lunedì 22 giugno 2015

Paris, Paris

Wie bereits vielfach angekündigt und auf instagram etwas dokumentiert  … nun also die Langfassung … miomarito und ich waren das Wochenende in Paris. Das Ganze verdanken wir meinem 40. Geburtstag im Januar, meinen Eltern und last but not least unseren Freunden, von denen 'sie' gerade ein Jahr in Paris forscht.

Abfahrt war hier am Freitag Vormittag, mit der Bimmelbahn nach Stuttgart und dort weiter - schnell! - mit dem TGV nach Paris. Während der Fahrt ernsthafte Überlegungen darüber angestellt, in Zukunft vielleicht nur noch 1. Klasse zu fahren, da wir neben einem Mutter-Tochter-Pärchen gesessen haben, die sich auf Über-Zimmer-Lautstärke zunächst - das ging irgendwie noch - darüber unterhielten, was sie denn alles tolles in Paris machen würden, dann aber dazu übergingen, irgendwelche Klassenlisten der Schule der Tochter durchzuarbeiten (Projektwochen-Einteilung oder so) und sich über jeden mit einem nicht ihren Lieschen-Müller-Vorstellungen von Vor- und Nachname entsprechenden Namen lustig zu machen. Ganz toll. Aber, wir wollten uns ja nicht die Laune verderben lassen und so versuchten wir verzweifelt zu lesen (ich) und zu arbeiten (miomarito). Ging so.

Aber dann Paris :-) Zunächst ging es in die Wohnung unserer Freundin (die ihrerseits auf einer Hochzeit in der Schweiz weilte - bei 11°C …) in Belleville (mehr), dort warfen wir uns dezent (nämlich eigentlich gar nicht so großartig) in Schale und machten uns auf ins absolute Centrum, in die Nähe des Palais Royal, um dort in das von mir ausgesuchte Restaurant - Verjus - zu gehen. Dort gab es dann eine kleine Überraschung, alle - ausschließlich alle bis auf ein später hereinschneiendes israelisches Pärchen - anwesende Gäste waren Amerikaner.
Und - nächste Überraschung - die Bedienungen sprachen auf Wunsch alle Englisch.

[dazu muss man sagen, dass ich schon seit Jahrzehnten gerne und oft nach Paris gereist bin, als Kind mit meinen Eltern, meiner erste Reise allein mit einem Freund ging (mit 16!) ebenfalls nach Paris und dann zu jeder sich bietenden Gelegenheit wieder … und ich spreche als alte Altsprachlerin kein Französisch … womit in früheren Jahrzehnten jeder Paris-Besuch ein kleines zusätzliches Abenteuer wurde, weil der Pariser an sich - früher - kein Wort Englisch verstanden hat und wenn doch, dann hatte er das mir gegenüber hervorragend überspielt - nicht ohne unterschwellig (oder auch nicht so wirklich unterschwellig) klar zu machen, dass meine nicht vorhanden Französische-Kenntnis ein Skandal seien und selbst wenn ich (oder auch eine beliebige Begleitperson) Französischen könnte, wäre dies selbstverständlich so mangelhaft, dass man ebenfalls nicht darauf reagieren müsse … Italienisch, Spanisch oder Englisch waren eben auch keine akzeptable Alternative und selbst natürlich nur mit viel Glück Isch weis nischd, was soll es bedeuten, dass isch so traurig bin, ein Märschen aus alten Zeiten aufsagen können ;-)]

Also, zurück zum Restaurant, komplett in amerikanischer Hand, was aber sehr angenehm war, weil alles sehr locker. Man konnte sich kein Menü aussuchen, sondern es wurde genau EIN Menü angeboten (das wussten wir vorher und das war auch einer der Gründe, warum ich da hin wollte). Dazu auf Wunsch passender Wein.


die leicht verknitterte Karte

Das Essen war sehr gut, aber nicht ganz so überragend wie wir erwartet hatten, mir hat etwas der rote Faden gefehlt, bei nur einem Menü im Angebot war ich schon davon ausgegangen, dass man sich bei der Zusammenstellung etwas besonderes gedacht hat, dem war aber wohl eher nicht so. Trotzdem sehr, sehr gut und ich war sehr froh, endlich mal einen Abend lang einen Gang nach dem anderen essen zu können, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob/dass/wann/ ich irgendwann wegen eines vollen Magens aussteigen muss (miomarito musst sich allerdings nachts dann noch ein belegtes Brot machen …). Abschließend musste ich dann natürlich noch bei einer unserer Bedienungen nachfragen, warum die Gäste alle Amerikaner seien - der Chefkoch ist Amerikaner und im Magazin einer USA-Paris Fluglinie wird das Restaurant gerade ausführlich besprochen. Rätsel gelöst ;-) 

Für uns ging es dann noch etwas zu Fuß durch die Stadt, dann weiter mit der Metro und noch einen Absacker in einer Kneipe in Belleville.

