giovedì 20 aprile 2017

Lago Tage - Teil 3

Am Donnerstag hätten wir um 9 Uhr oder so am Segelclub sein müssen, um rechtzeitig vor dem Mittags-Windloch (am Morgen weht der Wind aus Norden, dann kommt über Mittag eben ein Windloch bzw. eher Windstille, und am frühen Nachmittag setzt dann der Wind von Süden ein - so ungefähr jedenfalls) segeln zu können, da wir da erst langsam aufstanden, war klar, Segeln gehen wir erst am Nachmittag. Also fuhren miomarito, Tertia und ich (die großen Kinder waren sich ausnahmsweise mal einig und beschlossen zu Haus in ihren Betten zu bleiben) nach Riva zum Shopping, d.h. miomarito kaufte sich neue Hosen und Hemden, das Angebot für Frauen ist rund um den Lago eher befremdlich. 

Schnelles Mittagessen bzw. Panini zu Hause und dann konnte es losgehen:



Tertia bekam von der - süditalienischen - Freundin von miomaritos Tante einen Haufen Schmuck zum Spielen geschenkt, darunter auch dieses famose, von mir Katholiken-Power-Armband getaufte Stück. Neben den Mariendarstellungen gibt es - hier jetzt nicht zu sehen - auch noch Bilder von Giovanni Paolo II und Pater Pio, also alles was man als italienischer Katholik so auffahren kann. Das trage ich jetzt zum Segeln - man weiß ja nie - und eventuell auch hier mal im Dorf zum Pietisten erschrecken.

Segel war dann ganz, ganz toll. Wir wurden mit einem richtigen ;-) Boot rausgefahren, es gelang uns dann, ohne weiter irgendwie peinlich aufzufallen loszulegen und auch Tertia legte ihre im letzten Sommer noch größere Scheu gegenüber dieser Fortbewegungsart ab - und sah sich also große Piratenkönigin.



Filmchen-Test





hach!

das war so der erste - und einzige Tag - mit etwas entspanntem Feriengefühl, der Ausflug nur mit Tertia wirklich harmonisch, das Segeln verlief relativ friedlich und niemand flippte komplett aus.







Am nächsten Morgen kamen miomaritos Eltern aus Deutschland, was bedeutete, dass wir deutlich zusammenrücken mussten, Dreizimmer-Wohnung mit 7 Leute geht nur eine begrenzte Zeit. 



Hier übt sich ilfiglio schon mal in ersten Ansätzen beim in meine Fußstapfen treten (ich bin jahrelang begeisterte Vespa-Fahrerin gewesen, das Gefährt meines Schwiegervaters ist zwar keine Vespa, aber immerhin Piaggio - aber der Sohn muss sich natürlich noch ein paar Jährchen gedulden - auch wenn er der Meinung ist, das alles jetzt schon fahren zu können)



Hier noch ein Bild von Tertia, als wir uns zu Fuß auf den Weg zum Segelclub machten. Da es sehr windig war und auch nicht wirklich viel mehr als 5 Leute aufs Boot passen, war klar, dass Tertia bei Oma bleibt, und der Rest von uns Segeln geht. 
Ilfiglio weigerte sich dann erst einmal ausgiebig, eine Rettungsweste anzuziehen, das sei völlig lächerlich, wir würden ja keine Atlantik-Überquerung machen und überhaupt, was wir für Luschen seien, dass wir jetzt erst mal nur mit einem Segel segeln wollten. Es gab lange Diskussionen hin und her (genau das, was man auf einem Boot so braucht) und irgendwann beschloss der Sohn recht selbstständig, die Genua - das zweite Segel - loszumachen - was dazu führte, dass wir in den Genuss einer Seefahrt kamen, die etwas an das Reiten auf einem durchgehenden Pferd erinnerte. Entschuldigung für sein Verhalten: Er hab halt nicht gehört, dass miomarito gesagt habe, er solle das Segel NICHT aufmachen. In Zukunft hat der Sohn Bootsverbot. Punkt. Es gelang uns dann auch nur mittelprächtig die Genua wieder reinzuholen, ich saß die Rückfahrt dann auch nur noch untern in der Kajüte, weil mir ernsthaft die Knie flatterten. Da man das Boot nicht alleine steuern kann und sich ilfiglio jetzt eben schon mehrmals als unzuverlässig und uneinsichtig gezeigt hat, werde ich bei der nächsten Gelegenheit meinen Segelschein machen (ich hab' ja nix zu tun). 
Silencia leget dann noch ein weiteres Entspannungs-Schippchen drauf und flippte wohl eine halbe Stunde lang komplett aus, weil sie kein Eis bekam sondern alle nach Hause wollten - Gott sei Dank war ich da schon zu Fuß wieder auf dem Heimweg (der Rest fuhr Auto bzw. Moped). 


Samstag dann auf Grund des schlechten Wetters noch einmal shopping, dieses mal Schuhe und *hurra* ich wurde ausnahmsweise mal wirklich fündig und habe mir drei Paar Schuhe gekauft.



