lunedì 5 agosto 2013

5. August

Auf die Gefahr hin, einen völlig unspektakulären und langweiligen Ferientag zu dokumentieren, mache ich heute wieder bei Frau Brüllens Tagebuchbloggen mit.

Endlich mal eine Nacht, in der die Schlafzimmertemperatur unter 29°C fällt. Das ist um kurz nach Mitternacht schon mal ein ganz toller Start in die Nacht.

Der Tag beginnt um kurz nach acht - habe ich schon mal erwähnt, wie es mich unendlich freut, mit Tertia endlich ein schon in jungen Jahren eher lang schlafendes Kind zu haben?! - als ilfiglio ins Schlafzimmer stürmt und mich und Tertia weckt.

Vorm Frühstück gibt es die gestern mit miomarito besprochene eindeutige Ansage an die großen Kinder, dass es so mit ihrem Verhalten nicht weiter gehen kann, dass wir nicht ihre Bediensteten sind, dass wir nicht nur Mitarbeit im Haushalt erwarten, sondern auch dass sich an klar definierte Regel gehalten wird. Dass in Zukunft alles, was am Freitagnachmittag unaufgeräumt in den Zimmer herumfliegt eingesammelt wird und auf Nimmerwiedersehen verschwindet usw. Außerdem bekommt jeder, weil die Ferien ja so unsäglich langweilig sind und man sich deshalb stundenlang irgendwo herumwälzen, sich gegenseitig ärgern oder einfach nur den Eltern auf die Nerven gehen muss (und gestern bereits ein komplettes Medien-Verbot bis Urlaubsbeginn ausgesprochen wurde und es somit viel neugewonnenen Freiraum gibt), Extra-Aufgaben zu geteilt. Ilfiglio darf so heute zum Beispiel unseren Gartentisch mit Öl einpinseln (literarische Jungs-Aufgabe sozusagen - einen Zaun haben wir nicht so richtig). So.

10:20 Uhr:

hatte mich schon über die Ruhe gewundert ...


Die Kinder nehmen ersten Kontakt mit den neuen Nachbarskindern auf, das ermöglicht mir einen kurzen "Büro"-Chat mit meiner Fotografen-Kollegin über Verkäufe, Shootings und weiter mögliche oder unmögliche Agenturen oder warum es bei der einen schnell geht und bei der anderen alles ewig dauert.

11:30 Uhr Ruhe ... also fast. Silencia ist mit miomarito an die Uni gefahren, wo sie gemeinsam Frühstücken wollen, miomarito hat heute das Auto, weil wir endlich mal die Hagelschäden, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, reparierte haben wollen. Schließlich soll es am Donnerstag endlich Richtung Lago gehen. Silencia fährt dann erstmalig mit dem Bus alleine wieder zurück ins Dorf.
Ilfiglio verschwindet zu den neuen Nachbarn. Der Junge ist so alt wie er, d.h. einen Tick älter, kommt jetzt in die 3. Klasse und ich sah mich neulich im Gespräch mit seinen Eltern schon wieder in der blöden Situation, nicht zu wissen, wie und ob ich meine Antwort auf in welche Klasse ilfiglio geht, erklären soll. So, Tertia brüllt (so viel zur Ruhe) nach mehr Joghurt!

12:30 Uhr Unglaublich aber wahr, Tertia spielt seit 20 min alleine im Wohnzimmer bzw. hat anscheinend das Puzzeln wiederentdeckt. Was mir die Möglichkeit gibt, wieder einmal ein von Agentur Nr. 2 zurück geschicktes Bild wegen Farbrauschens zu überarbeiten. Nach dem Urlaub gibt's dann aber hoffentlich endlich die quasi-rauschfreie neue Kamera ...

