venerdì 31 agosto 2012

P.S.:

Ein schöner Artikel über "unser" Storchendorf Čigoć aus der ZEIT - den ich jetzt erst entdeckt habe und der alles sehr schön beschreibt. (So wie ich es machen würde, wenn ich mehr Zeit hätte)

Rest-Schnipsel

Ich wollte ja noch diverses aus dem Urlaub zusammen schnipseln, inzwischen hat und aber der Alltag mit Dauerregen und heute molligen 15°C im Griff. Ich versuche es aber doch noch mal:

Tertia stösst beim Autofahren markerschütternde Schreie aus. Konstantes Gebrüll wäre da wesentlich angenehmer. Etwas beruhigen liess sie sich, wenn ich ihr den Fuß (!) hielt. Die ganze Zeit ... also bin ich noch nie so wenig (selbst) Auto gefahren wie in diesem Urlaub.

Ilfiglio hat uns zwischen den Schreien mit Informationen aus dem ADAC-Camping-Führer erfreut. Ungefragt. Ununterbrochen (also abgesehen von Tertias Schreien). Und nach ein paar Tagen auch komplett auswendig. Nach Sarajevo fing er dann freundlicherweise an, die Rote Zora zu lesen (eins meiner Lieblingskinderbücher) - 480 Seiten. 4 Tage später (miomarito und ich fürchteten uns davor) war er damit fertig und der Campingführer kam wieder zum - allerdings gemäßigten - Einsatz.

Silencia ist einfach normal. Und hat sich über die Balkan-Essgewohnheiten gefreut. Fleisch in rauen Mengen. Beilage ist Beilage und dient nur in geringem Maße der Sättigung. Dafür dreht sie akut etwas in der Bald-komme-ich-in-die-Schule-Unsicherheit hohl ...

Apropos Fleisch und Essen. Es war immer gut. Egal wo (In Slowenien war's dann nicht mehr ganz so gut), egal was (also wahnsinnig abwechslungsreich ist die Küche natürlich nicht): Ćevapčići, Ražnjići, Pljeskavica (Hacksteak), Šnicla, Gulaš und Hühnchen-Salat haben wir gegessen. Tertia liess für Pommes mit Ajvar jedes Ketchup links liegen und die Zwiebeln ... Vegetarier sollte man wohl besser nicht sein.

Die Slawische Sprache ... bzw. das Štokavisch (Südslawische) oh Mann! Ich glaube, wir werden keine Freunde mehr. Okay, drei kleine Kinder im Schlepptau helfen vermutlich auch nicht, aber diese ganzen Häkchen, Akzente und wir waren ja noch nicht mal in Serbien (wobei auch in Bosnien-Herzegowina viel doppel ausgeschrieben ist - also Straßenschilder in lateinischen und kyrillischer Schrift) ... wir haben auch mal versucht, eine Art kroatische Bildzeitung zu lesen. Keine Chance. Nichts. Nicht einmal einen Hauch einer Ahnung ... (einzig dass des dva piva heisst - und nicht dva pivo - habe ich gelernt ...)

Tertia hat viele neue Wörter gelernt, zum Beispiel doch! (toll ...) aber das lustigste war eigentlich ihr all!all!, dass zum einen bedeutet, dass irgendetwas leer/all ist, zum anderen, dass sie keine Hunger oder keinen Durst mehr hat und das sich umgeben von bosnischen Moscheen eher wie al-lall anhörte ;-) Und ciao!ciao! kann sie sehr gut und benutzt es viel. Was einen Italienischen Familienvater auf dem Campingplatz von Mostar sichtlich irritiert aber auch erfreut hat.

