mercoledì 22 agosto 2018

Urlaubsschnipsel II

Am Dienstag regnete es wie angekündigt




was gar nicht schlecht war, weil wir ja schließlich einen Tag für Einkäufe brauchten, zum einen Schuhe und Kleidung (für die Mädchen und miomarito) und zum anderen mussten wir unsere Vorräte an Wein und Öl aufstocken - und damit kann man schon mal einen Tag verbringen - vor allem, wenn alle anderen Leute angesichts des einzigen Regentages weit und breit auch diese Idee haben ;-)

Am Mittwochmorgen ging es in aller Früh zum pronto soccorso mit Tertia, die schon länger über Ohrenschmerzen klagte und ich das dann doch mal angeschaut haben wollte. Entzündung des Gehörgangs, noch keine Mittelohrentzündung, also erst mal nur Ibuprofen, kein Baden mehr und eventuell dann eben Antibiotikum wenn es nicht innerhalb von 2 Tagen besser wird.



Zum Mittagessen waren wir anlässlich von ferragosto bei miomaritos Tante eingeladen, genossen gutes Essen, italienische Gespräche (u.a. mit einem Freund der Tante, den wir jetzt auch schon länger kennen, der ebenfalls ein Segelboot hat und er nach ein oder zwei Gläsern Wein immer mehr ins Neapolitanische fällt, was dazu führt, dass wir nur noch die Hälfte oder aber nix mehr verstehen und nur noch freundlich lächelnd nicken ;-))


Abends machen wir uns am Strand entlang auf den Weg ein paar Dörfer weiter 


(wie eigentlich jedes Jahr)


zur Festa di S. Rocco
(mit leckerem Risotto al Tastasal und einer Adriano Celentano-Coverband - von der wir aber nicht viel mitbekommen, weil die erst startet als uns Tertia erklärt, dass sie jetzt sofort nach Hause möchte, weil ihr das Ohr wieder weh tue)

Für den nächsten Tag hat uns miomaritos Tante zu einer kleinen Wanderung eingeladen, sie und Freunde würden so eine gute Stunde hoch in die Berge laufen, dort gebe es dann frische Pasta, etwas Wein und dolce und dann könne man wieder runter laufen. Fanden wir eine tolle Idee, Tertia wollte dann trotz immer noch nicht wieder verschwundenen Ohrenschmerzen mitkommen, Silencia hingegen nicht, sie blieb  auf dem Zeltplatz. Um 9:30 Uhr ging es los - was uns bei einer angeblich guten Stunde Laufzeit ja schon hätte irritieren müssen ... vielleicht ... irgendwie ....


Man muss dazu sagen, dass ich gerne "wandere", ich wandere natürlich nicht, ich gehe spazieren, im Wald usw. und ich habe noch nie erlebt, dass das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr oder ich brauche dringend eine Pause usw. und das alles immer in Ballerina usw. Echtes Wandern ... nun ja ... eigentlich sicher nicht, wenn ich im Süden bin und den Tag am Strand oder auf dem Boot verbringen könnte, aber andererseits, man kann sich ja nicht immer anstellen, also ein bisschen den Berg hoch wandern. Ich wurde auch noch nicht skeptisch als wir miomaritos Tante und Freunde in kompletter NordicWalking-Wanderausrüstungen trafen, bisweilen hat man am Lago den Verdacht, dass Ü50 eh nur so aus dem Haus gehen kann (wenn es eben nicht runter an den Strand geht) und wenn ich hin und wieder einen meiner Streifzüge am Berg entlang gemacht habe (in Sommerkleidchen und Sandalen) dann habe ich auch immer gerne vollausgerüstete Wanderer überholt. Nun ja - dieses Mal ... kleine Fehleinschätzung:


Es ging hoch


zunächst zwar steil aber mit gutem Untergrund 


dann noch steiler und weniger gutem Untergrund



ich tapfer in meinen Schühchen - ging aber
(zum Erstaunen der besser ausgerüsteten Italiener)



kurz Mal Aussicht knipsen

Und am Ende waren wir nach 2,5 Stunden und 800 Höhenmetern oben


Dort gab es dann (kostenlos!) Pasta, Wein, Panini, Wasser, Kaffee und Nachtisch.