13:40 Uhr Showtime: Silencia ist wohlbehalten und vollgestopft mit Schnitzel (so viel zu Frühstück ;-)) aus der Stadt heimgekehrt, erste Explosion weil ilfiglio mit dem Nachbarsjungen spielt und sie nicht mitspielen darf (nie darf ich mit jemanden spielen! - wir erinnern uns, sie ist das Kind, das jeden Nachmittag eine Verabredung hatte). Zweite Explosion: Silencia soll ihr Bücherregal aufräumen: Kann ich nicht! Will ich nicht! Geschrei, Gebrüll, Bücher fliegen durch die Gegend. Ilfiglio erklärt mir gleichzeitig nach seiner Heimkehr, dass er nichts zu Mittag essen will, was zur Folge haben wird, dass er in einer Stunde die Speisekammer plündert und entsprechendes Chaos hinterlässt. Geschrei! Gebrüll! Na, gut, esse ich halt was! Silencia flippt immer noch aus und ist nicht wirklich ansprechbar. Tertia arbeitet derweilen an ihrem ersten 100er Puzzle.

14:46 Uhr Die Bücher sind eingeräumt, Nahrung wurde aufgenommen, das Puzzle ist fast fertig und jetzt beginnt das große Herumgewälze. (ich hoffe, ich komme irgendwann noch mal dazu, etwas darüber zu schreiben, wie ich mir immer Ferien vorgestellt (bzw. wie ich Ferien auch in Erinnerung) habe und wie sie sich hier nun fast täglich präsentieren ...)

15:30 Uhr Kapitulation der Mutter angesichts eines weiteren Nachmittag mit sich langweilenden Kindern - wir gehen bzw. fahren ins Schwimmbad ...

19:30 Uhr Rückkehr aus dem Freibad, Tertia ist entgegen aller meiner Berechnungen nicht erschöpft im Anhänger eingeschlafen, sondern noch erschöpft wach. Glücklicherweise trifft zeitgleich miomarito ein und übernimmt ilfiglios Einführung in das Ölen von Holztischen, während ich die inzwischen Ich bin nicht müde! brüllende Tertia ins Bett bringe und mich immer noch nicht einkriege, dass Silencia heute einfach mal so vom Dreier gesprungen ist. Mit Schwimmflügeln, weil so richtig schwimmen kann sie ja noch nicht. Aber vom Dreier springen. Ilfiglio und ich - wir beiden Höhenschisser - waren überzeugt, dass sie das Ein-Meter-Brett meint, als sie uns erklärte, sie sei neulich schon mal vom Dreier gesprungen. Ja, klar! Vom Dreier! *augenroll* Ja, klar, sie springt tatsächlich vom Dreier.

20:00 Uhr, so und jetzt Abendessen kochen (und nicht einfach erschöpft vorm Rechner einschlafen ...)

21:30 Uhr die Beete sind gewässert, die Kinder springen immer noch mit dem Nachbarsjungen im Garten umher, von miomaritos Tante haben wir gehört, dass es am Lago sehr heiss sei und wenn sich miomarito jetzt gleich wieder an den Schreibtisch setzt, dann verschwinde ich vermutlich in Richtung Bett ... Schwimmbad "schafft" immer nur mich ... und Tertia. Immerhin. (Die Suche nach einem Internat wurde heute bis auf weiteres ausgesetzt.)

22:00 Uhr Ilfiglio fällt beim Ins-Bett-Gehen ein, dass er beim geölten Tisch doch vergessen hat, das überschüssige Öl abzunehmen. Schön. Also nix mit Feierabend, mit Taschenlampe und Lappen mache ich mich auf in den Garten und an die Arbeit. Entdecke dabei, dass das letzte Viertel auch gar nicht eingeölt wurde ... ich bin zu müde, um mich aufzuregen. Morgen dann wieder. Gute Nacht.

