martedì 2 marzo 2010

kurzzeitig schlechtes Gewissen

Letzte Woche als sich herausstellte, dass dieses Vorschul-Dings sogar 2 Stunden lang geht, also 2x2 Stunden pro Woche und dass damit der Stundenplan des Sohnes zusammen mit Kindergarten-Turnen, Fußball-Training und Kinder-Sport doch recht voll ist - ausgerechnet da las ich mal wieder etwas darüber, wie wichtig freie, unverplante Zeit für Kinder ist, wie sehr sie diese brauchen, um Kreativität zu entwickeln und sich selbst zu entfalten - und bekam sofort ein schlechtes Gewissen.

Dazwischen liegen nun ein sehr, sehr, SEHR langes Wochenende und der heutige freie, total unverplante Nachmittag und was soll ich sagen: das schlechte Gewissen ist wie weggeblasen. Solange sich nämlich die Kreativität von ilfiglio darin manifestiert, dass er sich 3 Stunden auf dem Sofa hin und her wälzt während er versucht, möglichst viele Reimwörter auf SCHEISS zu finden und die Selbstentfaltung darin besteht, sich neue Methoden auszudenken, wie man die Schwester ärgern kann ... solange hören sich 4 zusätzliche und kostenlosen Stunden Kinderbetreuung nach einer wunderbaren Idee an.

Außerdem will er da ja unbedingt hin.

[Bevor ilfilgio hier zu schlecht davon kommt, ich war mit ihm heute beim Friseur und ich habe selten (also selten außer meinem Sohn) so einen aufgeweckten jungen Herrn gesehen, der mit der Frisörin plauderte, immer einen kessen, aber netten Spruch auf der Lippe hatte und über dessen Sprüche der ganze Laden lachen musste - und dabei hielt er auch noch still.]

6 commenti:

Susi Sonnenschein ha detto...

Nun, man sagt doch immer, daß jedes Kind anders ist. Einige Kinder sind völlig überfordert von ihrem Tagespensum, deiner ist scheinbar unterfordert.
Zumal ich es ohnehin schwierig finde, denn klar ist diese zunehmende Konzentration auf organisierte Freizeitverbringdinger kritisch zu sehen, nur auf der anderen Seite sollten wir auch mal beachten, daß für die moderne Frau von heute, die möglichst perfekt funktionieren sollte, auch kaum mehr großelterliche/nachbarliche/verwandtschaftliche Entlastung vorhanden ist. 24/7 mit dem Kind zu verbringen ist ja theoretisch eine wunderbare Sache, nur es ist auhc anstrengend, wenn das Kind nichts anderes als Mama fordert. Ob das dann am Ende so toll ist, wenn Kind unterfordert ist, permanent die mütterliche Bespaßungsmaschine fordert, die aber die Forderung nicht erfüllen kann und am Ende dann jeder genervt ist, wage ich zu bezweifeln.
Ich denke, daß du durchaus in der Lage bist, dein Kind einzuschätzen, was ich einigen anderen überehrgeizigen Müttern nicht unbedingt zutraue. Also weg mit dem schlechten Gewissen und laß deinem ilfiglio den Spaß.

IO ha detto...

Danke für die lieben Wort - manchmal wäre ich eben gerne ein ganzes Dorf ;-) und weniger genervt.
Heute kam die Anmeldebestätigung, jetzt "muss" er eh gehen.

Julia aus M'cr ha detto...

Ach weisst Du, Larissa (ja ich weiss, Du weisst), in anderen Laendern, sprich hier, waere er doch schon seit laengerem in der Ganztagsschule. Da ist schon ab 3 oder 4 nix mehr mit "freier, unverplanter Zeit", denn NACH der Ganztagsschule muss man ja auch noch die Freizeitaktivitaeten, wie z. B. Schwimmen oder Fussball unterbringen. Manchmal ganz schoen stressig und ich frage mich auch, wie ein Kind es da lernen soll mit Langeweile umzugehen. Aber was ich eigentlich sagen wollte: freie unverplante Zeit ist so ein Kindheitsmythos a la Lindgren und "frueher waren wir stundenlang im Wald" und ich wage zu bezweifeln, dass es da wirklich einen fundierten Beweis gibt, dass das fuer die Entwicklung der Kinder wichtig ist (auch keinen Gegenbeweis natuerlich). Eher hat es mit der Nostalgie Deiner Forscher zu tun fuer eine Zeit, die in der Geschichte der Kindheit wahrhaftig kurz war! Und diese Nostalgie sollte Dir (und mir) wirklich kein schlechtes Gewissen machen. Schoenes neues blog outfit uebrigens.

IO ha detto...

Ich weiß, ich weiß. Ich habe Termin usw. als Kinder nur so gehasst, Gruppenveranstaltungen sowieso und ich war wirklich den ganzen Nachmittag draußen, teilweise im Wald oder eben auf der "Gass" - und ich fand das so wunderschön - ich muss mich immer noch daran gewöhnen, dass es das eben - hier - nicht mehr gibt und dass der Sohn eben auch anders tickt.

Julia aus M'cr ha detto...

Ja, dass freie unverplante Zeit auch Spass macht (zumindest manchen Kindern) glaube ich ja auch (und schwelge auch in Kindheitserinnerungen). Bei mir gehen halt nur bei so "frueher war..." Diskursen die Alarmglocken an, das ist einfach nicht wissenschaftlich belegbar und auch nicht wahr (was ist denn "frueher"?). Und selbst wenn, "freie unverplante Zeit" ist heute einfach oft nicht mehr drin und sollte nicht heraufbeschworen werden um vor allem Frauen ein Gefuehl der Unzulaenglichkeit zu vermitteln. Eher finde ich, man sollte sich klar machen, dass die Aufmerksamkeit und das Freizeitangebot, das Kinder heute haben, etwas noch nie dagewesenes ist (glaube ich zumindest ;)) und vielleicht auch etwas positives. Aber das kann man ja (noch) nicht wissen...

stadtfrau ha detto...

ich verstehe schon, dass da schlechtes gewissen hochkommt, würde mir jedenfalls auch so gehen. wobei ich mittlerweile die judo/turnen/fußball-termine des kindes nicht mehr als "termine" im negativen sinn sehe, sondern als dringend nötige bewegungsgelegenheit, die ich ihm so nicht bieten könnte. zumal er da auch seine "sozialen kontakte" pflegt. das sind also die "nachmittage im wald mit freunden" für moderne stadtkinder ;).
er hätte jetzt aber die möglichkeit gehabt, einen instrumentalschnupperkurs zu machen (verschiedene musikinstrumente kennen lernen), hätte mich sehr gereizt und wär sich gut im anschluss an fußball ausgegangen, aber wir haben uns dann wirklich bewusst dagegen entschieden.

dass freie, unverplante zeit tatsächlich positiv und kreativ genutzt wird, hat mir das kind außerdem erst gestern bewiesen, da hat er tatsächlich zuerst sein zimmer aus freien stücken aufgeräumt (mir kommen noch immer die tränen) und danach gemalt und gepuzzelt. und da denke ich mir, vielleicht muss man halt als eltern so ein paar langeweile-szenen in kauf nehmen, damit man zu diesem erfolgserlebnis kommt.