sabato 30 marzo 2013

vermutlich eher speziell

Einen vermutlich eher speziellen Lektüretip habe ich am heutigen Samstagmorgen, finde das kleine Büchlein aber so interessant und verständlich geschrieben, dass ich es kurz mal im Blog vorstellen möchte:



Meshullam ben Menachem da Volterra war ein wohlhabender jüdischer Kaufmann aus Volterra, später dann Florenz, der sich im Jahre 1481 von Italien aus nach Jerusalem aufmachte, hauptsächlich um die heiligen Städten Jerusalems zu besuchen, aber auch um Handel zu treiben. Pilgerfahrten ins Heilige Land waren zu diesem Zeitpunkt durchaus üblich, man beginnt auch ein bisschen spöttelnd von erstem Pauschaltourismus zu sprechen, und es gibt einige Pilgerberichte aus dieser Zeit, aber in der Regel sind sie von christlichen Autoren verfasst worden.
Meshullams Bericht wurde mit diesem Buch das erste Mal auf Deutsch übersetzt und wenn man sich ein bisschen für Reisen in alten Zeiten oder für den Übergang von Mittelalter zur Renaissance interessiert oder vielleicht begeistertes Leser von Dorothy Dunnetts Niccolò-Reihe war (ich glaube, die Beschreibung des Nilometers wieder entdeckt zu haben), dann sollte man dieses Buch wirklich mal schnell lesen - schnell geht das deshalb, weil die Einleitung sehr verständlich geschrieben ist, der Bericht Meshullams nicht wahnsinnig lang und außerdem sehr gut in modernes Deutsch übertragen wurde.
Es ist wirklich faszinieren, Meshullam auf seier Resie von Rhodos, Alexandria, Kairo, Gaza und Hebron nach Jerusalem und wieder zurück über Beirut und Damaskus zu begleiten, seine Berichte über die moslemischen Bräuche und die Tricks der jüdischen Frauen, die verschleiert als angebliche Musliminnen weiter die wichtigen religiösen und von der Mamluken eigentlich für Juden gesperrte Gebäude besuchen, Kämpfe gegen Piraten und Venezianer, seine Verkleidung als Araber, damit der die für Juden extrem hohen Zölle nicht Zahlen musste, Überfälle und freundliche Gastgeber und natürlich aus die Ressentiment der einzelnen Religionsgruppen untereinander (so wird die Situation für Meshullam auf dem hauptsächlich von christlichen Pilgern Schiff von Italien nach Alexandria zwischendurch mal brenzlig - auf einer zweiten, nicht beschriebenen Reise nach Jerusalem wird er sicherheitshalber sogar das Schiff verlassen - hier setzt der Kapitän sich für ihn ein).

Wer sich die sehr informative Einleitung einmal ansehen möchte, der kann HIER die ersten 25 Seiten lesen. Und wie ich hoffe, dann auch noch die restlichen 127 Seiten (wobei man natürlich nicht den gesamten Fußnoten-Anhang plus Quellen- und Literaturangaben lesen muss - ich hingegen habe mir schon von miomarito weitere Sekundärlitertaur ausdrucken lassen ... [ich fand die Anmerkung, dass Reisende aus Gebieten südlich der Alpen die Pyramiden in der Regel als Diamanten ähnlich beschreiben, Reise aus Gebieten nördlich der Alpen eher unbeholfen als Türme nur mit Dach (oder so ähnlich)] - aber ich hab' das ja auch studiert ;-))

3 commenti:

Anonimo ha detto...

... und zur Abrundung dann ilfiglios derzeitige Lektüre hinterher! :-)

Liebe Grüße und frohe Ostern

iris


IO ha detto...

Die hatte er vor den Ferien mit in der Schule (sie müssen immer lesen, wenn sie auf ihre Lehrerin warten und er findet die Bücher der Schule langweilig) [vielleicht sollte ich dort mal erwähnen, dass ER das Buch unbedingt haben wollte und das nicht wir überehrgeizigen Eltern waren!] . Naja, auf jeden Fall hat er's dort liegen lassen und jetzt wälzt er sich eben wieder auf meinem Dielenboden umher weil ihm so langweilig ist ...

Anonimo ha detto...

Ich habe vor Jahren mal beide Bände "Marco Polo" von Gary Jennings gelesen. So gar nicht mein Genre eigentlich, weil ich es nicht so sehr mit der Historie habe, aber dann doch sehr interessant, wenn auch teilweise etwas zu detailversessen. *hust*

Grüße,

Britta