22:45 Uhr nachdem Silencia vor ca. 15 min endlich aufgehört hat, mir aus dem Wohnzimmer (wo sie zur Zeit wegen der Hitze schläft) komplizierte, ihr nicht verständliche Wörter ihres Buchs über die Römer (d.h.  eigentlich ilfiglios Buch) vorzubuchstabieren (Mama, was heißt A-Q-U-Ä-D-U-K-T?!), bittet mich miomarito, der unbedingt arbeiten muss, Tertia zu übernehmen, die bereits zum x. Mal wieder aufgewacht ist und der es im Mädchen-Schafzimmer wohl doch auch zu heiss ist. Also zieht sie um in ilfiglios Zimmer ... und ich hoffe inständig, dass ich jetzt endlich ins Bett fallen kann ...

8 commenti:

Anonimo ha detto...

Na, dann kann ja jetzt "die Post abgehen" ... GLG aus KL

Julika ha detto...

Haha, über den literarischen Zaun habe ich herzhaft gelacht.

Jaja...die lieben Kleinen in den Ferien...so schön, wie das Ausschlafen ist, wünscht man sich doch bald wieder die Schul-und Kindergartenzeit her.

Liebe Grüße

Julika

IO ha detto...

Ach, nein, es ist hier eher so, dass es ja zum einen schon eh kaum Kinder hier gibt, die sind dann zum anderen in den Ferien nicht da und wenn, dann kann man sich komischerweise immer nur zu zweit und nach ewigen Telefonmarathons verabreden. Die - meine - Vorstellung, dass einfach alle Kinder aus dem Dorf zusammen irgendwie auf der Straße spielen scheint völlig absurd zu sein.

Anonimo ha detto...

Dieses komplizierte rumtelefoniere kenne ich auch und wundere mich sehr darüber. Aber hier ist es sogar ein Kuriosum, dass meine große Tochter (7) selbständig woanders anruft, um sich zu verabreden. Normalerweise läuft das über die Mütter, die ihre Kinder verabreden: "Hallo, hier ist XY, die Mutter von Soundso. Soundso möchte sich gerne mal mit M. verabreden." Und dann aber bitte erst, nachdem das eigene Kind zu Hause die Hausaufgaben vorgezeigt und sich ausgeruht hat. Und dann aber auch nur bis halb sechs! Denn morgen ist ja Schule! ;-)

LG
Sofia

Anonimo ha detto...

P.S. Nur zu zweit ist hier auch weit verbreitet. Ich begreife das nicht.

Maike ha detto...

Oh, das kenne ich. Wenn der Nachbarssohn Besuch von einem Kindergartenkumpel hat sollen bitte auch nur die beiden Jungs zusammen spielen. Obwohl alle drei (also Nachbarssohn, der Kumpel und mein Sohn) in eine Gruppe gehen. So was beklopptes! Und mein Sohn steht heulend auf der anderen Seite des Zauns...

NordLicht ha detto...

Also wir sind hier überglücklich. Seit 1,5 Wochen stehen hier permanent die gesamten Nachbarskinder auf der Matter, holen sich gegenseitig ab, kommen mit zum Park, warten im Garten aufeinander, usw. usw. und alle sind glücklich. Klappt aber auch erst in diesem Jahr (so gut) und offensichtlich auch, weil wir da gnadenlose Offenheit propagieren .... hoffe, das hält an.... Achja, und hier spielen alle mit allen. Separierungsversuche eines Kindes wurden von uns dezent unterbunden, dass die Kinder selbst sich in Gruppen aufteilen während sie spielen ist ja normal und auch ok.

IO ha detto...

Nee, läuft gar nichts, also hin und wieder mal, aber in der Regel muss ich für drei Kinder der Spielpartner sein. Es sind halt auch - von den wenigen Kinder die es hier gibt - die meisten weg.
Miomarito und ich haben jetzt gerade noch mal darüber gesprochen und wir werden dann eben die Kinder in den nächsten Sommerferien auch komplett "verorganisieren". Ich kann und will nicht den ganzen Tag dieses Herumgenöhle haben und ich will auch nicht ständig Freunde-Ersatz sein.