domenica 28 febbraio 2010

Geschwister

Bevor ich es mir am letzten Tag der Olympischen Spiele doch noch vor dem Fernseher bequem machen (USA gegen Kanada im Eishockey-Finale), gibt es noch diesen sehr netten Artikel aus der SZ bzw. von jetzt.de über Geschwister (meine Brüder - einer müssten gestern hoffentlich einmal durch den Sturm heil von Lanzarote nach Hause und der andere heute einmal sicher nach Moskau geflogen sein):

Die Kinder meiner Eltern

Bruder ist nicht gleich Bruder und Schwester nicht gleich Schwester – neun neue Perspektiven auf das Leben mit Geschwistern [mehr]

 

oh wie ist das schön

1:3 gegen Karlsruhe :-D

[MioMarito lässt draußen ilfiglio gegen den Wind Fußball spielen, damit er müde wird ... und ich habe gerade meine erste Partie UNO gegen Silencia verloren ... sie muss ansonsten nur noch lernen, sich nicht immer GRÜN! als Farbe zu wünschen ...]

Wochenenden

Wochenenden sind hier immer sehr anstrengend und der einzige Zeitpunkt, an dem ich die Option Großeltern wirklich sehr, sehr vermisse.

[Aber nächstes Wochenende gibt es ja Besuch aus Zürich und einen Kindergeburtstag, am Wochenende darauf Oma&Opa und ebenfalls ein Kindergeburtstag ... und in der Ferne winkt der Lago mit Familienanschluss und eventuell auch Freunden ...]

sabato 27 febbraio 2010

Volltreffer in Rosa

Der heutige Baby-Basar war in Sachen Silencia ein wirklicher Volltreffer, ein Stapel T-Shirts, Kaputzenpulli, Gummistiefel und diese schönen Dinge in Rot und Rosa:



T-Shirt



Kleid



Kleid



Bluse


(und dann auch noch GRÜNE T-Shirts, weil Grün ist meine liebste Lieblingsfarbe, gell, Mama!)

Saison-Start

Endlich kann ich wieder einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen, der Schnäppchenjagd - die Baby-Basar-Saison hat begonnen ;-) Auch wenn ilfiglio im letzten Jahr nur wenig in die Höhe gewachsen ist und vermutlich kaum neue Oberteile braucht (und die dringend benötigten weil ständig kaputten Hosen wird es nicht geben) und la bella - und schmale - Silencia sowieso eine Größe locker über 1-2 Jahre anziehen kann ...

Ansonsten kann ich noch berichten, dass der Eltern-Knigge der Zeit witzig ist, ich habe viel gelacht. Da sich die Zeit ja im Prinzip auch so lohnt, kann man sich das auch wirklich kaufen. Das Juul-Interview stammt übrigens auch aus der Knigge-Beilage.

P.S.: und weil mich ich eh gerade mal wieder etwas ausgiebiger durch die Zeit klicke:

FAMILIE UND SOZIALISATION - Die Macht der Familie

Sie prägt unser Leben und entscheidet darüber, ob wir als Kinder glücklich und als Erwachsene erfolgreich sind. Wie sehr können wir unser Leben selbst bestimmen? [mehr]

 

venerdì 26 febbraio 2010

Ganz schnell

Ich habe es bisher nur ganz kurz überflogen, ich weiß nicht, ob das aus der "echten" Zeit ist, die bekomme ich nachher und werde dann auch noch irgendwann über den Eltern-Knigge berichten:

FAMILIENTHERAPEUT JESPER JUUL
"Ich kämpfe täglich mit deutschen Müttern"
Eltern, die viel zu höflich sind. Kinder, die süchtig nach Lob werden. Und Familien, die das Glück erzwingen wollen. Der dänische Therapeut und Bestsellerautor Jesper Juul kennt sie alle [mehr]

 

Ich zeig Dir meine Weltkugel

Von Christa bekam ich diese Woche die Aufgabe, meine Weltenkugel zu zeigen. Da wir nur eine "Weltenkugel" in unserem Besitz haben, mir keine Alternative eingefallen ist und ich ehrlich gesagt auch keine Lust hatte, unseren Globus zum 3. Mal zu fotografieren (vor allem weil mir die alten Fotos so gut gefallen und ich keine Steigerungsmöglichkeiten mehr sehe), gibt es ein Bild aus dem Archiv:



Ich hoffe, das geht so in Ordnung.

Schul-Schnipsel

- Es ist die richtige Schule.

- Die Eltern anderer Kindergärten fingen ganz begeistert an zu schreiben als die Vorschule erklärt wurde, während meine Kindergarten-Lieblings-Mutter und ich uns zu zwinkerten, weil wir unsere Jungs bereits angemeldet haben. Da der "vorschult", der zuerst kommt, stehen die Chancen wahrscheinlich nicht schlecht.

- Die Eltern sollen das erste Mal bitte mit kommen, damit die Kinder ihre Scheu ablegen. 2 Stunden lang, mit ilfiglio und Silencia in der Vorschule - ich wäre eigentlich lieber nicht dabei, wenn der Sohn seine Scheu ablegt ...

- Wenn ich mir die Anzahl der anwesenden Eltern Mütter ansehe, dann dürften das vielleicht wieder Klassen mit unter 20 Kindern werden. Daumen drücken!

- Jetzt aber wieder Kindergarten, Vorlesen, 3 Stunden lang ...

giovedì 25 febbraio 2010

Da ist sie wieder

Da ist sie wieder - die große Unlust um acht in der Schule zu erscheinen ... aber was tun wir nicht alles für unsere Kinder.

Zeit-Leser?!

Hat jemand sich heute schon mal den Eltern-Knigge der Zeit angesehen?! Ist das witzig? Doof? Völlig überflüssig - aber vielleicht amüsant?!

Die Seite im Internet dazu ist wieder verschwunden ...

Ich zeig Dir in den Mund gelegtes

Die Aufgabe bekam ich von Beate - und hier ist meine Lösung:


Jetzt fehlen nur noch vier ...

Zeig mir etwas Schiefes



Ich würde gerne etwas Schiefes von Liz Collet und von Beate sehen. Danke schön und viel Spaß!

Ein schöner Tag

Nicht nur weil die Sonne frühlingshaft vom strahlend blauen Himmel scheint sondern auch weil die Augenärztin heute morgen zu ilfiglio die seit fast 1,5 Jahre heiß ersehnten Worte sprach: Jetzt kannst Du die Augenklappen weglassen!
Glückliches Kind, glückliche Mutter (weil wir jetzt mit einem Wutanfall weniger in den Tag starten werden) und heute Mittag feiern wir das mit dem ersten Eis des Jahres, denke ich.

mercoledì 24 febbraio 2010

müde

Müde und erschöpft die Kinder vom stundenlangen Spielen an der frischen Frühlingsluft und die Eltern von der letzten kurzen Nacht. Morgen wieder volles Programm, Augenarzt, Fußball-Training, Elternabend usw. und ich muss für das Fotoprojekt nicht nur erst einmal eine Aufgabe finden sondern auch FÜNF (!) Aufgaben lösen ... das wird was. Aber erst morgen wieder.

Ich wiederhole mich ...

... aber es ist einfach so schön: Die Kinder springen im Garten umher, Silencia hämmert Nägel in Bretter, ilfiglio spielt - na raten Sie mal - Fußball, die Heizung ist seit vorgestern abgedreht, die Fenster stehen auf Kipp, ich trage keine dicken Wollpullover mehr und die dunkel Winterjacke tausche ich jetzt auch gegen meine grüne Frühlingsjacke ein. Wun-der-bar!

Problem gelöst

Ich bin auf den alten Editor umgestiegen und prompt funktioniert es wieder. Keine Ahnung, was das ist.

Eigentlich wollte ich jetzt ausführlich vom gestrigen Abend berichten (auch wenn das kaum jemanden interessiert), Fußball-Begeisterung in Reinkultur, ich habe noch nie so mit einem "Fremd"-Verein mitgefiebert, mitgejubelt und mitgebibbert. Sensationell. Das alles in einem verrauchten, heissen Keller mit - sagen wir mal - 70 (?) anderen Fußball-Fans, die Bedienung und ich als einzige weibliche Wesen (jedenfalls konnte ich keine anderen entdecken) und dann spielt Stuttgart Barca an die Wand. Absolut genial.

Aber, ich muss gleich die Kinder abholen ...

Blogger-Leute? Spinnt der Blog auch bei Euch auch? Oder liegt das vielleicht am Mac?

hm, der spinnt, der Blog, nur Überschriften gehen ... ich geh jetzt noch mal schlafen - war heftig gestern - von wegen unbeteiligt ...

martedì 23 febbraio 2010

So,

Ausgang, unbeteiligter Spitzenfußball, Burger, Bier - hört sich gut an :-)

Eindeutig Frühling

Eindeutig Frühling - die Kinder hocken jackenlos im "Baum":

Ich zeig Dir einen Clown

Meine Aufgabe diese Woche lautete Zeig mir Clowns und stellte mich vor fast unlösbare Probleme, denn ich hatte beim besten Willen keine Idee, woher ich einen Clown bekommen sollte. Jetzt einmal ganz abgehen von einer fotografisch anständigen Umsetzung. Aber die Tochter aka Silencia hat mich gerettet:


Bitte schön!

Morgen-Schnipsel

- Das Töchterchen aka Silencia ist zwar nicht ruhig, aber groß. Weil sie so süß, klein und knuddelig ist - und eben die Kleine - war ich manchmal in Sorge, dass wir sie gnadenlos verhätscheln und "klein halten" würden. Jetzt lebt sie schon länger komplett windellos, düst mit dem Fahrrad durch die Gegend, zieht sich alleine an und aus, besucht ihre Freunde und hat ihren sehr eignen dicken Kopf - und ist eben groß. (Während ihre älteren Freundinnen/Freunde teilweise noch Windel tragen, Schnuller brauchen und nicht einmal 10 min alleine bei uns bleiben würden)

- Der Sohn geht immer unwilliger in den Kindergarten, das war zu erwarten, aber die Erzieherinnen haben mir versprochen, dass jetzt wieder fleißig experimentiert wird, um den Knaben zu locken ;-)

- Ich bin sehr unzufrieden mit Getty, meine Bilder von Anfang NOVEMBER (!) sind immer noch nicht verschlagwortet (also unauffindbar für Kunden), meine vor fast 4 Monaten "eingesandten" Bilder haben sie auch noch nicht angeschaut und verkauft haben ich dadurch natürlich auch immer noch nichts. Ich muss mir noch etwas anderes einfallen lassen (zum Beispiel endlich mal meine Bilder für das Café in KL fertig machen ...).

- Nachdem ich ja gestern "etwas" nervös wegen des 6-Punkte-Spiels gegen Pauli war - vergessen Sie es, das ist nichts dazu, was heute hier abgehen wird, denn der VfB erwartet Barcelona (Mama, die beste Mannschaft der Welt und der Messi, der ist soooo gut, Mama, gell?!), Miomarito und ... ja wie nenne ich ihn denn nun?!... also der Sohn, beide stehen eigentlich vor dem Nervenzusammenbruch. Ich werde heute Abend mit in die Kneipe gehen, ruhig meinen Burger essen und zusehen, was die Catalanen drauf haben (viel vermute ich ;-))

- Übermorgen gibt es den ersten Schulelternabend und weil damit ja der Ernst des Leben beginnen soll gehen wir gemeinsam hin (und eigentlich hatte ich mir ja geschworen, niemals mehr meinen Fuß in eine Schule zu setzen ...)