Samstagvormittag wollten wir erst in den Park vor unserer Haustüre (Parc des Buttes-Chaumont), hatten dann aber ernsthaft Sorge, von all den joggenden Menschen einfach über den Haufen gerannt zu werden und liefen daher dann die Rue de Belleville herunter (ganz toll, Großstadt, Multi-Kulti, Essen aus aller Herren Länder, Künstler usw. außerdem wurde dort auf den Treppe der Nr. 72 Edit Piaf geboren). Dann ab in die Metro und ein kleiner Besuch bei Printemps am Boulevard Haussmann, wo wir dann allerdings ganz schnell wieder raus sind, weil ganz, ganz fürchterlich (neben natürlich ganz fürchterlich teuer), aber wir wollten einfach nur mal schauen - um dann eben festzustellen, dass das nicht mal Schauen Spaß macht. Also sind wir ernsthaft Kleider kaufen gegangen, etwas, zu dem wir sonst ja auch eher nicht kommen, und ein paar Stunden später dann mit vollen Tüten zum späten Mittagessen in einem kleinen Bistro abseits der Touristenströme (nächste Überraschung, irgendwie ist Paris nicht mehr ganz so teuer, oder jedenfalls im Vergleich zu Tübingen nicht). 
Eigentlich hatte ich dann geplant, die sogenannte Jeune Rue zu entdecken (mehr dazu hier), aber irgendwie fanden wir die Läden nicht, sondern schoben uns mit den anderen in Massen durchs Marais (auch so etwas, woran ich merke, wie lange ich schon nach Paris kommen (oder - sind wir ehrlich - wie alt ich inzwischen bin), denn ich kenne das Marais noch aus den Zeiten, als man hier eher wenig Touristen sondern hauptsächlich Schläfenlocken und dann Regenbögen sah). 
Da wir dann langsam genug vom Trubel hatten, ging's wieder "heim" nach Belleville und dort dann nach einem erneuten kleinen Spaziergang durchs Viertel zum Parc de Belleville, von wo man eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt hat. Abendessen in einer Kneipe vor Ort, Absacker liessen wir ausfallen und fielen stattdessen müde ins Bett.

Sonntagmorgen waren wir dann relativ früh auf den Beinen und fuhren mit der Metro an die Bastille auf dem Markt:




Dort gab es nicht nur Fisch und anderes Meeresgetier sondern auch Fleisch und Würste und Käse und Brot und Gemüse und Obst und Blumen … und … wir wurden ganz traurig, dass wir nicht noch eine Nacht in Paris hatten, denn sonst hätte wir sicher Berge von leckeren Zutaten eingekauft und einmal richtig groß gekocht. So liefen wir einmal über den Markt, dann weiter an die Seine und stellten überrascht fest, dass man am Ufer der Seine auf der in meiner Erinnerung immer brechend vollen Schnellstraße zu Fuß spazieren gehen konnte (oder Radfahren oder mit den Inlinern oder, oder, oder - inzwischen wissen wir, dass die Straßen nur am Sonntag gesperrt sind, aber was für ein toller Zufall). Das bot natürlich die Möglichkeit auf einen komplett neuen Blick auf Paris, wie wir ihn noch gar nicht kannten, und so liefen wir gemütlich an der Seine bis Pont Neuf entlang: 



Eigentlich hatten wir vorgehabt ins Musée d’Orsay zu gehen und uns dort - schließlich ist man in Paris ;-) - Dolce vita ? Du Liberty au design Italien (1900-1940) anzusehen, aber angesichts der Schlage vor den Türen des Museums und der Tatsache, dass wir nur noch 4 Stunden Zeit hatten, beschlossen wir die Kultur zu vergessen und schnell einen Kaffee in den Tuileries zu trinken (Nicht machen!!! Der schlechteste Espresso meines Lebens). Danach ging es mit der Metro zur Pigalle und weiter zu Montmartre und ganz rauf zu Sacré-Cœur  (auch hier: Nicht machen! und Früher war das nicht so überlaufen!! Holly shit!). Ich habe vor Jahren dort abends über die Stadt geschaut und Wein aus Flaschen getrunken, aber Sonntagmittags sollte man einen GROSSEN Bogen um die Basilika machen … und überhaupt den ganzen vorderen Teil des Berges … wir sind dann wie von unserer Freundin empfohlen hinten (Rue Lamarck) runter, haben dort noch schnell etwas gegessen und sind dann - ebenfalls wie empfohlen - mit dem Bus durch weniger touristische Viertel zurück zu "unserer" Wohnung gefahren. 

Und das war's dann auch gewesen. Taschen geschnappt, Paris schweren Herzens Adieu gesagt und ab zu Gare d'Est und in den TGV. Dort dann noch einmal eine kleine Überraschung: die Rückfahrt war 1. Klasse (hatte ich ganz vergessen), ein Abendessen, Getränke und Ruhe inbegriffen (ja, ich werde alt).  Der ganze Wochenende in Paris Glamour bröckelte dann zwar auf der Fahrt von Stuttgart nach Tübingen deutlich in sich zusammen (1 Stunde Fahrt über x -ingen-Käffer), aber immerhin blieb uns Dank zahlreicher internationaler Studenten ein Hauch von großer weiter Welt erhalten ;-)

Und jetzt wieder schöner Alltag. Aber wunderschön war's. Danke noch mal an alle, die das möglich gemacht haben!



1 commento:

Anonimo ha detto...

Die Bilder sind so schön!