lunedì 27 agosto 2012

5. Etappe: Čigoč, Kroatien

Also, wir sitzen im Auto auf dem Weg zurück nach Deutschland, genervt, dass wir wieder einmal einen Urlaub wegen zu großer Hitze und etwas überambitionierter Reisepläne abbrechen müssen, aber mir persönlich ist dies immer noch lieber als jetzt auch noch weiter nach Serbien zu gondeln.
Fatal erweist sich in diesem Zusammenhang auch, dass wir davon ausgegangen waren, dass es noch wie vor 3 Jahren Internetcafes gebe - aber selbst in der hinterletzten Ecke eines so armen Landes wie Bosnien hat natürlich schon "Wi-Fi" Einzug gehalten - nur nutzt uns das gar nichts, denn wir haben nichts dabei, mit dem wir uns ins Internet einloggen können - und so können wir auf unsere Reise auch keine Temperaturen oder Wettervorhersagen abrufen.

Am späten Nachmittag nähern wir uns langsam Zagreb als miomarito meint, es gäbe irgendwo in der Nähe einen Naturpark mit einem Stochendorf und er glaube bzw. sei sich sicher, da gebe es einen schönen Campingplatz und ob wir nicht vielleicht doch noch einen Versuch wagen sollten. Da die Temperaturen inzwischen deutlich unter die 35°C-Marke gefallen sind und man ja auch nicht mit einem völlig verkorksten Urlaub nach Hause fahren, versuchen wir es noch einmal - und fahren fast 2 geschlagene Stunden durch die Gegend, weil wir natürlich nicht wissen, wo genau dieses Zeltplatz ist, das Navi weiss es auch nicht und die Leute der Gegend erst recht nicht und die Touristeninformation der einzigen Stadt (Sisak) ist die gesamte Woche geschlossen. Uns wird vorgeschlagen, wir könnten einfach wild an der Kupa zelten, aber am Ende gibt uns jemand an der Tankstelle den entscheidenden Hinweis und meint leicht spöttisch, wir würden (falls es dann doch keine Zeltmöglichkeit finden würden) auf jeden Fall in höchst original-authentischen Zimmern übernachten können.

Also machen wir uns zum ersten Mal (von vielen, die folgend werden) von Sisak auf den Weg in den Naturpark Lonjsko polje, etwas unsicher, was uns erwarten würde. Was uns dann erwartet ist so ein bisschen Himmel auf Erden. Als wir nach längerer Fahrt das erste Dorf erreichen gibt es dort gleich am Dorfeingang ein SOBE-und-Zelt-Schild, wir steuern es sofort an und sind da, in Čigoč (ca. 100 Einwohner) genauer gesagt im Tradicije Čigoč:





Die Häuser im traditonellen Posavina-Stil wurden Stück für Stück abgetragen und nummeriert, dann wurde ein Fundament gebaut, kaputte Holzteile ersetzt und die Häuser wieder aufgebaut  



Mini-Zeltplatz sozusagen im Garten. Höchstbelegung waren 2 Wohnmobile und 2 Zelte.



Unsere neuen Nachbarn ;-)
Wenn Tertia nicht schneller ist, werde ich morgens vom Gänseschnattern geweckt
(oder vom Quicken der Schweine oder dem Muhen der Kühe, 
oder ganz traditionell vom Krähen der Hähne)



Die Störche (ilfiglio meint, es seien derzeit 80 Stück) bekommt man nur am Abend zu Gesicht, d.h. eigentlich nicht mal das, denn sie fressen sich tagsüber am Fluss den Bauch voll (Herbstspeck für die Reise) und kommen erst nach Sonnenuntergang zurück in ihre Nester - dann sieht man sie zwar nur noch schemenhaft, dafür hört man sie allerdings laut klappern. 



Der Blick am Morgen aus unserem Zeltplatz heraus



Und hier eine Abendimpression 


Und das aller, allertollste ist, dass man im gleichen Garten, in dem man zeltet auch zu Abend essen kann - sprich, Tertia wird vorher abgefüttert, zum Schlafen gebracht (was übrigens im Zelt überraschend gut klappt) und wir Essen dann in RUHE zu Abend! Und man muss auch in Ruhe essen, denn das Essen ist einfach wun.der.bar. Die Kinder bekommen problemlos - große - Kinderportionen, mir wird zur Not (wenn Tertia noch nicht so müde ist, denn die Küche schließt um 21 Uhr) auch das Essen warm gehalten und wer kann schon nein sagen, wenn das Wildgulasch gerade Mal 35 Kuna (keine 5 Euro) kostet und man den Abend  - wenn man dann die großen Kinder ins Zelt geschickt hat - mit einem šljivovica oder einem travarica (ich) beenden kann.