Zusammenfassung: Nie wieder! ;-)

In ernsthaft: Das Ganze war schon eine ziemliche Schnapsidee, hätten wir gewußt, dass diese Angabe von einer guten Stunde wohl eher von einem der Italiener ausgesprochene Angabe war, um miomaritos Tante zum Mitkommen zu überreden und auf den Wegweisern selbst 2 Stunden für den Weg hoch angegeben wurden und dass 800 Höhenmeter zu bewältigen sind, dann hätten wir gerade auch mit Hinweis auf Tertia dankend abgelehnt. So war es ein Glück, dass Tertia so ein Lauf- und Kletterwunder ist (Silencia hätte sicher bereits nach wenigen Höhenmeter gestreikt) und wir sie nur die letzte halbe Stunde wirklich vorwärts "prügeln" mussten - Alptraumvorstellung, wir kommen zu spät oben an und dadurch dann kein Mittagessen - und kein Wasser, das wir natürlich auch nicht in ausreichender Menge mitgebracht hatten - Gott sei Dank gab es zwischendurch mal einen Brunnen und super leckere Feigen und Trauben am Wegesrand - und einigermaßen pünktlich waren wir dann auch da (ich habe jetzt noch mal im Internet nachgeschaut, die Strecke läuft in den Wanderführern unter mittelschwer ...), aber alles schon sehr grenzwertig. Runter ging es dann schneller, wenn auch fast genauso anstrengend wegen der vielen Steine - die letzten 5 km bin ich dann an der Straße entlang gejoggt (auch noch) weil Silencia weder auf Anrufe oder SMSs reagierte und nun ja schon sehr viel länger als geplant alleine auf dem Campingplatz war ... sie sass dann aber lesend vor dem Zelt und hatte nur keinen Bock gehabt, ihr Handy aufzuladen....

Zwar war es inzwischen schon nach 16 Uhr, aber zur Belohnung gab es dann noch eine Runde entspanntes Segeln auf dem See :-)


6 commenti:

Anonimo ha detto...

Das sind wieder diese Abenteuer, die ich nur bei dir lese! Köstlich😄
Ihr müsst Nerven aus Stahl haben.
Habt ihr nicht eine Wohnung am Lago?
Lg
Giuseppina

IO ha detto...

@giuseppina: danke :-) miomaritos Eltern haben dort eine Wohnung, aber da ich dort mit den Kindern nicht ohne miomarito rein darf ... gehen wir jetzt auf den Campingplatz.

Anonimo ha detto...

@Io: ''nicht ohne miomarito'' - Du bist doch schon ewig deren Schwiegertochter und keine ''Fremde'' mehr. Wieso sind die da so eigen?

IO ha detto...

@anonimo: Das Ganze wurde zusammen mit einer Liste meiner Fehlverhalten der letzten 16 Jahren übermittelt. Es steht mir wohl nicht zu.

Anonimo ha detto...

"Das Ganze wurde zusammen mit einer Liste meiner Fehlverhalten der letzten 16 Jahren übermittelt."

Ähm, okay. Kaum lösen sich Miet- und Schulstreitigkeiten halbwegs, grätscht die Familie rein, oder wie? Bezaubernd. Umso schöner zu lesen, dass der Urlaub am Lago trotzdem gut war. Und deine Bilder sind sowieso jedesmal ein Traum! Vielleicht sollte man mal die lokale Tourismusbehörde fragen, ob sie euch nicht sponsern möchte? Finde deine Bilder und Berichte jedenfalls weitaus überzeugender als die bezahlten Beiträge aus irgendwelchen gruseligen Familienhotels mit eigenem Maskottchen auf anderen Blogs. ;-)

Liebe Grüße
Sarah

IO ha detto...

Danke :-)