- Mit dieser neuen kleinen Schrift muss man viel mehr schreiben, irgendwie, sonst sehen die Posts so poplig aus ...

lunedì 22 febbraio 2010

:-D

Ich sach jetzt mal: NIE MEHR 2. LIGA! NIE MEHR! NIE MEHR! (bitte bitte)

Entweder ... oder

Entweder wäre ich jetzt gerne auf Lanzarote (*buhuhu*) wie mein Bruder oder im Stadion wie seine Freundin - aber so vorm Fernseher möchte ich es mir eigentlich gar nicht anschauen ... so ein schlechtes Gefühl habe ich ...

P.S.: Apropos Sport - die Olympischen Spiel sind noch nie dermaßen an mir vorbei gelaufen wie dieses Mal.

Schwarz-Weiss-Kurs

Angemeldet habe ich mich für einen Schwarz-Weiss-Foto-Kurs in der ... Volkshochschule. Mal sehen, ob das etwas mehr bringt bzw. ob das Niveau etwas höher ist als beim Italienisch-Desaster vor 2 Jahren. Es sind auch nur 4 Sitzungen und die Leiterin ist eine junge Italienerin, die selbst schöne - jedenfalls, das was ich im Netz gefunden habe - schwarz-weiss Bilder macht.

Ansonsten stelle ich fest, dass es nach fast 4 Monaten Eis und Schnee wirklich nur Temperaturen im höheren einstelligen Bereich braucht plus ein bisschen Sonnenschein und schon ist man überzeugt, dass er das jetzt ist. Der Frühling. Auch mal sehen, würde ich sagen.

P.S.: Und was mich wahnsinnig nervt, ist das keins der "recent comment"-tools funktioniert. Ich fand das so praktisch ...

Kinderbücher-Links

[Dies ist eine mit Hilfe der Leser überarbeite und von mir aktualisierte Version eines alten Blog-Eintrages:]

Zunächst einmal die Leseempfehlungen der Stiftung Lesen, unter Für Sie getestet finden sich halbjährlich (Frühjahr/Herbst) ausführliche Empfehlungen für Kinderbücher, Hörbücher und Computerspiele. Unter Kinder- und Jugendzeitschriften werden eben diese bewertet. Und unter Kinderbuchtipp der Woche findet sich nicht nur der aktuelle Tipp der Woche, sondern auch die Möglichkeit, sich die vergangenen als pdf-Datei herunterzuladen. Thematische Buchtipps kann man sich ebenfalls pdf-Dateien herunter laden, in denen Bücher zu verschiedenen Themen vorgestellt werden.

Vom Deutschlandfunk gibt es auch eine Seite zum Thema Kinderbücher, passend zur Sendung Bücher für junge Leser. Man kann sich vergangene Sendungen anhören, es gibt verschiedene Interviews zum Nachlesen und jeden Monat Die Besten 7 Bücher für junge Leser.

Die FAZ hat ebenfalls eine sehr schöne Seite zu Kinderbüchern, auf der ausführlich Bücher vorgestellt werden. Ebenso die ZEIT mit dem Luchs.

Informationen rund um den Deutschen Jugendliteraturpreis bzw. die nominierten Bücher gibt es hier - freundlicherweise mit Archiv und durchsuchbarer Datenbank.

Außerdem noch die Kinderbuch-Couch, die ich aber noch nicht viel benutzt habe und Bücherkinder, die ich nur überflogen habe. Vielleicht kann da ja noch jemand was dazu sagen?!

Gute Tipps für Vorlesebücher habe ich auch schon aus dem Magazin VorLesen bekommen, das bei uns in der Stadtbibliothek ausliegt. Online gibt es nur das jeweils aktuellste Heft als pdf-Datei.

Etwas altbacken und sehr "pädagogisch" kommt mir diese heute entdeckte Seite vor: Lesen in Deutschland - aber das ein oder andere findet sich auch dort.

Und wie immer sind Ergänzungen und weitere Hinweise herzlich willkommen!

Vielleicht

Vielleicht hätte ich das Goethe-Zitat mit dem Schlafen bzw. dem Nicht-Schlafen, das meinen Blog fast 5 Jahre schmückte und mein schlafloses Leben so schön beschrieb, schon früher mal rausnahmen sollen - die pennen nämlich immer noch, beide, seit über 12 Stunden ... das gibt es ja gar nicht.

domenica 21 febbraio 2010

Sommer-Sehnsüchte

Die ganze famiglia sass beim Abendessen zusammen und überlegte sich, was wir alles in den Sommerferien bzw. im Sommerurlaub machen wollen, erinnerte sich daran, wie schön der letzte Sommerurlaub war und wünschte sich nichts sehnlicher herbei als den Sommer - oder zumindest Ostern am Lago.
Da hilft es dann auch nur bedingt, dass es draußen zwar noch nicht nach Frühling, aber doch auch nicht mehr nach Winter riecht und der Schnee verschwunden ist. Denn Sommer, das dauert noch sososo lange, gell Mama?!

funktioniert

Funktioniert auch noch nach 60 Jahren hervorragend, so sehr, dass der Sohn mich beim Vorlesen ständig unterbricht Mama, ich will auch in Büllerbü wohnen. Warum wohnen wir nicht auch dort?

[Vater und Tochter sind im Kasperle-Theater und ich bin sehr gespannt auf die Rückkehr bzw. den Bericht]

sabato 20 febbraio 2010

Oh nee!

Geschlossene Schneedecke - innerhalb von 5 min - ich k...

Zuckersüß

Heute Nachmittag, als die Herren des Hauses eine Fahrradtour mit anschließender Fußball-Kneipen-Einkehr absolvierten, habe ich mit dem zuckersüßesten Mädchen der Welt Waffeln gebacken. Sie sass Beine schlenkernd auf der Arbeitsplatte, plapperte vor sich hin, verteilte Küsschen und half mir beim Rühren des Teiges [Wären die Lichtverhältnisse in unserer Wohnung besser, hätte ich Werbe-Fotos für Getty machen können]. Überhaupt keine Wutanfälle, kein Theater wegen Nichtigkeiten, keine taube Ohren bei Ermahnungen oder sonstige Aussetzer. Ich bin mal gespannt, wie lange das anhält.
(vor allem dies alles bei mir, obwohl ich doch gar nicht PAPI! bin ;-))

Vorschule, die zweite

Neulich hatte ich ja schon geschrieben - ich bin mal gespannt, wann ich hier den ersten Link in die Vergangenheit setzen kann ;-) - , dass von der Grundschule, zu deren Bezirk wir gehören, eine Art Vorschule angeboten wird. Der Sohn war, als davon im Kindergarten berichtet wurde, Feuer und Flamme und so habe ich ihn dann tatsächlich angemeldet.
Allerdings ist das ganze als Förderprogramm für eher schwache Vorschulkinder gedacht - was so natürlich in dem Schrieb nicht drin stand - da die Schule in den letzten Jahre wohl etwas Probleme mit den Erstklässlern bzw. mit deren Deutschkenntnissen, Konzentrations- und Aufnahmefähigkeiten u.ä. hatte. 16 Kinder werden aufgenommen und müssen dann auch regelmäßig erscheinen (so viel zu unserem von mir geplanten Wanderzirkusleben in diesem Frühjahr/Sommer ...).
Eine kurze Rücksprache mit der Leiterin unseres Kindergartens hat mich dann auch von meinem schlechten Gewissen befreit, dass der Sohn da föderungsbedürftigen Kinder einen Platz wegnehmen könnte, denn von denen scheint aus unserem Kindergarten zumindest niemand Interesse an dem Angebot zu haben. Und jetzt hoffe ich nur, dass der komplett italienische Name plus knäpsten (?!) Einschulungs-Geburts-Datum ihr übriges tun, damit der Sohn seinen heißbegehrten ersten Gang in die (Vor)Schule antreten kann.

(Den nächsten Eintrag dann, wenn der Sohn dann im März völlig desillusioniert und enttäuscht nach Hause kommt, weil das auch nichts anderes als im Kindergarten ist)

venerdì 19 febbraio 2010

Und schon ...

Und schon vermisse ich den alten Blog, das Archiv, denn dann könnte ich verlinken ... nach Genua, nach Rom und in die sonstige Vergangenheit ... so kann ich nur erzählen, dass unser derzeitige peruanische Besuch, nachdem er festgestellt hatte, dass bei uns ja wirklich viel Leben in der Bude sei und nachdem die Kinder endlich im Bett waren, die Frage stellte, die alle stellen: Ist der eigentlich immer so?

Ja, der ist im Prinzip immer so, gerade ist es nur noch ein bisschen heftiger, weil 2 x Sport, 1x Fußball und 1x Schwimmen ausgefallen sind und von mir nicht adäquat ersetzt wurden ... Freue ich mich auf nächste Woche! Und den Frühling!

P.S.: ansonsten bin ich sehr angetan von meinem neuen Blog, auch wenn er noch nicht ganz fertig ist. Gefällt mir richtig gut :-)

Zeig mir Schluss-Aus-Ende


Ganz schnell noch meine Aufgabe für lepicture und Quizzy. Zeigt mir ein Bild zum Thema Schluss-Aus-Ende - für mich war hier mit dem Auto eindeutig SCHLUSS ;-) Seid kreativ, lasst Euch etwas einfallen!

Besteht Interesse an ...

- einer Leseliste? (also der von mir gelesenen Bücher, auch wenn ich sicher nicht alle Titel ausführlich besprechen werden kann)
- einer Filmliste?
- Kinderbücherliste (auch nicht alle besprochen?)

Gibt es sonst noch etwas, das man oben in den Querbalken machen könnte?! Ideen?!

(Ich bin gerade ganz begeistert, dass man das jetzt wie bei wordpress oben einfügen kann ;-))

Und schon mal herzlichsten Dank für die eingegangenen Lobeshymnen - die habe ich in etwas gekürzter Form oben unter "Über diesen Blog" gesammelt!

Neues Gewand

Okay, ich gestehe, ich hätte mir vielleicht ein paar Tage zum Umbau hinter verschlossenen Türen geben sollen, aber jetzt ist es wie es ist und da ich die Gelegenheit genutzt habe, um gleich mal das ganze Design umzuschmeissen, wird es hier noch eine Weile "wild" zugehen. Noch ist alles nicht "fix" und vieles wird sich noch ändern. Ich kann aber versprechen, dass die Literatur-Hinweise für groß und klein auf jeden Fall noch irgendwie ihren Weg aus dem alten Blog in den neuen finden werden. Und all die netten Komplimente von gestern auch.

Ansonsten bin ich natürlich offen für Vorschläge und Hinweise und vor allem suche ich händeringend nach Ideen, wie ich die beiden Knilche nennen könnte - das kommt davon, wenn man dann so holterdipolter und leicht überstürzt alles neu machen möchte ...

Jetzt muss ich mich allerdings erst einmal um den Kindergarten kümmern, sprich Vorlesen gehen, aber ich denke die Leserschaft ;-) verkraftet das Chaos hier noch ein wenig länger.

giovedì 18 febbraio 2010

Test Test Test

Nicht erschrecken - hier wird hart gearbeitet!


Also, das dauert hier alles noch ein bisschen, leben wir also erst einmal auf einer Baustelle ...

mercoledì 17 febbraio 2010

Niccolò-Reihe

Ich gestehe, ich habe meinen beiden Weihnachtsbücher erst einmal links liegen gelassen und mir zwei Bücher geschnappt, die mir mein Vater schon vor einiger Zeit empfohlen hatte. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert. Ich habe erst ca. 300 Seiten gelesen und befürchte, dass die nächsten Monat hart werden, denn von den 8 Bänden der Reihe sind erst die ersten 5 auf Deutsch erschienen (okay, man könnte usw.).