So, und jetzt ist Schluss mit Urlaubsberichten. Die Kinder und ich ziehen heute Abend weiter für ein paar Tage in die Pfalz, zu meinen Eltern.

giovedì 30 agosto 2012

7. Etappe: Heimfahrt

Am nächsten Morgen geht es dann endgültig nach Hause, von Slowenien aus fahren wir über den Predilpass aber erst noch einmal kurz nach Italien:





genauer nach Sella Nevea und dort mit der Seilbahn auf 1850 m:






Wir dachten eigentlich, wir könnten "den Slowenen" ein kleines Schnippchen schlagen, weil die Seilbahn in Bovec auf den Kanin sehr teuer war und wir sozusagen von hinten (von Italien) aus mit einer kürzeren Seilbahn ebenfalls hochfahren, allerdings kommt man von dieser Seite nicht wirklich ganz hoch und so haben wir nur so eine lala Aussicht.
Aber den Kinder gefällt's und besonders Tertia flippt in der Seilbahn komplett aus, lacht sich halbtot (warum auch immer) und zeigt begeistert ins Tal Au!Au! (Auto!Auto!) auf die immer kleiner werdenden Autos unter uns (Ich klammere mich eher an meiner Fototasche fest und konzentriere mich auf das Muster der Sitzbezüge (irgendwie war ich früher kein so Schisser)).







Und schließlich fahren wir recht gemütlich über den Passo di Monte Croce Carnico (Plöckenpass)  nach Lienz und ab da haben wir keine Karte mehr, vertrauen uns ganz dem Navi an, das uns über Felbertaunnerstraße nach Kitzbühl bringt:



Der Ulysse im Abendlicht bei Kitzbühl - fast - am Ende unsere langen Odysee Urlaubsfahrt. Kurz nach  Mitternacht kommen wir dann schließlich wieder zu Hause an. Schön war's. Nicht so wirklich erholsam, aber viel erlebt haben wir, schöne Erinnerungen gesammelt, mal wieder was anderes gesehen und den Rest verdrängen wir dann einfach (d.h. nicht die Tatsache, dass ilfiglio wirklich keine größere Hitze verträgt - da müssen wir uns etwas einfallen lassen ...).

Und nachher fallen mir bestimmt noch ein paar Urlaubsschnipsel ein. Und dann gibt's wieder Alltag ... *seufzt*

mercoledì 29 agosto 2012

6. Etappe: Soča-Tal, Slowenien

Da wir keine Lust haben nach Hause zu fahren und ja auch 3 Wochen für den Urlaub eingeplant haben, machen wir noch einmal Halt in Slowenien. Zunächst nur zum Pick-Nick und finden es schon sehr Franzerl, wenn's nur immer so schön sein könnt'




Žužemberk - also die Pfarrkirche 
wir picknicken gegenüber unterhalb des Partisanen-Denkmals

Danach geht es weiter in Richtung Berge, da wir - wie schon für Kroatien - keinen Reiseführer o.ä. haben und nur eine grob Übersichtskarte versuchen wir es mal mit Bled. Bled ist aber ganz blöd, alles voll mit Touristen, Casino, Riesen-Campingplätze, nichts für uns. Also fahren wir bei langsam untergehender Sonne und mit einer äußerst unzufriedenen Tertia weiter nach Kranjska Gora, keine Campingplätze, also fragen wir mal das Navi, wo es denn in der Nähe Campingplätze gibt. In 18km Entfernung werden in Trenta mehrere Campingplätze angeboten, wir wollen es probieren - nur miomarito ist ein wenig irritiert weil das Navi für diese 18km an die 45 min berechnet.


50 Haarnadelkurven später wissen wir warum ...
der beeindruckende Vršič-Pass liegt zwischen den beiden Orte

Dass sich unsere Nerven in Kroatien gut erholt haben beweisst die Tatsache,dass wir tatsächlich eben diese noch haben und die ersten beiden - nicht so schönen - Campingplätze (in Trenta) links liegen lassen und erst mit dem dritten (in Soča,) zufrieden sind - trotz Aufstand auf den Rücksitzen.

Wir schlagen unser Zelt auf einem sogenannten Eco-Campingplatz mit Bauernhof direkt an der Soča:








Am nächsten Morgen fühlen wir uns allerdings schon etwas sehr nah an Tübingen, alles best-equipped Outdoor-Öko-Deutsche, von denen mich besonders die Männer irritieren, die morgens bereits zum Kaffee-Wasser holen (nicht aus dem Bach sondern vom Wasserhahn) ausgerüstet sind als müssten sie den Monte Blanc besteigen ... wir gehen lieber die Gegend (den Nationalpark Triglov) erkunden, mit Auto und Sandälchen.