Die in der Mitte hatte ich die letzten drei Jahre schon an, jetzt gehen sie langsam kaputt und - wie schön! - es gab sie immer noch zu kaufen. Silencia war - hoppla - auch mal zufrieden, den sie bekam das erste Mal Schuhe (Ballerinas) aus der Erwachsenenabteilung - quasi die gleichen wie ich, während meine Mutter später über Whatsapp meinte, die rechts hätte sie sich auch gerne gekauft. Wir scheinen da auf einer Linie zu liegen. Ilfiglio fand nur 160€-Schuhe passend, alles andere war indiskutabel ... *muhaha*


Weiter ging es dann noch in einen uns bisher unbekannten Laden bei Riva, wo man regionale Spezialitäten kaufen kann. Die Internetseite verrät nicht allzu viel, aber ich kann einen kleinen Abstecher dahin - falls man in der Gegend ist - nur empfehlen. Die Leute sind sehr nett, man kann eben verschiedenes aus der Region kaufen (auch einiges, was definitiv nicht aus der Region ist, sich aber als Mitbringsel sehr gut eignet) man kann sich durch sehr viele gute und nicht zu teure Weine probieren - was miomarito und ich auch taten und dann Wein fürs Osteressen auswählten. 


irgendwann fotografiere ich mich da auch mal ganz in Ruhe durch das ganze Sortiment. 
So in 12 Jahren ...

Abschließend wollten wir dann noch das kleine Museum in Riva anschauen, was aber von den Kinder derartig systematisch boykottiert wurde, dass es überhaupt nur stressig war und man sich auch die größte Mühe machen konnte, Dinge zu finden, die auch für die Kinder interessant hätten sein können (und da gab's Sachen) - egal. Alles doof, alles eine Zumutung und warum wir nicht wie andere Leute anständig Urlaub (was immer das sein soll) machen könnten. 


Blick vom Turm des Museums, der alten Festung von Riva



Und dann noch mal ein pittoreskes Schlecht-Wetter-Foto vom Lago.


Ja, und am nächsten Tag lag ich dann krank im Bett, Ostersonntag samt großen Familienessen ohne mich, am nächsten Tag dann ordentlich Ibuprofen, schnelles Packen und die Heimfahrt durch Schnee und Wind. Jetzt bräuchte ich Urlaub - gibt's aber nicht, immerhin sind die Mädchen jetzt bis Sonntag bei meinen Eltern, ich durfte die letzten beiden Tage mehr oder weniger im Bett verbringen und so langsam werde ich auch wieder fit. 

Ich weiß nicht, an was es liegt, Urlaub mit den Kinder (vor allem den Großen) ist unglaublich anstrengend, das ständige Streiten, ilfiglio hackt auf Silencia herum, Silencia flippt entsprechend und auch nicht entsprechend völlig aus, Diskussionsversuche um alles und jedes, die Vorstellung, wir müssten von morgens bis abends die Entertainer geben, Mithilfe bei irgendwas was eine Zumutung, wir eh total lächerlich und nie, nie, nie sind sie zufrieden, immer soll es noch mehr sein, oder was anderes, oder was weiß ich was - rund um die Uhr. Ich hoffe, wir können sie über Pfingsten irgendwie  loswerden, denn miomarito und ich bräuchten dringend, dringend mal ein paar Tage Urlaub, echten Urlaub.

4 commenti:

Luluxand ha detto...

Ich erinnere mich dunkel an eine Phase, in der ich auch alles doof fand, was meine Eltern als Unternehmung vorschlugen, mich verweigerte und trotzte. Da war ich ungefähr fünf oder sechs.

Ich kann mir das mit Ilfiglio und/oder Silencia so gar nicht vorstellen.

bvr ha detto...

Auf die Gefahr hin, dass ich das schon mal erwähnt habe... ich gedachte beim Lesen deiner Zeilen unseres geplanten England-Urlaubs vor einigen Jahren - den wir dann unter dem Aspekt "sich dauerzoffende Kinder können wir billiger haben und zu Hause sitzen sie nicht so eng aufeinander wie auf der Rückbank unseres Autos" schlicht gecancelt haben.

Irgendwann geht es vorbei... meine sind 18 und fast 16 und scheinen sich zu umgänglichen Charakteren zu entwickeln! *

LG,
Britta
*die solche Aussagen nach wie vor nicht tätigen kann, ohne auf Holz zu klopfen, weil es immer wieder auch Rückfälle gibt. Aber sehr wenige!

Malcesine ha detto...

Die Klamottenangebote für Frauen sind nicht nur übersichtlich, sie sind für "normal große" Frauen auch schlichtweg nicht gemacht ;-)
Ich bin 1,70 mit breiten Schultern und stehe immer lachend im Benetton, weil ich mir vorkomme, wie ein Riese, wenn ich versuche in die zart geschnittenen Klamöttchen zu schlüpfen, ohne die Nähte zum Bersten zu bringen.

Anonimo ha detto...

das klingt super anstrengend, und wunderbar ungeschönt!
hier gibts den Alltag und/oder Urlaub meist auch mit viel Gezank und gerne auch mal Drama, aber am Ende ist es doch auszuhalten und ganz in Ordnung.so mit Abstand, und Feierabend. Ab und an.
Sie werden älter, es geht vorbei...
Lg Julia