sabato 25 agosto 2012

3. Etappe: Mostar und Umgebung

[Während uns hier der allgemeine Alltag mit Großeinkauf, Rasen mähen, Kompost umsetzten, Schulsachen einkaufen, Kinderbespaßung usw. fest im Griff hat, versuche ich jetzt mal weiter unseren Urlaub aufzuarbeiten ;-)]

Bisher bewegten wir uns ja auf bekanntem Terrain, jetzt beginnt ein bisschen das Abenteuer. Außer zum Tanken an der Küste vor über 8 Jahren waren wir noch nie in Bosnien und Herzegowina gewesen und dementsprechend gespannt, was uns hinter den Bergen erwarten würde:




typische Karstlandschaft auf beiden Seiten der Grenze


Blick auf die Herzegowina



Unser erster (und einziger) Stop auf dem Weg in Richtung Mostar ist Počitelj wo eine unglaubliche flirrende Hitze herrscht und wir uns nach einem kurzen Rundgang durchs Dorf in eins der Restaurants flüchten, in eine Kiwi-Laube mit mehreren Ventilator und ... logisch ... Fleisch essen.



Minarett der Moschee, im Hintergrund die Festung, im Vordergrund (Kuppeldach) das Hamam 
(alles im Krieg zerstört und jetzt wieder aufgebaut)


links die Moschee, davor das Hamam, rechts oben die Festung und rechts der Uhrenturm (Sahat-Kula) - wir verzichten darauf, zur Festung hochzuklettern ...



Tertia wird mit Hilfe von eiskalten Getränken herunter gekühlt, 
bei ilfiglio, der eher hitzeempfindlich ist (sprich ab Temperaturen über 32°C unerträglich wird), hilft leider nicht mal mehr das


Vor unserer Reise hatte miomarito den ADAC-Camping-Führer Südeuropa erstanden und schnell wird klar, dass wir diesen nur in einer Weise nutzen, nämlich keinen Campingplatz an zu fahren, der in diesem Buch verzeichnet ist weil es uns schnuppe ist, ob es ein deutschsprachiges Kinder-Animations-Programm gibt (auch wenn es hin und wieder Augenblicke gab ...), ob die Duschen nur Vorhänge oder aber abschließbare Türen haben und ob es am Abend vielleicht zu Warm-Wasser-Engpässen kommen kann (Warm-Wasser-Engpässe bei 37°C ... che disastro!). Einzig für die Campingplätze in Bosnien-Herzegowina machen wir eine Ausnahme - weil da eh nur insgesamt neun (!) angegeben sind - für's ganze Land.

Also fahren wir nach Blagaj, wo es laut Führer einen Campingplatz Namens Mali Wimbledon (?!) geben soll. Gibt es auch und viele andere und irritierenderweise sind nirgends irgendwelche Camper zu sehen. Egal. Zelten unterm Minarett (Den Muezzin hört man, aber eher leise. Die Böller am Abend können wir zunächst nicht zuordnen, führen wir aber später auf Ramadan und Sonnenuntergang zurück)




Der Name des Campingplatzes klärt sich dann zumindest teilweise, denn es gibt dort einen täglich mit Wasser besprenkelten Tennis-Rasen-Platz - und zu ilfiglios Freude auch einen Fußballplatz - aber keinerlei Schatten. Nirgends. Dafür dann aber doch noch ein paar weitere Urlauber. Am zweiten Tag auch Deutsche mit Kindern, aus Albanien kommend und ilfiglios Stimmung deutlich hebend. Ansonsten - so meine Vermutung - noch zwei etwas irritierte Kieler Jungs, die sich vermutlich ziemlich cool vorkamen als sie mit ihrem uralt Wohnmobil in Richtung Balkan aufgebrochen waren und sich dann von zwei Familien mit kleinen Kinder umringt sehen. So kann's kommen ;-) 

Am ersten Abend laufen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch ins Städtchen, vorbei an zerschossenen Häuserruinen und halbfertigen Neubauten (unsere Vermutung war, es wird gebaut wenn Geld da ist, man bewohnt das Haus soweit es eben gerade fertig gestellt ist und der Rest kommt dann in den nächsten Jahren - kann das jemand bestätigen?!), und finden direkt am Flussufer der Buna eine Bar, geniessen die vom Fluss her hoch kriechende Kühle (und die Tatsache, dass Tertia endlich, endlich mal in ihrem Kinderwagen eingeschlafen ist), den Kindern kauft miomariot im Laden unter Zuhilfenahme von Händen und Füßen ein paar Sandwich und wir atmen tief durch.

(Wen es interessiert und wer eher der U30-Fraktion angehört, es gibt dort am Fluss sehr cool wirkende sogenannte River-Camps. Campingplätze, auf denen ich vor 15 Jahren ganz sicher gelandet wäre und wo die Post abging) 

Am nächsten Tag flüchten wir vor der Hitze (morgens um 10 Uhr schon gut über 30°C - und wie gesagt: kein Schatten) ins Derwisch-"Kloster": Tekija. Ein Programmpunkt, den sich ilfiglio explizit gewünscht hatte (und den wir auch unbedingt sehen wollten). Aber irgendwie ist es dann doch nur anstrengend, so mit einem Mini-Derwisch im Schlepptau und wenn man in das Gebäude rein will, muss man sich komplett bedecken, ich auch noch mit Kopftuch, und das alles bei an die 40°C ... meine Nerven beginnen zu flattern. Daher auch keine gescheiten Fotos. Die gibt es aber im Netz. (Und die Derwische bekommt man auch nicht zu Gesicht ...)





Neben dem "Kloster" entspringt in typischer Karst-Manier die Buna
(ein hübsches Plätzchen haben sich die Derwische da ausgesucht (bekommen))


So und dann geht es weiter nach Mostar - Mostar ist noch heisser und in der Altstadt gerammelt voll internationaler Touristen, Miomarito meint, die Rialtobrücke müsse leer gefegt sein, da alle Brücken-Touristen jetzt in Mostar seine. Ich schaffe es mit Tertia im Kinderwagen - die da auch wie üblich ständig raus wollte - nicht einmal auf die Brücke, kaum ein Durchkommen zwischen Restaurants, Souvenir-Läden und Touristen-Massen. Unglaublich. Wir flüchten wieder in ein Restaurant - vielleicht erinnern Sie sich, Essen gehen ist mit Tertia der reinste Horror, aber was tut man nicht für ein Plätzchen im Schatten. 

Wie fürchterlich ich das alles finde, lässt sich daran erkennen, dass ich in Mostar kein einziges Foto mache. Null. Wir brechen wieder auf, versuchen mit einer Fahrt im klimatisierten Auto Tertia zum Schlafen zu bewegen und ilfiglio zum Abkühlen. Nach einer längeren Fahrt, die uns in eine eher trostlose Ecke der Republika Srpska führt, beschließen wir, dass ich mit Tertia und ilfiglio auf dem Campingplatz bleibe (wo uns miomarito ein Sonnendach baut) und die hitzebeständige Silencia mit miomarito noch einmal nach Mostar fährt, Moschee anschauen.


Tertia passt sich farblich der Umgebung an - finde ich


Sonnenuntergang über der Herzegowina


Nach der zweiten Übernachtungen in Blagaj brechen wir auf nach Sarajevo. Mit dem Gerücht, dort seien es über 40°C und kein Lüftchen rege sich.

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