Das Frühstück am Morgen ist ebenso lecker (mit selbst gebackenem Brot, selbst gemachten Käse und Pflaumenmus, Obst, Wurst, Omlette usw.) und es reichen 2 Stück davon, um nicht nur die ganze Familie satt zu bekommen sonder auch das Mittagessen ausfallen lassen zu können.

Urlaub gerettet, wir bleiben und es geht demnächst weiter mit Bildern aus der Umgebung.

7 commenti:

Karen ha detto...

Juhuu! :-)

Natalia ha detto...

Das hört sich ja schon viel besser an :-) Es freut mich, dass der Urlaub doch gerettet wurde :-)

LG

kathrin ha detto...

Ja, das klingt gut!
Und auf jeden Fall wichtig, dass Ihr noch einen tollen Abschluss hattet.

Ich habe noch eine FRage zur Ausstattung.
Habt Ihr so ein Familienzelt mit zwei getrennten Schlafkammern?
Funktioniert das?

Wir haben dieses Jahr das erste Mal gezeltet und hatten zuerst 2, dann drei kleine Zelte. Eins war dann das "Umkleidezelt" - weil es einfach ein Riesenchaos war, mit den Klamotten im Zelt.

Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob Familienzelten so wirklich meins ist?!
Denn ich möchte schon vernünftig essen (1x am Tag) und mit unseren Kinder möchte ich dies nicht jeden Tag machen. (Aufstehen, streiten, meckern, etc)

Auch möchte ich gerne alleine mit meinem Mann in einem Zelt liegen - das hat dieses Mal so gar nicht geklappt.

LG
kathrin

Ubakel ha detto...

Die Reiseberichte sind sehr spannend uns vorzüglich bebildert. Es hat etwas von einem interessanten Dia-Abend. In unserem Niederbayern-Urlaub waren wir in einem Freilandmuseum. Allerdings konnte man in keinem der Häuser schlafen. Die Idee ist gut. Warum wurden die Häuser abgetragen und woanders aufgebaut? Habt ihr das erfahren? Von außen fand ich die bayerischen "Waldlerhäuser" sehr schön und ich konnte mir eine Translozierung gut vorstellen. So als Alternative zum Neubau. Von innen wars dann weniger schön.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Gut, dass noch eine Wende eintrat.

IO ha detto...

@katrin: Wir haben so ein holländisches Baumwollzelt mit zwei Schlafkammern und das klappt gut. Tertia schlief aber bei uns, weil sie in der ersten Nacht noch öfter aufgewacht ist als normal und ich keine Lust hatte ständig rüber zu den Kindern zu kriechen. Wir schlafen aber ja auch zu Hause durcheinander bzw. immer noch nicht wieder zusammen (die wenigen Stunde, die sich mein und miomaritos Schlaf überschneiden) - von daher ...

Kleider hatten wir dieses Mal im Auto in zwei Riesen-Koffern weil wir nie lange genug an einem Ort waren, um uns richtig im Zelt einzurichten. Das ging aber sehr gut, wenn man mal davon absieht, dass die Koffer aufeinaderstand und man an der unteren eher schlecht rankam. Aber das war das erste Mal (mit den neuen Koffern) und ich bin mir sicher, wir finden da noch eine bessere Lösung.

Bei uns klappt Zelten prima, ich habe immer das Gefühl, dass es eigentlich das Leben ist, was sich unsere Kinder so vorstellen ;-)

Diese Jahr waren wir fast nur Essen, weil alles so günstig war. In Italien oder Frankreich ist das dann natürlich nicht so drin, aber miomarito kocht sehr gut auf Gas ;-) Ich muss nie kochen, für dieses Mal hatten wir uns sogar eine Doppelt-Gas-Kocher mit Grill-Funktion gekauft, der war aber nur einmal im Einsatz.

@ubakel: Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt, die Häuser wurden an der gleichen Stelle nur mit anständigem Fundament wieder aufgebaut - wenn ich alles richtig verstanden habe. Es gab noch ein paar - wenige - weiter (alle mit Fördergeldern) renovierte Häuser und ich glaube, die wurden alle so wieder zusammengebaut. Nachher gibt's noch mehr Dias ... äh Bilder ;-)

Anonimo ha detto...

Also dann fahren wir das nächste Mal doch zusammen nach Serbien, von uns aus im August und dann bekommt ihr von unseren Freunden richtig Balkan vorgelebt:-)Und der Sohn von unseren Freunden ist Kindergärtner, also ideal zum missbrauchen für die eigenen Kinder:-)

LG Eli

Wolfram ha detto...

Was eine Odyssee, aber mit schönem Ende!
Und die Odyssee soll mich nicht wundern, ich weiß, wie euer Auto heißt... (unsers ist der Zwilling, heißt aber nur mit Zahlen.) Ein angenehmes Reiseauto. Und mit nur fünf Stühlen hat man riesig Kofferraum.