Die Soča
(aus der in Italien der Isonzo wird, wo die unzähligen Isonzo-Schlachten im 1. Weltkrieg stattfanden,
auch kein Kinder-Thema)

So wirklich viel kann man mit kleinen Kinder hier aber nicht machen, es wird hauptsächlich Rafting, Kanu-Fahren, Klettern Mountain-Biking usw. angeboten und so klappern wir das Soča-Tal mehrmals auf der Suche nach einem Lebensmittelalden ab und gehen dann doch wieder einmal ... Fleisch essen. Wir besuchen das einzige - übersichtliche -  Museum (Dom Trenta) der Umgebung und ich vermute, das war auch tatsächlich das einzige Mal, dass wir uns in den letzten 2 Wochen mehr als 10 Minuten in einem Gebäude aufgehalten haben.



Die Temperaturen nähern sich trotz Berg und nördlicheren Gefilden wieder locker der 36/37°C-Mark eund wir flüchten dieses Mal in die Höhe, was auch nicht mehr als ein paar wenige Grädchen bringt. Dafür schöne Bilder - und wir tun so, als laure hinter jeder Ecke ein Bär ;-)



Den späteren Nachmittag verbringen wir Dank aufziehendem Gewitter (das sich dann ohne Regen. Blitz und Donner brav wieder verzieht) auf dem schattigen, abgekühlte Campingplatz, wo inzwischen wieder die wesentlich angenehmeren holländisch und flämischen Familien die Oberhand haben. Tertia freunde sich am nächsten Morgen auch noch mit einem gleichaltrigen flämischen Mädchen an, dessen Lieblingswort ebenfalls noch! zu sein scheint und dass wie Tertia auch immer über den ganzen Campingplatz MAMA! oder PAPA! brüllt.

Außerdem schauen wir uns brav alle Hühner, Hängebauchschweine, normale Schweine sowie die abends heimkehrenden Schafe an, essen abends - zu horrenden Preisen - beim Bauern zu Abend, kaufen selbst gemachten Käse und lassen unseren Urlaub ausklingen.

Nach zwei Übernachtungen machen wir uns auf den wirklichen Heimweg - mit noch dem einen oder anderen Highlight. aber dazu demnächst mehr. Hier noch ein paar Kinder-Zeltplatz-Spaß-Bilder:

 

Tertia mit Silencias Schlafsack (grün!)



Quatsch mit dem großen Bruder






Quatsch mit der großen Schwester



Und endlich Platz im Sandkasten

P.S.: Slowenien ist extrem kinderfreundlich, jedenfalls auf Campingplätzen und in Cafés usw. sagt jedenfalls der ADAC-Campingführer (in dem unser Platz natürlich wieder nicht auftaucht ;-)) und wir können das mit unsere 3-Tage-Slowenien.Erfahrung zumindest bestätigen. Der Campingplatz, der eigentlich nur eine große Wiese des Bauers ist, hatte mehrere Sandkästen, ein Trampolin, ein Baumhaus, Klettergerüste, Schaukeln, Hängematten, Plantschbecken usw. In einem wirklich gemütlichen Eco-Café in Trenta (das einzige Lokal, das es in Trenta gibt) gab es sogar eine eigene improvisierte Kinder-Spiel-Ecke und Kinder-Bio-Portionen usw. Für alle, die nicht ganz so gerne Abendteuer-Urlaub mit Kindern machen ;-)


