mercoledì 17 febbraio 2010

Schweden-Krimi

Ich bin ja immer sehr skeptisch gegenüber Bestseller und Büchern, die in irgendwelchen Listen auf oberen Plätzen auftauchen, weil ich dem teilweise idiotischen Gedanken anhänge, dass etwas, was alle super-toll finden, gar nicht wirklich gut sein kann.
Trift ja oft auch zu, neulich habe ich den Nachfolger der Säulen der Erde gelesen, Tore der Welt und muss sagen, nun ja, nett, die einzelnen Versatzstücke aus historischen Begebenheiten, Sex, Liebe, Architektur und böse Machenschaften schön gemischt, so dass für jeden etwas dabei ist und natürlich auch gefällig geschrieben, aber wahrhaftig keine Offenbarung, sehr unmittelalterliche Protagonisten und keinerlei Originalität.




Daher war ich auch beim ersten Band von Stieg Larsson sehr unentschlossen, ob ich das überhaupt lesen wolle, aber die Bücher standen bei meiner Schwiegermutter im Regal, ich hatte Zeit und nichts zu lesen dabei. Und was soll ich sagen, ich war tatsächlich positiv überrascht und habe die drei Bände - also insgesamt weit über 2000 Seiten - innerhalb von 10 Tage komplett durchgelesen.

Die Bücher sind natürlich keine schriftstellerische Meisterleistung und der Vergleich mit Mankell hinkt gehörig - zumindest mit den guten Wallander-Krimis kann Larsson definitiv nicht mithalten - aber dennoch liest sich das ganze sehr gefällig und ich hätte die Bände sonst auch nicht so verschlungen. Die Figuren sind jetzt auch nicht wahnsinnig ausgefeilt und facettenreich, aber gerade die weibliche Hauptfigur hat es mir sehr angetan - einfach, weil ich sie ziemlich cool fand und es mal etwas anderes war.
Die Geschichten entwickeln sich übrigens jeweils recht langsam, was mich jetzt nicht gestört hat, weil es einfach nett fand, im Bett zu liegen und mal wieder Zeit zum Lesen zu haben. Den ein oder anderen könnte es vielleicht aber auch nerven - man hätte die Geschichte auch wesentlich kompakter schreiben können (und so vielleicht auch Mankell-artige Spannung erzeugen können), aber mir persönlich haben die längeren Beschreibungen des Redaktions-Alltags (die männliche Hauptfigur ist Journalist) und der "Hacker-Recherchen" gut gefallen.

Insgesamt kann man sagen, dass man sich die Taschenbücher ruhig kaufen kann, 9 Euro für 800 Seiten ist ein fairer Preis und man hat leichte, recht unterhaltsame Krimi-Lektüre. Mehr aber auch nicht.

Wer mehr lesen mag: die sehr unterschiedlich Bewertungen bei der Krimi-Couch und hier noch ein interessanter Artikel aus der gestrigen SZ Das letzte Kapitel - Stieg Larsson: Krimi um sein Erbe

P.S.: Ich wußte nicht, dass es tatsächlich eine Art Hype um diese Bücher gab, ich dachte, es sei nur ein ganz normaler Bestseller. Den Hype kann ich nun so gar nicht nachvollziehen.

KOMMENTARE:

familienschnipsel ha detto...
Danke!!!
Früher oder später sind die Bücher dran.

(Der Hype ist bei mir auch noch nicht angekommen. Bin ich da wohl etwas ignorant? Hm.)

marco ha detto...
Ich fand die Frau Salander spätestens ab dem 2. Buch nervig. Völlig überzogen und zu sehr Superheldenartig.


