mercoledì 17 febbraio 2010

1 zu 1

In den letzten Tagen habe ich mich schnell durch das Buch von Stefan Ulrich gelesen und gestaunt, dass man als deutsche Familie in Rom anscheinend genau die gleichen Erfahrungen macht.
Ich könnte zu fast jeder seiner Geschichte/Episode eine entsprechende aus unserem Rom-Aufenthalt bieten. Angefangen von der stromlosen Wohnung, den endlosen Telefongesprächen mit der italienischen Stromgesellschaft bzw. den Telefonkompanien über die Schwierigkeiten einen permesso di soggiorno (Aufenthaltsgenehmigung) zu bekommen (bzw. ihn alle 3 Monate verlängern zu lassen) und dem daraus resultierende Entschluss, ganz darauf zu verzichten (bei Ulrich war es die residenza, an der wir uns erst gar nicht versucht haben), dem Erfinden eines codice fiscale (Sozialversicherungsnummer) bis hin zur Überraschung, dass es tatsächlich italienische Familien gibt, die in abgeschiedenen österreichischen Bergdörfern Urlaub machen (bei uns war es unser genuesischer Klempner, bei Ulrich ist es der Aquarium-Händler).
Ein großer Unterschied allerdings bleibt, Ulrich ist SZ-Italien-Korrespondent und hat so das nötige Kleingeld, um sich und seiner Familie ein angenehmes Leben in Rom zu ermöglichen. Er wohnt in Prati, einem schönen Viertel neben dem Vatikan und am Wochenende sind Touren ins Umland angesagt. Das konnten wir uns damals alles nicht leisten, daher waren wir ja eher nur gestresst von Rom und meine Devise heisst seitdem, Rom gerne, aber nur mit viel Kohle ;-)



Nun aber meine Kritik: Ulrich ist ein guter Italien-Korrespondent und schreibt interessante Artikel in der SZ - er kann meiner Meinung nach aber kein komplettes Buch schreibe/füllen. Viele Abschnitte lesen sich wie der Einstieg in einen längeren Zeitungsartikel der sich dann irgendwie im nirgendwo auflöst. Er versucht witzig zu schreiben, manchmal gelingt es, manchmal nicht. Die einzelnen Episoden werden durch eine etwas seltsame Etrusker-Geschichte zusammengehalten, das kann aber keine echte Handlung ersetzen. Meine Vermutung ist, dass nach dem Erfolg von Maria, es schmeckt ihm nicht der Verlag einen weiteren SZ-Redakteur mit dem Thema Italien herausbringen wollte -"egal wie".

Trotzdem habe ich das Buch wegen der Erinnerungen und Parallelen gerne gelesen. Ich weiß aber nicht, ob das für Menschen, die nicht in Rom oder sonst wo in Italien gelebt haben, so witzig ist. Es kann aber auf der anderen Seite auch sein, dass für diese Menschen das ganze - woran wir uns ja schon teilweise gewöhnt hatten - so absurd ist, dass es sich wieder lohnt das Buch zu lesen.

Ich bin also auf eventuelle Rückmeldungen gespannt.

KOMMENTARE:

Marion ha detto...
Ich hab's im Urlaub gelesen. Fand es zwar teilweise etwas in die Länge gezogen (die Sache mit den Etruskern passte m.M. nach nicht so richtig rein) - aber die anderen Geschichten und Schwierigkeiten amüsant und lustig. Man kann es einfach nicht glauben, das es wohl wirklich so läuft :-)

Ich kenne Rom nur aus vielen Besuchen und von daher wollte ich es lesen. Aber als Urlaubslektüre passt es.

stadtfrau ha detto...
ich habe dich zu rom-zeiten ja noch nicht gelesen, nur im nachhinein ein bisschen gestöbert, aber allein diese mini-zusammenfassung da oben - ich würde unter solchen (lebens)umständen keine ruhige minute haben. ich denke, wenn man nicht gerade kohle hat, erfordert das auch einigen mut!

io ha detto...
@marion: Es ist haargenau so! Vor allem das mit der Heizung im Winter. Ich habe nie im Leben so gefroren wie in Rom.

