mercoledì 2 settembre 2015

Sommerurlaub Venedig III

3. Tag

Am dritten Tag schüttet es, wir sind uns nicht sogwirklich sicher, ob unser Baumwollzelt das aushält ... da die Kinder alle sehr müde sind, bleiben wir alle erst einmal im Zelt, schlafen uns einigermaßen aus oder lesen fleißig. Miomarito übernimmt die undankbare Aufgabe, Essen einzukaufen - dummerweise fällt uns das nämlich erst ein, als der Campingplatz das Benutzen der Autos (13-15 Uhr) nicht mehr erlaubt ...


überfluteter Campingplatz 

Miomarito wird dann aber langsam endgültig unruhig und beschließt, zusammen mit Silencia doch nach Venedig zu fahren. Ilfiglio streikt, ich möchte mit Tertia auch lieber einen Ruhetag einlegen und teilen wir uns auf. Miomarito und Silencia verpacken ihre Ersatzkleidung in Plastiktüten, schwingen sich auf die Räder und gehen die goldenen Pferde ansehen.

[ich hatte den Kinder vor der Abfahrt das Buch Lavendel in Venedig gekauft, das wirklich ein sehr schönes, leider nicht mehr aufgelegtes Buch etwas veraltetes Buch (Lavendel wird Lire- Millionärin)für Kinder zum Thema Venedig ist - geschrieben übrigens, das wusste ich aber gar nicht, von Christina Björk, welche die Linnea-und Linus-Bücher geschrieben hat, darunter Linnea im Garten des Malers, eins meiner Lieblingsreisebücher (über Paris bzw. Monet) als Kind]

Ich bleibe mit den beiden anderen im Zelt, verhindere, dass sich in Flut IN unserem Zelt weiter ausbreitet, Tertia hört Hörbücher und spiel Tiptoi, ilfiglio liest. Als es aufhört zu regnen gehen wir kurz an den Stand und wärmen uns die Füße im warmen Adria-Wasser ;-)




4. Tag

Endlich scheint wieder die Sonne, die Kinder verschwinden mit miomarito an den Pool, ich versuch etwas Ordnung ins Chaos zu bringen. Danach geht es an den Strand.



Der Plan für heute heisst, neue 3-Tages-Tickets für die großen Kinder besorgen, kurz nach Venedig rein fahren und dann am Abend auf Le Vignole essen zu gehen. Letzteres war mein Wunsch, weil ich in den 10 Sekunden, in denen ich mal den Reiseführer haben durfte ;-) einen sogenannten Geheim-Tipp entdeckt hatte (Geheimtipps in Reiseführern sind ja so eine Sache ...), eine eher rustikale Trattoria, in der man gut und günstig essen könne.

Das erste Problem entsteht dadurch, dass man von dort nicht mehr nach Punta Sabbioni kommt, sondern nur nach Treporti - was genau so weit von unserem Campingplatz weg ist wie Punta Sabbioni - aber wir müssen natürlich wegen der Räder auch von dort Richtung Venedig abfahren. 



Dort kann man dann aber nicht wie gedacht das günstige 3-Tages-Ticket für die großen Kinder kaufen. Wir nehmen also das nächste Schiff, bezahlen für die Kinder normal und versuchen dann in Venedig selbst das 3-Tages-Ticket zu kaufen - was sich also größere Herausforderung herausstellt, vor allem weil wir - wie sich im Laufe der Suche ebenfalls herausstellt - zum Bahnhof müssen. Was bedeutet, wir müssen einmal quer durchs volle Venedig laufen und dann wieder zurück ... dazwischen gibt es Bestechungseis für die Kinder und Beruhigung-Ombre (Glas Weißwein) für die Eltern.






Trotzdem immer noch sehr schön da



untergehende Sonne über Venedig vom Vaporetto Nr. 13 aus


Das nächste Problem zieht deutlich sichtbar am Himmel auf. Meine Wetter App hatte zwar hartnäckig versprochen, dass es bis kurz nach Mitternacht trocken bleiben soll - die heraufziehende Wolkenfront verspricht anderes ... wir sind sommerlich bekleidet und haben keine Regenjacken oder ähnliches dabei .. weil es sollte ja trocken bleiben ...