Ich gestehe auch, dass ich von der Autorin Dorothy Dunnett noch nie etwas gehört hatte - dafür sagen mir Zeit und "Ambiente" dann doch etwas mehr - allerdings auch nicht so viel wie meinem Gatten, der schnell durch die Seiten geblättert hat und meinte, A-ha, der Anselm Adorne und da, da sind ja auch die Strozzi .. und die Genuesen?! ... ahja ... Doria ... Adorno ... da Tommaso Porinari ... und sein Bruder ... der Pigello ... also der Tani, der hat ja ...



Aber zur Sache: Niccolos Aufstieg ist der erste Band einer wie gesagt 8bändigen Reihe über den Ausstieg und das Leben des Färberlehrlings Niccolò und beginnt im Jahr 1459 in Brügge, einem der Handelsumschlagplätze des späten Mittelalters und der beginnenden Renaissance. Schon auf den ersten Seiten trifft man die historischen Banker und Kaufleute der damaligen Zeit und schnell führt Niccolòs (oder auch Claes genannt) Weg nach Mailand zu den Sforza und nach Florenz zu den Medici, das gerade von den Türken eroberte Konstantinopel und Alaun scheinen eine große Rolle zu spielen.

Ich habe ja erst einen Teil (!) des ersten (!) Buches gelesen, kann also kein abschließendes Urteil fällen, aber um all die Bände zu lesen werde ich bestimmt Monate/Jahre brauchen. Auf jeden Fall ist nach den ersten hundert Seiten klar, dass die Autorin sehr, sehr gut recherchiert hat, wesentlich besser schreibt als zum Beispiel Rebecca Gable und ähnliche und das es definitiv nicht der 2176ste historischen Roman nach Schema F (mit dem Titel Der/Die/Das X des/der Y) ist, in dem die Personen genauso gut aus dem 21. Jahrhundert stammen könnten.

Es gibt viele Perspektivenwechsel, ich weiß auch nach 300 Seiten immer noch nicht, ob ich die Hauptfigur sympathisch finde und wann diese die Wahrheit spricht, sich verstellt oder ehrlich ist - und ich bin wirklich gespannt, wie die Geschichte weiter geht. Allerdings muss man auch sagen, dass sich das Buch abends müde im Bett nicht allzu einfach lesen lässt und schon erwartet, dass man es aufmerksam liest und mitdenkt. Aber zur Zeit funktioniert mein Hirn ja recht gut ;-)

Also, sehr empfehlenswert! Und hier noch die dazugehörige Webseite.

P.S.: Heute morgen noch entdeckt, die sehr ähnliche Meinung von histo-couch



KOMMENTARE

Sandy ha detto...
Mal wieder danke für den Tipp! Hört sich gut an und ich hab da noch einen Büchergutschein rumliegen, der sich dringend eingelöst gehört :-)

Anonimo ha detto...
Wie witzig! Das Buch habe ich im November von meinem Mann bekommen, den zweiten Band, den ich gerade lese, dann zu Nikolaus - und mich hat es auch gefangen genommen.

Alexandra

amidelanuit ha detto...
so. band I wurde gekauft. ich habe bisher sämtliche "historischen" bücher vermieden, weil sie mir definitiv nicht historisch erschienen. mit deiner kritik allerdings traue ich mich jetzt - ich vertraue da mal voll und ganz auf deine einschätzung :)

io ho detto...
Oh, ich hoffe, es gefällt Dir. Berichte dann mal wie Du es findest.

Otherland



Ich habe OTHERLAND von Tad Williams schon einmal auf Englisch gelesen verschlungen, außerdem die ersten beiden Bände als Hörspiel gehört - also dachte ich, es sei ganz ungefährlich, wenn ich mal wieder reinschaue. Nur die ersten paar Seiten lesen, mal kurz drin rumblättern ... und schwuppdiewupp hat es mich wieder gepackt und ich versuche jede freie Minute - und die sind wenig - weiter zu lesen. Sind ja nur ca. 4000 Seiten ... muss ich wahrscheinlich auf das nächste Wochenbett spekulieren.

Wer Otherland nicht kennt, hier ein zwei Links:

Die offizielle Otherland-Seite vom Klett-Cotta Verlag

Die Seiten über das Hörspiel des Hessischen Rundfunks


Schnell zusammengefasst geht es eigentlich um so etwas wie Second life, das ein wenig außer Kontrolle gerät. Wahnsinnig spannend und gerade für dieses Genre sehr gut und vor allem vielschichtig geschrieben.

1 zu 1

In den letzten Tagen habe ich mich schnell durch das Buch von Stefan Ulrich gelesen und gestaunt, dass man als deutsche Familie in Rom anscheinend genau die gleichen Erfahrungen macht.
Ich könnte zu fast jeder seiner Geschichte/Episode eine entsprechende aus unserem Rom-Aufenthalt bieten. Angefangen von der stromlosen Wohnung, den endlosen Telefongesprächen mit der italienischen Stromgesellschaft bzw. den Telefonkompanien über die Schwierigkeiten einen permesso di soggiorno (Aufenthaltsgenehmigung) zu bekommen (bzw. ihn alle 3 Monate verlängern zu lassen) und dem daraus resultierende Entschluss, ganz darauf zu verzichten (bei Ulrich war es die residenza, an der wir uns erst gar nicht versucht haben), dem Erfinden eines codice fiscale (Sozialversicherungsnummer) bis hin zur Überraschung, dass es tatsächlich italienische Familien gibt, die in abgeschiedenen österreichischen Bergdörfern Urlaub machen (bei uns war es unser genuesischer Klempner, bei Ulrich ist es der Aquarium-Händler).
Ein großer Unterschied allerdings bleibt, Ulrich ist SZ-Italien-Korrespondent und hat so das nötige Kleingeld, um sich und seiner Familie ein angenehmes Leben in Rom zu ermöglichen. Er wohnt in Prati, einem schönen Viertel neben dem Vatikan und am Wochenende sind Touren ins Umland angesagt. Das konnten wir uns damals alles nicht leisten, daher waren wir ja eher nur gestresst von Rom und meine Devise heisst seitdem, Rom gerne, aber nur mit viel Kohle ;-)



Nun aber meine Kritik: Ulrich ist ein guter Italien-Korrespondent und schreibt interessante Artikel in der SZ - er kann meiner Meinung nach aber kein komplettes Buch schreibe/füllen. Viele Abschnitte lesen sich wie der Einstieg in einen längeren Zeitungsartikel der sich dann irgendwie im nirgendwo auflöst. Er versucht witzig zu schreiben, manchmal gelingt es, manchmal nicht. Die einzelnen Episoden werden durch eine etwas seltsame Etrusker-Geschichte zusammengehalten, das kann aber keine echte Handlung ersetzen. Meine Vermutung ist, dass nach dem Erfolg von Maria, es schmeckt ihm nicht der Verlag einen weiteren SZ-Redakteur mit dem Thema Italien herausbringen wollte -"egal wie".

Trotzdem habe ich das Buch wegen der Erinnerungen und Parallelen gerne gelesen. Ich weiß aber nicht, ob das für Menschen, die nicht in Rom oder sonst wo in Italien gelebt haben, so witzig ist. Es kann aber auf der anderen Seite auch sein, dass für diese Menschen das ganze - woran wir uns ja schon teilweise gewöhnt hatten - so absurd ist, dass es sich wieder lohnt das Buch zu lesen.

Ich bin also auf eventuelle Rückmeldungen gespannt.

KOMMENTARE:

Marion ha detto...
Ich hab's im Urlaub gelesen. Fand es zwar teilweise etwas in die Länge gezogen (die Sache mit den Etruskern passte m.M. nach nicht so richtig rein) - aber die anderen Geschichten und Schwierigkeiten amüsant und lustig. Man kann es einfach nicht glauben, das es wohl wirklich so läuft :-)

Ich kenne Rom nur aus vielen Besuchen und von daher wollte ich es lesen. Aber als Urlaubslektüre passt es.

stadtfrau ha detto...
ich habe dich zu rom-zeiten ja noch nicht gelesen, nur im nachhinein ein bisschen gestöbert, aber allein diese mini-zusammenfassung da oben - ich würde unter solchen (lebens)umständen keine ruhige minute haben. ich denke, wenn man nicht gerade kohle hat, erfordert das auch einigen mut!

io ha detto...
@marion: Es ist haargenau so! Vor allem das mit der Heizung im Winter. Ich habe nie im Leben so gefroren wie in Rom.

@stadtfrau: Ich find die oben beschriebenen Beispiel gar nicht so schlimm, das ist relativ "normales" italienisches Leben. Ich werde die vergessen, wie wir uns in Genua mal bei unserem Hausmeister beschert haben, dass wir kein Wasser haben. Da meinte dieser nur lapidar Entweder es gibt Wasser oder es gibt kein Wasser. Also hatten wir halt ein paar Tage kein Wasser.

Was an Rom so unglaublich stressig ist und was sich mit Geld eben vermeiden lässt, sind so Sachen wie eine schöne Wohnung in einer centralen Gegend, die Möglichkeit auch mal ein Taxi zu benutzen statt sich mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu quälen müssen (geht ja zum Beispiel mit Kinderwagen eigentlich gar nicht) oder am Wochenende eben mal raus fahren zu können.

Und ich denke, man wird mit jedem Auslands-Aufenthalt auch abgebrühter und abgehärteter. Wir sind ja dann doch schon viel herumgekommen.

familienschnipsel ha detto...
Oh Gott! -das Heizungsfiasko! Plus nicht schliessende Balkontüren. Ich erinnere mich mit Schrecken daran.
LG Eva

bibliomanie ha detto...
Danke für den Bericht!
Ich möchte das Buch auch schon seit längerem Lesen, aber mein Lesestapel ist immer so groß, dass ich bisher noch nicht dazu gekommen bin

Muss aber unbedingt noch nachgeholt werden.
Also bald.

Öhmja. So bald wie geht ;)

Julia aus M'cr ha detto...
"Rom schon - aber nur mit Kohle" trifft's wahrscheinlich schon. Wie Du weisst, kenne ich so einiges von dem, was ihr erlebt habt (die KALTEN italienischen Winter, die Buerokratie...naja, und wie Du vergessen hast zu erwaehnen, die Zuvorkommenheit der Roemer...) zu Genuege. Das Buch kenne ich aber nicht.

io ha detto...
@bibliomanie: Das Buch liesst sich recht schnell und einfach durch.

@julia:
Was die Zuvorkommenheit der Römer angeht ... die kommt in dem Buch NICHT drin vor, vielleicht hat Ulrich ja Glück gehabt oder aber darf als Italien-Korrespondent nichts darüber schreiben. Vielleicht schreibt er aber auch noch an Mein letztes Jahr in Rom ;-)

Marion ha detto...
@io:
Wahnsinn... Zu der Zeit habe ich bei dir noch nicht mitgelesen.

Aber man kann es sich einfach gar nicht vorstellen, das es wirklich so ist.