@stadtfrau: Ich find die oben beschriebenen Beispiel gar nicht so schlimm, das ist relativ "normales" italienisches Leben. Ich werde die vergessen, wie wir uns in Genua mal bei unserem Hausmeister beschert haben, dass wir kein Wasser haben. Da meinte dieser nur lapidar Entweder es gibt Wasser oder es gibt kein Wasser. Also hatten wir halt ein paar Tage kein Wasser.

Was an Rom so unglaublich stressig ist und was sich mit Geld eben vermeiden lässt, sind so Sachen wie eine schöne Wohnung in einer centralen Gegend, die Möglichkeit auch mal ein Taxi zu benutzen statt sich mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu quälen müssen (geht ja zum Beispiel mit Kinderwagen eigentlich gar nicht) oder am Wochenende eben mal raus fahren zu können.

Und ich denke, man wird mit jedem Auslands-Aufenthalt auch abgebrühter und abgehärteter. Wir sind ja dann doch schon viel herumgekommen.

familienschnipsel ha detto...
Oh Gott! -das Heizungsfiasko! Plus nicht schliessende Balkontüren. Ich erinnere mich mit Schrecken daran.
LG Eva

bibliomanie ha detto...
Danke für den Bericht!
Ich möchte das Buch auch schon seit längerem Lesen, aber mein Lesestapel ist immer so groß, dass ich bisher noch nicht dazu gekommen bin

Muss aber unbedingt noch nachgeholt werden.
Also bald.

Öhmja. So bald wie geht ;)

Julia aus M'cr ha detto...
"Rom schon - aber nur mit Kohle" trifft's wahrscheinlich schon. Wie Du weisst, kenne ich so einiges von dem, was ihr erlebt habt (die KALTEN italienischen Winter, die Buerokratie...naja, und wie Du vergessen hast zu erwaehnen, die Zuvorkommenheit der Roemer...) zu Genuege. Das Buch kenne ich aber nicht.

io ha detto...
@bibliomanie: Das Buch liesst sich recht schnell und einfach durch.

@julia:
Was die Zuvorkommenheit der Römer angeht ... die kommt in dem Buch NICHT drin vor, vielleicht hat Ulrich ja Glück gehabt oder aber darf als Italien-Korrespondent nichts darüber schreiben. Vielleicht schreibt er aber auch noch an Mein letztes Jahr in Rom ;-)

Marion ha detto...
@io:
Wahnsinn... Zu der Zeit habe ich bei dir noch nicht mitgelesen.

Aber man kann es sich einfach gar nicht vorstellen, das es wirklich so ist.

Aber trotzdem war es schön in Italien oder?

io ha detto...
Also in Genua war es wunderschön, Rom war sehr, sehr schwierig. Wir hatten 1 Woche lang keinen Strom in unserer Wohnung, weil es so lange dauerte, bis der Strom wieder "angeschaltet" wurde bzw. auf uns "angemeldet" war. Beim Auszug der Vormieter wird der abgemeldet und ci vuole un pò di tempo um das alles wieder zum Laufen zu bringen.
Das mit der Heizung ist auch unglaublich, die läuft halt nur Nachmittags bis Abends wenn die arbeitende Bevölkerung zu Hause ist, tagsüber hat man dann mollig 12-15°C in der Wohnung.
Ulrich übertreibt wirklich nicht und er hat ja auch noch Glück mit seinem Hausmeister, den Vermieter usw.

Also wir in Rom gelebt haben - inklusive eines täglich Amok-laufenden Sohnes - wollte ich einfach nur raus aus diesem Moloch. Inzwischen habe ich fleißig verdrängt und ich denke, es könnte mit mehr/viel Geld wirklich ganz nett sein in Rom zu wohnen. Aber Genua wäre mir viel, viel lieber. (Klappt aber beides nicht bzw. ist sehr unwahrscheinlich)

Sabrina ha detto...
Ich fand das Buch klasse, einige Dinge sind wirklich gut getroffen.