martedì 28 agosto 2012

Bilderflut - die zweite

Ein großes (Teil-)Problem der ganzen Bosnien-Tour war, dass wir nie irgendwas gefunden habe, wo wir hätten baden und uns somit abkühlen können. Jetzt werden wir endlich fündig, die Kupa fließt durch Sisak, wir folgen einem Bazen-Schild zum ... örtlichen Hallenbad .. öh ... dem zweiten Bazen-Schild zur Kupaliste Zibel: einem kostenlosen Strandbad an der Kupa.  jetzt ist man als Mitteleuropäer ja etwas skeptisch was Baden in Flüssen angeht, oder jedenfalls bin ich es, aber nachdem die Einheimischen mit ihren Kindern hier auch Baden gehen, der Fluss von Fischen nur so wimmelt und beide keinerlei seltsame Mutationen aufweisen, springen wir ins kühle Nass ... naja, wie sich schnell herausstellt, sollte man besser nicht in der Fluss springen, denn dieser dürfte an seiner tiefsten Stelle (!) keine Meter tief sein - aber egal. Die Kinder sind glücklich, also die Eltern auch und schöne Bilder gibt's auch ;-)







So herunter gekühlt werden wir gleich wieder leichtsinnig und fahren am späteren Nachmittag "schnell" mal nach Zagreb. Schnell ist relativ und komischerweise wirkt Zagreb recht tot oder sagen wir gedämpft. Tertia ist sehr müde, wir machen eine Mini-Rundgang durch die Stadt und füttern die Jüngste schnell ab. Auf unsere Frage, warum heute alle Geschäfte geschlossenwird uns erklärt "Holiday, Sunday" und wir versuchen verzweifelt hrauszufinden, was denn das für ein komische Feiertag direkt nach dem 15. August sein könnte (Es war - wie uns am nächsten Tag die Bediehnung in Čigoč erklärt - einfach Sonntag, wir waren nur der Überzeugung gewesen, es sei erst Freitag ... so soll Urlaub sein ;-))


Also Zagreb, sehr habsburgisch, sehr mitteleuropäisch, erinnert so ein bisschen an Wien, ein bisschen an Prag und wir fahren schnell wieder zurück in unser Storchendorf ;-)


Häuser am Ban-Jelačić-Platz



Die Kathedrale


Turm der Wehrmauer neben der Kathedrale

So schön Čigoč mit seinen Störchen, Kühen, Gänsen und Schweinen ist, man kann auch hier im Hochsommer eher wenig machen und so ziehen wir nach drei (oder waren es vier?) Übernachtungen weiter. Und werden definitiv wieder kommen, am liebsten einmal, wenn alles überschwemmt ist oder wenn es nicht ganz so heiss ist, so dass man die ganzen Wanderungen durch den Naturpark auch machen kann.  Das Tradicije Čigoč sei jedem ans Herz gelegt, der irgendwie in diese Ecke kommt, denn es ist wunderschön, die Leute sehr nett, das Essen hervorragend und alles ist sehr, sehr günstig (und šljivovica kaufen, oder gleich den vom Wirt selbsthergestellten travarica).

Und wir machen uns auf zur 6. Etappe!

Und jetzt: Werbung ;-)



außerdem hier eine Möglichkeit es zu mögen ;-)

Zu kaufen ist das Buch eigentlich nur im Museums-Shop, da es aber eine ISBN-Nummer hat (978-3-00-038288-8) müsste man es theoretisch auch einfach im Buchhandel bestellen können ... im September, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind, werde ich aber auch eins der Autoren-Fotografinnen-Exemplare hier im Blog verlosen. Und wer ganz, ganz dringend eins haben möchte und es über oben beschriebene Weg nicht bekommt, kann sich auch bei mir per Email melden.

lunedì 27 agosto 2012

Bilderflut - die erste

Eigentlich wollte ich gar nicht so viele Bilder zeigen, dachte auch gar nicht, dass ich so viele zeigenswerte Bilder hätte, aber jetzt ... irgendwie ... gibt es doch noch so viel zu erzählen und zu zeigen ... wen es nicht interessiert und wer lieber wieder Alltagsgeschichten lesen möchte, muss sich noch ein bis zwei Tage gedulden.




Als erstes machen fahren wir mit dem Auto (und damit Tertia Mittagsschlaf machen kann) an der Save den gesamten Naturpark ab.



eins der Dörfer




Wie alle Flüsse der Gegend fließt die Save sehr breit und flach durch die Landschaft.
Im Frühling, Herbst und Winter tritt sie - wie auch die anderen Flüsse - über die Ufer und überschwemmt die ganze Landschaft.
Pferde und Kühe werden dann in höher gelegene Gebiete gebracht,
die Schweine der Gegend können wohl schwimmen und bleiben im Hochwassergebiet.





