lunedì 3 ottobre 2011

Lobe den Herren ...

Gestern Morgen, um kurz nach 9 Uhr schlurfte eine noch gar nicht richtig wache Silencia in die Küche und rief Mama! Kindergottesdienst! Ich will in den Kindergottesdienst!, der Bruder schloss sich dem Geheul an und so versuchte ich innerhalb von 20 min aus zwei verstrubbelten Schlafmützen ein paar Gottesdiensttaugliche Kinder zu zaubern und schickte die beiden dann rüber in die Kirche. Miomarito schlief noch, Tertia war gerade wieder beim Einschlafen und ich, ich hatte einfach keine Lust auf sonntägliches Singen. Nach 10 min stand ilfiglio wieder vor der Tür und meinte Mama, außer drei Omas und uns ist da gar niemand! und ein Blick ins Mitteilungsblättchen des Dorfes klärte uns darüber auf, dass die Kirche heute erst um 10 Uhr beginnen würde statt wie sonst um 9:30 Uhr - was anscheinend alle wussten, außer den drei Omas und uns ...

Nun ja, der verspätete Erntedank Gottesdienst (und mein Unwissen darüber, dass es dieses Mal keinen Extra-Kinderteil im Pfarrhaus ohne Eltern geben würde ...) bescherte und also 1,5 Stunden sonntägliche, kinderlose Ruhe (in der ich mich ENDLICH mal an die Steuererklärung setzten konnte ...), bevor um ilfiglio um 11 Uhr wieder vor der Tür stand, verkündet sie würden jetzt zum Kaffeetrinken ins Pfarrhaus gehen und wieder verschwand. Öh .. ja ... also ... irgendwie bekam ich dann doch etwas schlechtes Gewissen, denn na-tür-lich wollten wir die evangelische Gemeinde hier nicht als kostenlose Kinderbetreuung am Sonntagvormittag missbrauchen. Also schnappte ich mir die gerade aufgewachte Tertia und machte mich - ganz unsonntäglich in Kaputzenpulli und dreckigen Jenas - schnell auf zum Pfarrhaus, um meine Kinder einzusammeln.

Die saßen da aber schon Kuchen mampfend am Kindertisch, ilfiglio im Gespräch mit einer Dame, die ich in meiner allgemeinen Panik für die ortsansässige Frau Baronin hielt (war sie aber nicht) und mir wurde x-mal erklärt, was ich für tolle Kinder hätte, die sich getraut hätte, ganz alleine in den Gottesdienst und ins Pfarrhaus zu kommen. (Ich hätte antworten können, dass meine Kinder immer da sind, wo etwas los ist, egal welche Art von Veranstaltung, aber ich wollte den guten Eindruck nicht gleich wieder zerstören). Man bot mir einen Platz an der Tafel des Pfarrers an, den ich auf Grund des Glänzens in Tertias Augen angesichts von Tischtuch, Tassen, Vasen usw. in ihrer Reichweite dankend ablehnte, und als mir dann erklärt wurde, dass ilfiglio bald eine Einladung zu einem Art Prä-Konfirmanten-Unterricht erhalten würde, musste ich dann doch beichten (sic!), dass die Kinder nicht einmal getauft sind und ich sowieso katholisch bin. Silencia wollte dann mit einem der großen Mädchen auf den Spielplatz, ilfiglio nicht von des Pfarrers Tafel weichen und nach einer Anstandsstunde ging ich mich wieder nach Hause.

Um halb zwei (!) machte ich mich dann mal wieder - dieses Mal ohne Tertia, dafür mit Fahrrad - auf die Suche nach meinen Kindern, die ich dann im Garten des Pfarrhauses fand (erinnern sie sich an den Sonntag vor 2 Wochen, wo schrieb, dass ich Sorge hatte, Silencia würde sich im Pfarrhaus zum Mittagessen einladen!), wo mir wiederum versichert wurde, dass ich wirklich tolle Kinder hätte und man sie schon irgendwann nach Hause schicken würde.

Ja, und so kamen wir zu 6 Stunden sonntäglicher Ruhe. Dem Herrn sei Dank ...

7 commenti:

stadtfrau ha detto...

amen.

wie cool ist das denn? :D

vreni ha detto...

wenn sie getauft wären, dürften sie womöglich gleich im pfarrhaus einziehen. :-)

IO ha detto...

Wer weiss, vielleicht hat man sich auch nur so nett um sie gekümmert, weil sie verirrte Schäfchen sind?!

Silke, noch in LE ha detto...

Ich würd mal sagen, die Tübinger Pfarrer haben nicht genug zu tun. (Unser Pfarrer heizt zwischen drei Gemeinden mit vier Kirchen hin und her und ist eigentlich immer nur per Handy greifbar). Deine Kinder kann ich dann ja in zwei Wochen nottaufen, das wollte ich immer schon mal machen.

IO ha detto...

Also, das waren nicht nur die "Pfarrersleut", sondern eine ganze Gruppe Frauen, die die Kinderkirche organisieren usw. Allerdings war ich auch überrascht, dass unser Mini-Dorf einen eigenen Pfarrer hat, aber die Kirche ist auch immer knall-voll (wobei das auch daran liegen könnte, dass der Pfarrer ganz neu ist).

Teufelsaustreibungen, machst Du das auch? (ups, falsche Konfession)

Silke, im Zug von LE nach Bochum ha detto...

Ja, das ist bei uns leider ganz unüblich, obwohl wir da durchaus ab und an auch noch Bedarf hätten - Alma, gestern nachmittag - und die biblischen Präzedenzfälle ja sehr eindeutig sind. Streng genommen gehört Dämonen austreiben sogar zu den ganz, ganz, ganz wenigen Sachen, von denen man sicher sein kann, dass Jesus sie tatsächlich gemacht hat. Dämonen austreiben, durch die Gegend latschen und mit Huren und Zöllnern fressen und saufen. Gekreuzigt werden. Das war's dann auch schon. Den Rest kann man streng historisch komplett vergessen.

Wolfram ha detto...

Große Reden hat er sicherlich auch geschwungen, sonst wäre er nicht ans Kreuz gekommen... denn das andere haben viele gemacht.

Zu Teufelsaustreibungen schweige ich lieber, sonst hab ich morgen vier Köpfe weniger im Gemeinderat...

aber bei Evangelens ist es kein Hindernis, ungetauft zu sein, wenn man zum Katechumenenunterricht gehen will. Dann kann statt Konfirmation die Taufe gefeiert werden. Und überhaupt, Katechumenen sind historisch die, die sich auf die Taufe und nicht auf die Konfirmation, die gab es nicht) vorbereiteten. Zu Zeiten Kaiser Konstantius' und so.