Heizung??? Was für ein Luxus! Ich durfte vor ein paar Jahren im Februar in einer Erasmus-WG in Salerno frieren, frieren, frieren... Es gab keine Heizung. Nur ein Heizlüfter hat mich vor dem Gefriertod gerettet.;-) Allerdings konnte der nur sporadisch angestellt, werden da alle 4 WG-Bewohner sich einen gekauft hatten und bei gleichzeitigem Anschalten alle 2 Minuten die Sicherung rausflog, so dass das unmöglich war. Habe dann nach ein paar Wochen, auch aus anderen Gründen, die die Vermieterin betreffen, eine andere Wohnung gesucht. Und mit Zentralheizung gefunden!!!:-)

Gruss,
Sabrina,
die trotzdem nicht von Italien lassen kann.

io ha detto...
Ma Salerno ... das ist südlich von Rom, da wird es natürlich nicht kalt ;-)

Ich gestehe, dass ich mich tatsächlich noch nie so weit in den Süden "getraut" habe, nur einmal mit Interrail nach Napoli (und Pompeji), da war ich etwas von den Damen im Bikini und den Hochhackigen im Bahnhof irritiert gewesen ... und auch sonst ... aber das ist 10 Jahre her ... ich muss da unbedingt mal wieder hin.

Sabrina ha detto...
Damen im Bikini habe ich dort am Bahnhof noch nicht gesehen. Ich kenne dafür den Norden kaum, halte mich fast immer ab Neapel bis weiter südlich auf. Ausnahmen: Mehrmals Rom, einmal Viterbo und noch gar nicht solange her, habe ich auch mal Verona und Venedig erkundet. Mein Italienbild ist hauptsächlich vom Süden geprägt.

an.na ha detto...
Aaa, Roma ... :) Ich erinnere mich daran, daß ich während meines Auslandsjahrs ab und zu ziemlich genervt war von dem Moloch - obwohl ich fantastisch gewohnt habe: oberhalb des Vatikan in Richtung Gemelli-Krankenhaus (Endstation Metro A); und wir hatten auch nur ein Problem mit WARMEM Wasser und mit dem Kühlschrank ... Jetzt war ich im Juni für 3 Tage dort, und ich fand es furchtbar. Vielleicht, weil man als Tourist eigentlich noch schlechter dran ist.

io ha detto...
Im Gemelli war ich mal, als der Sohn mir seinen Finger ins Auge gesteckt hat. Kratzer auf der Hornhaut. Das ging von uns (Monte Mario) aus zu Fuß.

Ich dachte immer, ich würde gerne noch einmal als Tourist (und ohne Kinder) nach Rom reisen. Vielleicht lasse ich es aber auch besser ;-)

an.na ha detto...
Ach, generell denke ich, wenn man eine Ferienwohnung hat, wo man sich sein Essen selbst zubereiten kann, könnte das doch ganz gut sein (oder Camping?). Wir hatten aber ein recht schlechtes Zimmer und keine Möglichkeit zu kochen oder so ... und auf Dauer ist das ja extrem teuer. Außerdem "mußte" ich meinem Freund alle möglichen Sehenswürdigkeiten zeigen, weil er das erste Mal dort war. Sobald man im Touristenstrom steckt, wird es nervig - da kann man sich noch so gut auskennen.

4 commenti:

allegra ha detto...

hmmm...ueber zehn jahre habe ich in rom gelebt und ich hab' das nach der ersten seite wieder ins regal gestellt...schon "maria, ihm schmeckts nicht" von jan weiler, fand ich zwar ganz nett, aber irgendwie stoert mich diese "wie tier im zoo"-art mit der italienkorrespondenten/bzw. ehemaenner von italienerinnen il bel paese und ihre einwohner beschreiben und bewundern...

IO ha detto...

Ich glaube, ich fand das Buch nur so "gut", weil es uns eben so ähnlich erging. Was die Italiener/Tiere-wie-im-Zoo angeht, da gibt es demnächst eine richtig böse Kritik von mir. Im Moment fehlt mir allerdings etwas die Zeit

Anonimo ha detto...

Liebe Larissa und Liebe Mitleser,
kennt Ihr denn auch Bücher die Italienern Deutschland "erklären"? Viele Grüße Romy

IO ha detto...

Ich kenne bzw. kannte das nur ein oder zwei Bücher aus amerikanischer Sicht über die Deutschen, aber italienisch, nein. Ich frag aber noch mal miomarito ;-)