mercoledì 17 febbraio 2010

Sachsen-Saga

Da ich in den letzten beiden Wochen viel Zeit zum Lesen hatte, kann ich heute mal wieder einen Buch-Empfehlung zu "Papier" bringen, allerdings muss ich auch etwas vorwarnen, denn es wird blutig.

In seiner von mir sehr geliebten Artus-Trilogie hat Bernard Cornwell bereits die Konflikte zwischen Briten und einfallenden Angel-Sachsen im 5. Jahrhundert beschrieben, mit der Uhtred-Reihe entführt er den Leser in die 2. Hälfte des 9. Jahrhundert, in die Zeit Alfreds des Großen und die Einfälle und Eroberungen der Wikinger.



Die Bücher (bisher sind auf Deutsch vier erschienen: Das letzte Königreich, Der weiße Reiter, Die Herren des Nordens und Schwertgesang) sind wesentlich blutiger und schlachtenlastiger als die Artus-Triologie und man muss schon ein gewisses Faible für Schildwälle und Schwerterblitzen haben, um sich durch die ca. 500 Seite pro Buch zu "kämpfen". Das erste Buch startet etwas zäh, aber wie man an der Tatsache erkennen kann, dass ich 2000 Seite innerhalb von 2-3 Wochen verschlungen habe, nimmt die Erzählung deutlich an Fahrt auf.

Zentral Figur der Bände ist Uhtred, ein heidnischer und teilweise bei den Dänen aufgewachsener Sachse, der eigentlich gegen seinen Willen immer wieder im Dienst des christlichen Alfreds und zwischen den Fronten landet. Sein eigentliches Ziel ist Wiedereroberung seiner Hausburg in Nothumbria, die ihm sein Onkel entrissen und seine Stelle als Aldermann eingenommen hat, aber bis dahin lässt ihn Cornwell viele Abendteuer erleben, Schlachten schlagen, Frauen treffen usw.

Auch wenn ich die Reihe für nicht so gelungen halte wie die Artus-Trilogie und der Schlachten-Anteil bisweilen etwas niedriger sein könnte, so ist es dennoch eine weitere spannende und gelungene Beschreibung der gerade noch Dark Ages (praktisch, man weiß ja nur wenig über diese Zeit und so kann ich auch nur schwer über Unhistorisches lästern), des Kampfes zwischen nordischer Götterwelt und Christentum, zwischen Ordnung und Unordnung, Gesetz und Gesetzlosigkeit. Und ich erwarte gespannt das Erscheinen des 5. Bandes.

[Und der Preis: 500 Seiten für 9,90 € lohnen sich wirklich! Ausführlichere Kritiken gibt es bei der Histo-Couch.]

KOMMENTARE:

Sandy ha detto...
Oh, Schlachtenschilderungen sind ja nun so gar nicht meins und längere werden daher von mir gerne überblättert. Daher bin ich jetzt mal gespannt, wie weit ich damit komme...


io ha detto...
Du liest aber Artus, oder?! Da gibt es ein paar schöne Schlachten, die man natürlich auch überblättern kann, wenn man das nicht mag, aber bei den Uthred-Büchern bleiben dann nur noch ein paar Seiten zum Lesen übrig.

OH NEIN! Du hast da doch ein Uthred-Buch ... öh, das tut mir leid. Wenn Du magst, dann schicke ich Dir meine leicht zerfledderten Artus-Bücher zum Lesen. Das ist dann vielleicht eher etwas für Dich.


