giovedì 22 marzo 2012

ein letztes Mal Genua

Bevor unsere Genua-Tage völlig im Alltag untergehen (wobei sich der Stress bereits zu verklären beginnt) gibt es noch einen Restaurant-Hinweis zum besten Essen das ich bisher in Genua gegessen habe.

Als wir in Genua wohnten machten uns bei aller Liebe zur Stadt die Nächte bisweilen doch sehr zu schaffen, 28°C Innentemperatur im Sommer, zusammen mit hoher Luftfeuchtigkeit und dem meist vergeblichen Hoffen auf wenigstens ein kleines Lüftchen frischer Luft bei geöffneten Fenstern (in der Regel waberte nach 17 Uhr einfach nur der Urin-Gestank aus den engen Gassen langsam zu unseren Fenstern im 4. Stock hoch). Und dann der Lärm: das Rauschen der Sopraelevata als eher unaufdringliches Hintergrundgeräusch, darüber die Gespräche und Fernseher der Nachbarn bei ebenfalls geöffneten Fenstern, die Rufe und Gespräche der Passanten in den Gassen, bis 1 Uhr nachts der Alleinunterhalter eines Restaurants am Hafen und dann - direkt unter unserem Flurfenster - der Lärm einer Kneipe, vor deren Tür Gitarre gespielt und Lieder gesungen wurden. Bis 4 Uhr morgens in der Früh, was genau eine Stunde Ruhe bedeutete, bevor die Müllautos und Kehrmaschinen mit ihre Fahrt durch die Vicoli begannen [und trotzdem, jedes Mal wenn ich in Genua bin, muss ich - wenn möglich - bei geöffneten Fenster schlafen und geniesse genau diese Geräusche]

Aber zurück zur Kneipe unter unserem Flurfenster. Was uns so ein bisschen bis sehr mit dieser Kneipe versöhnte, war die Tatsache, dass deren nächtliche Besucher Partisanen-Lieder sangen und dass sie offiziell als ältestes Lokal Genuas geführt wird. Da sie direkt neben der Piazza Banchi liegt, auf der Miomaritos oberschwäbische Kaufleute ihre Verträge abgeschlossen haben (der Name Banchi stammt von den Tischen der Notare) stellten wir uns - während wir wach im Bett lagen - vor, dass diese vor ca. 500 Jahre eben dort nach Vertragsabschluss ein Gläschen Wein auf das gute Geschäft getrunken hatten. Was für ein toller Gedanke.

Während ich jetzt für die Ausstellung Verschiedenes recherchierte, stolperte ich über einen Artikel, in dem über ein neues Restaurant - Ostaia de' Banchi - in eben dieser Lokalität  berichtet wurde - also bestand ich darauf, dass wir am letzten Tag dort essen gingen (und nicht noch einmal zu Da Mario, wo wir am Abend vorher gewesen waren und das auch eine kuriose Genueser Trattoria ist, aber ich kann ja meine Blog nicht in ein Restaurant-Blog umwandeln). Und was soll ich sagen, wow! Eine kleine übersichtliche Karte (drei Antipasto, drei Primi usw.), unglaublich gutes, etwas raffinierteres Essen, ein Ragu, das selbst das bisher weltbeste Ragu von miomarito um Längen übertraf und einen Nachtisch (warmes Schokoladen-Törtchen in Vanille-Creme) zum Niederknien. Es ist keine typische Genueser Küche, die Jungs, die das Lokal betreiben stammen - zumindest der Teil, mit dem wir uns unterhalten haben - aus Sizilien und gekocht wird quer durchs ganze Land (ich hatte als Anti-Pasto zum Beispiel super leckere in Essig eingelegten Sardinen mit Zwiebeln, Pinienkernen und Rosinen - Sarde in Saor, ein Gericht aus Venedig).

Leider habe ich keine Bilder und die Internetseite funktioniert auch nicht, aber es sei noch gesagt, dass die Preise keinesfalls horrend sind (man kann ein Menü fisso für 11 Euro haben), der Service super (man spricht auch englisch und erklärt die einzelnen Gerichte ausführlich) und das Restaurant im Vico De Negri 17r  nur am Wochenende auch abends geöffnet ist.

Und apropos Bilder: Ich werde mich in den nächsten Tagen durch meine Genua-Bilder arbeiten, die Fotos aber nicht hier in den Blog stellen, sondern bei flickr in mein Genua-Album. Einfach dort mal nachschauen, wenn Interesse besteht.

8 commenti:

NordLicht ha detto...

Ich will nach Genua! Sofort! ;O)

Ubakel ha detto...

Es fehlen nicht mehr viele Blogeinträge und unser nächstes Urlaubsziel ist Genua!

rage ha detto...

mich interessiert genua weiterhin überhaupt nicht. euer genua ist unser siena. aber: ich liebe eure geschichten über genua. weil es ein ganz klein wenig an unsere liebe zu siena erinnert. darum: ich kann nicht genug kriegen. egal was. :-))

IO ha detto...

hm ... vielleicht sollte ich die Leser ein Bild aussuchen lassen und ich schreibe dann eine Geschichte/einen Eintrag dazu/darüber?

julia ha detto...

ich hab Fernweh !

00schmidt.com ha detto...

Viel Spaß übrigens mit dem Krasimir. "In so einer Situation muss man optimistisch sein."

IO ha detto...

...

[immerhin kann ich dann die VfB-Leute in der Familie mitverantwortlich machen ;-)]

00schmidt.com ha detto...

Direkt mal mit magischem Dreieck probieren - Tiffi und ähm, fehlen noch zwei. Wohl doch nicht. Hauptsache Neuaufbau.