mercoledì 17 febbraio 2010

Die Zärtlichkeit der Wölfe

Da ich ja in den letzten Tagen viel Zeit hatte zu lesen, kommt hier der erste Lektüre-Tipp: Die Zärtlichkeit der Wölfe von Stef Penney



Ich habe das Buch von meinen Schwiegereltern zu Weihnachten geschenkt bekommen und ich bin begeistert - auch wenn ich gar nicht so richtig sagen kann warum.

Der Roman spielt in Kanada, im Jahr 1867. In einer kleinen Siedlung mitten in der Schneewüste wird ein Mann skalpiert in seinem Bett gefunden, der 17jährige Adoptivsohn des Ehepaares Ross ist verschwunden und neben den offiziellen "Untersuchungsbeamten" der Hudson’s Bay Company macht sich auch seine Mutter auf die Suche nach ihm. Die einen kämpfen sich durch Einöde und Schnee, um ihn als vermutlichen Mörder festzunehmen, die andere um ihn vor diesem Schicksal zu retten. Im Laufe der Erzählung stellt sich heraus, dass es noch um weit mehr als diesen Mord geht, es geht um wertvolle Pelze, unterschiedliche Handelsinteressen, zwei verschollene Mädchen, Liebe und die Möglichkeit einer indianischen Schriftkultur.

Das Buch ist durchgehend im Präsens geschrieben, was mich erst etwas irritiert dann aber begeistert hat, die Sprache ist sehr einfach, fast karg und passt irgendwie zum einen hervorragend zu den dargestellten Menschen und zum anderen zur unendlichen Schneewüste. Wenn man sich tagelang mit erfrierenden Fingern, teilweise schneeblind und festgefrorenen Tränen in den Augen durch eine solche Landschaft kämpft, hält man eben keine elaborierten Reden mehr. Es gibt mehrere Erzählperspektiven, zum einen die Ich-Erzählerin Mrs. Ross (die Mutter) und dann etliche weitere personale Erzähler, die nicht für Verwirrungen sorgen, sondern langsam aber sicher ein erklärendes Gesamtbild entstehen lassen.

Die Autorin litt beim Schreiben dieses Buches, ihres Debütromans, angeblich (ich finde man muss bei solch passenden Aussagen eines Verlages immer etwas vorsichtig sein) unter Agoraphobie und konnte so für ihre Recherchen ihre britische Heimat nicht verlassen und war deshalb auch noch nie in Kanada (Karl May lässt grüßen ;-)). Da ich zwar schon in Kanada war, mich aber auch noch nie durch die schneebedeckte Wildnis gekämpft habe (und schon gar nicht Mitte des 19. Jahrhunderts), sondern schön in den großen Städten geblieben bin, kann ich nicht beurteilen, ob die fehlende Kanada-Kenntnisse der Autorin dem Buch geschadet haben. Allerdings finde ich die beklemmenden Beschreibungen der Weite, der Einsamkeit und der Unendlichkeit der Landschaft sehr beeindruckend, so dass das mit der Agoraphobie vielleicht doch wahr und vor allem nützlich gewesen ist.

Stef Penney hat für ihr Erstlingswerk 2006 den begehrten Costa-Award bekommen und ist eigentlich Filmemacherin, was man dem Buch irgendwie auch anmerkt. Hier gibt es übrigens einen längere, interessanten Artikel/Interview aus dem Guardian über die Autorin, die inzwischen an ihrem zweiten Buch sitzt.

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