martedì 20 marzo 2012

Sa pesta

Man sollte ja meinen, dass es für uns im centro storico Genuas keine sensationellen Entdeckungen mehr in Sachen Essen geben sollte (jedenfalls so lange es keine Neueröffnungen sind, dazu dann ein anderes mal), schließlich kennen wir jede Ecke und ich habe auch mindestens ein Foto von jeder Ecke gemacht - dabei ist die Altstadt von Genua die größte Europas ... also was ich sagen wollte, wir finden immer noch neue schöne Plätze zum Essen, was auch daran liegen könnte, dass wir in unseren Genueser Jahren kaum Geld hatten, um Essen zu gehen.

Wie der Zufall so spielte, hatte ich mir bzw. wir uns am ersten Tag zwei große Bildbände über Genua gekauft (übrigens eine saublöde Idee, wenn man sich selbst über seine Fotografen-Qualitäten im Unsicheren ist ...) und als ich am nächsten Tag mit Tetria vor dem Mittagessen einen kleinen Stop im Hotel zum Krabbeln machte (das arme Kind musste ja den ganzen Tag im Kinderwagen sitzen), da blätterte ich also durch das Buch und las/sah etwas über eine typisch Genuesische Trattoria - und keine Stunde später folgten wir einem  Genueser Kollegen miomaritos in eben diese einfachen Trattoria namens Sa pesta - eigentlich so etwas wie eine Genueser Institution mit kleinen, für die Stadt typischen Gerichten.


Die Via Dei Giustiniani, 
links am Rand das Sa Pesta, Nr. 16R


Knackvoll, weil alle Menschen gerade Mittagspause machten - man kann sich entweder vorne etwas für auf die Hand kaufen oder sich aber hinten an die einfachen Holztische setzen bzw. warten, dass dort ein Platz frei wird - wir waren mit 6 Leuten, einer Film-Kamera mit Stativ und einem Kinderwagen etwas überdimensioniert für den kleinen Laden, in dem das Feuer in den Öfen für die Farinata flackert und die grünen-weißen Kacheln an der Wand für Farbe sorgen.

Einen historischen Hintergrund gibt es natürlich auch. Früher - sprich angeblich seit dem 15. Jahrhundert -  wurde hier das feine, zerstossene Salz (sale pestato) verkauft und wohl bald darauf auch zusammen mit kleinen Gerichten für auf die Hand. Wir haben uns übrigens alle den gemischten Teller des Hauses bestellt und ich muss sagen, die Farinata war eindeutig die beste, die ich je gegessen haben.

So, und jetzt alle brav nach Genua fahren und Essen gehen!  

6 commenti:

Muckeltiger ha detto...

Hach! Nach so einem post bin ich sofort bereit Koffer zu packen!
Also noch bereiter als sonst eh schon ;))
Mehr davon, bitte!

[Ines] ha detto...

Ich würde auch am liebsten schlagartig sofort in Urlaub fahren. Ich war immer noch nicht in Italien ;). Ich muss das ändern.

Anonimo ha detto...

Habt Ihr ja spät entdeckt. Einen guten Eindruck macht man bei den Bestizern (v.a. Cinzia) jedenfalls nicht, wenn man mit "viel Gepäck" anreist. In den letzten 5 Jahren kommen leider immer mehr Touristen ins Lokal, selbst Stammgäste finden kaum noch einen Platz und meine Freunde gehen schon seit Jahrzehnten dorthin zum Essen und weichen immer öfter auf andere Lokale aus. Einerseits sind die Besitzer froh, weil sie von den Touristen, die Preise auf der Karte verlangen, andererseits bedauern sie das wegbleiben von Alteingesessenen. Einige typische ligurische Fischgerichte sind auch immer seltender auf der Karte. Mir hat es besser gefallen als man dort noch "genovese" gehört hat und man über Lokalpolitik sprach. Tut mir leid, daß es vielleicht etwas kritisch klingt. Aber manchmal gibt es einfach unterschiedliche Blickwinkel.

Susi Sonnenschein ha detto...

Und da ich nicht gerne widersprechen mag, machen wir das am besten mal: nach Italien fahren. Gut auch, dass das Kind italophil ist: auf die Frage hin, ob er Lust hat, wieder nach Frankreich zu fahren, hat er nur die Nase gerümpft. (Recht hat er) Und nach Genua müssen wir unbedingt irgendwann mal.

Anonimo ha detto...

Da möchte ich auch mal hin! Das Bild ist wirklich fantastisch. Und Deine Beschreibungen lassen die Lust auf Genua wachsen.

Natalia ha detto...

Irgendwie erinnert mich das Bild an die Altstadt meiner Heimatstadt. Wunderschön! Noch mehr , bitte!