mercoledì 17 febbraio 2010

Imprimatur


Imprimatur von Rita Monaldi & Francesco Sorti

Rom 1683. Nach dem Tod eines Gastes wird aus Angst vor der Pest eine römische Herberge unter Quarantäne gestellt. Abbé Melani, ein anderer Gast, wittert jedoch einen Mord und beginnt mit Hilfe des Küchenjungen, nach dem Täter zu suchen. Der Todesfall beginnt ungeahnte Kreise zu ziehen und führt ins Herz politischer und kirchlicher Intrigen, die das Schicksal von ganz Europa bestimmen können. Eine fesselnde Kriminalgeschichte im Italien des 17. Jahrhunderts und zugleich ein farbenprächtiges Sittengemälde jener Zeit.
(Klappentext)
Das Autorenpaar hat angeblich 10 Jahre zu diesem Roman recherchiert und all dieses Wissen schön auf die verschiedenen Personen, die sich in der Herberge eingeschlossen befinden, verteilt. Jeder bekommt mindestens einmal die Möglichkeit, ausführliche über (s)einen Bereich des Lebens im 17. Jahrhundert zu sprechen.
Cristofano, ein berühmtem Arzt aus Siena, über die Medizin, Pater Juan des Robleda, Jesuit aus dem spanischen Granada, über die Religion, Roberto Devizé, Musiker aus Paris, über die Musik usw. Da die Geschichte aus der Sicht des recht naiven Küchenjungen erzählt wird und dieser von der (seiner) Welt noch nicht so viel mitbekommen hat, kommt man sich als Leser im barocken Gewirr der historischen Hintergründe und Intrigen nicht allzu verloren vor.

Die zweite Hauptperson neben dem Küchenjungen ist Abbé Melani, ein Kastrat und Diplomat/Spions Ludwigs XIV., den es wirklich gegeben hat und dessen Schrift "Die Geheimnisse der Konklaven und die Laster der Kardinäle" von Monaldi & Sorti veröffentlicht und überarbeitet wurde - und deshalb vielleicht auch etwas mit Vorsicht zu geniesen ist.

Den historische Hintergrund dieses Romans bilden die Herrschaft eben jenes Sonnenkönigs, die Belagerung Wiens durch die Türken und Papst Innozenz XI.

Da ich den Roman noch nicht zu Ende gelesen haben kann ich mir eigentlich kein abschließendes Urteil erlauben. Dennoch, ich finde das Buch sehr interessant, gut geschrieben und sehr, sehr informativ; dem oft beschworenen Vergleich mit Ecos Romanen kann es allerdings standhalten. Eco schreibt viel leichter, lustiger und weniger lehrhaft. Einzig die Figuren des Abbe und des Küchenjungens haben bis jetzt (2/3 des Buches) den etwas schablonenhaften Charakter ihrer Mitgefangenen abschütteln können. Wer aber einen guten historischen Roman über das 17. jahrhundert lesen und sich außerdem über die Epoche des Barock informieren möchte, ist sehr gut bedient.

Wer noch mehr im 17. Jahrhundert herum lesen möchte, der muß später noch einmal vorbeischauen, dann stelle ich noch weitere Empfehlungen in den Blog, jetzt muß ich mich erstmal um den wieder erwachten Knilch kümmern. Übrigens, zur Belagerung Wien kommt am Samstag eine Sendung auf arte - eine umfassende, nicht zwischen Windelwechseln und Wäschewaschen geschriebene Rezension zum Imprimatur gibt es übrigens hier

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