Susi Sonnenschein ha detto...
Nun ja, den Hype um Harry Potter kann ich auch nicht nachvollziehen, aber er ist nu mal da. Ich fand, der zeite Band las sich ein wenig zäh und die Storys sind ein wenig überzogen, aber sonst - unterhaltsame Lektüre. Mein Lieblings-Schweden-Krimi ist übrigens immer noch ungeschlagen "Fräulein Smillas Gespür für Schnee". Das Buch und der Film. Mankell sollte ich auch mal lesen, ich habe einen Band hier, den ich aber öde finde.


io ha detto...
@eva: Seit die Kinder auf der Welt sind bekomme ich gar keinen Hype (welcher Art auch immer) mehr mit ...

@marco: Kalle Blomquist fand ich viel nerviger und ein weiblicher superhero hat doch zur Abwechslung mal etwas. Ich fand sie halt so schön unsozial :-)

@susi: Von harry potter war ich ganz begeistert, das fand ich mal was ganz anderes in Sachen Kinderbuch. Smilla ist auch eins meiner Lieblingsbücher, ist ja auch etwas mehr "Literatur" als diese Krimis.
Mankell fand ich ganz toll, da habe ich nachts bei einigen Büchern fast nicht mehr schlafen können, so spannend fand ich die - damals wohnt eich auch noch alleine. Verstärkt den Gruselfaktor deutlich - MAMA, kann ich was zu Trinken haben gegen Mitternacht erdet unheimlich ;-)
Aber ich weiß nicht mehr genau, welche Bücher das waren - vielleicht die fünfte Frau?

anna in zena ha detto...
ich hab den zweiten band gelesen (auf englisch und eher kursorisch), fand den grund-charakter der dame eigentlich ganz nett (stichwort unsozial), generell aber alle zu klug und alleskönnend und die eigentliche geschichte eher schlecht.

Pampersfront ha detto...
Ich hab auch alle drei Bücher innerhalb von kürzester Zeit verschlungen :-) - jetzt wurde das ganze sogar verfilmt, darauf bin ich schon gespannt!

Muss dir rechtgeben, zum Teil sehr langatmig geschrieben, aber irgendwie konnte ich die Bücher nicht mehr aus der Hand legen. Und ich frage mich, ob sich die Schweden wie im Buch wirklich nur von Kaffee und belegten Broten ernähren.

Sandy ha detto...
Ach nö, jetzt hab ich mich so gefreut, dass Tore der Welt als Taschenbuch zumindest schon mal angekündigt wurde und nun schreibst du dies...
Aber dafür werde ich wohl bald schwedische Krimis lesen :-)

io ha detto...
@anna: Er verzettelt sich halt. Der ganze ideologische Überbau ist zwar im Prinzip sympathisch, hat dann aber mit dem Kern der Story eher weniger zu tun und weniger wäre sicher mehr gewesen.

@pamersfront: Ich weiß auch nicht genau - wie man meiner Kritik vielleicht ja auch entnehmen konnte - warum ich die Bücher - trotz ihrer offensichtlichen Mängel - nicht aus der Hand legen konnte. Der Film kommt nächste Woche hier in die Kinos - so weit ich weiß.

@sandy: Man kann die Tore der Welt schon lesen, liest sich gut, aber irgendwie bleibt danach - meiner Meinung - ein fahler Nachgeschmack und man fragt sich, warum er das gleiche Buch zwei mal geschrieben hat. Außerdem - die Historikerin spricht - fand ich es schwierig, dass sich die 200 Jahre, die zwischen den beiden Büchern vergangen sind, kein bisschen in der Geschichte (also "story") niederschlagen, da hat sich auch im Mittelalter viel getan. Also gerade in der Wirtschafts- und Stadtgeschichte sowie beim niederen Adel. Wäre ja eine Möglichkeit gewesen, den Leuten klar zu machen, dass das Mittelalter keine statische Zeit war. Immerhin Pest und die damit einhergehenden wirtschaftlichen und religiösen Probleme werden thematisiert.

Anne ha detto...
Dankeschön! Klingt, als wäre es lohnenswert, sich in die Warteliste der Bibo einzureihen (anstelle eines Kaufes;-)).

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