mercoledì 17 febbraio 2010

Schwester Fidelma

Wie schon länger angekündigt, kommt nun ein kleiner Lese-Tip für Freunde des historischen Krimis, dieses Mal aus einer eher ungewöhnlichen Ecke, nämlich dem Irland des 7. Jahrhunderts.

Seit 1994 erscheint eigentlich ganz verlässlich jedes Jahr ein neuer Krimi von Peter Treymane, dessen Hauptfigur die irische Nonne Schwester Fidelma ist. Zusammen mit dem angelsächsischen Mönch Eadulf lösen sie in klassische englischer Manier die verschiedensten Mordfälle (bisweilen erinnert der Kontrast zwischen der "allwissenden" Fidelma und ihrem "vertrottelten" Sidekick an Sherlock Holmes und Dr. Watson) und führen den Leser durch die Welt des 7. Jahrhunderts.



Das Interessante an der ganzen Geschichte sind die Unterschiede zwischen dem römisch-christlichen Glauben und dem keltischen Christentum, das sich in Irland recht eigenständig entwickelt hat und dementsprechend immer wieder für Auseinandersetzungen sorgt - so beginnt die Reihe bezeichnenderweise mit der Synode von Whitby. Außerdem - und dies wird ausführlich in der Einleitung jedes Bands erklärt - zeichnete sich die irische Gesellschaft dieser Zeit nicht nur durch ausgesprochene Gleichberechtigung von Mann und Frau aus, sondern auch durch ihr - in unseren Augen und im Vergleich zum anglo-sächsischen Raum - modernes Gerechtigkeits- und Strafverständnis. So ist Fidelma nicht nur Nonne und Schwester des irischen König, sondern auch Anwältin bei Gericht - was ihr die Kompetenzen beschert, uneingeschränkt ermitteln zu können.

Die Bücher sind gut geschrieben, der Historiker Treymane schafft es, sein Wissen gut an den Mann zu bringen und ich finde es zur Abwechslung auch mal wieder nett, einen Krimi ohne Gemetzel und mit klassischer Aufklärung im Kreise aller Verdächtigen am Ende zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass ich, nachdem ich jetzt drei dieser Krimis hintereinander gelesen habe, einiges recht redundant finde. Sprich einige Besonderheiten der irischen Gesellschaft werden in jedem Buch ausführlichst erklärt - das macht den Einstieg natürlich leicht, nervt bei Lesen "in der Reihe" allerdings bisweilen sehr (und ich bin mir auch nicht sicher, wie sehr Treymanes Vorstellung der "Überlegenheit" der frühmittelalterlich-irischen Gesellschaft historisch haltbar ist - will ich jetzt aber auch gar nicht wissen ... sonst sind die Bücher vielleicht nicht mehr so nett).

Abschließend sei noch zu sagen, dass sich das Zölibat zu dieser Zeit auch im klösterlichen Bereich noch nicht durchgesetzt hatte ;-)

P.S.: Ausführliche Kritiken zu den einzelnen Bänden, die übrigens keinesfalls immer in Irland spielen, gibt es bei der histo-couch.

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