Am Ende der Tour machen wir halt in Jasenovac, einem kleinen Örtchen zwischen Una und Save,
und lassen uns im Laden Sandwichs machen 
(in Jasenovac war das größte KZ Südosteuropas, was wir aber auch nicht wussten)



Die katholische Kirche sieht schon wieder eher österreichisch aus



Auch hier in immer noch viel Spuren des letzten Krieges 


In jedem noch so kleinen Dorf findet man an den Häuser Einschusslöcher




In Hrvatska Dubica (oben auf der Karte ganz unter an der Una zu erkennen) sind die gesamten Häuser der Uferfront zerstört und immer noch komplett unbewohnt - Bilder habe ich keine. Als sehe man keinen Sinn, die Häuser wieder "in Betreib" zu nehmen, weil man nicht wissen kann, wann man sich wieder über die Grenze (die Una) zu steiten beginnt. Vielleicht auch kein Wunder bei einer Stadt, die schon von Flüchtigen gegründet wurde, die 1739 nach dem Freieden von Belgrad aus dem eigentlich Dubica (heute: Bosanska Dubica oder Kozarska Dubica) geflüchtet waren (das alte Dubica fiel an das Osmanische Reich).

Während der ganzen Fahrerei wundern sich miomarito und ich über die komischen schmalen Holzhäuschen in der Gärten - als wir am späten Nachmittag zu einem der Naturpark-Rund-Wanderwege aufbrechen (nur mit Silencia und Tertia, ilfiglio zieht die Pubertät schon mal vor, motzt, das sei alles total uninteressant und bleibt Rote Zora lesend auf dem Zeltplatz) - also da entdecken wir des Rätsels Lösung in modern(er) im Garten des Nachbarhauses:


Man trocknet Mais darin (der hier überall angebaut wird)



Wir schauen uns im Dorf den "Čigoć Info and Educational Centre" (ein renoviertes Holz-Haus mit Info-Tafeln) an und werfen eine Blick in den Garten des Nachbarhauses 



Tertia muss natürlich auch den ersten Stock erkunden



Viele der schönen Holzhäuser verfallen leider, einige sind zu verkaufen und wenn wir nicht "etwas" weit entfernt wohnen würden ...


ich finde, die sehen sehr gemütlich aus



Und überall Storchennester

Wir absolvieren den Rundwanderweg von denen es im Naturpark mehrere gibt, die aber nicht unbedingt für Mitte August geeignet sind (jedenfalls nicht tagsüber - die Hitze ...)


Der Weg führt Mitten durch die Kuhherden 
(eigentlich wurden uns auch Pferde versprochen, die dann aber nirgends zu sehen waren)


Später ging's über die Dämme


direkt zu den Schafen


Silencia als Hirten-Mädchen


Morgen dann noch etwas übers Baden an der Kupa und einen Mini-Abstecher nach Zagreb. Gute Nacht!

5. Etappe: Čigoč, Kroatien

Also, wir sitzen im Auto auf dem Weg zurück nach Deutschland, genervt, dass wir wieder einmal einen Urlaub wegen zu großer Hitze und etwas überambitionierter Reisepläne abbrechen müssen, aber mir persönlich ist dies immer noch lieber als jetzt auch noch weiter nach Serbien zu gondeln.
Fatal erweist sich in diesem Zusammenhang auch, dass wir davon ausgegangen waren, dass es noch wie vor 3 Jahren Internetcafes gebe - aber selbst in der hinterletzten Ecke eines so armen Landes wie Bosnien hat natürlich schon "Wi-Fi" Einzug gehalten - nur nutzt uns das gar nichts, denn wir haben nichts dabei, mit dem wir uns ins Internet einloggen können - und so können wir auf unsere Reise auch keine Temperaturen oder Wettervorhersagen abrufen.