Aber trotzdem war es schön in Italien oder?

io ha detto...
Also in Genua war es wunderschön, Rom war sehr, sehr schwierig. Wir hatten 1 Woche lang keinen Strom in unserer Wohnung, weil es so lange dauerte, bis der Strom wieder "angeschaltet" wurde bzw. auf uns "angemeldet" war. Beim Auszug der Vormieter wird der abgemeldet und ci vuole un pò di tempo um das alles wieder zum Laufen zu bringen.
Das mit der Heizung ist auch unglaublich, die läuft halt nur Nachmittags bis Abends wenn die arbeitende Bevölkerung zu Hause ist, tagsüber hat man dann mollig 12-15°C in der Wohnung.
Ulrich übertreibt wirklich nicht und er hat ja auch noch Glück mit seinem Hausmeister, den Vermieter usw.

Also wir in Rom gelebt haben - inklusive eines täglich Amok-laufenden Sohnes - wollte ich einfach nur raus aus diesem Moloch. Inzwischen habe ich fleißig verdrängt und ich denke, es könnte mit mehr/viel Geld wirklich ganz nett sein in Rom zu wohnen. Aber Genua wäre mir viel, viel lieber. (Klappt aber beides nicht bzw. ist sehr unwahrscheinlich)

Sabrina ha detto...
Ich fand das Buch klasse, einige Dinge sind wirklich gut getroffen.

Heizung??? Was für ein Luxus! Ich durfte vor ein paar Jahren im Februar in einer Erasmus-WG in Salerno frieren, frieren, frieren... Es gab keine Heizung. Nur ein Heizlüfter hat mich vor dem Gefriertod gerettet.;-) Allerdings konnte der nur sporadisch angestellt, werden da alle 4 WG-Bewohner sich einen gekauft hatten und bei gleichzeitigem Anschalten alle 2 Minuten die Sicherung rausflog, so dass das unmöglich war. Habe dann nach ein paar Wochen, auch aus anderen Gründen, die die Vermieterin betreffen, eine andere Wohnung gesucht. Und mit Zentralheizung gefunden!!!:-)

Gruss,
Sabrina,
die trotzdem nicht von Italien lassen kann.

io ha detto...
Ma Salerno ... das ist südlich von Rom, da wird es natürlich nicht kalt ;-)

Ich gestehe, dass ich mich tatsächlich noch nie so weit in den Süden "getraut" habe, nur einmal mit Interrail nach Napoli (und Pompeji), da war ich etwas von den Damen im Bikini und den Hochhackigen im Bahnhof irritiert gewesen ... und auch sonst ... aber das ist 10 Jahre her ... ich muss da unbedingt mal wieder hin.

Sabrina ha detto...
Damen im Bikini habe ich dort am Bahnhof noch nicht gesehen. Ich kenne dafür den Norden kaum, halte mich fast immer ab Neapel bis weiter südlich auf. Ausnahmen: Mehrmals Rom, einmal Viterbo und noch gar nicht solange her, habe ich auch mal Verona und Venedig erkundet. Mein Italienbild ist hauptsächlich vom Süden geprägt.

an.na ha detto...
Aaa, Roma ... :) Ich erinnere mich daran, daß ich während meines Auslandsjahrs ab und zu ziemlich genervt war von dem Moloch - obwohl ich fantastisch gewohnt habe: oberhalb des Vatikan in Richtung Gemelli-Krankenhaus (Endstation Metro A); und wir hatten auch nur ein Problem mit WARMEM Wasser und mit dem Kühlschrank ... Jetzt war ich im Juni für 3 Tage dort, und ich fand es furchtbar. Vielleicht, weil man als Tourist eigentlich noch schlechter dran ist.

io ha detto...
Im Gemelli war ich mal, als der Sohn mir seinen Finger ins Auge gesteckt hat. Kratzer auf der Hornhaut. Das ging von uns (Monte Mario) aus zu Fuß.

Ich dachte immer, ich würde gerne noch einmal als Tourist (und ohne Kinder) nach Rom reisen. Vielleicht lasse ich es aber auch besser ;-)

an.na ha detto...
Ach, generell denke ich, wenn man eine Ferienwohnung hat, wo man sich sein Essen selbst zubereiten kann, könnte das doch ganz gut sein (oder Camping?). Wir hatten aber ein recht schlechtes Zimmer und keine Möglichkeit zu kochen oder so ... und auf Dauer ist das ja extrem teuer. Außerdem "mußte" ich meinem Freund alle möglichen Sehenswürdigkeiten zeigen, weil er das erste Mal dort war. Sobald man im Touristenstrom steckt, wird es nervig - da kann man sich noch so gut auskennen.

Als Mama ...

Ein - in meinen Augen - wunderschönes Kinder-Buch habe ich heute entdeckt, als mich meine Zahnärztin noch eine Runde in die Stadt schickte, da sie 30min hinter dem Zeitplan war.

Als Mama noch ein braves Mädchen war von Valerie Larrondo und Claudine Desmarteau


Ich musste wirklich sehr lachen und so ging es wohl auch dem Deutschlandfunk, der das Buch in die Liste der besten 7 aufgenommen hat, denn Mama war überhaupt kein braves Mädchen :-)

SPQR

Ich habe diese Krimi-Reihen zwar schon einmal vor ein paar Jahren bei meinen Rom-Tipps erwähnt, wollteaber jetzt, da ich alle in meinem Besitz befindlichen Bücher noch einmal gelesen haben, doch noch mal etwas ausführlicher berichten.

Die Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen haben, stammen alle aus der Reihe SPQR von John Maddox Roberts und spielen in den letzten Jahren der römischen Republik. Hauptfigur ist ein plebejischen Adligen, Decius Caecilius Metellus, der in Laufe der Reihe genauso wie von seiner - übrigens nicht erfundenen - Familie gewünscht und erwartet die vorgesehen klassisch-römische Ämterlaufbahn beschreitet und in diesem Zusammenhang immer wieder auf neue zu lösende Kriminalfälle stösst.



Die Bücher sind - meines Wissens - gut recherchiert, man trifft - zumindest als Altsprachler - ständig auf alte Bekannte, nicht ohne Grund war mein erster SPQR-Krimi Die Catilina-Verschwörung, und es macht Spaß Caesar (Decius ist mit einer - erfundenen - Nichte Caesars verheiratet), Pompeius, Kleopatra, Cicero, Sallust oder Cato (besonderes den beiden letzteren) zu begegnen und aus der Perspektive eines "Zeitgenossen" beschrieben zu bekommen. Die einzelnen Bände haben immer wieder historische Begebenheiten dieser Zeit als Hintergrund (nicht immer so offensichtlich wie bei der Verschwörung des Catilina) und da Decius über seine Abendteuer selbst aus der zeitlichen Distanz (als Greis unter Augustus) berichtet, lernt man viel über die letzten Tage (nun ja ... Jahre trifft es wohl besser) der untergehenden Republik.

Einziger Kritikpunkt, der Einstieg in die Bücher fällt zuweilen etwas schwer, was allerdings auch ein Übersetzungsproblem sein könnte [Ich habe SPQR nie im amerikanischen Original gelesen] Trotzdem ist die Reihe wirklich zu empfehlen, was man schon allein daran sehen kann, dass ich dafür meinen Vorsatz gebrochen habe, nie wieder historische Romane zu lesen, die in der Zeit vor 1492 spielen und von Amerikaner geschrieben wurden ;-) [Man merkt immer, dass Roberts Amerikaner ist und dass er Parallelen zwischen dem antiken Rom und seinem Heimatland sieht, aber er macht das so geschickt und nett, dass man es ihm verzeiht.]

Wer mehr über die SPQR-Reihe wissen möchte: Hier ein ausführlicher FAZ-Artikel mit passendem Interview sowie einige ausführlichere Rezensionen bei der krimicouch.

Salve Papa

Lacher am Morgen gab es beim ersten Blick hier rein:



Hier kann man auch schon mal Anlesen und eventuell hat man bzw. frau dann auch schon ein passendes (Weihnachts-)Geschenk für einen "Betroffenen" ;-)

KOMMENTARE:

Anonimo ha detto...
Oh ja, Kaminer ist super zu lesen aber noch besser ist es, ihn zu hören. Seine nette "russische" Sprechweise macht die Texte erst vollkommen. Seine Lesungen sind nur zu empfehlen.(Seine legendären Russendiscos übrigens auch aber das ist ein anderes Thema und da du ja nicht mal weißt, ob du einen Kinoabend überstehst...)
Sandra, eine sonst stille Leserin

io ha detto...
Ich war schon 2x auf Lesungen von ihm :-D

Unschlagbar. Ich muss aber mal wieder zu einer gehen, denn so langsam verblast die Kaminer-Stimme, mit der mein Gehirn die Texte liest, etwas ;-)

Schnee in Venedig

Dieses Mal gibt es etwas für Italien-Liebhaber, Krimi-Fans und Freunde des historischen-Romans - die Rede ist von Nicolas Remin und seiner Venedig-Krimi-Reihe. Während ich bei meinen Eltern im Bett lag und langsam wieder zu Kräften kam, habe ich mich mal schnell durch die ersten drei Bücher dieser Reihe gelesen.



Den historischen Hintergrund bildet Venedig unter österreichischen Herrschaft in denn 60er Jahren des 19. Jahrhunderts (ja, genau, Sissi, die auch prompt im ersten Buch mit von der Partie ist), der ermittelnde Commissario ist Alvise Tron, letzter aus einem alten, inzwischen völlig verarmten Venezianischen Adelsgeschlecht, der mit seiner Mutter in einem vor den Augen des Lesers zusammenbröselnden Pallazzo lebt.

Die Bücher sollte man wie der Autor mit Augenzwinkern lesen und nicht allzu ernst nehmen - trotz der vielen, zum Teil sehr blutigen Morde - aber wenn zum Beispiel Trons - österreichischer - Vorgesetzter den Commisario bittet, eine Novelle in dessen nur mittelmäßig erfolgreichen Literaturzeitschrift zu veröffentlichen, um seine venezianische Geliebte zu beeindrucken und gleichzeitig zu verstehen gibt, dass Tron diese Novelle am besten gleich einmal ausführlich "vorskizzieren" solle, ist dies schon sehr amüsant. Das i-Tüpfelchen bekommt diese Episode dann aber, wenn Tron als Handlung vorschlägt, ein Schriftsteller im besten Alter reise nach Venedig, verliebe sich dort in eine junge Polin, um am Ende an der ... sagen wir ... Cholera zu sterben ;-)

Ebenso amüsant sind die Auseinandersetzungen zwischen Tron und der ihm zur Seite stehenden sehr moderne, geschäftstüchtige und reiche Principessa di Montalcino, die im dritten Band versucht, ihn dazu zu bewegen, seinen guten alten Namen für die neue Reihe einer ihrer Murano-Glas-Produktion herzugeben und plötzlich überraschende Unterstützung von Trons Mutter der Comtessa erhält, die fortan ständig von Produktlinie, Multiplikatoren und Pressglas spricht.

Also, es geht nicht nur um Mord und Totschlag, sondern auch politische Verwicklungen, historische Hintergründe und das ständige Venedig-Thema Verfall. Die Bücher sind wirklich gut, anspruchsvoll ohne Überheblichkeit und mit viel Humor geschrieben. Wer noch mehr über die Reihe erfahren möchte, wird hier fündig.

Schwester Fidelma

Wie schon länger angekündigt, kommt nun ein kleiner Lese-Tip für Freunde des historischen Krimis, dieses Mal aus einer eher ungewöhnlichen Ecke, nämlich dem Irland des 7. Jahrhunderts.

Seit 1994 erscheint eigentlich ganz verlässlich jedes Jahr ein neuer Krimi von Peter Treymane, dessen Hauptfigur die irische Nonne Schwester Fidelma ist. Zusammen mit dem angelsächsischen Mönch Eadulf lösen sie in klassische englischer Manier die verschiedensten Mordfälle (bisweilen erinnert der Kontrast zwischen der "allwissenden" Fidelma und ihrem "vertrottelten" Sidekick an Sherlock Holmes und Dr. Watson) und führen den Leser durch die Welt des 7. Jahrhunderts.



