mercoledì 23 maggio 2012

angespannt

Angespannt ist derzeit mein Verhältnis zu unserer jüngsten Tochter. Ich habe noch nie verstanden, wie man behaupten kann, dass nach dem ersten Baby-Jahr alles einfacher und entspannter wird (und das sage ich, die im ersten Baby-Jahr vermutlich ein Schlafdefizit von 1968965 Stunden angesammelt hat), es gibt so ein paar, genauer gesagt in unserem Fall knappe 2 bis 3 Monate, so rund um den ersten Geburtstag, da war es wirklich locker-flockig. Die Nächte waren nicht mehr ganz so fürchterlich, mein Kopf wurde langsam klarer, das Kind war entzückend und räumte Schubladen aus, hing vielleicht etwas zu viel an meinem Bein, aber es ist ja noch so klein und überhaupt (in diese Zeitspanne fiel zum Beispiel auch Silencia Zeugung, nach dem Motto, hey, jetzt ist es ja super-entspannt, jedenfalls so im Vergleich, das wird bestimmt immer besser und so ein zweites Kind schaukeln wir mit dieser Erfahrung locker *hust*).

Müsste ich jetzt ein Bild von Tertia zeichnen, dann wäre es das von heute Morgen, wie sie in ihrem Hochstuhl steht, ein Fuß bereits auf der Tischplatte, in jeder Hand eine Scheibe Gurke und mit lauter Stimme bereits Nachschub verlangt:  Noch! Gug! (Hey, immerhin, ein Zweiwortsatz ...)


Ich weiß, Kinder entdecken in diesem Alter ihr Ich, erobern die Welt und versuchen sie sich Untertan zu machen ;-) Aber ging es das nicht mal ohne ständiges Gebrüll  (Heute Vormittag weil ich es ihr absurderweise nicht erlaubt hatte, ihren Kopf in die Schüssel mit Brotteig zu stecken, um mal zu sehen, wie Hefe so schmeckt. Dabei hing sie schon bis zu den Ärmeln im Teig ...) und vielleicht auch mit etwas mehr Zurückhaltung und Demut? Tertia ist nämlich der Meinung, meine Daseinsberechtigung schöpfe sich daraus, dass ich sie durch die Gegend trage und ihr nach auf Anweisung (ausgestreckter Arm und ein sehr, sehr forderndes äh!) Gegenstände reiche. Im Minuten-Takt. Will ich aber nicht. Nicht mehrere Stunden am Tag und nicht ständig irgendwelche x-beliebigen Sachen, die sie dann doch nicht interessieren. Also wiederholt sie ihre Aufforderungen deutlich. Immer schneller und immer lauter. Am Ende brüllt sie.

Auch schön, diese innere Unruhe. Dieses Kind kann keine zwei Minuten irgendwo ruhig sitzen. Nicht im Hochstuhl, nicht im Einkaufswagen, nicht auf dem Schoß, selbst im Ergo hüpft sie irgendwie hoch und runter oder aber wackelt hin und her, damit sie abwechselnd links und rechts an mir vorbei schauen kann. Selbst - Achtung! Langjährige Leser werden jetzt vermutlich wie ich eine leichte Gänsehaut auf dem Rücken verspüren - selbst ilfiglio war sehr viel ruhiger als diese Zappelkind. (Wenn sie doch nur jetzt endlich mal laufen würde, dann könnte man sie vielleicht besser auspowern ...)

Und Essen, Tertia ist besessen vom Essen, niemand darf irgendetwas essen, ohne ihr größere Mengen davon abzugeben. Wehe wenn nicht! Gebrüll! Geheul! Die Welt ist ungerecht! Und sie am Verhungern (auch wenn sie 5 min vorher drei Maultaschen verspeist hat). Am besten schmecken natürlich auch die Dinge aus dem Teller des Tischnachbars. Da Tertia jetzt auch Abends mit uns isst, ist Essen eine sehr anstrengende und für mich tagsüber sowieso eine eher selten statt findende Sache geworden. Nachdem sie ihr Essen in Sekunden inhaliert hat und keinen Nachschlag mehr haben möchte (jedenfalls nicht aus ihrem Teller), nimmt sie einer von uns Großen auf den Schoß (stellen sie sich einen um sein leben zappelnden Hecht mit Armen vor, der der Meinung ist, er könne sein Leben dadurch retten, dass er sich möglichst schnell möglichst viel Ihres Tellerinhaltes in den Mund schiebt) und der andere versucht zügig zu essen ...

Und - letzter Beschwerdepunkt - dieser Wechsel zwischen Ich-sterbe-wenn-ich-nicht-am-Bein-meiner-Mutter-klebe und Ich-bin-dann-mal-kurz-weg (auf dem Dachboden, nicht mehr im Garten, im "Brunnen", in der Speisekammer im Vorratsregal, im Kühlregal des Supermarktes usw. macht das Leben nicht gerade einfacher.

Erziehung dürfte also mal wieder ein Kinderspiel werden ...

Aber süß ist sie und wir lieben sie alle sehr. Vor allem wenn sie schläft  wie jetzt ;-)

P.S.: ilfiglio und Silencia meinten neulich, sie glauben, Tertia sei die Verrücktestes von uns allen. Ich vermute, sie haben wie immer recht ...

10 commenti:

stadtfrau ha detto...