Am späten Nachmittag nähern wir uns langsam Zagreb als miomarito meint, es gäbe irgendwo in der Nähe einen Naturpark mit einem Stochendorf und er glaube bzw. sei sich sicher, da gebe es einen schönen Campingplatz und ob wir nicht vielleicht doch noch einen Versuch wagen sollten. Da die Temperaturen inzwischen deutlich unter die 35°C-Marke gefallen sind und man ja auch nicht mit einem völlig verkorksten Urlaub nach Hause fahren, versuchen wir es noch einmal - und fahren fast 2 geschlagene Stunden durch die Gegend, weil wir natürlich nicht wissen, wo genau dieses Zeltplatz ist, das Navi weiss es auch nicht und die Leute der Gegend erst recht nicht und die Touristeninformation der einzigen Stadt (Sisak) ist die gesamte Woche geschlossen. Uns wird vorgeschlagen, wir könnten einfach wild an der Kupa zelten, aber am Ende gibt uns jemand an der Tankstelle den entscheidenden Hinweis und meint leicht spöttisch, wir würden (falls es dann doch keine Zeltmöglichkeit finden würden) auf jeden Fall in höchst original-authentischen Zimmern übernachten können.

Also machen wir uns zum ersten Mal (von vielen, die folgend werden) von Sisak auf den Weg in den Naturpark Lonjsko polje, etwas unsicher, was uns erwarten würde. Was uns dann erwartet ist so ein bisschen Himmel auf Erden. Als wir nach längerer Fahrt das erste Dorf erreichen gibt es dort gleich am Dorfeingang ein SOBE-und-Zelt-Schild, wir steuern es sofort an und sind da, in Čigoč (ca. 100 Einwohner) genauer gesagt im Tradicije Čigoč:





Die Häuser im traditonellen Posavina-Stil wurden Stück für Stück abgetragen und nummeriert, dann wurde ein Fundament gebaut, kaputte Holzteile ersetzt und die Häuser wieder aufgebaut  



Mini-Zeltplatz sozusagen im Garten. Höchstbelegung waren 2 Wohnmobile und 2 Zelte.



Unsere neuen Nachbarn ;-)
Wenn Tertia nicht schneller ist, werde ich morgens vom Gänseschnattern geweckt
(oder vom Quicken der Schweine oder dem Muhen der Kühe, 
oder ganz traditionell vom Krähen der Hähne)



Die Störche (ilfiglio meint, es seien derzeit 80 Stück) bekommt man nur am Abend zu Gesicht, d.h. eigentlich nicht mal das, denn sie fressen sich tagsüber am Fluss den Bauch voll (Herbstspeck für die Reise) und kommen erst nach Sonnenuntergang zurück in ihre Nester - dann sieht man sie zwar nur noch schemenhaft, dafür hört man sie allerdings laut klappern. 



Der Blick am Morgen aus unserem Zeltplatz heraus



Und hier eine Abendimpression 


Und das aller, allertollste ist, dass man im gleichen Garten, in dem man zeltet auch zu Abend essen kann - sprich, Tertia wird vorher abgefüttert, zum Schlafen gebracht (was übrigens im Zelt überraschend gut klappt) und wir Essen dann in RUHE zu Abend! Und man muss auch in Ruhe essen, denn das Essen ist einfach wun.der.bar. Die Kinder bekommen problemlos - große - Kinderportionen, mir wird zur Not (wenn Tertia noch nicht so müde ist, denn die Küche schließt um 21 Uhr) auch das Essen warm gehalten und wer kann schon nein sagen, wenn das Wildgulasch gerade Mal 35 Kuna (keine 5 Euro) kostet und man den Abend  - wenn man dann die großen Kinder ins Zelt geschickt hat - mit einem šljivovica oder einem travarica (ich) beenden kann.

Das Frühstück am Morgen ist ebenso lecker (mit selbst gebackenem Brot, selbst gemachten Käse und Pflaumenmus, Obst, Wurst, Omlette usw.) und es reichen 2 Stück davon, um nicht nur die ganze Familie satt zu bekommen sonder auch das Mittagessen ausfallen lassen zu können.

Urlaub gerettet, wir bleiben und es geht demnächst weiter mit Bildern aus der Umgebung.