Das Interessante an der ganzen Geschichte sind die Unterschiede zwischen dem römisch-christlichen Glauben und dem keltischen Christentum, das sich in Irland recht eigenständig entwickelt hat und dementsprechend immer wieder für Auseinandersetzungen sorgt - so beginnt die Reihe bezeichnenderweise mit der Synode von Whitby. Außerdem - und dies wird ausführlich in der Einleitung jedes Bands erklärt - zeichnete sich die irische Gesellschaft dieser Zeit nicht nur durch ausgesprochene Gleichberechtigung von Mann und Frau aus, sondern auch durch ihr - in unseren Augen und im Vergleich zum anglo-sächsischen Raum - modernes Gerechtigkeits- und Strafverständnis. So ist Fidelma nicht nur Nonne und Schwester des irischen König, sondern auch Anwältin bei Gericht - was ihr die Kompetenzen beschert, uneingeschränkt ermitteln zu können.

Die Bücher sind gut geschrieben, der Historiker Treymane schafft es, sein Wissen gut an den Mann zu bringen und ich finde es zur Abwechslung auch mal wieder nett, einen Krimi ohne Gemetzel und mit klassischer Aufklärung im Kreise aller Verdächtigen am Ende zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass ich, nachdem ich jetzt drei dieser Krimis hintereinander gelesen habe, einiges recht redundant finde. Sprich einige Besonderheiten der irischen Gesellschaft werden in jedem Buch ausführlichst erklärt - das macht den Einstieg natürlich leicht, nervt bei Lesen "in der Reihe" allerdings bisweilen sehr (und ich bin mir auch nicht sicher, wie sehr Treymanes Vorstellung der "Überlegenheit" der frühmittelalterlich-irischen Gesellschaft historisch haltbar ist - will ich jetzt aber auch gar nicht wissen ... sonst sind die Bücher vielleicht nicht mehr so nett).

Abschließend sei noch zu sagen, dass sich das Zölibat zu dieser Zeit auch im klösterlichen Bereich noch nicht durchgesetzt hatte ;-)

P.S.: Ausführliche Kritiken zu den einzelnen Bänden, die übrigens keinesfalls immer in Irland spielen, gibt es bei der histo-couch.

Sorgenkinder

Ich gestehe, dass die nun folgend Buchempfehlung wohl eher weniger für die breite Masse gedacht ist, aber dennoch möchte ich ein paar Sätze zu Iris Ritzmanns Buch Sorgenkinder - Kranke und behinderte Mädchen und Jungen im 18. Jahrhundert verlieren.

Zunächst einmal, das Buch ist natürlich nichts für schnell ein paar Seiten im Bett vorm Einschlafen sondern eine wissenschaftliche Arbeit, die Konzentration erfordert, sich aber erfreulicherweise dennoch gut lesen lässt (jedenfalls wenn man Geschichte studiert hat ...). Iris Ritzmann ist Privatdozentin am Medizinhistorischen Instituts der Uni Zürich und - wenn ich mich nicht täusche - ist das Buch ihre Habilitation (oder daraus hervorgegangen).



Ich fand das Thema sehr interessant, weil es doch ein mit sehr vielen Vorurteilen behaftetes ist (und weil - ganz persönlich - das Buch eine Art Schnittstelle zwischen mir (Geschichte) und meinem Vater (Sonderpädagogik) ist). Ritzmann zeigt, dass auch vor 300 Jahren Eltern ihre Kindern sehr geliebt haben, sich sehr um sie gekümmert haben und auch bei behinderten und kranken Kinder keine Kosten und Mühen gescheut haben, damit diese entweder geheilt wurden oder die bestmögliche Pflege und eventuell auch Unterbringung bekamen (Trotz Rousseaus und hoher Kindersterblichkeit).
Auch interessant fand ich es zu lesen, dass sich die Mütter zum einen sehr selbstbewusst für ihre Kinder bzw. für die in ihren Augen richtige Behandlung der Krankheit eingesetzt habe und wie zum anderen die - natürlich männlichen - Ärzte versucht haben, bei fast jeder Krankheit die Schuld bei der Mutter bzw. der Amme zu suchen.

Daneben gibt es auch so kuriose Dinge zu entdecken, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es tatsächlich den Väter/Ehemännern oblag, die geeignete Amme für das Kind auszusuchen (an Hand deren Brüste, dazu gibt es auch Literatur, also über die richtige Form, Größe, Beschaffenheit usw.).
Schön auch eine Liste aus dem 18. Jahrhundert die den Untergang des Abendlandes die Verzärtelung der Jugend und deren daraus resultierenden Erkrankungen eindeutig an der ungesunden und gefährlichen Lektüren von Büchern generell, besonders aber des Romans und der Reiseliteratur sowie des Besuchs von Oper und Theater festmacht (Nur für den Fall, dass das Abendland mal wieder wegen Film, Fernsehen und Computerspielen droht unter zu gehen bzw. die Jugend vor die Hund).

Das Buch hat eigentlich keine so kurz vor dem Abendessen zusammengeschriebene Kritik verdient, aber ich bin müde und eine ersthafte, wissenschaftliche Rezension würde ja auch den Rahmen "etwas" sprengen, daher noch einmal der Hinweis auf die FAZ, wo dies schon sehr treffend getan wurde.

Das Buch ist natürlich nicht gerade günstig zu erwerben, aber vielleicht läuft es dem einen oder anderen in der Unibibliothek o.ä. über den Weg und dann ist ein längerer Blick hinein wirklich zu empfehlen.

17. Jahrhundert

Die drei Musketiere von Alexandre Dumas
Der Klassiker, aber immer noch schön zu lesen. Eigentlich wollte ich noch den zweiten Band vorstellen, der 20 Jahre nach dem ersten Musketier-Abenteuer spielt, aber so wie es scheint, wird der nicht mehr aufgelegt.
'Madame sein ist ein ellendes Handwerck' von Dirk van der Cruysse
sehr umfangreiche, toll geschriebene und wirklich interessante Biographie über Liselotte von der Pfalz, die Schwägerin des Sonnenkönigs Ludwig XIV.
Die Insel des vorigen Tages von Umberto Eco
Wer sich für die oft seltsamen Anfänge der modernen Naturwissenschaften interessiert, wird von diesem Eco begeistert sein. Auch wenn der Roman vielleicht nicht so bekannt ist wie die Mittelalterromane von Eco - auf jeden Fall lesenswert
Längengrad von Dava Sobel
kleines, feines Wissenschafts-Buch über die Probleme, den Längengrad auf hoher See zubestimmen. Die Lösung fällt zwar ins 18. Jahrhundert, aber das Buch ist eine interessante Ergänzung zum Roman von Eco, wo dies mittels verletzter Hund versucht wird
Galileos Tochter von Dava Sobel
In diesem Buch geht eigentlich weniger um Galileos Tochter als um Galileo selbst, Grundlage dieser Biographie sind allerdings 124 Briefe, die ihm seine Tochter Maria Celeste aus ihrem Kloster geschrieben hat. Interessant vor allem deshalb, weil mit ein paar Galileo-Vorurteilen aufgeräumt wird
Das Mädchen mit dem Perlenohrring von Tracy Chevalier
Wahrscheinlich gibt es kaum jemanden, der dieses Buch noch nicht gelesen hat. Wunderschön erzählte Geschichte über die protestantische Dienstmagd Griet und den großen - katholischen - Maler Vermeer
Die Verlobten von Alessandro Manzoni
Der italienische Klassiker - nun ja, sagen wir es mal so, ich habe es versucht, wirklich, mehrmals - und ich bin immer wieder eingeschlafen. Gerüchteweise gibt es eine Kurzversion für italienische Schüler, vielleicht wäre das noch einen Versuch wert
Der Bleisiegelfälscher von Dietlof Reiche
eigentlich ein Jugendbuch, aber dennoch nett zu lesen, diese Geschichte um die Lodenwebern der Reichsstadt Nördlingen im Jahre 1613 - vor allem weil miomarito ja seine Magisterarbeit über die Messe in Nördlingen geschrieben hat. Guter Einblick ins Wirtschaftleben des frühen 17. Jahrhunderts

Das war's aus dem 17. Jahrhundert. Ich habe die Bücher nicht extra noch mal verlinkt, aber man findet sie ja einfach über Titel und Autor. ich wünsche viel Spaß beim Lesen, sollte ich ein ganz wichtige tolles Buch vergessen habe - Bitte melden!

Frühmittelalter

Hier etwas spät - da der Tatort dann ja doch recht spannend war - die versprochenen Lektüre-Tipps zum Frühmittelalter:

Wunderbare Artus-Triologie von Bernard Cornwell, bestehend aus Der Winterkönig, Der Schattenfürst und Arthurs letzter Schwur. Historisch "korrekt" - so weit das eben möglich ist - spannend und unkonvontionell - nichts für Lancelot-Anhänger ;-) und danach wird man keine andere Artus-Geschichte mehr glauben.
Spannende Krimireihe von Peter Tremayne, einem unter Pseudonym schreibenden Historiker, die in die meist unbekannte Welt Irlands im 7. Jahrhundert entführt.
Die Fälle werden von Schwester Fidelma gelöst, die auch ausgebildete irische Rechtsgelehrte ist und so einen Blick in die interessante Misch-Kultur Irlands ermöglicht
Die Abenteuer des Röde Orm von Frans G. Bengtsson. Spannend, witzig und mit viel trockenem Humor im Stile der alten nordischen Sagas geschriebene Wikinger-Geschichte, in deren Verlauf man nicht nur das frühmittelalterliche Skandiavien kennenlernt, sondern zum Beispiel auch das maurische Spanien. Ein Klassiker!
Rheingold von Stephan Grundy kann mit den anderen Buchvorstellungen nicht mithalten, wer aber mal den gesamten Nibelungen/Wälsungen-Themen-Komplex mit einem Buch abhandeln möchte, hält sich an dieses Buch. Das englische Orginal ist wesentlich besser, bei der deutschen Ausgabe hat man das Gefühl, dass der Übersetzter ein paar hundert Seiten gebraucht hat, um sich ein zu arbeiten.
Für Hartgesottene und echte Artus-Fans: Erec von Hartmann von Aue. Originale Tafelrunden-Geschichte aus dem 12. Jahrhundert mit überraschend viel Humor. Erec erobert das Herz Enites, "verliegt" sich dann aber mit ihr und muß mit ihr zusammen weitere Abenteuer bestehen, um seine Ehre wieder herzustellen. Zweisprachige Ausgabe in Mittelhochdeutsch und modernem Hochdeutsch.
Spannende Krimi-Reihe vom anderen Ende der Welt rund um den chinesischen Richter Di von Robert van Gulik. Das Vorbild für die Hauptfigur stammt aus dem China des 7. Jahrhunderts und ist historsich belegt. Sehr interessant und mal was ganz anderes!


Ich hoffe, es ist für jeden was dabei und wünsche viel Spaß beim Lesen!

Todsünde

So, nun zum ersten Buch aus meinem Schnäppchen-Laden, denn statt mich mit baden-württembergischer Politik zu beschäftigen - wie rechts in der Spalte angegeben - habe ich zu später Stunde dann doch lieber zu einem Krimi gegriffen.




