Ich neige dazu, in den Ferien - also in denen miomarito auch eher frei hat oder in denen wir bei meinen Eltern sind, was jetzt allerdings schon länger nicht mehr vorgekommen ist, also in den Ferien stelle ich mir immer vor, was ich dann alles tolles machen und erledigen könnte, wenn erst einmal die Schule/der Kindergarten wieder angefangen hat. Völlig außer Acht lassend, dass ich nur auf solche Ideen komme, weil ich in den Ferien helfende Hände habe, Extra-Runden schlafen kann, nicht 3 bis 4 mal am Tag Essen auf den Tisch bringen und alleine die Kinder bespaßen muss usw.
Am ersten Montag nach den Ferien kommt dann die totale Ernüchterung. 4 Stunden Schlaf, fein gestückelt, missmutige Kinder, die keine Lust auf frühes Aufstehen, das Frühstück gleich danach, die Schule, den Kindergarten, das Wetter, die Planetenkonstellation haben und dies gegenüber mir - weil sonst niemand greifbar ist - lauthals kundtun bzw. mir dafür die Schuld geben. Dazu dieses Mal ein müdes, nörgeliges Kind am Bein, das nicht loslässt und bei einer gewaltsamen Entfernung sofort anfängt, das ganze Haus zusammen zubrüllen, so dass ich eben mit Kind am Beine durch die Küche humple, um Frühstück, Vesper-Boxen, Mittagessen usw. auszuteilen. Die x-mal, die ich dann doch noch mal hoch sprinten muss - mit Kinde auf dem Arm denn Abbruch des Körperkontakts siehe oben - verbuchen wir dann mal euphemistisch unter Frühsport.
Kurz gesagt, um Viertel vor 9 Uhr, nachdem ich Silencia im Kindergarten abgeliefert hatte, war der größte Teil meiner Tagesenergie bereits aufgebraucht. Tertia gab lustige 15 min als ihr Vormittagschläfchen aus, in denen ich es immerhin geschafft hatte, die Urlaubswäsche zu sortieren und die erste Runde Bettwäsche in die Maschine zu stopfen. Ansonsten wieder Klotz am Bein.
Und so ging es eigentlich den ganzen Tag weiter. Statt kreative Explosionen, schlauer Lektüre oder endlich mal wieder eine Photo-Session sind die Highlights des Tages - let's be realistic - Toiletten-Sitzungen ohne heulendes, an der Tür kratzendes Baby, die Tatsache, dass ich es während des 20 min Nachmittagsschläfchens von Tertia geschafft habe, zwei Wäscheladungen auf dem Dachboden aufzuhängen und die 10 Minuten, die die junge Dame sich von ihrer großen Schwester bespaßen liess, so dass ich Abendessen kochen konnte. Mehr als pünktliche Essensausgabe, ausreichend saubere Wäsche für alle und ein Kaffee im Sitzen ... eher nicht. (Und falls Sie sich fragen, wann die Blogeinträge entstehen. In der Regel beim Versuch Tertia im Ergo zum Einschlafen zu überreden) Für Morgen plane ich allerdings, wenigstens mal 2 Stunden in sauberen, nicht vor Tertia beschmierten Klamotten durch die Gegend zu laufen und zu verdrängen, dass ich ein Jahr älter bin.
Vielleicht trage ich einfach ein Paar meiner neuen Schuhe. Im Haus. So zum Spaß und zur Stimmungsaufhellung.
[Die Kinder liegen jetzt alle schlafend im Bett, miomarito wird auch bald heim kommen und ich, ich schaue mir jetzt eine Runde Sopranos an. Hilft immer. Und ein Nervenbier.]