Sandy ha detto...
Ich hab den Winterkönig, aber ihn noch nicht gelesen, da ich warten wollte bis auch der 3. Band wieder neu aufgelegt wurde.
Und gerade hab ich gesehen, dass man ihn schon vorbestellen kann, insofern kann ich dann ja wohl auch mal damit anfangen - ein paar Schlachten halte ich schon aus :-)


Rosa ha detto...
Ich hab grad ein Buch am Wickel gehabt, wo ich dachte, vielleicht vielleicht vielleicht könnte es Dich interessieren. "Der geheime Faden" von Kylie Fitzpatrick. Ich weiß nicht, ob Du Dich für den "Teppich von Bayeux" interessierst. Und für die Jahre 1064 ff. in Canterbury usw. Der Roman hat jedenfalls das Rätsel um die Entstehung des "Teppichs" ein wenig umgedeutet, und das liest sich gar nicht mal sooooo sehr unspannend. Also es ist kein Krimi, es fließt kein Blut, es geht um eine junge Geschichtsdozentin, die nach dem Tod ihrer Mutter über Tagebuchaufzeichnungen einer Stickerin aus dieser Zeit stolpert. Leider nur 440 Seiten, es wird aber schlüssig dargelegt, warum eine Stickerin zu der Zeit schreiben und lesen konnte. Ich hatte ein wenig das Gefühl, als wenn die Völker etwas vermischt wurden (waren Wikinger Kelten? Normannen?). Naja, egal, jedenfalls fiel es mir grad ein, dass es Dich vielleicht interessieren könnte :-)

io ha detto...
Danke für den Tipp. Was mich jetzt allerdings doch etwas zusammenzucken lässt, ist ein Tagebuch aus dem 11. Jahrhundert. Das wäre eine absolute kulturhistorische Sensation ;-)

Die Wikinger waren Normannen, also ursprünglich Nordmänner aus Dänemark, Schweden und Norwegen. Die Normannischen "Staats"gründungen konnten sich allerdings nur in der Normandie halten. 1066 haben dann die dort ansässigen Normannen mit William dem Eroberer an der Spitze England (eine Bevölkerungsmischung aus Briten (Wales), Angel-Sachsen und ehemaligen Wikingern) erobert.

Um welches Geheimnis geht es denn in dem Buch?

io ha detto...
P.S.: Die Waliser sind keltischen Ursprungs und bei den Angeln und Sachsen waren auch noch Jüten (von der Insel Jütland, dort von den Dänen vertrieben) dabei.

Habe ich jetzt alle Klarheiten beseitig (hohoho)?!

Das Muddi Tina ha detto...
nicht schlecht die Lektüre. Im Bereich Fantasy empfehle ich noch die "Kriegsklingen"-Reihe von Joe Abercrombie. :-)
der Mann von das Muddi Tina

Rosa ha detto...
Naja, ein Tagebuch ist vielleicht falsch ausgedrückt. Das ist halt eine Stickerin am Hofe der Königin Edith (Gattin von Edward), und die hat von einem Mönch (Odericus) schreiben gelernt. Und sie kommt an Pergament heran und schreibt in unregelmäßigen Abständen das Geschehen auf.

Ach, ich war bei den Kelten gar nicht so unklar, ich bin ja alte Irlandfahrerin, aber ein Satz in dem Buch hat mich fast dazu gebracht, es wegzulegen: Der Lover der Geschichtsdozentin (halb Französin, halb Britin) sagt zu ihr, sie sei wunderschön, halt eine keltische Wikingerin, eine Normannin. Hm, das las sich so, als hätte er gesagt, sie sei eine wunderhübsche japanische Schwedin ...

Naja, ansonsten aber, es hat meine Neugier geweckt, das mit dem Teppich von Bayeux.


io ha detto...
@der Mann von das Muddi Tina:
Danke für den Tipp. Ich habe mir die Kommentare bei amazon durchgelesen und bin noch etwas skeptisch. Vielleicht muss ich einfach mal in ein Buch reinschauen. Ich bin ja großer Tad Williams-Fan und habe auch jahrelang Wheel of Time von Robert Jordan, gelesen (bis ich den Überblick verloren habe ...) haben, also so gesehen wäre es ja schon etwas für mich.

@rosa: Okay, jetzt kapier ich's. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall merken. Der Teppich ist eine tolle Sache, ich habe mal ein Seminar darüber gemacht, allerdings in den USA bei einer arg feministischen (die reader waren lila eingebunden ...) Kunsthistorikerin mit Spezialgebiet Glasmalerei und das ganze war dann etwas wirr ... ;-)

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