:D

ich fühle mich auch wie minimums dienerin. in letzter zeit kommt sie immer mit irgendeinem buch an, streckt es mir mit einem "äh" entgegen und will gemeinsam buch anschauen - an und für sich ja sehr süß... wenn es nicht im fünfminutentakt geschehen und sie "SO" reagieren würde, wenn es mal nicht geht. dieses ständige losgebrülle wenn es nicht gleich nach ihrem kopf geht nervt gewaltig!
und wir können es auch kaum fassen, aber der große war so nicht, der war um einiges zufriedener.

aber die richtige antwort ist natürlich: es ist nur eine phase! ehrlich! wirklich! da kannst du mit der richtigen erziehung und konsequenz noch gaaaanz viel machen!

vreni ha detto...

irgendwie beruhigt es mich ein wenig, dass ihr das jetzt auch schreibt. c und m sind nicht ganz so extrem, aber ich erkenne sie in vielem wieder. allerdings können sie sich durchaus auch sehr in etwas vertiefen, in ein büchlein oder den klebepunkt, den ich ihnen auf die hand geklebt habe. so 3, 4 minuten etwa, immerhin. und lord brettchen ist irgendwie sehr putzig, wenn er seine wutanfälle hat und sich theatralisch aufs parkett schmeisst. "DA" kennen wir sehr gut, das frölleinchen mit dem zeigefinger, beim kleinen mit dem mittelfinger… ;-)

Eva ha detto...

Ich oute mich. Auch ich gehöre zu der Sorte Müttern, die behaupten, es wurde endlichendlich entspannter nach dem 1. Lebensjahr. Die Kinder konnten endlich allein von A nach B (ohne mütterliche Hilfe), wollten nicht mehr ständig und überall gestillt werden, schliefen mehr oder weniger in der Nacht durch (ok, die Zwillinge brauchten länger) und ich konnte auch mal das Haus länger als für 2 Stunden verlassen.
Mache ich mich jetzt unbeliebt? :-p

Susi Sonnenschein ha detto...

Wie immer kann man das doch pauschal gar nicht sagen. Mir ist gerade auf dem Markt eine Mutter begegnet, die letztes Jahr rundum ausgeglichen aussah. Rundum glücklich und zufrieden (und ausgeschlafen) - trotz Zwillingen. Jetzt sind die beiden knapp über ein Jahr und die arme Frau sah so gestresst aus...wird besser. Irgendwann.

Doro ha detto...

Hallo IO,
jemand hat mir mal gesagt, es wird nicht besser mit Kindern, es wird nur anders. Uäähh! Ich finds klasse wie offen Sie damit umgehen. Mit den Kiddies ists nun mal nicht immer Sonnenschein und man soll auch nicht so tun als ob. Und bei drei haben Sie ja auch schon richtig Übung! (Ich bin froh dass ich einen grad so auf die Reihe bringe) Ich sage ihm immer, dass ich alles auf eine große Liste schreibe und wenn er 15 ist und zu cool für Mama ist, laufe ich ihm auch ständig hinterher und will spielen und schlafen lasse ich ihn dann auch nicht mehr, ha! Rache ist süß.
Danke übrigens für Ihren Blog, Sie schreiben sehr schön! Und Grüße an den zappelnden Hecht- ich wusste genau was Sie meinen!
Liebe Grüße, Doro

terschies ha detto...

Also seit meine Tochter in Wien studiert ist mit ihr alles sehr easy. it dem "kleinem" 18jährigen ist es ... pubertär würde ich sagen. Nicht besser nur anders stimmt schon. Wobei nicht nur die Kinder, sondern auch die Mütter unterschiedlich auf alles reagieren.
Viele Grüße aus Hamburg.

vreni ha detto...

manchmal würde ich meine tochter auch gerne umgehend nach wien zum studieren schicken… ;-)

IO ha detto...

@vreni: Wie wäre es mit einem Austausch im Krippenalter? Minimum gegen C ;-) Wien und Zürich.

@doro: Man kann das auch schon mit 7 machen, also Androhen, dass man ganz arg peinliche Sache machen könnte :-D
Und vielen Dank!

@eva: Ganz schlimm unbeliebt ;-)

Anonimo ha detto...

Wenn ich das lese beschleunigt sich unerklärlicherweise mein Puls und ich werde ganz gestresst? Unerklärlicherweise? Ha! Das ist die lebhafte Erinnerung an extrem turbulente Zeiten! Und ich glaube ich bin eine der wenigen, die WIRKLICH weiß, wovon Du sprichst ;-) Zappelzappelzappel. Augen und Hände ständig überall. Knapp 1,5 Jähriger zieht Lagerameise unter Paletten raus, klettert auf Parkettpaletten, räumt im Küchenstudio Schubladen aus, wird vorm TV geparkt, will Disney Figuren umarmen und reißt dabei das ganze Gerät vom Schrank, kippt den Eibkaufswagen um und landet mit Kopfplatzwunde in der Notaufnahme... Tjaja. Wie schön, von Kindern zu hören, bei denen es auch so ist!!! Hier ist es irgendwie immer laut! Ich glaube, das sind die südländischen Gene ;-) Mittelmeer-Hypermotorik oder so ;-) Aber... Wenigstens sind sie nicht langweilig! Durchhalten! Toll sind sie doch, die Aktiven!!! LG, A.

IO ha detto...

@A. Danke :-) Liebe Grüße!