mercoledì 17 febbraio 2010

Todsünde

So, nun zum ersten Buch aus meinem Schnäppchen-Laden, denn statt mich mit baden-württembergischer Politik zu beschäftigen - wie rechts in der Spalte angegeben - habe ich zu später Stunde dann doch lieber zu einem Krimi gegriffen.




Die Geschichte spielt im vorweihnachtlichen Boston, Hauptfiguren sind ein eigentlich recht interessantes Ermittler-Duo, die Gerichtsmedizinerin Dr. Maura Isles und die Kommissarin Jane Rizzoli. Bei der Todsünde handelt es sich um den dritten Band einer Reihe, so dass ich sozusagen mittendrin angefangen habe zu lesen, was meiner Meinung nach allerdings nicht großartig auffällt.

Der Krimi fängt interessant an, eine junge im Kloster erschlagene Nonne, die kurz zuvor entbunden haben muss, eine ältere Nonne, die überraschenderweise den Mordversuch schwer verletzt überlebt und mittendrin die beiden Hauptfiguren, die sich selbst mit diversen privaten Problemen herumschlagen müssen. Leider übertreibt es dann die Autorin etwas. Ein einziger Krimiband voll gepackt mit Inzest, Vergewaltigung, Missbrauch, Religionskritik, Lepra, Umweltzerstörung, Chemieunfällen ... weniger wäre EINDEUTIG mehr gewesen.
Außerdem ist das Buch offensichtlich darauf angelegt, den Leser mit möglichst vielen medizinischen Details zu schocken, so werden Babyleichen seziert, von der Totenstarre steif gewordene Muskelstränge mit viel "Krach" und Gewalt gebrochen - vielleicht gibt es Leser, die sich von solchen Beschreibungen gruseln lassen, aber mir bereitet das weder schlaflose Nächte noch verspüre ich beim Lesen eine Gänsehaut auf dem Rücken und daher fand ich die sich immer mehr steigernden Autopsien eher öde und eben arg "gestellt.". Auch hier wäre vermutlich weniger mehr gewesen.
Weiter Kritikpunkte sind der Titel - ich habe bis heute nicht herausbekommen, auf was sich dieser Titel Todsünde beziehen soll (auch beim englischen Original "the sinner" komme ich eigentlich nicht weiter) - und die meiner Meinung nach schlechte Beschreibung Bostons. Vielleicht hat sich Boston in den letzten 10 Jahren sehr verändert, aber ich habe kaum etwas wiedererkannt und es stellte sich bei mir auch kein Boston-Gefühl ein und das obwohl es ja schon eine besondere Stadt ist. Einzig die große irischstämmige Community wird kurz einmal erwähnt, die interessante Konstellation von "irischen" Polizisten, einer italienischstämmigen Kommisarin und dem Mord in einem katholischen Kloster - das ganze an der von den WASP geprägten Ostküste - das wäre interessant gewesen. Chance vertan.
[Die Autorin kommt von der Westküste und lebt jetzt wohl seit ein paar Jahren in Maine. Vielleicht erklärt dies das Nicht-Boston-Bild]

So lässt sich der Krimi aber gut lesen, die Spannung hält sich in Grenzen und für 2,99 € darf man sich ja eigentlich gar nicht beschweren. Aber dennoch, es war mein ersten und letzter Tess-Gerritsen-Krimi.

KOMMENTARE:

Susi Sonnenschein ha detto...
Nun, es ist halt einfacher, den CSI- und Katastrophenfilmgestählten Leser mit einem Feuerwerk an Einfällen und Schockeffekten in Bann zu ziehen, als sich eine in die Tiefe gehende, spannende Story auszudenken. Mehr Schein als Sein, so wie du es beschreibst. Die Romane haben mich vorher schon nicht gereizt und werden es jetzt bestimmt nicht mehr tun: Danke, du ersparst mir miese Lektüre. Manchmal ist das ganz nett, wenn man sich entspannen will, aber eigentlich ärgert mich so etwas hinterher immer, da ich das Gefühl habe, Zeit verschwendet zu haben, die besser genutzt werden könnte.

Vielleicht wären die Lynley-Mysteries von E. George eher was, die sind anspruchsvoll geschrieben, die Stories sind meist hintergründig und solide, ziehen sich aber ein wenig.

io ha detto...
Davon steht hier über 1 Regalmeter voll :-) Und ich musste beim Verfassen dieser Kritik auch an die George-Krimis denken, warum weiß ich nicht. Vielleicht weil ich mir vorstellen konnte, was Frau George aus diesem Mord gemacht hätte - nämlich einen richtig guten Krimi.

Ich habe die letzten Bände gar nicht mehr gelesen. Neulich dann mitbekommen, dass Helen ermordet wurde... jetzt weiß ich nicht. Will ich mir das antun ... Ich glaube, der letzte, den ich gelesen habe war a traitor to memory ... nachher geht es in die Stadtbibliothek ... so werde ich nie Herr meines SUBs ...

Grimes mag ich auch, auch wenn sie weniger tragisch-melancholisch sind.

Sandy ha detto...
Na gut, dann werde ich mal was von den Beiden lesen, dann hab ich auch einen Vergleich - denn wie gesagt, konnte ich mit Krimis vorher noch nie so wirklich was anfangen und bin aber jetzt schon auf den Geschmack gekommen

(schon Martha Grimes und Elizabeth George, oder?)

io ha detto...
Ja, Martha ist definitiv lustiger und leichter als Elisabeth - da habe ich gerade bei den privaten Nebengeschichten bisweilen die Krise bekommen, weil sich alle so dranstellen ... aber die sind beide wirklich gut. Und man muss eigentlich vorne anfangen. Finde ich.

Susi Sonnenschein ha detto...
Ja, es stimmt leider, Helen wird ermordet. Aber gerade den Band finde ich sehr lesenswert.

Sandy ha detto...
nun verratet doch nicht alles... ;-)

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