mercoledì 17 febbraio 2010

Der Antiquar von Konstantinopel

Gestern Abend habe ich noch schnell die letzten Seiten des Antiquars von Konstantinopel gelesen und versuch mich jetzt mal an einer Kritik, was nicht ganz einfach ist, das die Spielgruppe heute nur eine Notgruppe hat und Madame also hier zu Hause weilt ...



Der Einstieg in das Buch ist mir zunächst etwas schwer gefallen, weil ich die Handlung als etwas schleppend empfand, im weiteren Verlauf wird es dann aber wirklich spannend und vorgestern Nacht konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Man braucht also vielleicht etwas Geduld, wird dann aber meiner Meinung dafür auch belohnt.

Der Antiquar von Konstantinopel spielt in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts und Dank des profunden Wissen das Autor, Jason Goodwin, einem englischen Byzantinisten, erhält man einen wunderschönen Einblick in die Zeit, das Mit- und Gegeneinander der Griechen, Türken, Juden, Armeniern, Albanern und westlichen Europäern in der Hauptstadt des osmanischen Reiches. Bisweilen fand ich die historischen Hintergrundinformationen etwas zu offensichtlich (Dorothy Dunnett - derzeit das Maß aller Dinge hier ;-) - gelingt das viel besser), was allerdings auch daran liegen kann, dass ich das meiste davon eben weiß und genau wußte, welche Geschichte(n) jetzt erzählt werden würde.

Interessant ist die Hauptfigur, quasi der ermittelnde Detektiv, ein Eunuch namens Yashim, Vertrauter des im Sterben liegenden Sultans. Kurios auch sein bester Freund, der polnische Botschafter, dessen Land zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr existiert und der daher viel Zeit hat, Yashim zu helfen. Lecker fand ich die vielen Beschreibungen des Essen, das Yashim, ein begeisterter Koch, zubereitet (etwas, was mich in Italienischen Krimis inzwischen ungemein nervt, hier aber durchaus den Reiz des Neuen in sich trägt).

Kurz und gut, es werden Menschen umgebracht, ein französischer Archäologe muss verschwinden und als Yashim selbst unter Verdacht gerät, muss er den gefährlichen Fall aufklären (die übliche Krimihandlung eben ;-)) - und es macht Spaß sich von der fremden und dann doch wieder gar nicht so fremden Atmosphäre gefangen nehmen zu lassen.

Einzig der Titel des Buches gibt mir Rätsel auf. Es wird zwar auch ein Antiquar ermordet, aber wieso man nicht den viel besser zur Handlung passenden englische Titel The Snake Stone - die Schlangensäule - übernommen hat, kann ich mir nicht erklären. Vor allem da diese Säule eine zentrale Rolle in der Geschichte besitzt.

Der Antiquar von Konstantinopel ist übrigens der zweite Band in der Yashim-Reihe (der erste heisst Die Weisheit des Eunuchen, das dritte Buch ist noch nicht aus dem Englischen übersetzt), lässt sich aber auch "ohne Vorkenntnisse" gut lesen.

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