sabato 8 maggio 2010

Umkleidekabinen und anderes

Wie schon erwähnt, die letzte Nacht war schrecklich. Ich konnte nicht einschlafen. Nicht um 23 Uhr, nicht kurz nach Mitternacht, nicht um 1 Uhr nach dem Nerventee, nicht um 2 Uhr sondern erst gegen halb 3 Uhr oder so (da habe ich jedenfalls zum letzten Mal verzweifelt auf den Wecker gesehen und mir gedacht, so jetzt ist es eh egal, den nächsten Tag überlebe ich sowieso nicht).

Irgendwie ging es dann aber doch, im Eiltempo wurden morgens die Sachen gepackt (hätte ich ja eigentlich schon nachts in meiner insomia-Phase machen können) - dummerweise die Hälfte vergessen -, miomarito zum Abschied geküsst und ab ging es zwei Dörfer weiter zum Fußballturnier.

Dann eine kleine Überraschung! - bei der Anfahrt zum Vereinsgelände wird mir langsam klar, dass nicht in der - eindeutig nicht vorhandenen - Halle sondern draußen unten freiem Himmel gespielt wird. Ich bin froh, dass ich das erst jetzt erfahre und nicht die letzten beiden Tage damit verschwendet habe, mir vorzustellen, wie viel Spaß es macht, bei strömendem Regen zwei Stunden lang mit einer gelangweilten Tochter in der aufgeweichten Pampa herumzustehen müssen. Wir haben Glück, die Sonne scheint nämlich den ganzen Morgen strahlend vom Himmel und ich muss mir daher auch nicht wie eine Rabenmutter vorkommen, weil mein Sohn keine lange Hose oder ein langärmliges T-Shirt zum Drunterziehen dabei hat. Außerdem ist so die Gefahr auch wesentlich kleiner, dass ich bei schlechter Luft und trüben Licht einfach auf der Tribüne einschlafen. Frischluft tut gut.

Apropos An- und Umziehen, der erste Weg auf dem Vereinsgelände führt uns in die Keller-Umkleidekabinen. Mir, völlig unbeleckt von irgendwelchen Sportveranstaltungen oder -vereinen aufgewachsen, wird schnell klar, dass Schulumkleidekabinen keinesfalls das unter Ende von Ungemütlichkeit darstellen und dass selbst Umkleidekabinen zu Stosszeiten im Sommerschlussverkauf angenehm riechen. Selbst einen Zettel mit den zu zahlenden Strafen für gelbe und rote Karten usw. findet sich an der Wand. Ich bin beeindruckt.

Zunächst gibt es dann noch einen großen Krach, wer ins Tor geht, erst wollen alle, dann keiner und schließlich muss ganz klassisch die Münze entscheiden. Das erste Spiel wird gewonnen, das zweite haushoch verloren, dazwischen kauft die Rabenmutter fleißig Kuchen und rote Wurst ein (das gesunde, selbst zusammengestellte und mitgebrachten Essen wurden einer zusätzlichen halben Stunde Schlaf geopfert - was eindeutig sinnvoll war) und freundet sich ein wenig mit einer anderen Mutter an, deren Tochter nicht nur genauso alt wie Silencia ist, sondern auch genauso begeistert von dem, was sich auf dem Rasen abspielt. Die beiden malen lieber.
Soccer-Dads gibt es auch, die rennen allerdings alle am Spielfeldrand hin und her, brüllen laut durch die Gegend und lassen die Frage aufkommen, warum wir eigentlich einen Trainer haben. Klar erkennbar außerdem, je südlicher das Ursprungsland, je lauter und aufgeregter die Väter (merke: das nächste Mal mit der ganzen Familie hingehen und miomarito beobachten ;-)).

Kurz nach 12 ist alles vorbei, der motzende Sohn (Dieser sch... Schiedsrichter! Unsre blöden Trainer. Außerdem habe ich ja nicht mal eine Minute gespielt! Keins davon übrigens wahr) wird zum Auto geschoben und wir brechen auf in Richtung alte Heimat. Dort gegen 15 Uhr ein schnelles, verspätetes Mittagessen, ab ins Bett und SCHLAFEN! Endlich.

1 commento:

Barbara ha detto...

Oh ja, an diesen typischen Umkeidekabinengeruch kann ich mich noch bestens erinnern. *örks*

Ich bin ja mal gespannt, wo meine Kinder in sportlicher Hinsicht landen, und ob überhaupt? Auf diese überambitionierten Eltern auf der Tribünen oder am Spielfeldrand kann ich gerne verzichten. Das hat mich schon immer während meiner aktiven Zeit leicht genervt.

LG
Barbara