Auf Le Vignole angekommen schauen wir uns in der beginnenden Dunkelheit erst einmal interessiert um, die Insel ist ja so etwas wie eine Gemüse-Insel, früher wurde von hier (und Sant’Erasmo) Venedig versorgt, jetzt wohnen nur noch wenige Menschen hier und irgendwie steigt auch sonst niemand aus ... vielleicht doch ein echter Geheimtipp ... oder heute Ruhetag ... oder es gibt den Geheimtipp gar nicht mehr? Nach einigen hundert Meter entdecken wir allerdings ein Schild Trattoria Alle Vignole - alles gut. 

Was dann folgt begeistert mich sehr, einfach weil ich so etwas sehr mag und es auch in etwa so ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir sind tatsächlich die einzigen Touristen, das Ganze hat etwas von einem Biergarten, man holt sich die Getränke usw. selbst, bekommt das Essen dann aber an den Tisch gebraucht, es ist laut, italienisch und wir reden uns fleißig ein, dass das mit dem Wetter schon noch hinhaut - jedenfalls so lange, wie niemand die Sturmfenster einsetzten würde (unser Witz seit Kroatien und die Bora). Es dauert nicht lang und die Wände des quasi offen stehenden Hauses werden eingesetzt ... wir essen aber fröhlich (und lecker) weiter, Tertia schläft wieder auf dem Schoß ein, es beginnt zu regnen, wir essen den absonderlichsten Nachtisch seit langem:




Schokoladen-Wurst
(selbst Silencia, der fleischfressenden Pflanze wird es zu viel)

Und machen uns dann gegen 22 Uhr durch den Regen rennend auf zum Boot - das dann nicht kommt.   Witzig. Tertia ist inzwischen wieder wach und friert erbärmlich. Miomarito stellt sein Polo-Hemd zu Verfügung, zwei italienische Familien gesellen sich zu uns an die - immerhin überdachte - Anlegestelle und schenkt uns eine - vermutlich ursprünglich von der Trattoria ausgegebenen - dicke Mülltüte mit ausgeschnitten Löchern für Arme und Kopf, die wir Tertia anziehen. Wir unterhalten uns, diskutieren das Schilfproblem und miomaritos Herkunft - wenn ich mich richtig erinnere - und dann kommt ihr Boot (das aber nicht in unsere Richtung fährt) und sie schenken uns drei ihrer Jacken für Silencia, ilfiglio und mich, damit wir nicht so frieren. Wo gibt es denn das?! Wir können es kaum fassen.
Wir warten dann immerhin etwas wärmer weiter auf das nächste Boot in unsere Richtung, dass dann tatsächlich irgendwann - vermutlich so gegen 23 Uhr - kommt, d.h. zunächst denken wir, es handle sich um ein privates Motorboot, so klein ist es, aber nein, es ist tatsächlich die Linie 13 - (oder der "Nachtbus" ... wenn ich mir jetzt den Plan so anschaue und mir überlege, wie lange wir unterwegs waren). Wir quetschen uns unter Decke, es gibt ein paar wenige Mitreisende und knapp über der Wasseroberfläche schippern wer gefühlte Stunden (vermutlich aber "nur! eine) durch Wind und Gewitter bis wir endlich in Treporti ankommen - wo uns im strömenden Regen unsere Fahrräder erwarten (Freude!). Miomarito fährt mit der im Fahrrad-Sitz schlafenden Tertia voraus, ich mit den beiden Kinder hinter her und versuche dabei gute Stimmung zu verbreiten, damit wir irgendwie nach Hause ins Zelt kommen. Das schaffen wir tatsächlich, bis auf die Haut durchnässt und entsprechend frierend und müde. Aber wir sind im mehr oder weniger Trockenen und können endlich schlafen.

Demnächst mehr.


2 commenti:

Gecko ha detto...

Psst, gegen Ende steht einmal miomaritos Name drin...
Mache mir hier grade ganz viele mentale Notizen, denn nächstes Jahr gehts endlich mal wieder nach Italien, und ein paar Tage Venedig sollen auch dabei sein (zwischen Pavia (eh klar) und Triest, und mal sehen ob ich noch irgendwo dringend hinmuss...). Ich war zwar vor zehn Jahren tatsächlich schonmal dort, aber das ist ja doch ganz schön lange her, und dieses Mal wird's auch eher nicht die Jugendherberge auf Giudecca werden ;-) ( Wobei die gar nicht übel war, und seitdem esse ich Kiwi.)

IO ha detto...

:-)

(korrigiert)

Also Mehrtagestickets sind ganz sicher das beste, was man machen kann. Einfach rauf aus Boot, wenn man müde Füße bekommt oder aus dem Gedränge raus will.