giovedì 15 marzo 2018

Strohwitwen-Schnipsel

Hätte mir früher, als die Kinder noch kleiner waren, die Aussicht auf vier Tage ohne miomarito den Angstschweiss auf die Stirn getrieben, so haben wir das jetzt natürlich mit links hinbekommen. Jetzt müssen wir nur noch schauen, wie wir das auf längere Dauer am besten machen, also längere Dauer im Sinne von wochen- und monatelang so.

Heute Abend gab es dann die obligatorische Papa-ist-weg-Pizza, klassischerweise - habe ich ja schon erwähnt - gibt es sonst Fertig-Pizza für alle und gerne vorm Fernseher, aber da miomaritos Abwesenheit nun keine "Besonderheit" mehr ist, können wir ja schlecht ständig Fertig-Pizza essen, also habe ich Pizza selbst gebacken ... wobei selbst gebacken auch schon etwas übertrieben ist, weil ich mich nicht ernsthaft in die Küche stelle und Teig anrühre, sondern den fertigen aus dem Supermarkt nehme ... aber alle waren glücklich und morgen sind wir dann ja auch wieder zu fünft.

Ansonsten ... viel gearbeitet, viele Fotos mit Tertia gemacht,





ständig die Wettervorhersage Tübingen und Lago verglichen und mir außerdem überlegt, ob ich es mir zutraue an Pfingsten eventuell mit den drei Kindern alleine an den Lago zu fahren (nachdem ich die letzten Mal ja brav Fahren zum Haus durch die steile Kurve und Gasse, die vielleicht 5 cm breiter ist als unser Auto, geübt habe, steht dem ja eigentlich nichts mehr im Wege ...  nur den Segelschein habe ich in diesem Chaos-Winter wieder nicht gemacht ...) und sehr gelacht als ich in der Zeit (gestern war es wohl in der Süddeutschen) die Saarmojis entdeckt habe - als Pfälzerin gibt man das natürlich nicht gerne zu, aber einiges davon ist bei uns d'heem auch nicht viel annerschder.
(wobei - kleiner Exkurs - mich die Saarländer ja mit ihrem mitholle in meinen drei Saarbrücken-Semestern in den Wahnsinn getrieben haben. Denn mitholle bedeutet keineswegs mitholen oder mitbringen sondern mitNEHMEN - und man braucht definitiv mehr als drei Semester um sich wirklich dran zu gewöhnen, dass Soll isch ebbes mitholle? in der Mensa eben nicht bedeutet, dass die Person einem noch etwas von der Essenausgabe mitbringt, sondern dass sie zum Beispiel das leere Tablett mitnimmt - aber eben mit leeren Händen wieder kommt - und nichts holt ...)

So, alles also unspektakulär hier, isch däät jetzt noch äns tringge und mal schauen, ob ich miomarito noch über WhatsApp erwische (mich neulich übrigens wieder über so eine Studie aufgeregt bzw. über einen Artikel über eine Studie, in der Jugendlich wohl gefragt wurden, ob sie traurig wären, wenn sie ihr smartphone und Sachen wie WhatsApp nicht mehr benutzen könnten - und als diese dann in großer Mehrheit mit Ja! geantwortet haben, war das ganz schlimm und Zeichen einer ganz, ganz schlimmen Abhängigkeit - hätte man mich vor 30 Jahren gefragt, wie es mir ginge, wenn ich das Telefon nicht mehr mehrere Stunde am Tag benutzen dürfte, hätte ich genau das gleiche geantwortet - ich war also telefonsüchtig ...)

3 commenti:

Anonimo ha detto...

Ich finde, dass man die ''Abhängigkeit'' vom Telefon und Smartphone nicht vergleichen kann. Siehe hierzu den TED-TAlk von Sherry Turkle: https://www.ted.com/talks/sherry_turkle_alone_together/transcript

''Human relationships are rich and they're messy and they're demanding. And we clean them up with technology. And when we do, one of the things that can happen is that we sacrifice conversation for mere connection. (...)
Texting, email, posting, all of these things let us present the self as we want to be. We get to edit, and that means we get to delete, and that means we get to retouch, the face, the voice, the flesh, the body -- not too little, not too much, just right.''

IO ha detto...

Nun ja, man könnte einerseits historisch argumentieren, dass man VOR dem Telefon auch nicht unediert kommuniziert hat, denn Briefe und die früher in bestimmten Gesellschaftsschichten ähnlich wie emails verschickten Billettes - oder eben Zettel während des Unterrichts - sind ja auch keine direkte "unverfälschte" Kommunikation.

