epoche beschrieben wird. Rock'n'Roll, Schule, erste Liebe, Literatur, Algerienkrieg und nicht zu vergessen der titelgebende Club der unverbesserlichen Optimisten, einer Gruppe osteuropäischer - männlicher - Exilanten, die sich im Hinterzimmer eines Pariser Bistros - unterstützt von Sartre und Kessel - treffen, dort Schach spielen, diskutieren, sich ihre Lebensgeschichten erzählen und den jungen Michel in ihre Reihen aufnehmen. Wirklich empfehlenswert, einfach schön zu lesen und man bekommt meiner Meinung nach ein gutes Gefühl dafür, wie das Leben damals vermutlich war. Lohnt sich auf jeden Fall.

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