Die Geschichte spielt im vorweihnachtlichen Boston, Hauptfiguren sind ein eigentlich recht interessantes Ermittler-Duo, die Gerichtsmedizinerin Dr. Maura Isles und die Kommissarin Jane Rizzoli. Bei der Todsünde handelt es sich um den dritten Band einer Reihe, so dass ich sozusagen mittendrin angefangen habe zu lesen, was meiner Meinung nach allerdings nicht großartig auffällt.

Der Krimi fängt interessant an, eine junge im Kloster erschlagene Nonne, die kurz zuvor entbunden haben muss, eine ältere Nonne, die überraschenderweise den Mordversuch schwer verletzt überlebt und mittendrin die beiden Hauptfiguren, die sich selbst mit diversen privaten Problemen herumschlagen müssen. Leider übertreibt es dann die Autorin etwas. Ein einziger Krimiband voll gepackt mit Inzest, Vergewaltigung, Missbrauch, Religionskritik, Lepra, Umweltzerstörung, Chemieunfällen ... weniger wäre EINDEUTIG mehr gewesen.
Außerdem ist das Buch offensichtlich darauf angelegt, den Leser mit möglichst vielen medizinischen Details zu schocken, so werden Babyleichen seziert, von der Totenstarre steif gewordene Muskelstränge mit viel "Krach" und Gewalt gebrochen - vielleicht gibt es Leser, die sich von solchen Beschreibungen gruseln lassen, aber mir bereitet das weder schlaflose Nächte noch verspüre ich beim Lesen eine Gänsehaut auf dem Rücken und daher fand ich die sich immer mehr steigernden Autopsien eher öde und eben arg "gestellt.". Auch hier wäre vermutlich weniger mehr gewesen.
Weiter Kritikpunkte sind der Titel - ich habe bis heute nicht herausbekommen, auf was sich dieser Titel Todsünde beziehen soll (auch beim englischen Original "the sinner" komme ich eigentlich nicht weiter) - und die meiner Meinung nach schlechte Beschreibung Bostons. Vielleicht hat sich Boston in den letzten 10 Jahren sehr verändert, aber ich habe kaum etwas wiedererkannt und es stellte sich bei mir auch kein Boston-Gefühl ein und das obwohl es ja schon eine besondere Stadt ist. Einzig die große irischstämmige Community wird kurz einmal erwähnt, die interessante Konstellation von "irischen" Polizisten, einer italienischstämmigen Kommisarin und dem Mord in einem katholischen Kloster - das ganze an der von den WASP geprägten Ostküste - das wäre interessant gewesen. Chance vertan.
[Die Autorin kommt von der Westküste und lebt jetzt wohl seit ein paar Jahren in Maine. Vielleicht erklärt dies das Nicht-Boston-Bild]

So lässt sich der Krimi aber gut lesen, die Spannung hält sich in Grenzen und für 2,99 € darf man sich ja eigentlich gar nicht beschweren. Aber dennoch, es war mein ersten und letzter Tess-Gerritsen-Krimi.

KOMMENTARE:

Susi Sonnenschein ha detto...
Nun, es ist halt einfacher, den CSI- und Katastrophenfilmgestählten Leser mit einem Feuerwerk an Einfällen und Schockeffekten in Bann zu ziehen, als sich eine in die Tiefe gehende, spannende Story auszudenken. Mehr Schein als Sein, so wie du es beschreibst. Die Romane haben mich vorher schon nicht gereizt und werden es jetzt bestimmt nicht mehr tun: Danke, du ersparst mir miese Lektüre. Manchmal ist das ganz nett, wenn man sich entspannen will, aber eigentlich ärgert mich so etwas hinterher immer, da ich das Gefühl habe, Zeit verschwendet zu haben, die besser genutzt werden könnte.

Vielleicht wären die Lynley-Mysteries von E. George eher was, die sind anspruchsvoll geschrieben, die Stories sind meist hintergründig und solide, ziehen sich aber ein wenig.

io ha detto...
Davon steht hier über 1 Regalmeter voll :-) Und ich musste beim Verfassen dieser Kritik auch an die George-Krimis denken, warum weiß ich nicht. Vielleicht weil ich mir vorstellen konnte, was Frau George aus diesem Mord gemacht hätte - nämlich einen richtig guten Krimi.

Ich habe die letzten Bände gar nicht mehr gelesen. Neulich dann mitbekommen, dass Helen ermordet wurde... jetzt weiß ich nicht. Will ich mir das antun ... Ich glaube, der letzte, den ich gelesen habe war a traitor to memory ... nachher geht es in die Stadtbibliothek ... so werde ich nie Herr meines SUBs ...

Grimes mag ich auch, auch wenn sie weniger tragisch-melancholisch sind.

Sandy ha detto...
Na gut, dann werde ich mal was von den Beiden lesen, dann hab ich auch einen Vergleich - denn wie gesagt, konnte ich mit Krimis vorher noch nie so wirklich was anfangen und bin aber jetzt schon auf den Geschmack gekommen

(schon Martha Grimes und Elizabeth George, oder?)

io ha detto...
Ja, Martha ist definitiv lustiger und leichter als Elisabeth - da habe ich gerade bei den privaten Nebengeschichten bisweilen die Krise bekommen, weil sich alle so dranstellen ... aber die sind beide wirklich gut. Und man muss eigentlich vorne anfangen. Finde ich.

Susi Sonnenschein ha detto...
Ja, es stimmt leider, Helen wird ermordet. Aber gerade den Band finde ich sehr lesenswert.

Sandy ha detto...
nun verratet doch nicht alles... ;-)

Zauberworte

Als der Sohn krank war, hat er sich sehr viel vorlesen lassen - vor allem Gedichte. Deshalb und weil ich mich ja auch erst einmal wieder durch 560 Seiten lesen muss, gibt es heute eine kurze Kinderbuch-Empfehlung zum Thema Poesie.

Neulich habe ich ja schon einmal eine Sammlung von Gedichten - Ich liebe Dich wie Apfelmus - vorgestellt, dieses mal geht es um Zauberwort, ebenfalls eine Anthologie, die schönsten Gedichte für Kinder aus vier Jahrhunderten




Das Buch ist in verschiedene Kapitel (und weiter Unterkapitel) aufgeteilt: Mein Zuhause, Die Freunde, Die Natur, Märchen- und Sagenhaftes sowie Abendteuer in der Ferne und in meinem Kopf. Es gibt kurz Gedichte, lange Gedichte, Gedichte für kleine und Gedichte für große Kinder, Klassiker und Unbekanntes. Der Sohn versteht bestimmt viele der Gedicht, die wir ihm vorgelesen haben noch nicht wirklich, lauscht aber wohl gerne dem Klang, der Sprache und dem Rhythmus der Gedichte.

Die Gedichte wurden von Rita Harenski gesammelt und zusammengestellt, die Bilder stammen von Christine Brand. Wer möchte kann hier etwas in dem Buch stöbern. Meine persönlich Lieblings-Neuentdeckung war diese hier.

KOMMENTARE:

stadtfrau ha detto...
oh, danke für den tipp! das ist was für den Sohn!

Anonimo ha detto...
Also den Tip mit den Gedichten finde ich wirklich toll. Ich war gerade auf der Suche nach einem entsprechenden Geschenk für mein Patenkind, jetzt habe ich etwas. Ich nehme es gleich zum Anlass bei meinen Eltern nach meinem alten Gedichtband nachzusuchen. Ciao Romy

Anonimo ha detto...
Schöne Idee.
Ich wollte mich mal für die vielen guten Lektüre-Tipps bedanken.
und weißt du was mir am besten daran gefällt?: es ist nicht ein Erziehungsratgeber dabei!!!!!!!!!!!!!
Herzlichen Dank
Beate ;-)

io ha detto...
Gern geschehen!

(@beate: Ich muss den ganzen Tag erziehen, da lese ich doch abends nicht noch Erziehungsratgeber ;-))

Natalia ha detto...
Das Gedicht von Tucholsky ist wunderschön! Danke für den Tippe. Max ist nach wie vor von eurem Wichtelbuch begesitert :-)

Sachsen-Saga

Da ich in den letzten beiden Wochen viel Zeit zum Lesen hatte, kann ich heute mal wieder einen Buch-Empfehlung zu "Papier" bringen, allerdings muss ich auch etwas vorwarnen, denn es wird blutig.

In seiner von mir sehr geliebten Artus-Trilogie hat Bernard Cornwell bereits die Konflikte zwischen Briten und einfallenden Angel-Sachsen im 5. Jahrhundert beschrieben, mit der Uhtred-Reihe entführt er den Leser in die 2. Hälfte des 9. Jahrhundert, in die Zeit Alfreds des Großen und die Einfälle und Eroberungen der Wikinger.



Die Bücher (bisher sind auf Deutsch vier erschienen: Das letzte Königreich, Der weiße Reiter, Die Herren des Nordens und Schwertgesang) sind wesentlich blutiger und schlachtenlastiger als die Artus-Triologie und man muss schon ein gewisses Faible für Schildwälle und Schwerterblitzen haben, um sich durch die ca. 500 Seite pro Buch zu "kämpfen". Das erste Buch startet etwas zäh, aber wie man an der Tatsache erkennen kann, dass ich 2000 Seite innerhalb von 2-3 Wochen verschlungen habe, nimmt die Erzählung deutlich an Fahrt auf.

Zentral Figur der Bände ist Uhtred, ein heidnischer und teilweise bei den Dänen aufgewachsener Sachse, der eigentlich gegen seinen Willen immer wieder im Dienst des christlichen Alfreds und zwischen den Fronten landet. Sein eigentliches Ziel ist Wiedereroberung seiner Hausburg in Nothumbria, die ihm sein Onkel entrissen und seine Stelle als Aldermann eingenommen hat, aber bis dahin lässt ihn Cornwell viele Abendteuer erleben, Schlachten schlagen, Frauen treffen usw.

Auch wenn ich die Reihe für nicht so gelungen halte wie die Artus-Trilogie und der Schlachten-Anteil bisweilen etwas niedriger sein könnte, so ist es dennoch eine weitere spannende und gelungene Beschreibung der gerade noch Dark Ages (praktisch, man weiß ja nur wenig über diese Zeit und so kann ich auch nur schwer über Unhistorisches lästern), des Kampfes zwischen nordischer Götterwelt und Christentum, zwischen Ordnung und Unordnung, Gesetz und Gesetzlosigkeit. Und ich erwarte gespannt das Erscheinen des 5. Bandes.

[Und der Preis: 500 Seiten für 9,90 € lohnen sich wirklich! Ausführlichere Kritiken gibt es bei der Histo-Couch.]

KOMMENTARE:

Sandy ha detto...
Oh, Schlachtenschilderungen sind ja nun so gar nicht meins und längere werden daher von mir gerne überblättert. Daher bin ich jetzt mal gespannt, wie weit ich damit komme...


io ha detto...
Du liest aber Artus, oder?! Da gibt es ein paar schöne Schlachten, die man natürlich auch überblättern kann, wenn man das nicht mag, aber bei den Uthred-Büchern bleiben dann nur noch ein paar Seiten zum Lesen übrig.

OH NEIN! Du hast da doch ein Uthred-Buch ... öh, das tut mir leid. Wenn Du magst, dann schicke ich Dir meine leicht zerfledderten Artus-Bücher zum Lesen. Das ist dann vielleicht eher etwas für Dich.