Außerdem geht Turkle ja irgendwie davon aus, dass man nur noch via Smartphone kommuniziert, was ich jetzt von niemandem kenne. Wenn Kinder und Jugendliche den Großteil des Tages - bei ilfiglio zum Beispiel von 8 bis 16:30 Uhr - in der Schule sind, haben sie in der Zeit ja nur "echten" "unverfälschten" Kontakt ... okay vielleicht in den Pausen - denn Handy im Unterricht gibt Ärger.

Des Weiteren würde ich anmerken, dass Kommunikation via Handy da ins Spiel kommt, wo man eben gar keinen "direkten, unverfälschten" Kontakt haben kann. Ich sehe meine Eltern 3-4 im Jahr, meine Brüder und deren Familien ebenso, mit meinen Eltern telefoniere ich zwar regelmäßig, aber seit dem wir eben eine WhatsApp-Gruppe mit allen Familienmitglieder haben, bin ich wieder viel näher dran, weil man eben nicht auswählt, was man Telefon jetzt mit einer bestimmten Person besprechen muss/will, sondern einfach schnell mal was erzählen, erwähnen oder als Bild schicken kann. Und alle können darauf antworten. Das Ganze ersetzt natürlich keinen direkten Kontakt, aber ist so nah am ... sagen wir ... zusammen am Abendessen-Tisch sitzen wie es auf diese Distanz eben geht. Das Gleiche bei miomaritos Familie, wo es dann ja auch über Ländergrenzen hinweg geht. Die großen Kinder würde vermutlich niemals direkt bei ihren Großeltern oder eben der italienischen Tante anrufen, aber via Nachricht geht das notfalls sogar ohne Sprachprobleme - weil einfach Foto schicken. Guck, wie viel Schnee war haben! und wenn man sich dann trifft, muss man nicht bei Null wieder anfangen.
Ilfiglio ist Dank Handykommunikation immer noch in Kontakt mit seinen alten Klassenkameraden, die Jungs würden NIE miteinander telefonieren, reden ... um Gottes Willen ... - treffen sich so aber immer noch zum gemeinsamen Fußball spielen und ilfiglio weiß, was alles in der Klassen passiert. Ich glaube einfach nicht, dass das ohne diese Kommunikationsform funktionieren würde - da wäre er mit einem Schulwechsel einfach raus gewesen.
Und last but not least - ich kann im öffentlichen Raum kommunizieren ohne dass mir Hinz und Kunz zuhört. Miomarito und ich "unterhalten" uns zum Beispiel immer, wenn er Zug fährt, da würden wir nie miteinander telefonieren, das stört ja auch die anderen Leute usw.
Daneben chatte ich jeden Tag auch mit meiner besten Freundin und Kollegin - die in Bayern wohnt und wo eben auch kein "direkter unverfälschter" Kontakt möglich ist - und wo man eben auch nicht ständig wegen allem möglichen anrufen will - ich finde zum Beispiel chatten auch ganz toll, weil ich nicht alle 3 Sekunden von meinen Kindern unterbrochen werde, weil, was hast du gesagt? wieso hast du das gesagt? Darf ich auch mal telefonieren? - gerade mal sie noch keiner waren, ging telefonieren einfach GAR NICHT.

IO ha detto...


Das Ganze setzt natürlich voraus, dass man noch anders kommuniziert, aber kenne niemanden, der das nicht ausgiebig tut. Die von Turkle gelisteten Beispiele finde ich teilweise sehr befremdlich.

Und zum Abschluss noch das mit dem Alleinsein - da würde ich jetzt einfach mal ganz provokant behaupten, dass dass eine mittel-und nordeuropäische bzw. eben amerikanische Erfindung ist (In Deutschland fängt das zum Beispiel mit der Romantik und der Aufklärung an - und mündet eben im Rückzug auf die Kleinfamilie). Schon in Italien wird der Prozentsatz an Menschen, die der Meinung sind, man müsse allein sein können oder dies brauchen, rapide abnehmen. Von anderen Ländern und Kontinenten mal ganz zu schweigen.

Und wie immer, die Dosis macht's.

(und zur von mir bemängelten Umfrage - meines Wissens bzw. laut des Artikels wurde den Kinder keine Alternativ-Kommunikationsmöglichkeit angeboten, und wenn man Teenager die allgemein übliche Kommunikationswege kappt und sie von ihrer Peergroup trennt, dann wird das Ergebnis IMMER Trauer und Wut sein, egal ob die sich nun schreiben, miteinander telefonieren oder sich treffen - das kann doch kein Ergebnis sein, das die angebliche Problematik von Handykommunikation beweist)