lunedì 13 marzo 2017

Zauberflöte

Gestern waren Tertia und ich ja in Stuttgart in der Zauberflöte. Tertia singt schon seit langen ausgiebig die Arie der Königin der Nacht rauf und runter und wartete monatelang darauf, dass die Großmutter jetzt endlich mal was findet, wo man sich das IN ECHT! anschauen kann. Das IN ECHT Anschauen gar nicht so einfach ist, wenn man 5 bzw. inzwischen gerade mal 6 Jahre alt ist und es kein Opernhaus um die Ecke hat, das wollte sie nicht so ganz einsehen. Aber meine Mutter fand schon im letzten Herbst eine Nachmittagsvorstellung in Stuttgart und kaufte Tertia und mir Karten, die Tertia dann zum 6. Geburtstag geschenkt bekam.

Gestern ging es dann los, wir schmissen uns beide in Schale (miomarito fragt zwischendurch mal nach, ob ich sicher sei, dass das nicht ein wenig overdressed für eine Nachmittagsvorstellung sei, aber hey, a) sagt das der richtige und b) wenn ich schon mal in die Oper komme ...), Tertia überraschenderweise - nachdem das tolle Prinzessinnen-Kostüm von mir als Option gestrichen wurde - im eher einfachen neuen roten Kleid (vom Baby-Basar .. für 2 €). Ich hatte eher an ihr Dirndl gedacht, weil es ja eine Produktion des Freien Landestheater Bayern war, aber sie bestand auf dem roten Kleid - was dann ja auch gut zu meinem schwarzen Outfit passte (was alle drei Kinder gut fanden *hurra*).




Auf dem Weg nach Stuttgart erklärte mir Tertia, dass sie schon etwas Angst vor der Königin der Nacht habe - und dass sie eigentlich am liebsten mit der ganzen Familie hingegangen wäre (was die ganze Familie bestimmt nicht gefreut hätte ... weil außer mir mag niemand Oper). Ich war dann etwas hektisch, weil doch viel mehr Verkehr herrschte als gedacht und ich mir auch nicht sicher war, ob das Navi mich auch wirklich zur Liederhalle bringt (in Zürich hat mich neulich das Navi schändlich - obwohl frisch upgedated - im Stich gelassen und uns generell falsch geschickt). Aber alles klappte wunderbar, wir kamen pünktlich an, parkten in der Parkgarage, gaben unsere Mantel/Jacke ab und suchten unsere Plätze.

Wir hatten ganz tolle Plätze (Danke, Mama&Papa! Kindererfahren!), sassen im ersten Rang in der ersten Reihe, so dass Tertia auch aufstehen und sich ans Geländer stellen konnte, ohne damit irgendjemanden zu nerven.




Es waren außerdem eh ganz viele Kinder da, auch die Location Liederhalle (Hegel-Saal) verströmte jetzt nicht den todernsten Opernhaus-Ernst, so dass ich angesichts der Zappel-Quassel-Tochter keine Blut und Wasser schwitzen musste. (Ich wurde allerdings etwas nostalgisch, weil das letzte mal war ich in Rom in der Oper  und davor in Genua ... zweimal mit Sängern der Mailänder Scala ...)






Und dann ging es los. Ich war erst etwas irritiert, weil die Sänger so komisch sprachen, bis mir aufging, dass die alle Mikrofone (Skandal! ;-)) hatte und daher gerade in den Sprechpassagen sehr komisch rüber kamen (sprich: sie sprachen als hätten sie eben keine Mikrofone und dadurch klang das schon sehr seltsam), aber egal, Tertia war glücklich, dirigierte und sang  - lautlos! - mit. Papageno (und die drei Knaben) trug Lederhosen und sprach Bayrisch, Pamina erinnerte ein wenig an Sissi, und   nach den Prüfungen gab's für den Vogelfänger (statt Wein) tatsächlich eine Halbe und Weißwürscht. Klingt jetzt alles etwas kurios, war aber wirklich gut.

In der Pause bekam Tertia ein Eis, verschmierte sich in wenigen Minuten von oben bis untern mit Schokolade und kurz bevor die Pause zu Ende war schafften wir es dann doch noch auf die Toilette und zum Saubermachen. Die zweite Hälfte war etwas zäh, nach jedem Applaus fragte Tertia, ob denn jetzt endlich Schluss sei und mir war tatsächlich auch entfallen, wie sehr sich die ganzen Prüfungen im Tempel ziehen ... wie wie lange sich Pamina und Tamino jeweils anschmachten. Tertia wälzte sich inzwischen nur noch auf ihrem Sitz herum bzw. auf meinen Schoss und ich war sehr froh, dass neben mir eine Ehepaar mit etwa gleich alter Tochter sass, die ebenfalls ständig fragt, wenn denn jetzt endlich Schluss sei.

Am Ende waren dann alle froh, zum einen weil es wirklich eine sehr nette Inszenierung war, zum anderen weil es nach 3 Stunden endlich vorbei war ;-). Tertia bekam dann noch einen kleinen Anfall, wollte nicht nach Hause, fand alles doof und wollte sowieso niemals die Zauberflöten auch nur irgendwie ansehen (einatmen - ausatmen - einatmen - ausatmen), aber mir gelang es dann doch, sie ins Auto zu verfrachten und nach Hause zu fahren *puh*.

So, das war unser Ausflug in die Hochkultur (und ich möchte noch kurz anmerken, dass ich schon gerne mal wieder in einer echten Stadt leben würde ...)


2 commenti:

Sigrid ha detto...

Ohweh, drei Stunden sind ja für Kinder in dem Alter auch wirklich lang; aber es war ja ihr Wunsch.
Ich erinnere mich noch gut an "Hänsel und Gretel" mit meinen beiden Waldkindern (damals 5 und fast 7).

IO ha detto...

Sie ist halt ausgerechnet diejenige, die am wenigstens gut ruhig sitzen blieben kann ...