Sandy ha detto...
Ich hab den Winterkönig, aber ihn noch nicht gelesen, da ich warten wollte bis auch der 3. Band wieder neu aufgelegt wurde.
Und gerade hab ich gesehen, dass man ihn schon vorbestellen kann, insofern kann ich dann ja wohl auch mal damit anfangen - ein paar Schlachten halte ich schon aus :-)


Rosa ha detto...
Ich hab grad ein Buch am Wickel gehabt, wo ich dachte, vielleicht vielleicht vielleicht könnte es Dich interessieren. "Der geheime Faden" von Kylie Fitzpatrick. Ich weiß nicht, ob Du Dich für den "Teppich von Bayeux" interessierst. Und für die Jahre 1064 ff. in Canterbury usw. Der Roman hat jedenfalls das Rätsel um die Entstehung des "Teppichs" ein wenig umgedeutet, und das liest sich gar nicht mal sooooo sehr unspannend. Also es ist kein Krimi, es fließt kein Blut, es geht um eine junge Geschichtsdozentin, die nach dem Tod ihrer Mutter über Tagebuchaufzeichnungen einer Stickerin aus dieser Zeit stolpert. Leider nur 440 Seiten, es wird aber schlüssig dargelegt, warum eine Stickerin zu der Zeit schreiben und lesen konnte. Ich hatte ein wenig das Gefühl, als wenn die Völker etwas vermischt wurden (waren Wikinger Kelten? Normannen?). Naja, egal, jedenfalls fiel es mir grad ein, dass es Dich vielleicht interessieren könnte :-)

io ha detto...
Danke für den Tipp. Was mich jetzt allerdings doch etwas zusammenzucken lässt, ist ein Tagebuch aus dem 11. Jahrhundert. Das wäre eine absolute kulturhistorische Sensation ;-)

Die Wikinger waren Normannen, also ursprünglich Nordmänner aus Dänemark, Schweden und Norwegen. Die Normannischen "Staats"gründungen konnten sich allerdings nur in der Normandie halten. 1066 haben dann die dort ansässigen Normannen mit William dem Eroberer an der Spitze England (eine Bevölkerungsmischung aus Briten (Wales), Angel-Sachsen und ehemaligen Wikingern) erobert.

Um welches Geheimnis geht es denn in dem Buch?

io ha detto...
P.S.: Die Waliser sind keltischen Ursprungs und bei den Angeln und Sachsen waren auch noch Jüten (von der Insel Jütland, dort von den Dänen vertrieben) dabei.

Habe ich jetzt alle Klarheiten beseitig (hohoho)?!

Das Muddi Tina ha detto...
nicht schlecht die Lektüre. Im Bereich Fantasy empfehle ich noch die "Kriegsklingen"-Reihe von Joe Abercrombie. :-)
der Mann von das Muddi Tina

Rosa ha detto...
Naja, ein Tagebuch ist vielleicht falsch ausgedrückt. Das ist halt eine Stickerin am Hofe der Königin Edith (Gattin von Edward), und die hat von einem Mönch (Odericus) schreiben gelernt. Und sie kommt an Pergament heran und schreibt in unregelmäßigen Abständen das Geschehen auf.

Ach, ich war bei den Kelten gar nicht so unklar, ich bin ja alte Irlandfahrerin, aber ein Satz in dem Buch hat mich fast dazu gebracht, es wegzulegen: Der Lover der Geschichtsdozentin (halb Französin, halb Britin) sagt zu ihr, sie sei wunderschön, halt eine keltische Wikingerin, eine Normannin. Hm, das las sich so, als hätte er gesagt, sie sei eine wunderhübsche japanische Schwedin ...

Naja, ansonsten aber, es hat meine Neugier geweckt, das mit dem Teppich von Bayeux.


io ha detto...
@der Mann von das Muddi Tina:
Danke für den Tipp. Ich habe mir die Kommentare bei amazon durchgelesen und bin noch etwas skeptisch. Vielleicht muss ich einfach mal in ein Buch reinschauen. Ich bin ja großer Tad Williams-Fan und habe auch jahrelang Wheel of Time von Robert Jordan, gelesen (bis ich den Überblick verloren habe ...) haben, also so gesehen wäre es ja schon etwas für mich.

@rosa: Okay, jetzt kapier ich's. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall merken. Der Teppich ist eine tolle Sache, ich habe mal ein Seminar darüber gemacht, allerdings in den USA bei einer arg feministischen (die reader waren lila eingebunden ...) Kunsthistorikerin mit Spezialgebiet Glasmalerei und das ganze war dann etwas wirr ... ;-)

Mit Ottern stottern ...

Dieses Buch haben wir zum Geburtstag verschenkt und der Sohn hatte beim Probelesen viel Spaß daran:




Mit Ottern stottern, mit Drachen lachen: Verse zum Weiterreimen von A bis Z von Edith Schreiber-Wicke und Carola Holland

Auch hier geht es um Reime, allerdings muss man diese selbst finden bzw. ergänzen. Zu jedem Buchstaben gibt es es einen tierischen Reim, bei dem das letzte Wort fehlt. Drachen sind schon derart selten, dass sie als ausgestorben ...
Der Sohn, der zur Zeit sehr gerne reimt, konnte damit schon viel anfangen, wenn auch nicht alle Reime ergänzen. Trotzdem macht es sehr viel Spaß das Buch gemeinsam zu lesen.

Ich kann das Buch nur empfehlen!

Ich liebe Dich wie Apfelmus

wischen durch mal wieder ein Buch-Tipp, d.h. eigentlich sind es zwei:

Diese Buch hat der Sohn von seiner Ur-Großmutter zum Geburtstag geschenkt bekommen:


Ich liebe dich wie Apfelmus: Die schönsten Gedichte für Kleine und Große von Amelie Fried und Sybille Hein

Das Buch ist eine wirklich schöne Sammlung von verschiedensten Gedichten, von bekanntem (Der Zauberlehrling) über längst wieder vergessenes (Vom Leben der Spazoren) bis hin zu Verdrängtem (Es war einmal ein Mann, Der hatte einen Schwamm. Der Schwamm war ihm zu naß, Da ging er auf die Gass'...). Für viele Gedichte der Sohn natürlich noch zu klein, aber einiges gefällt ihm schon sehr gut und uns Großen macht das Stöbern viel Spaß. Ein wirklich schönes Geschenk mit "Langzeitnutzem".

Wespensommer

Das erste Buch, das ich gelesen haben, war der Wespensommer von Helga Glaesner:



Ich hatte von ihr schon irgendwann einmal die Safranhändlerin gelesen, kann mich aber nicht mehr so ganz an dieses Buch erinnern. Der Wespensommer spielt im Jahre 1780 in der Toscana und kann als leichter historischer Krimi bzw. Roman beschrieben werden. Man erhält einige Einblicke in die für damalige Verhältnisse fortschrittliche Justitzgeschichte der Toscana, die Rolle der Frau wird thematisiert, die Anfänge der Psychatrie, aber alles so, dass man nicht allzusehr nachdenken muss ;-) Der Krimi ist recht spannend und bietet einen überraschenden Schluss. Ein wirklich nettes Buch für Zwischendurch, das im Verlauf auch deutlich besser wird.

Einziges wirkliches Manko: Das Buch könnte genauso gut, das heißt, wenn man mal vom historischen Setting absieht, sogar besser in Deutschland spielen. Die Figuren sind meiner Meinung nach so etwas von deutsch und unitalienisch, dass selbst die immer mal wieder eingestreuten italienischen Wörter eher überraschend wirken - Ach so, ja, Italien! Ich vergaß! Natürlich soll so ein Buch auch nicht von italienischen Cliche-Gestalten wimmeln, aber man wünscht sich, Frau Glaesner wäre bei ihren Leisten also bei ihrem Land geblieben, so sehr natürlich die Toscana lockt und reizt, aber außer der ständig thematisierten Hitze ist so rein gar nichts "südländisch".

KOMMENTARE:

Katrin in tü ha detto...
Hallo io, ich habe vor einiger Zeit von Helga Glaesener "Die Rechenkünstlerin" gelesen. Dort ist sie bei ihren Leisten geblieben - das Buch spielt in Heidelberg, an der frisch gegründeten Universität, und man muss selbst kein Rechenkünstler sein, um es zu lesen ;-). Falls Dich interessiert, wie sich die Autorin auf heimischem Boden schlägt, wäre das ein Tipp.


io ha detto...
Ich glaube, das habe ich mal verschenkt - ohne es gelesen zu haben ... - an eine Freundin, die in Heidelberg Mathe (und Philisophie) studiert hat. Die Safranhändlerin war - meiner etwas düsteren Erinnerung nach - auch nicht schlecht. Ich muss mal wieder in die Stadtbücherrei, da gibt es die bestimmt alle.


Susi Sonnenschein ha detto...
Ich habs nicht gelesen, aber das Umschlagbild paßt ja auch so gar nicht, da weder italienisch noch deutsch und 18. Jahrhundert schon mal gar nicht... Aber egal, ich wollte nur wieder mal meinen Senf dazu geben ;-).
Auf ein schönes 2008 mit weniger Krankheiten und mehr Schlaf. Alles Gute
Susan


io ha detto...
Danke! Ich fand das auch seltsam, vor allem weil die Protagonistin immer auf ihre Schnürbrust schimpft und die braucht man bei diesem Kleid ja nun eben gar nicht mehr. Ich bin nur nicht so stilsicher. Aber Herr Ingres wurde 1780 erst geboren (Wikiedia sei Dank)! Also schon ganz schön frech!

Der Roman spielt auch nicht wirklich in Florenz ... die Ansicht ist wohl von van Wittel/Vanvitelli

Wo die Zitronen blühen

... ist schon mal ein ziemlich idiotischer Titel für den Krimi von Marco Videtta und Massimo Carlotto, der im Original einfach Nordest heisst (aber über die Übersetzungsfehler habe ich ja schon gemotzt).




Das Buch ist in der ersten Hälfte wirklich gut, entwickelt sich vom sehr persönlichen Schicksal der ermordeten, kurz vor ihrer Hochzeit stehenden Giovanna zur Anklage gegen Ökokriminalität, Ausbeutung und Korruption einer gesamten Gesellschaft. Leider lässt die Spannung dann nach, relativ schnell steht fest, wer eigentlich der Mörder sein muss und die Figuren entwickeln sich dann teilweise doch nicht über eine gewisse Holzschnittartigkeit heraus.

Über was ich mich ehrlich gesagt aber am meisten amüsiert habe, sind die deutschen Leser-Kritiken im Internet, die sich gerne darüber mokieren, dass die Autoren ein zu düsteres Italien-Bild zeichnen, dass die vielen Figuren auf Grund ihrer italienischen Namen so verwirrend seinen (Frechheit, warum werden die nicht mit übersetzt), dass das Italien-Bild voller Klischee sei (Mafia, Müllkriminalität - das sind natürlich Klischees keine echten Probleme?!) und dass das so gar nicht mit ihrem Urlaubs-Italien-Bild zusammen passe.

Dass Carlotto eben kein Zitronen blühendes Italien beschreibt, könnte neben der Tatsache, dass er ja nun kein von der Sehnsucht getriebener deutscher Dichter oder Urlauber ist, daran liegen, dass er früher nicht nur der Gruppe Lotta Continua angehört hat, sondern auch im Zentrum einer der kontroversesten Gerichtsfälle der italienischen Geschichte stand - wo er des Mordes an einer von ihm in seiner Wohnung gefunden Studentin zunächst freigesprochen, dann verurteilt wurde, nach Frankreich und Mexiko flüchtete, dann ausgeliefert, wieder frei gesprochen, dann wieder verurteilt und schließendlich vom Präsidenten 1993 begnadigt wurde.

Ich denke, die Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Videtta kann man als eher misslungen bezeichnen, trotzdem kann man das Buch lesen und ich werde auf jedenfalls die anderen Krimis und Bücher von Carlotto lesen.

Ich bleibe vorerst lesetechnisch in Italien, kehre aber nach Genua zurück (auch wenn Anna jetzt mit den Augen rollt) und schwelge bei Bruno Morchio in Erinnerungen. Und das Buch rechts in der Spalte muss ich auch noch zu Ende lesen.

Der einzig wahre

Hier auch mal ein kinder-bezogener Lektüre-Tipp von mir.

Nachdem ich der Meinung bin, dass man - mal abgesehen von Hannah Lothrops Stillbuch und Largos Kinderjahren - alle Ratgeber einfach in den Müll schmeißen sollte, weil sie einem so tolle Tips geben, wie im ersten Jahr mit Baby aufs Einmachen (!!) zu verzichten oder die junge Mutter als ständig in Tränen ausbrechendes, labiles Wesen darstellen und die Männer als völlig inkompetent abtun ...

Nun ja, diese Frau, Mutter von 4 Kindern, weiß wovon sie schreibt:



Ich habe selten so gelacht, miomarito wurde bei der ersten Lektüre (vor der Geburt von la piccola bestia) etwas blaß um die Nase, findet nun aber den harten Elternalltag richtig dargestellt und viele der lustig erzählten Tips rund um Attila, Vlad und Rita helfen dann doch.

Also, wer das Buch noch nicht gelesen hat: KAUFEN! AUSLEIHEN! LESEN! Es härtet ab ;-)

Gewitterfragen

Ich habe vor ein paar Tagen ein wunderbares Buch - Gewitternacht - geschenkt bekommen, möchte es mit diesem Beitrag wirklich allen ans Herz legen und hoffe, dass sich der ein oder andere ebenso dafür begeistern kann wie der Sohn und ich.



Ein kleines Mädchen macht sich bettfertig, gibt seinen Eltern einen Gute-Nacht-Kuss und verschwindet dann mit ihrem Hund ins Bett. Doch weil ein Gewitter tobt und ihr tausend Fragen im Kopf herumschwirren kann sie nicht schlafen. Auf den nun folgenden 240 Seiten stehen sich diese Fragen und - wie ich finde - hervorragende Illustrationen gegenüber.
Von Wer bin ich? und Gibt es mich nur einmal auf der Welt? über Manchmal würde ich gerne etwas tun, wozu sonst niemand den Mut hat, und Sonja schon gar nicht! und Muss ich mich wirklich ganz alleine zurechtfinden? bis hin zu Ich habe Angst davor, was mich im Leben noch alles erwartet! und Tut sterben weh? werden eigentlich all die großen und kleinen Fragen und Sorgen, die einem zuweilen den Schlaf rauben, behandelt. Und das ganze ohne bedrohlich zu wirken, ohne Kinder (oder Erwachsene) zu überfordern, allerdings auch ohne Antworten zu geben.

Ich hatte beim ersten Lesen und Ansehen den Verdacht, dass es genau das ist, was den Sohn manchmal nicht einschlafen lässt und beim gemeinsamen Vorlesen hatte ich bei vielen Fragen das Gefühl, dass er sie sehr gut nachvollziehen kann. Besonders faszinierend fand er auch die Tatsache, dass es eben Fragen sind, auf die es keine wirkliche Antwort gibt. Oder wo das Antwortfinden sehr schwierig ist.

Michèle Lemieux hat für ihr wunderschönes Buch viele Preise bekommen, es gibt wohl auch einen mit Preisen ausgezeichneten, 10 minütigen Film - und ich konnte gar nicht glauben, dass ich bisher nichts, aber auch gar nichts über dieses tolle Buch gehört hatte! Danke canzonett!

[Einen kleinen Eindruck des Buchs kann man hier erhalten, auch wenn man den Kopf arg schief halten muss]

P.S.: Kennt jemand das Buch Leute von Blexbolex?!

anna in zena ha detto...
kauf ich sofort. weil mein kind ist ja genau im alter Deines Sohnes. (hier jetzt diesen augenrollen-smiley bitte.)

nee, im ernst. kauf ich trotzdem.

Susi Sonnenschein ha detto...
Klingt wunderbar, das setze ich mir auf die Wunschliste. Ben ist da vielleicht noch ein wenig klein für.

stadtfrau ha detto...
kauf ich auch sofort! ;)

io ha detto...
Das Buch ist "eigentlich" ab 6 Jahre, ich denke so ab fast 5 Jahren macht es Sinn - davor ist es einfach zu abstrakt. Aber es ist auch was für Erwachsene - also kauft und lest! ;-)

Ich hatte bei manchen Fragen auch Probleme bzw. der Sohn hatte Probleme sie zu verstehen und ich sie zu erklären. Zum Beispiel wenn es um die Seele geht und ob man die sehen kann oder dass der Vater des Mädchens erzählt hat, dass er einen Mann kennt, der ganz in seiner Phantasie lebt und sich das Mädchen nun fragt, ob es auch Phantasie hat - da kam ich dann doch etwas ins Schlingern.

Astrid ha detto...
Das Buch hört sich gut an. Auch unser Sohn tut sich schwer mit dem Einschlafen. Aber ist es nicht so, daß das Buch noch mehr Fragen aufwirft (meine Befürchtung), vor allem, wenn sie nicht beantwortet werden? Bei uns zählt das gedruckte Wort mehr als das (von Eltern) erklärte und gesprochene (die Lehrerin hat auch immer Recht, die Eltern nie!!).
LG Astrid

io ha detto...
Man kann die Fragen ja auch als Anregung zum Gespräch sehen. Ich hatte den Eindruck, dass der Sohn beim ersten Lesen vielleicht einfach nur beruhigt war, dass diese Sorte Fragen nicht nur bei ihm im Kopf herumschwirren sondern dass es da noch jemanden gibt, der sich solche Gedanken macht.

sagenhaftes duo infernale

Der Sohn bekam von seiner Ur-Großmutter dieses wunderschöne Buch zu Weihnachten geschenkt:



Die Empfehlung hatte ich von der stadtfrau und kann sie hier an dieser Stelle nur erneuern. Ein wirklich schönes Buch, gute Texte und klasse Bilder. Ein paar der Geschichten sind dem Sohn noch zu schwierig, was zum Teil aber auch daran liegt, dass Elinao wirklich jedes einzelnen Wort verstanden haben muss, sonst wird er ungemütlich - es gibt bestimmt Kinder, die auch mal einfach über etwas hinweghören können (oder?!).

Seine Lieblingssage ist bisher die von Siegfried ... als der 10jährige Siegfried von seinen Pflegeeltern in den Wald geschickt wird (nachdem sie Angst vor ihm bekommen haben, da er einen Amboss mit einem Hammerschlag im Boden versenkt und alle Gesellen des Vaters verprügelt hatte) und dort vom Drachen gefressen werden soll, meinte der Sohn: Der Siegfried, der soll doch einfach zu uns kommen, dann wäre er mein Freund und wir könnten zusammen tolle Sachen machen, gell Mama!?

Ich möchte es mir nicht einmal vorstellen ;-)

P.S.: Der "Autor" Dimiter Inkiow hat übrigens auch die vom Sohn ebenfalls sehr geliebten Geschichten Ich und meine Schwester Klara geschrieben, die ich früher schon immer aus der (kleinen) Brigitte vorgelesen bekam.


KOMMENTARE:

Sabine ha detto...
ganz toll sind auch die CD Boxen von Dimiter Inkiow mit den griechischen Sagen- sehr wohltuend auf Autofahrten, wenn die Eltern ebenfalls mithören "dürfen"- und so nebenbei das eigene Wissen wieder auffrischen...
Schönes Neues Jahr noch euch vieren!

stadtfrau ha detto...
dachte ich mir doch, dass das ein buch nach eurem geschmack ist! :)

Die Reise nach Amerika

Da ich mit meinem letzten Kinderbuch-Tipp große und kleine Antonmänner begeistern konnte und da ich heute dem Sohn ein Connie-Buch und ein wieso?weshalb?warum?-Buch vorlesen musste, die sprachlich so etwas von grausam sind (was mir Miomarito schon vor Monaten erklärt hat, ich aber nicht wahrhaben wollte) - also, langer Rede, kurzer Sinn, hier noch ein weiterer Kinderbuch-Tipp!




Es war mal eine Hundeschar
die ungemein verwegen war.
Ihr Anführer hieß Trulli und
der war ein ganz gerissner Hund.



Die Reise nach Amerika ist ein wunderschönes, lustiges Buch. Der Text stammt von Robert Gernhardt (allein das verspricht Qualität und Witz), die Bilder von Philip Waechter, der nicht nur Kinderbücher bebildet, sondern auch selbst hervorragende Bilderbücher schreibt (Rosi in der Geisterbahn (und hier), ich oder Sehr berühmt für etwas ältere Kinder).

Die Geschichte handelt von Trulli, dem Anführer einer Hundeschar, der mit einem Gummiboot über den großen Teich nach Amerika fahren möchte. Dabei klappt nicht so alles nach Plan und am Ende muss man nicht nur über die wunderbaren Verse Gernhardts sehr herzhaft lachen.

Ein weitere Pluspunkt des Buches, es ist sehr kurz (keine 20 Seiten, davon viele nur Bilder) und man kann so schnell einem todmüden Kind noch die versprochene GuteNacht-Geschichte vorlesen ohne dass es abendfüllend wird ;-)

P.S.: Das Buch hat der Sohn übrigens von Miomarito geschenkt bekommen, die Lorbeeren gebühren als nicht mir!


KOMMENTARE:

Anonimo ha detto...
Liebe "io", der letzte Tipp war schon ein voller Erfolg- die Jungs lieben vor allem die Kartoffelgeschichte (die hat so schöne Schimpfwörter...) und ich finds herrlich, mal wieder ein so SCHÖNES, gut gemachtes Kinderbuch vorlesen zu dürfen. Danke! Daher jetzt was zurück - für alle Kinder mit "Schlafproblemen".... Nadia Budde: Flosse, Fell und Federbett - was für Leute mit schrägem Humor und wieder gereimt - und für den Buchstabenfreund hat Frau Budde noch "Trauriger Tiger toastet Tomaten" gemacht - auch sehr lohnenswert....
Liebe Grüße
Sabine

frauantonmann ha detto...
Dankeschön, das ging aber schnell. Da habe ich eben noch über Ihr lustig gesprochenes "Naseputzen" schmunzeln müssen und schon ist einer neuer Buchtipp da.
Eine Bitte habe ich aber noch: Immer nur ein gutes Buch pro Monat, denn sonst werde ich arm und Bücher kann man nicht so einfach wie gute Kindermusik brennen und an Bloggerfreunde verschicken :)

Steffi ha detto...
oh die Seite kinderbuch-couch.de kannte ich noch nicht, Danke

io ha detto...
@frau antonmann: Ist ja auch fies. So kurz nach Weihnachten auch noch. Und Sabine stellt auch gleich noch gute Bücher mit vor.

@sabine. Trotzdem Danke ;-)

@steffi: ich kanne die auch nicht, ich habe nur nach dem Titel von Philip Waechter gegoogelt, kann deshalb nichts über die Qualität der Seite sagen. Muss ich mir auch mal näher ansehen.

Ines ha detto...
Also ich kenne krimi-couch.de und das ist recht gut...

inke ha detto...
Wir haben heute auf Deinen Tipp hin das Buch gekauft und schon mehrfach gelesen. Echt gelungen! Danke.